Hallo,
die derzeitig anhaltende trockene Luft stellt für viele Teile der Orgel eine Gefahr dar. Die Reparatur von undichten oder gar gerissenen Windladen verursacht enorme Kosten.
Unternehmt ihr etwas zum Schutz der euch anvertrauten Instrumente?
Wenn ja, mit welchen Mittel versucht ihr die relative Luftfeuchte zu erhöhen?
Grüße
jori
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 15:26 (vor 5335 Tagen) @ jori
Das kann ich sofort beantworten, weil ich das Problem heute um 8.00h in unserer Kirche hatte:
Außentemperatur: -10°C
Luftfeuchte in der Kirche: 35%
Kirchentemperatur: 9°C weil die Heizung bei 35% erst gar nicht anspringt (zum Schutz der Orgel und Holzeinrichtungen)
Pfarrer und Gemeinde sauer weil frierend.
Erste Maßnahme: volle Wassereimer auf die Lüftungsgitter gestellt und (obwohl stengstens verboten, weil kontraproduktiv) nasses Taschentuch über den Feuchtigkeitsmesser gelegt, damit die Heizung wenigsten für kurze Zeit anspringt und die Feuchtigkeit verteilt.
Nach der Messe die Kirche naß gewischt.
15.00h
Luftfeuchte bei 48%
Gruß,
Subkoppel II - I
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
elfengeschrey, Ebstorf, Sonntag, 05. Februar 2012, 15:48 (vor 5335 Tagen) @ Subkoppel II - I
Außentemperatur: -10°C
Luftfeuchte in der Kirche: 35%
Kirchentemperatur: 9°C weil die Heizung bei 35% erst gar nicht anspringt (zum Schutz der Orgel und Holzeinrichtungen)
Pfarrer und Gemeinde sauer weil frierend.
Unsere diensthabende Pfarrherrin tröstete (wie mir berichtet wurde) die frierende Gemeinde mit den Worten, dass es in der Kirche dennoch 20 Grad wärmer sei als draußen...
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
jrbecker
, Sonntag, 05. Februar 2012, 15:48 (vor 5335 Tagen) @ Subkoppel II - I
Das kann ich sofort beantworten, weil ich das Problem heute um 8.00h in unserer Kirche hatte:
Außentemperatur: -10°C
Luftfeuchte in der Kirche: 35%
Kirchentemperatur: 9°C weil die Heizung bei 35% erst gar nicht anspringt (zum Schutz der Orgel und Holzeinrichtungen)
Pfarrer und Gemeinde sauer weil frierend.
...
Das sind mir irgendwie vertraute Werte:
Außentemperatur: -9°C
Innentemperatur: +9°C
Luftfeuchte außen: 37%
Luftfeuchte innen: 47%
Heizung hat auch nix gebracht, obwohl gestern Abend noch "manuell hochgeregelt"... Da unsere Heizungsanlage aber nicht an die Luftfeuchtemessung gekoppelt ist (zumindest wüsste ich es nicht), kann es daran nicht gelegen haben, dass es heute morgen trotzdem nicht warm war...
Habe eine pneumatische Kegellade, die hat heute morgen teilweise den Geist aufgegeben: Einzelne Membrane haben einfach nicht geöffnet. Wird sich bei "besseren" Klimaverhältnissen wieder normalisieren...
... orakelt aus 10winteriger Erfahrung mit dieser Orgel
Jörg
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 05. Februar 2012, 16:35 (vor 5335 Tagen) @ Subkoppel II - I
Das kann ich sofort beantworten, weil ich das Problem heute um 8.00h in unserer Kirche hatte:
Außentemperatur: -10°C
Luftfeuchte in der Kirche: 35%
Kirchentemperatur: 9°C weil die Heizung bei 35% erst gar nicht anspringt (zum Schutz der Orgel und Holzeinrichtungen)
Pfarrer und Gemeinde sauer weil frierend.Erste Maßnahme: volle Wassereimer auf die Lüftungsgitter gestellt und (obwohl stengstens verboten, weil kontraproduktiv) nasses Taschentuch über den Feuchtigkeitsmesser gelegt, damit die Heizung wenigsten für kurze Zeit anspringt und die Feuchtigkeit verteilt.
