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fluteceleste @, München, Freitag, 10. Februar 2012, 06:56 (vor 5328 Tagen)

eins vorweg: Elektronische Instrumente sind nicht mehr wegzudenken, sie haben ja nicht nur durch ihre sehr konkurrenzfähigen Preise ihre Berechtigung. Dies soll auch kein Beitrag dagegen werden, ich glaube da sind wir uns eh einig, daß der echte Orgelklang so gut wie nicht erreichbar ist.
Weil ich mich schon länger nach einem geeigneten Übeinstrument umsehe, habe ich mir das neueste Werbevideo eines bekannten holländischen Herstellers :o) angesehen- zugegebenermaßen mit gewissen Erwartungen. Aber was ich hörte, war wirklich nicht mal ansatzweise zufriedenstellend.
Was ich mich frage: Kann man aus den Dingern nicht mehr rausholen,ohne daß man alles nach"intonieren" bzw einstellen muß? Diese Leute verfügen doch über jahrzehntelange Erfahrung?!
Das einzige was ich ansatzweise brauchbar fand, waren die Streicher, aber deren Effekt ist ja meist der beste in fast jedem Elektronium. Unser Präsentator kann auch sicher gut spielen, aber die Register sind mit wenigen Ausnahmen einfach so nicht brauchbar. Bei den Zungen schüttelt es mich wirklich, die "Trompette harmonique" fiept nur, und im Zungen-Pleno bzw. Tutti vergeht einem schon die Lust.
Also: habe ich mal wieder zu hohe Ansprüche (Hauptwerk klingt ja im Vergleich dazu wirklich schon in der Demo-Ausführung wirklich königlich), oder ist die breite Masse an Kunden einfach nicht an sowas interessiert, oder ist das holländische Klangideal ein anderes (ich habe schon öfters Aufführungen- nicht nur auf solchen Instrumenten- mit ganz scheußlichen Tremulanten-überfrachteten und synthetischen Registrierungen gehört)?Auch andere Hersteller habe ich nicht wirklich als überzeugend empfunden.
Für mich wird immer deutlicher, daß ich zu Hauptwerk keine Alternative haben werde- ist ja auch billiger. Mit solchen etwas lieblos hergestellten Produkten werden die Hersteller aber meines Erachtens zumindest für einigermaßen anspruchsvolle Ohren nicht lange konkurrenzfähig bleiben.

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Florian-L, Freitag, 10. Februar 2012, 08:08 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Weil ich mich schon länger nach einem geeigneten Übeinstrument umsehe, habe ich mir das neueste Werbevideo eines bekannten holländischen Herstellers :o) angesehen- zugegebenermaßen mit gewissen Erwartungen. Aber was ich hörte, war wirklich nicht mal ansatzweise zufriedenstellend.

Stimmt, wirklich ernüchternd. Klingt nicht viel besser als dieses wesentlich ältere Modell.

Gruß, Florian

--
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-Joseph Marx-

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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Freitag, 10. Februar 2012, 08:17 (vor 5328 Tagen) @ Florian-L

Stimmt, wirklich ernüchternd. Klingt nicht viel besser als dieses wesentlich ältere Modell.

Gruß, Florian

Hat der Spieler vielleicht deshalb Ohrenschützen auf?

Übrigens wollte ich denselben Spieler verlinken. Ein Jammer, wenn einer, der so gut spielen kann, sich mit so einer Mühle abquälen muß.

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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Freitag, 10. Februar 2012, 08:13 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Ganz abgesehen von der Frage nach der Klangqualität, steht da doch noch eine ganz andere Frage im Raum, nämlich die Frage des Verschleißes: Kommt so ein Modell in die Jahre, dürfte es in einer ziemlich absehbaren Zukunft keine elektronischen Ersatzteile geben, weil die technische Entwicklung rasant weiter geht und eben diese alten Bauteile nicht mehr hergestellt werden. Wenn man sich nur bei ebay anschaut, was einstens sündteure Elektronien noch an Preisen erbringen, wird einem schwindlig. Viele Instrumente gehen nicht mal mehr zum Einstandspreis von 1 Euro weg.
Ähnlich dürfte es sich irgendwann mit Hauptwerk abspielen. Betriebssysteme werden ständig aufgemotzt. Neue Samples berücksichtigen das, ja fordern dann auch immer die jeweils aktuellen Betriebssysteme. Doch wie lange laufen dann noch die teuer eingekauften alten Samples auf den neueren Systemen? Wie lange wird Windows überhaupt existieren? 20 Jahre sind in dieser Branche eine Ewigkeit.
Inzwischen werden ständig Kirchen geschlossen. Da werden immer mehr Pfeifenorgeln - auch Kleinorgeln- überflüssig. Ich beobachte diesen Markt seit Jahren. Man findet immer wieder sehr günstige Angebote. Und ich glaube, ein echtes, wenn auch kleines Instrument ist immer noch besser, als eine Riesenschachtel, die 20 verschiedene Kathedralen zu imitieren versucht.

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kjz1, Freitag, 10. Februar 2012, 11:59 (vor 5328 Tagen) @ Hausorgler

Ganz abgesehen von der Frage nach der Klangqualität, steht da doch noch eine ganz andere Frage im Raum, nämlich die Frage des Verschleißes: Kommt so ein Modell in die Jahre, dürfte es in einer ziemlich absehbaren Zukunft keine elektronischen Ersatzteile geben, weil die technische Entwicklung rasant weiter geht und eben diese alten Bauteile nicht mehr hergestellt werden.

Nun, wenn man die Teile als 'closed source' betrachtet, da kann ja eigentlich wenig defekt gehen, da kaum mechanisch bewegte Teile vorhanden sind. Tastaturen, Kondensatoren, Lautsprecher und Netzteile wird man auch in vielen Jahren noch erhalten können. Und so lange ein Betriebssystem ohne Netzwerkverbindung betrieben wird, läuft das auch in 100 Jahren noch. Limitierender Faktor wäre hier eher die auszutauschende Festplatte. Eine amerikanische Firma wirbt sogar damit, dass man selbst die allerersten elektronischen Orgeln (vor einigen Jahrzehnten hergestellt) heute noch reparieren kann. Also rein reparaturtechnisch sehe ich da weniger das Problem.

Aber natürlich kann man heute Vieles besser (klanglich und technisch), und so ist der Nutzer dann bald die 'alte Kiste' leid. (Aus rein technischer Sicht würde die noch für viele Jahre laufen.) Aber haben wir ein ähnliches Problem teilweise nicht auch bei Pfeifenorgeln.....

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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Dorforganist @, Freitag, 10. Februar 2012, 12:00 (vor 5328 Tagen) @ Hausorgler

Naja, wenn der Palast groß genug ist (oder die Nachbarn taub genug sind), daß man zu jeder Tages- und Nachtzeit Lärm machen kann, ist eine echte Orgel im Haus sicher eine feine Sache. Platz spielt ja dann auch keine Rolle...

Doch wenn man in einem Reihenhaus üben will, wenn man endlich Zeit hat (also eher spät in der Nacht, wenn die Nachbarn links und rechts [und die eigene Familie vielleicht auch] schon schlafen wollen), bleibt wohl nur die Variante mit Kopfhörer.

Und da würde mich sehr interessieren, wer ein für diesen Zweck brauchbares Gerät kennt, das nicht binnen einer halben Stunde aggressiv macht. Beschissene gibt es genug, das weiß ich, aber gibt es auch einen einigermaßen brauchbaren Kompromiß bezüglich Klang und Preis?

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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Freitag, 10. Februar 2012, 13:11 (vor 5328 Tagen) @ Dorforganist

ok...das Nachbarschaftsargument sehe ich ein.

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boerner, Freitag, 10. Februar 2012, 17:47 (vor 5328 Tagen) @ Dorforganist
bearbeitet von boerner, Freitag, 10. Februar 2012, 17:56

Schauen Sie mal Hoffrichter-Digitalorgeln an. Die von Hoffrichter gebauten Blockorgeln sind zudem extrem platzsparend und preiswert, ideale Übungsinstrumente für zu Hause.

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Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Freitag, 10. Februar 2012, 18:46 (vor 5328 Tagen) @ boerner

Genau!!
Mit Hoffrichter habe ich auch die besten Erfahrungen im Bereich Digital-Orgel - durchaus auch im Konzert. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, nicht sogar auch meinen Spaß damit gehabt zu haben. Es war bei einem Orgelmarathon in einer Kirchenruine, wo natürlich keine Pfeifenorgel mehr steht und die Digitalorgel explizit für die Veranstaltung aufgestellt wurde - und zwar mit einer ordentlichen Verstärker- und Lautsprecheranlage. Die Spieltischabstrahlung ist natürlich bei allen Digitalorgeln zum Wegrennen.

Herzlich grüßt in die Runde
Scotty.

--
"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

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Karl-Bernhardin Kropf, Freitag, 10. Februar 2012, 22:51 (vor 5328 Tagen) @ Andreas Scotty Böttcher

Das stimmt alles, und m. E. sind die Sounds auch nicht so schlecht. Ich spielte mich mal in den NL durch einen ganzen Laden, für's Ohr nicht so schlecht, aber für die Finger. Keine einzige brauchbare Tastatur.
Deshalb auch mein Rat: Gute Klaviaturen z. B. von UHT, und dann gerne Hauptwerk.

Das mit den Pfiefenorgeln aus aufgelassenen Kirchen haut nicht so richtig rein. Für den Hausgebrauch, wo keine aufwendige Lautsprecheranlage erforderlich ist, kosten mehrere dann aufnJahrzehnte verteilte Hauptwerk-Systeme incl. Rechner und Klaviaturen (letztere werden wohl auch am längsten halten) auch so viel wie eine Ex-Kirchenorgel incl. Umsetzung.

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untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Freitag, 10. Februar 2012, 08:14 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Hauptwerk ist nicht unbedingt billiger, wenn man einen guten Spieltisch (dafür eignet sich auch das hauseigene MIDI-fähige Elektronium...), einen Computer mit entsprechender RAM-Power und ein gutes Audio-System haben will, aber es macht eindeutig MEHR SPASS beim Ueben, klingt 100x besser und ist ernstzunehmen.
Was die Digitalorgelhersteller in den letzten 5 Jahren "NEU" und "SENSATIONELL" herausgebracht haben, ist wirklich nicht aufregend besser als meine vorhandene Prestige 80, die ich auch als Spieltisch für HAUPTWERK nutze, und damit ganz zufrieden bin.

Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

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fluteceleste @, München, Freitag, 10. Februar 2012, 17:44 (vor 5328 Tagen) @ untersatz32

Hauptwerk ist nicht unbedingt billiger, wenn man einen guten Spieltisch (dafür eignet sich auch das hauseigene MIDI-fähige Elektronium...), einen Computer mit entsprechender RAM-Power und ein gutes Audio-System haben will, aber es macht eindeutig MEHR SPASS beim Ueben, klingt 100x besser und ist ernstzunehmen.
Was die Digitalorgelhersteller in den letzten 5 Jahren "NEU" und "SENSATIONELL" herausgebracht haben, ist wirklich nicht aufregend besser als meine vorhandene Prestige 80, die ich auch als Spieltisch für HAUPTWERK nutze, und damit ganz zufrieden bin.

Grüsse

Thomas

genau so isses, was den Preis anbelangt, meinte ich auch nicht die Profi-Version, sondern sozusagen ein "Basis-Set", und da ist man mit einem leistungsfähigen Rechner und einem alten Elektronium schon startfähig, und das dürfte mit einem Sample Set von Hauptwerk zusammen so ziemlich alles schlagen was es am Markt an Fertiginstrumenten in der Klasse um 5000 Euro so zu haben gibt (von Schnäppchen abgesehen. Aber mittlerweile kann man wohl für das Geld bei Ladach schon eine ausrangierte Engländerin mit Clarabella, Cornopean & Celeste kaufen *seufz*. Allein der Platz fehlt mir...)

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elsenp, Freitag, 10. Februar 2012, 13:04 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Das einzige "Kathedralorgelmäßige" was ich auf dem Video hören konnte, war der Nachhall. Der Rest war doch überwiegend sehr "fiepig".
Dann lieber Hauptwerk mit einem schönen Sample.

Gruß
Peter

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Contrebasson 32' @, Freitag, 10. Februar 2012, 13:25 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von Contrebasson 32', Freitag, 10. Februar 2012, 13:47

eins vorweg: Elektronische Instrumente sind nicht mehr wegzudenken, sie haben ja nicht nur durch ihre sehr konkurrenzfähigen Preise ihre Berechtigung. Dies soll auch kein Beitrag dagegen werden, ich glaube da sind wir uns eh einig, daß der echte Orgelklang so gut wie nicht erreichbar ist.
Was ich mich frage: Kann man aus den Dingern nicht mehr rausholen,ohne daß man alles nach"intonieren" bzw einstellen muß? Diese Leute verfügen doch über jahrzehntelange Erfahrung?!

Grundsätzlich kann ich ob meiner (beschränkten) Erfahrung mit Digitalorgeln sagen, dass die klanglichen Defizite u. A. auch dem "holländischen" Geschmack geschuldet sind.
Gerade die entsprechenden Modelle, die auf den anglo-amerikanischen Raum zugeschnitten sind, vermögen doch klanglich sehr viel mehr zu überzeugen (und wenn man dann auch noch bereit ist, etwas mehr auszugeben...).

Gruß
Contrebasson 32'

Edit: Ich möchte einfach mal auf die Videos dieses Channels verweisen.

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BourdonCéleste, Freitag, 10. Februar 2012, 13:44 (vor 5328 Tagen) @ Contrebasson 32'

Grundsätzlich kann ich ob meiner (beschränkten) Erfahrung mit Digitalorgeln sagen, dass die klanglichen Defizite u. A. auch dem "holländischen" Geschmack geschuldet sind.

[image]

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Tastenhalter @, Freitag, 10. Februar 2012, 16:01 (vor 5328 Tagen) @ BourdonCéleste

Grundsätzlich kann ich ob meiner (beschränkten) Erfahrung mit Digitalorgeln sagen, dass die klanglichen Defizite u. A. auch dem "holländischen" Geschmack geschuldet sind.

[image]

Im Vergleich zu dem hier ist das ja noch eine Wohltat.!
Es geht immer noch schlimmer!

Tastenhalter

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Friedrich @, Freitag, 10. Februar 2012, 18:41 (vor 5328 Tagen) @ Tastenhalter

Es geht immer noch schlimmer!

Maestra »Maestro« Baginska hat es nicht so mit dem Metronom. Mit der Musik auch nicht. Schade. Warum tut sie solche Sachen? Sagt der denn keiner, dass das ganz furchtbar ist, was sie da tut?

Gruß,
Friedrich

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fluteceleste @, München, Samstag, 11. Februar 2012, 06:42 (vor 5327 Tagen) @ Tastenhalter

Grundsätzlich kann ich ob meiner (beschränkten) Erfahrung mit Digitalorgeln sagen, dass die klanglichen Defizite u. A. auch dem "holländischen" Geschmack geschuldet sind.

[image]


Im Vergleich zu dem hier ist das ja noch eine Wohltat.!
Es geht immer noch schlimmer!

Tastenhalter

In dem Beispiel wurden ja bewußt die Midi-Streicherstimmen eingesetzt, und kein Orgelklang. Dennoch stimme ich Dir zu daß 20 von 10 möglichen Gruselpunkten zu vergeben sind,...

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Anna-Theresia, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:27 (vor 5326 Tagen) @ fluteceleste

In dem Beispiel wurden ja bewußt die Midi-Streicherstimmen eingesetzt, und kein Orgelklang. Dennoch stimme ich Dir zu daß 20 von 10 möglichen Gruselpunkten zu vergeben sind,...