Nach der Messe die Kirche naß gewischt.15.00h
Luftfeuchte bei 48%Gruß,
Subkoppel II - I
Ich kann mir nicht vorstellen, daß volle Wassereimer auf den Heizungsrosten viel bringen, denn die dadurch gewonnene Verdunstungsfläche ist ziemlich klein für einen großen Kirchenraum. Vor allem dürfte das kurzfristig nichts bringen. Es ist für die kurzfristige Verdunstung auch egal, ob unter der kleinen Wasseroberfläche, welche für die Verdunstung relevant ist, 10 oder 30 cm Wasser stehen, sprich, ob die Eimer voll oder halb voll sind. Wie erstaunlich wenig selbst die ganze eingefeuchtete Bodenfläche brachte, sieht man ja am Ergebnis: Gerade mal 13% Steigerung.
Würde eventuell das Abdecken der Lüftungsschächte mit nassen Tüchern helfen, dann wäre die warme Luft gezwungen, da hindurch zu strömen und sich sofort anzufeuchten?
Sollte man aber Fresken in der Kirche haben, wäre das auch wiederum ungut: Die warme feuchte Luft würde an den kalten Wänden kondensieren, die Feuchtigkeit würde von der Wand aufgesogen und sich so ungünstig auswirken.
Mir hat ein Restaurator einmal gesagt, daß eine gerade im Frühjahr gerne geübte Maßnahme sehr schädlich sei, nämlich stundenlang geöffnete Fenster oder Türen, um die Wärme herein zu lassen. Die mitgebrachte Luftfeuchtigkeit würde an den Wänden kondensieren und Schäden verursachen. Die Wände müßten sich von aussen nach innen erwärmen.
Der Abt von Neresheim erzählte mir einmal, daß Fresken und Orgel deshalb so gut erhalten seien, weil der Raum noch nie geheizt worden wäre - was natürlich frierende Gottesdienstbesucher gar nicht tröstet.
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 17:15 (vor 5335 Tagen) @ Hausorgler
Ich kann mir nicht vorstellen, daß volle Wassereimer auf den Heizungsrosten viel bringen, denn die dadurch gewonnene Verdunstungsfläche ist ziemlich klein für einen großen Kirchenraum. Vor allem dürfte das kurzfristig nichts bringen. Es ist für die kurzfristige Verdunstung auch egal, ob unter der kleinen Wasseroberfläche, welche für die Verdunstung relevant ist, 10 oder 30 cm Wasser stehen, sprich, ob die Eimer voll oder halb voll sind. Wie erstaunlich wenig selbst die ganze eingefeuchtete Bodenfläche brachte, sieht man ja am Ergebnis: Gerade mal 13% Steigerung.
Das ist natürlich völlig richtig.
Deshalb auch die Wischaktion nach der Messe mit ca. 30 Litern.
Aber hier kann ich es ja sagen:
Wichtig war die spontane Aktion, um die Gemüter zu beruhigen.
"Es wird was getan, damit wir nicht frieren müssen!"
Passende Verdunstungsbehälter für die Lüftungsgitter sind schon in Planung.
Gruß,
Subkoppel II - I
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
tiratutti
, Montag, 06. Februar 2012, 19:46 (vor 5334 Tagen) @ Subkoppel II - I
Hallo,
vorher mal nachgeschaut: 11° Celsius und 43%. Wenn ich die geposteten Wertangaben und Grenzen richtig verstanden habe, ist also alles noch im grünen Bereich?