Es muss nicht unbedingt so gruselig sein :)
Ich finde, ein gutes Beispiel, wie man bei den solchen Orgeln nicht nur Orgelklänge einsetzen kann, ist das hier.

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fluteceleste @, München, Montag, 13. Februar 2012, 06:21 (vor 5325 Tagen) @ Anna-Theresia

ja, das ist schon verspielt und effektvoll eingesetzt, und da sind ein paar interessante Stimmen aus dem Soundmodul zu hören. Allerdings höre ich da kaum noch eine Orgel heraus- als reine Tonaufnahme ohne Bild würde ich auf eine Anordnung von Synthesizern tippen. Aber trotzdem ein nettes Arrangement.
Den ganzen Thread hatte ich gestartet, weil es mir in den Letzten Jahren irgendwie so erschien, als sei die Fortentwicklung der digitalen klassischen Orgel seitens der "traditionellen" Hersteller solcher Instrumente ins Stocken gekommen. Man muß aber die Orgeln immer im Zusammenhang mit dem "Setting" beachten-Aufnahmetechnik, Standort in der Kirche mit Akustik usw, um sich ein Gesamtbild machen zu können.

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SlowOrg @, Maribor, Freitag, 10. Februar 2012, 14:14 (vor 5328 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von SlowOrg, Freitag, 10. Februar 2012, 14:21

Edit: Ich möchte einfach mal auf die Videos dieses Channels verweisen.

..."Demonstration by Ian Tracey"...
Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich solche Organistengrößen als Botschafter für die digitalen Orgeln engagieren lassen. Muss offensichtlich ein ziemlich lukratives Geschäft sein. Oder sind die von dem, was sie da anpreisen, wirklich so überzeugt?

M

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Freitag, 10. Februar 2012, 14:19 (vor 5328 Tagen) @ SlowOrg

...ja natürlich, auch Pierré Pincemaille war sich nicht zu schaden nach Holland zu fahren um dort aufzunehmen. Und eine ganze Reihe unserer Domorganisten haben ein solches Übeinstrument zu Hause stehen. Na und?
Gruß, Reinhard Kluth

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IvesDKerne @, Freitag, 10. Februar 2012, 14:22 (vor 5328 Tagen) @ Reinhard Kluth

Und die gute Iveta macht das für Ahlborn.

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kjz1, Freitag, 10. Februar 2012, 17:31 (vor 5328 Tagen) @ Reinhard Kluth

Cameron Carpenter scheint diese Instrumente ja auch gegenüber Pfeifenorgeln zu bevorzugen. Und schon Virgil Fox reiste mit 'Black Beauty'. Ich glaube, im Ausland hat man schlicht nicht diese Berührungsängste. Das scheint ein eher deutsches Problem zu sein.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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fluteceleste @, München, Freitag, 10. Februar 2012, 17:39 (vor 5328 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von fluteceleste, Freitag, 10. Februar 2012, 17:48

Cameron Carpenter scheint diese Instrumente ja auch gegenüber Pfeifenorgeln zu bevorzugen. Und schon Virgil Fox reiste mit 'Black Beauty'. Ich glaube, im Ausland hat man schlicht nicht diese Berührungsängste. Das scheint ein eher deutsches Problem zu sein.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Das stimmt natürlich. Was ich aber nicht verstehe, ist dass so viele neue elektronische Instrumente wirklich ärmlich klingen, obwohl sie leicht zehntausende von Euro kosten. (Das Hoffrichter-Reiseinstrument von Carpenter klingt ja auch furchtbar, aber das ist glaube ich auch nicht als Bühneninstrument, sondern als mobile Übemöglichkeit gedacht.)
Ein Kollege (mit einer Ahlborn aus den frühen 80ern) sagte mir mal, wenn ein Heiminstrument schlecht klingt, ist das auch ein Vorteil, weil man sich nicht auf das Herumexperimentieren an der Registrierung, sondern aufs Üben konzentriert :o). Ist also eher eine Zweckfrage, also ich will beim Üben eben auch Spaß haben...

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kjz1, Freitag, 10. Februar 2012, 17:50 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Was ich aber nicht verstehe, ist dass so viele neue elektronische Instrumente wirklich ärmlich klingen, obwohl sie leicht zehntausende von Euro kosten.

Das ist natürlich auch ein Preisfrage. In der Luxusklasse, wie z. Bsp. in der Trinity Church in New York (leider konnte ich die Orgel noch nicht live hören), bestätigen ja namhafte Organisten, dass dort der Klang 'verdammt nah' an den einer realen Pfeifenorgel herankommt. Da hören dann wohl über 99% der Besucher keinen Unterschied mehr. Technisch machbar ist es also schon, aber natürlich auch eine Frage des Aufwandes. Von der Technik her steckt hinter dieser Orgel ein linux-basiertes PC-Cluster. Das läßt vermuten, dass hier eine ähnliche Technik wie bei Hauptwerk angewandt wird, nur wahrscheinlich auf technisch noch höherem Niveau.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Freitag, 10. Februar 2012, 18:57 (vor 5328 Tagen) @ kjz1

Die Samples sind vermutlich heute nicht mehr das Hauptproblem. Der Klang steht und fällt mit der Lautsprecheranlage und den Verstärkern. Da ist noch viel "Luft nach oben".