Grüße von tiratutti diesen Winter noch ohne Kälteheuler an der Orgel
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
KarlM, Donnerstag, 09. Februar 2012, 11:31 (vor 5331 Tagen) @ tiratutti
Hallo
nicht ganz,
aus den 43% werden, je nach dem, wie hoch am Sonntag geheizt wird,
zwischen 30-35% Luftfeuchte. Und das ist etwas zuu wenig....
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
tiratutti
, Donnerstag, 09. Februar 2012, 15:52 (vor 5331 Tagen) @ KarlM
Hallo,
nicht ganz,
aus den 43% werden, je nach dem, wie hoch am Sonntag geheizt wird,
zwischen 30-35% Luftfeuchte. Und das ist etwas zuu wenig....
danke für den Hinweis, am Sonntag nochmal zu schauen. Heiztemperatur Winters liegt bei ca. 15°.
Grüße von tiratutti
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Florian-L, Sonntag, 05. Februar 2012, 16:34 (vor 5335 Tagen) @ jori
Hallo,
die derzeitig anhaltende trockene Luft stellt für viele Teile der Orgel eine Gefahr dar. Die Reparatur von undichten oder gar gerissenen Windladen verursacht enorme Kosten.
Unternehmt ihr etwas zum Schutz der euch anvertrauten Instrumente?
Wenn ja, mit welchen Mittel versucht ihr die relative Luftfeuchte zu erhöhen?
So kann man es auch machen. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich empfehlenswert ist.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 05. Februar 2012, 16:49 (vor 5335 Tagen) @ Florian-L
das ist ungefähr dieselbe Idee, die ich auch hatte. :-)
@subkoppel: Wieviele Liter Wasser waren das eigentlich, die Ihr da auf dem Kirchenboden verteilt habt?
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 16:58 (vor 5335 Tagen) @ Florian-L
So kann man es auch machen. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich empfehlenswert ist.Gruß, Florian
Vom Prinzip eigentlich richtig.
Ich würde aber Auffangbehälter unter die Gitter hängen.
Wer weiß wo das Wasser sonst noch alles hinfließt statt zu verdunsten.
Gruß,
Subkoppel II - I
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
KarlM, Sonntag, 05. Februar 2012, 17:43 (vor 5335 Tagen) @ jori
Hall0
Grundsätzlich sind die Wassereimer gut, wenn:
je Eimer 2 Handtücher drüber hängen, die Hälfte im Wasser, die andere Hälfte außen harabhängend,
dann geht Wasser durch die Kapillarwirkung ins Handtuch außen und es gibt eine sehr große Verdunstungsfläche und die Luftfeuchtigkeit geht langsam nach oben, (kein Schimmel)
über Hygrometer überwachen und wenigstens auf 45 % rel. F. hochbringen,
(dazu hätte man natürlich schon wor 1,5 Wochen beginnen müssen, wo mn wußte, es wird extrem kalt)
In meiner Heimatkirche funktioniert das sehr gut, ohne Stötrungen
und ohne Kondenswasser. Wir haben trotz 2 Tage durchheizen immer noch 48%.
Grüße
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Subkoppel II - I
, Mittwoch, 08. Februar 2012, 13:02 (vor 5332 Tagen) @ KarlM
Hall0
Grundsätzlich sind die Wassereimer gut, wenn:
je Eimer 2 Handtücher drüber hängen, die Hälfte im Wasser, die andere Hälfte außen harabhängend,
dann geht Wasser durch die Kapillarwirkung ins Handtuch außen und es gibt eine sehr große Verdunstungsfläche und die Luftfeuchtigkeit geht langsam nach oben, (kein Schimmel)
über Hygrometer überwachen und wenigstens auf 45 % rel. F. hochbringen,
(dazu hätte man natürlich schon wor 1,5 Wochen beginnen müssen, wo mn wußte, es wird extrem kalt)
In meiner Heimatkirche funktioniert das sehr gut, ohne Stötrungen
und ohne Kondenswasser. Wir haben trotz 2 Tage durchheizen immer noch 48%.Grüße
Danke für den Tipp mit den Handtüchern!