--
"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

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kjz1, Freitag, 10. Februar 2012, 19:23 (vor 5328 Tagen) @ Andreas Scotty Böttcher

Die Samples sind vermutlich heute nicht mehr das Hauptproblem. Der Klang steht und fällt mit der Lautsprecheranlage und den Verstärkern. Da ist noch viel "Luft nach oben".

Ja, insbesondere bei den Lautsprechern. Ein 32' bewegt schon einiges an Luft, da benötigt man große Membranen oder völlig andere Techniken; in der Trinity Church hat man ja einen Rotary Woofer getestet. Ansonsten arbeitet man dort mit 82(!) Audio-Kanälen und hat insgesamt 15 kW(!) Verstärkerleistung.

Das ist ja auch ein grundsätzliches Problem der elektronischen Instrumente: eine Pfeifenorgel strahlt über eine relativ große Fläche den Schall ab, noch dazu kommt es zu 'Mischeffekten' innerhalb des Gehäuses. Das ist es auch, was mich an modernen Digitalorgeln am meisten stört: die Samples mögen noch so gut sein, aber über 50 Register aus gerade mal 4-5 Lautsprechern? Das ist so, als würde man ein Symphonieorchester im Nebensaal durch ein gerade mal 30 cm breites Loch hören.

Da liegt vielleicht auch ein Unterschied zu angloamerikanischen Kirchen: diese verfügen häufig über 'organ chambers'. Da kann man natürlich wunderbar die Lautsprecherbatterien drin unterbringen. Und ob da dann Pfeifen oder Lautsprecher 'in einem tiefen Loch' werkeln, ist dadurch nicht unbedingt beim ersten Hinhören erhörbar.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Freitag, 10. Februar 2012, 20:43 (vor 5328 Tagen) @ kjz1

Ist der Rotary Woofer sowas wie das "Leslie" bei Hammond-Orgeln?

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kjz1, Samstag, 11. Februar 2012, 09:53 (vor 5327 Tagen) @ Andreas Scotty Böttcher

Ist der Rotary Woofer sowas wie das "Leslie" bei Hammond-Orgeln?

Nein, man nutzt da quasi den 'Hubschrauber-Effekt' (i.e. verstellbare Rotorblätter) zur Erzeugung tieffrequenter Schwingungen mit relativ hohem Schalldruck.

http://www.rotarywoofer.com/howitworks.htm

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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fluteceleste @, München, Samstag, 11. Februar 2012, 07:02 (vor 5327 Tagen) @ kjz1

Das ist natürlich auch ein Preisfrage. In der Luxusklasse, wie z. Bsp. in der Trinity Church in New York (leider konnte ich die Orgel noch nicht live hören), bestätigen ja namhafte Organisten, dass dort der Klang 'verdammt nah' an den einer realen Pfeifenorgel herankommt. Da hören dann wohl über 99% der Besucher keinen Unterschied mehr.


Also rein von den Aufnahmen von Trinity bei YT-finde ich- hört man das Künstliche noch sehr deutlich. Man darf natürlcih die Aufnahmen von Carpenter dazu nicht als beispiel nehmen, denn der setzt ja gerade auf spezialeffekte mit eher Hammondsound und zusatzregistern.
Zugegebenermaßen gibt es ja auch Beispiele von Aufnahmen von Hauptwerk mit schlechten Lautsprechern, und da denkt man auch nicht, dass das echt ist.
Ein vielschichtiges Problem eben...aber die Lautsprecher machen viel aus. Eine schlechte Digitalorgel klingt eben in einer Kirche mit viel natürlichem Hall schon bedeutend besser (ich hab das gerade in unserer Kirche erlebt..)
Offensichtlich sind wir grade das eine Prozent, das dann den Unterschied hört...
Es gibt noch Walker Technical in USA, die machen auch Zusatzregister für Pfeifenorgeln und auch komplette elektronische Instrumente. Diese halte ich für sehr gut, auch wenn die sehr teuer sein dürften.

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Florian-L, Samstag, 11. Februar 2012, 08:25 (vor 5327 Tagen) @ fluteceleste

Zugegebenermaßen gibt es ja auch Beispiele von Aufnahmen von Hauptwerk mit schlechten Lautsprechern, und da denkt man auch nicht, dass das echt ist.

Vor ein paar Wochen konnte ich die Hauptwerk-Installation eines Bekannten ausprobieren. Der Klang kann über drei Lautsprecherboxen wiedergegeben werden. Das Ergebnis ist dann vom Raumeindruck nicht optimal, aber trotzdem klingen die Samples nicht künstlich wie bei dem aktuellen Top-Modell im Video. Mit Kopfhörern klingt es exzellent, hier bekommt man auch eine gute Vorstellung vom Raum, und es ist in keiner Weise ermüdend.

Gruß, Florian

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Contrebasson 32' @, Samstag, 11. Februar 2012, 08:58 (vor 5327 Tagen) @ fluteceleste

Das ist natürlich auch ein Preisfrage. In der Luxusklasse, wie z. Bsp. in der Trinity Church in New York (leider konnte ich die Orgel noch nicht live hören), bestätigen ja namhafte Organisten, dass dort der Klang 'verdammt nah' an den einer realen Pfeifenorgel herankommt. Da hören dann wohl über 99% der Besucher keinen Unterschied mehr.

Also rein von den Aufnahmen von Trinity bei YT-finde ich- hört man das Künstliche noch sehr deutlich. Man darf natürlcih die Aufnahmen von Carpenter dazu nicht als beispiel nehmen, denn der setzt ja gerade auf spezialeffekte mit eher Hammondsound und zusatzregistern.

Nachdem ich mir damals im "gelben Forum" Schläge für meine Meinungsäußerung zur Trinity-Orgel zugezogen habe, möchte ich sie nun (mehr als 4 Jahre später) noch einmal wiederholen, da ich zu den wenigen hier im Forum gehöre, die sie schon einmal live gehört haben:

Während einer USA-Reise hatte ich die Möglichkeit die Trinity-Orgel im Konzert zu hören (gespielt hat irgendein AGO-Preisträger, dessen Name mir entfallen ist, eine Woche später hätte Felix Hell gespielt, aber da war ich schon wieder in Deutschland), und obwohl ich mich zu den 1% zähle, die ein ausreichend ausgebildetes Gehör haben, um die Unterschiede zwischen einer Pfeifen- bzw. Digitalorgel zu hören, muss ich sagen, dass das Klangerlebnis in der Akustik der Trinity Church mehr als überzeugend ist: Es ist de facto ob des getriebenen Aufwandes kein Unterschied hörbar und wenn man es nicht wüsste, würde man hier eine handwerklich sehr solide Arbeit mit ausgesprochen gelungener Intonation vermuten...

Die YT-Videos sind insgesamt mit eher wenig Raumanteil aufgenommen worden und die Soundspur wird gemeinhin komprimiert. Vllt. ist besonders dieser Umstand daran Schuld, dass der Höreindruck der Videos nicht zu überzeugen vermag. Da die verwendeten Samples eine höhere Qualität haben, als sie eine CD wiedergeben kann, ist natürlich auch die CD-Aufnahme, die in meinem Regal steht, sehr überzeugend.

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'

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fluteceleste @, München, Samstag, 11. Februar 2012, 06:39 (vor 5327 Tagen) @ SlowOrg

Edit: Ich möchte einfach mal auf die Videos dieses Channels verweisen.


..."Demonstration by Ian Tracey"...
Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich solche Organistengrößen als Botschafter für die digitalen Orgeln engagieren lassen. Muss offensichtlich ein ziemlich lukratives Geschäft sein. Oder sind die von dem, was sie da anpreisen, wirklich so überzeugt?

M

ich glaube da geht das Geld auf jeden Fall vor..
Manche der Demonstrationen des o.g. Channels scheinen aber auch schlecht aufgenommen, dh. da meine ich, daß die Außenlautsprecher aufgenommen wurden, sowas kommmt natürlich nicht so schön rüber- auch hier gilt: am besten live hören. Aber ich traue mir nach solchen Demos da doch eher ein Urteil zu als beim lesen einer Disposition...

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J.Bremme, Freitag, 10. Februar 2012, 14:19 (vor 5328 Tagen) @ fluteceleste

Seit 9 Jahren spiele ich zu Hause auf einer Johannus Monarke. Die Klangqualität hat mich damals und auch heute noch überzeugt. So macht zu Hause Üben Spaß, ohne die Ohren zu beleidigen. Trotzdem bereitet die Metzlerorgel in der Kirche nebenan natürlich das ungleich größere Vergnügen.
Zusammen mit dem Raumsimulationssystem RS 303 der Firma Rodgers ist der Klang und das Spielgefühl so gut, daß man nicht ermüdet, sich langweilt oder sich nach Monaten oder Jahren was besseres wünscht. Und auch spätabends oder mal nur für 15 Minuten ist Üben möglich.
Eine befriedigende Qualität ist aber, meiner Meinung und meinen Ohren nach, nicht schon für einen vierstelligen Euro-Betrag zu haben.

J.Bremme

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hinterSatz ⌂ @, Köln, Freitag, 10. Februar 2012, 18:10 (vor 5328 Tagen) @ J.Bremme

Stimmt, so ab 15000€ fühlt man sich optisch, klanglich und haptisch wohl. Ich bleibe bei Ahlborn, eben weil der Sound nicht langweilig wird.

Elektronien../Übeinstrumente

Frank Berger @, Wassenberg, Samstag, 11. Februar 2012, 09:05 (vor 5327 Tagen) @ fluteceleste

das ist merkwürdig, ich habe vor mehreren Jahren auf der Frankfurter Musikmesse eine Werbe-CD von Kisselbach / Johannus erhalten mit Aufnahmen der Rembrandt-Serie, die sind um Klassen besser als das, was auf dem Video geboten wird. Der Klang auf der CD ist kaum von einer Pfeifenorgel zu unterscheiden (die Profis unter Euch fänden vielleicht ein Haar in der Suppe...), was ich vom Klang im Video nicht behaupten kann.
Woran mag das liegen?

Gruß
Frank

Elektronien../Übeinstrumente

Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 11. Februar 2012, 11:22 (vor 5327 Tagen) @ Frank Berger

Woran mag das liegen?

Gruß
Frank

Also, zuerst muss man wissen, welcher Audio/Video-Codec verwendet wurde. Einige mag YouTube nicht besonders.
Auch komprimiert YouTube das Audio selbst noch einmal.
Dann kann es noch am PC liegen. Wer den Motherboard-Soundchip benutzt, hat ein Problem denn diese Soundchips sind nicht unbedingt gut. Und dann noch: Sind am PC dieselben Lautsprecher wie an der Anlage angeschlossen?
Und dann spielt noch die Aufnahmetechnik eine Rolle. Wurde direkt über Line-out aufgenommen?
Oder über Lautsprecher und dann aufgenommen? Und welche Mikrofone wurden verwendet?
Wie man sieht, kann es viele Ursachen haben, dass die Orgel anders klingt.