Habe jetzt konstant 43% LF und die Heizung läuft wieder.
Gruß,
Subkoppel ii - I
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Dorforganist
, Dienstag, 14. Februar 2012, 08:58 (vor 5326 Tagen) @ KarlM
Vielen Dank an alle für die kreativen Vorschläge. Da unsere Kirche auch davon betroffen ist (wenn auch bislang nur mit einem einzigen Heuler, den ich ausregulieren konnte), habe ich den vorstehenden Vorschlag an unsere Mesnerin weitergeleitet, die sich rührend um das Wohlergehen unserer Orgel kümmert. Hier ihr Erfahrungsbericht:
"[...]voller Tatendrang habe ich am Sonntag früh um 7 Uhr die beiden Eimer mit den nassen Tüchern gemäß Ihres Vorschlages aufgestellt. Allerdings haben Sie mir nicht geschrieben, wie die Tücher aus den Eimern heraushängen sollen, und so habe ich mir auch keine großen Gedanken um das "Wie-Weit-Darüber" gemacht, sondern war stolz darauf, etwas zur Rettung der Orgel beitragen zu können.
Beim Kommuniongang der Gemeindemitglieder hab ich mich über die seltsamen Blicke gewundert, die mir zugeworfen wurden. Am Ende der Messe hab ich es dann gemerkt: die Tücher hingen zu weit aus den Eimern heraus, das Wasser wusste wahrscheinlich nicht, was es machen sollte, und ist statt zu verdunsten auf den Boden getropft und hat synchron rechts und links unter den Kirchenbänken hindurch einen Bachlauf gebildet. Wahrscheinlich haben mich die Leute für nicht ganz dicht gehalten!
Also hab ich nach 9 Uhr mit Putzlappen und Schrubber meine unsachgemäßen Spuren beseitigt und die Tücher neu dekoriert, nämlich nicht mehr so weit aus dem Eimer heraus, und dann hats tatsächlich funktioniert. Außerdem habe ich nach der 2. Messe mit der Wassersprühflasche einige Prozessionsrunden durch die Kirche gedreht, da war die Kirche aber leer, versteht sich wohl von selbst. Es war ein sehr spannender Vormittag..."
Immerhin nähern wir uns damit wieder der 30%-Marke (von unten, versteht sich...)
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
Subkoppel II - I
, Dienstag, 14. Februar 2012, 18:16 (vor 5326 Tagen) @ Dorforganist
Also hab ich nach 9 Uhr mit Putzlappen und Schrubber meine unsachgemäßen Spuren beseitigt und die Tücher neu dekoriert, nämlich nicht mehr so weit aus dem Eimer heraus, und dann hats tatsächlich funktioniert. Außerdem habe ich nach der 2. Messe mit der Wassersprühflasche einige Prozessionsrunden durch die Kirche gedreht, da war die Kirche aber leer, versteht sich wohl von selbst. Es war ein sehr spannender Vormittag..."
Immerhin nähern wir uns damit wieder der 30%-Marke (von unten, versteht sich...)
Dieser Mesnerin gebührt ein Orden !
Zumindest aber eine Schachtel Pralinen,
findet,
Subkoppel II - I
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Thofi, Sonntag, 05. Februar 2012, 18:03 (vor 5335 Tagen) @ jori
Hallo aus München,
mich würde mal interessieren, wer von euch ähnliche Bedingungen hat:
Heute, 5. Februar, 8 Uhr Früh-Gottesdienst. Auf der Orgelempore 0 (Null) Grad bei 60 % Luftfeuchtigkeit, anschl. bei ca. 1,5 Grad Familiengottesdienst mit Kinderchor und E-Piano im Chorraum (den Kindern wenigstens einen dünnen Teppich auf den kalten Steinfußboden gelegt). Nachher wusste ich, woher das Wort "Eisbein" kommt. Aktuell (19 Uhr) nach mittäglichem Gottesdienst der kroatischen Gemeinde und vor der Abendmesse immerhin 1,6 Grad bei 55 % Luftfeuchte. Übrigens wurde heute für die Kosten der Kirchenheizung (Konvektoren unter den Sitzbänken) gesammelt! Ha !!!!
Frostige Grüße
Thomas
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 18:18 (vor 5335 Tagen) @ Thofi
Hallo aus München,
mich würde mal interessieren, wer von euch ähnliche Bedingungen hat:
Heute, 5. Februar, 8 Uhr Früh-Gottesdienst. Auf der Orgelempore 0 (Null) Grad bei 60 % Luftfeuchtigkeit, anschl. bei ca. 1,5 Grad Familiengottesdienst mit Kinderchor und E-Piano im Chorraum (den Kindern wenigstens einen dünnen Teppich auf den kalten Steinfußboden gelegt). Nachher wusste ich, woher das Wort "Eisbein" kommt. Aktuell (19 Uhr) nach mittäglichem Gottesdienst der kroatischen Gemeinde und vor der Abendmesse immerhin 1,6 Grad bei 55 % Luftfeuchte. Übrigens wurde heute für die Kosten der Kirchenheizung (Konvektoren unter den Sitzbänken) gesammelt! Ha !!!!Frostige Grüße
Thomas
Oh felix Bavaria !
Unter diesen Bedingungen brauchte ich bei uns die Kirche erst gar nicht aufschließen.
Es würde niemand kommen.
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Thofi, Sonntag, 05. Februar 2012, 18:31 (vor 5335 Tagen) @ Subkoppel II - I
Felix ??
Immerhin sehe und höre ich, dass sich die Gottesdienstbesucher yetimäßig anziehen wie auf der Zugspitze (ein ganz eigenes Synthetik-Faser-Geräusch, wenn sie sich erheben oder hinknien oder zum Kommunionempfang nach vorne stapfen). Ich beantrage demnächst eine Ski-Handschuh-gerechte Klaviatur für die Orgel und das E-Piano. Gibts sowas schon?
Thomas
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 18:39 (vor 5335 Tagen) @ Thofi
bearbeitet von Subkoppel II - I, Sonntag, 05. Februar 2012, 19:00
Felix ??
Felix wegen der treuen unverwüstlichen Kirchenbesucher.
Ich beantrage demnächst eine Ski-Handschuh-gerechte Klaviatur für die Orgel und das E-Piano. Gibts sowas schon?
Thomas
Das muß es in früheren Jahrhunderten mal gegeben haben.
Ich meine gelesen zu haben, daß früher die Orgel nicht "gespielt" sondern "geschlagen" wurde.
![[image]](images/uploaded/201202051857464f2ed12aedc91.jpg)
(Siehe: http://home.arcor.de/c.ludwigsen/tasten/orgel/orgel.htm)
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Florgel
, Sonntag, 05. Februar 2012, 20:52 (vor 5335 Tagen) @ Thofi
Die ganzen Posts bringen mich direkt zum Nachdenken.
Wir hatten heute Morgen -18 Grad Außentemperatur, in der Kirche immerhin 7 Grad und dennoch 53% Luftfeuchte.
Wieso das funktioniert weiß ich nicht, aber ich kann mich so gar nicht beschweren.
Schöne Grüße aus der Oberpfalz.
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Subkoppel II - I
, Sonntag, 05. Februar 2012, 20:57 (vor 5334 Tagen) @ Florgel
Die ganzen Posts bringen mich direkt zum Nachdenken.
Wir hatten heute Morgen -18 Grad Außentemperatur, in der Kirche immerhin 7 Grad und dennoch 53% Luftfeuchte.
Wieso das funktioniert weiß ich nicht, aber ich kann mich so gar nicht beschweren.Schöne Grüße aus der Oberpfalz.
Dann heize die Kirche mal auf 15°C auf.