Gruß,
Pascal

Elektronien../Übeinstrumente

Rainer - Friedrich @, Salzwedel, Samstag, 11. Februar 2012, 17:20 (vor 5327 Tagen) @ Frank Berger

Hallo,
das Problem ist oft die Intonierung dieser Instrumente.
Ich besitze eine E-Orgel einer namhaften deutschen Firma.
Die werksseitige Intonierung ist absolut inakzeptabel.
In mühevoller Arbeit habe ich über Monate hinweg eine (subjektiv) halbwegs befriedigende Intonierung erreicht.
Ich habe mir allerdings auch eine erweiterte Tonabstrahlung gegönnt.
Damit kann ich zu Übungszwecken jetzt ganz gut leben.
Ich bin aber auch in der glücklichen Lage, an einer historischen spätromantischen Orgel spielen zu können. Da merkt man natürlich ganz schnell, wie klanglich beschränkt mein elektronisches Teil ist!
Gruß Rainer.

Elektronien../Übeinstrumente

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Samstag, 11. Februar 2012, 18:11 (vor 5327 Tagen) @ Rainer - Friedrich
bearbeitet von Tabernakelwanze, Samstag, 11. Februar 2012, 18:20

Ich wundere mich über manche Erwartungen. Billig muss es sein, und doch so klingen wie eine Schnitgerin oder eine Klaisine, etc.

Dann gibt es die Kollegen, die noch nie auf einer Digitalen geörgelt, aber trotzdem eine Meinung haben, oder die, die nur die alten Analogen von vor 30 Jahren kennen, und natürlich die Ultraorthodoxen, die sowas eh für Teufelszeug halten.

Ich selber bin in Besitz einer Monarke "van Eyck". Das Instrument hat bescheidene 31 Register, als Manubrien ausgeführt, ansonsten keinen großartigen Schnickschnack. Vollholzklaviaturen, natürlich mit Druckpunkt, atmenden Wind, Trakturgeräusche.
Ich lade herzlich ein, zum Probespielen, die Organisten von Xanten (Dom), Haarlem (Bavokerk)und Rijswijk waren begeistert. Hey Otto, wie wär´s? Du hast es doch nicht weit.

Ich möchte den sehen, der einen klanglichen Unterschied zu einer Pfeifenorgel bemerkt!
Pfeifenorgelbauer hören das nicht gern, aber es ist ein Faktum.
Dafür muss man natürlich tiefer in die Tasche greifen, dann gibt es aber auch nix zu meckern.

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Gruß vom Niederrhein

Elektronien../Übeinstrumente

ArnezN, Montag, 13. Februar 2012, 16:47 (vor 5325 Tagen) @ Rainer - Friedrich

Hallo zusammen,
bei der Werksintonation sprichst Du glaube ich ein wichtiges Thema an. Ich spiele ab und zu in einem Altenheim auf einer Ahlborn. Die wurde einst (gegen den Protest einer Bewohnerfraktion, die eine kleine Pfeifenorgel wollten) da aufgestellt und fertig. Dass sie nur die internen Lautsprecher hat, braucht nicht erwähnt zu werden, aber die Register sind so unterschiedlich in der Lautstärke, sodass z.B. die Flöte 8' immer zu leise, der Prinzipal 8' dagegen zu laut ist.
Kann man als Laie da irgendetwas dran ändern, nachintonieren? Wenn ja, welche Parameter des Tons kann man ändern? Oder sollte das lieber nur ein Fachmann erledigen?
Ich muss gestehen, dass dieses Instrument in seiner "Schlichtheit" meinen Eindruck von Digitalorgeln nachhaltig geprägt und auch zerstört hat. Wobei mich ein Besuch im Verkaufsraum von Kisselbach von einiger Zeit da zumindest zum Nachdenken gebracht hat. Im Ergebnis sehe ich es aber wie die meisten hier: So ein Instrument steht und fällt klanglich mit dem Lautsprechersystem, haptisch mit der Klaviatur. Meine Altenheimorgel spielt sich mit ihren Plastiktasten so unschön, dass ich mich selten traue, auf ihr Literaturstücke zu spielen. Neulich gabs tatsächlich mal den Morgenstern von Buxtehude (hier trat auch das Intonationsproblem sehr deutlich auf), wo ich dann auch den meiner Meinung nach einzigen, wirklichen Vorteil eines Digitaliums genutzt habe: Das spontane Umstimmen in die Mitteltönigkeit.

Viele Grüße,
Arne,
der jetzt wieder an sein 8°C kaltes Übeinstrument geht und sich an den 150 Jahre alten Klängen ergötzt...