Du wirst dich wundern wie schnell du bei 35% bist.
Grüße zurück aus dem Ruhrgebiet
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
otto krämer, Sonntag, 05. Februar 2012, 22:53 (vor 5334 Tagen) @ Thofi
Muss der Arbeitgeber nicht eigentlich für Schutzkleidung sorgen - bzw. für einen angemessenen Arbeitsplatz?
Irgendwo in der KAVO hab ich das einmal gelesen...oder..berichtigt mich gerne, aber das ist wirklich ein Problem....ich hatte diese Woche dreizehn Messen!!!!
LG
Otto
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Montag, 06. Februar 2012, 00:39 (vor 5334 Tagen) @ otto krämer
..ich hatte diese Woche dreizehn Messen!!!!
Oh, dreizehn bei Tisch? Wahrhaft biblisch! Oder Agatha Christie?
Noch früh heute, Clemens Schäfer
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
otto krämer, Montag, 06. Februar 2012, 10:30 (vor 5334 Tagen) @ Clemens Schäfer
nene...13 Messen...jede Beerdigung ist eine zusätzliche Messe, 3 davon, 2 Schulmessen, 3 Abendmessen, 3 am Samstag und 2 am Sonntag = 13.
Gefriertrocknung, war: Austrocknungsschäden...
jrbecker
, Sonntag, 05. Februar 2012, 23:31 (vor 5334 Tagen) @ Thofi
Hallo aus München,
mich würde mal interessieren, wer von euch ähnliche Bedingungen hat:
Heute, 5. Februar, 8 Uhr Früh-Gottesdienst. Auf der Orgelempore 0 (Null) Grad bei 60 % Luftfeuchtigkeit, anschl. bei ca. 1,5 Grad Familiengottesdienst mit Kinderchor und E-Piano im Chorraum (den Kindern wenigstens einen dünnen Teppich auf den kalten Steinfußboden gelegt). Nachher wusste ich, woher das Wort "Eisbein" kommt. Aktuell (19 Uhr) nach mittäglichem Gottesdienst der kroatischen Gemeinde und vor der Abendmesse immerhin 1,6 Grad bei 55 % Luftfeuchte. Übrigens wurde heute für die Kosten der Kirchenheizung (Konvektoren unter den Sitzbänken) gesammelt! Ha !!!!Frostige Grüße
Thomas
Vor knapp 25 Jahren in einer sehr kleinen barocken Saalkirche: Samstagmittag beim Üben in der Kirche -2°C. Elektroheizung unter den Sitzbänken springt Sonntagmorgen um 6.00 Uhr an. Die Heizung schafft bis 10.00 Uhr tasächlich 16°C. Im Vergleich zum Üben am Vortag fing ich regelrecht an zu schwitzen...
Dass die Orgel aus den 1960ern das (mehrfach!) ausgehalten hat, verdankt sie ihren im Angebot schon als "tropenfest" bezeichneten Spezialwindladen. Eigentlich schade... dachte ich damals. (Luftfeuchtemessung habe ich damals nicht protokolliert...)
LG
Jörg
Allgemeingültige Grenzwerte?
BourdonCéleste, Montag, 06. Februar 2012, 17:10 (vor 5334 Tagen) @ jori
Was sind denn eigentlich die evidenzbasierten Grenzwerte für Musikinstrumente aus Holz oder mit Holzbauteilen?
Es geistern ja die verschiedensten Zahlen durch die Threads.
Ich kämpfe zum Beispiel zu Hause gerade mit der 30%-Marke (und das in einem Neubau!) und mache mir um den Flügel langsam Sorgen. Erst war der Bau nicht trocken zu bekommen - und jetzt ist er kaum feucht zu halten. Der Klavierbauer sagte mir aber, erst ab dauerhaft unter 25-30% würde es wirklich gefährlich. Was mag "dauerhaft" heißen? Warum macht "dauerhaft" einen Unterschied? Und gelten im Orgelbau tatsächlich andere (höhere) Gefahrengrenzwerte?