Elektronien../Übeinstrumente

Schreipositiv @, Wetter, Montag, 13. Februar 2012, 19:31 (vor 5325 Tagen) @ ArnezN

Hallo zusammen,
bei der Werksintonation sprichst Du glaube ich ein wichtiges Thema an. Ich spiele ab und zu in einem Altenheim auf einer Ahlborn. Die wurde einst (gegen den Protest einer Bewohnerfraktion, die eine kleine Pfeifenorgel wollten) da aufgestellt und fertig. Dass sie nur die internen Lautsprecher hat, braucht nicht erwähnt zu werden, aber die Register sind so unterschiedlich in der Lautstärke, sodass z.B. die Flöte 8' immer zu leise, der Prinzipal 8' dagegen zu laut ist.
Kann man als Laie da irgendetwas dran ändern, nachintonieren? Wenn ja, welche Parameter des Tons kann man ändern? Oder sollte das lieber nur ein Fachmann erledigen?

Kommt drauf an. Hier wäre eine genaue Modellbezeichnung hilfreich. Es gibt Digitalorgeln, da kann man über das Menü ein bisschen am Klang rumwerkeln und es gibt welche mit PC-Interface, wo man dann wirklich fast alles änden kann. Es gibt aber auch viele (vor allem nicht Topaktuelle) Modelle, die keine Intoniermöglichkeit haben. Und man kann generell auch als Laie drann. Wenn man sich vorher die Werte aufschreibt, kann nichts schiefgehen. Besonders wenn eh nichts an der Orgel gemacht wurde, dann könnte man such "auf Werkseinstellungen zurücksetzen" machen.

Davon abgesehen sind mir die Plastiktasten meiner Cantus 230 lieber als die schwammigen und klapprigen Holzklaviaturen und Trakturen der Ottilie, auf der ich Unterricht habe. Und zumindest auf romantischer (32' Bombarde, yeah :-)) und symphonischer Intonation kreischt sie nicht so :-)

Elektronien../Übeinstrumente

Florian-L, Dienstag, 14. Februar 2012, 07:59 (vor 5324 Tagen) @ ArnezN

Meine Altenheimorgel spielt sich mit ihren Plastiktasten so unschön, dass ich mich selten traue, auf ihr Literaturstücke zu spielen.

Es ist auffällig, dass Kunststofftasten gerade bei Orgeln als unangenehm empfunden werden. Dagegen sind bei Klavieren Kunststoffbeläge die Regel, und hier habe ich bis jetzt von niemandem gehört, es sei deswegen unangenehm zu spielen.

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Elektronien../Übeinstrumente

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 14. Februar 2012, 08:10 (vor 5324 Tagen) @ Florian-L

die mit Kunststoff belegten Klaviertasten sind doch viel sorgfältiger gearbeitet als viele dieser Elektronientasten. Das fühlt sich manchmal ja wirklich an, als ob sie von Lego seien. Klavierbauer könnten so etwas nie bringen.

Elektronien../Übeinstrumente

elfengeschrey, Ebstorf, Dienstag, 14. Februar 2012, 09:17 (vor 5324 Tagen) @ Hausorgler

Das fühlt sich manchmal ja wirklich an, als ob sie von Lego seien.

Eher ein Fisher-Price-Keyboard-Gefühl! Leicht und aus einem Guss...

Elektronien../Übeinstrumente

Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Dienstag, 14. Februar 2012, 21:28 (vor 5324 Tagen) @ Hausorgler

Das liegt daran, daß Klaviertasten einen Holzkern haben, der den Kunststofftasten der Digitalinstrumente fehlt.
Gruß, Reinhard Kluth

Elektronien../Übeinstrumente

chp, Sonntag, 12. Februar 2012, 17:33 (vor 5326 Tagen) @ fluteceleste

Hallo,

eins vorweg: Elektronische Instrumente sind nicht mehr wegzudenken, sie haben ja nicht nur durch ihre sehr konkurrenzfähigen Preise ihre Berechtigung. Dies soll auch kein Beitrag dagegen werden, ich glaube da sind wir uns eh einig, daß der echte Orgelklang so gut wie nicht erreichbar ist.
Weil ich mich schon länger nach einem geeigneten Übeinstrument umsehe, habe ich mir das neueste Werbevideo eines bekannten holländischen Herstellers :o) angesehen- zugegebenermaßen mit gewissen Erwartungen. Aber was ich hörte, war wirklich nicht mal ansatzweise zufriedenstellend.

ich habe eine einfache Digitalorgel der 5000 Euro-Klasse (Kisselbach Gloria Klassik, entspricht der Johannus Opus-Reihe) und bin damit als Ehrenamtler trotz aller Einschränkungen beim Klang für Übezwecke ganz zufrieden. Ich kann damit auch kurze freie Zeitfenster zum Üben bzw. zur Vorbereitung der Gottesdienste nutzen, muss nicht in die Kälte hinaus bzw. kann mir den Weg zur Kirche (ca. 7 km) sparen. Mehr Geld wollte ich nicht investieren, das Instrument steht auch im engen und leicht vermüllten Arbeitszimmer, ist halt zum Üben da und fertig. Der Einwand mit der eingeschränkten Qualität der Tastatur ist richtig, reicht für Übezwecke allerdings für mich aus, 2000 Euro für 2 Manuale mit Holztasten wären mir zu viel.

Ich könnte das Teil auch als Spieltisch für Hauptwerk nutzen, habe allerdings bis jetzt keine Lust, mir die notwendigen Informatik- udnd Elektronik-Kenntnisse anzueigenen und weitere 1000 Euro + X zu investieren.

Ich komme allerdings auch auf dem Weg von der Arbeit nach Hause an der Kirche vorbei, so dass ich jederzeit auch dort spielen kann. Daher reicht mir die einfache Übeorgel zu Hause auch.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

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