Kennt irgendjemand belastbare, allgemeingültige Zahlen für Musikinstrumente?
Und sind kurzfristige Maßnahmen nicht ebenso schädlich (nicht nur wegen der Schimmelgefahr, sondern auch wegen der zu schnellen und vielleicht auch zu punktuellen "Wiederbefeuchtung" - Stichwort Wassereimer in der Orgel)?
Allgemeingültige Grenzwerte?
FranzS.
, Montag, 06. Februar 2012, 17:37 (vor 5334 Tagen) @ BourdonCéleste
Ich kämpfe zum Beispiel zu Hause gerade mit der 30%-Marke (und das in einem Neubau!) und mache mir um den Flügel langsam Sorgen.
Hallo, ich kenne zwar keine Grenzwerte, aber mit dem Flügel ist nicht zu spaßen. Bei meinem Flügel hat der Boden einige Risse bekommen, was wohl am neuen Kachelofen lag, der damals eingebaut wurde. Ich würde an deiner Stelle wirklich rechtzeitig den Klavierbauer kontaktieren.
Grüße
Franz
Allgemeingültige Grenzwerte?
BourdonCéleste, Montag, 06. Februar 2012, 18:18 (vor 5334 Tagen) @ FranzS.
Ich kämpfe zum Beispiel zu Hause gerade mit der 30%-Marke (und das in einem Neubau!) und mache mir um den Flügel langsam Sorgen.
Hallo, ich kenne zwar keine Grenzwerte, aber mit dem Flügel ist nicht zu spaßen. Bei meinem Flügel hat der Boden einige Risse bekommen, was wohl am neuen Kachelofen lag, der damals eingebaut wurde. Ich würde an deiner Stelle wirklich rechtzeitig den Klavierbauer kontaktieren.Grüße
Franz
Danke! Der Metz kommt morgen... Wie (und wie teuer!) wurden denn die Risse bei Dir "saniert" und wie haben sie sich überhaupt auf den Klang ausgewirkt? Ich hörte, gerissener Resonanzboden wird fünfstellig in der Reparatur?!
Allgemeingültige Grenzwerte?
FranzS.
, Montag, 06. Februar 2012, 19:13 (vor 5334 Tagen) @ BourdonCéleste
Danke! Der Metz kommt morgen... Wie (und wie teuer!) wurden denn die Risse bei Dir "saniert" und wie haben sie sich überhaupt auf den Klang ausgewirkt? Ich hörte, gerissener Resonanzboden wird fünfstellig in der Reparatur?!
Ich habe die Risse noch nicht beheben lassen, da sie sich nicht allzu negativ auf das Klangbild auswirken und der Flügel eben immer noch im selben Zimmer steht. Der Klavierbauer meinte bei mir auch, eine Reparatur durch ausspänen wäre jederzeit möglich, dass aber dafür logischerweise auch alle Saiten raus müssten. Genaue Zahlen hat er nicht genannt. Der Flügel wird wohl noch längere Zeit in diesem Zustand ausharren müssen, denn wenn ich irgendwas machen lasse, dann einen kompletten Neuaufbau bei Blüthner, die ihn auch gebaut haben. Das wird natürlich etwas teuer werden, aber es könnte ein wirklich interessanter Flügel werden.
Grüße
Franz
Allgemeingültige Grenzwerte?
zehnzweidrittel
, Montag, 06. Februar 2012, 19:27 (vor 5334 Tagen) @ BourdonCéleste
Danke! Der Metz kommt morgen... Wie (und wie teuer!) wurden denn die Risse bei Dir "saniert" und wie haben sie sich überhaupt auf den Klang ausgewirkt? Ich hörte, gerissener Resonanzboden wird fünfstellig in der Reparatur?!
Guten Abend und Grüß Gott,
wir kämpfen daheim ebenfalls mit diesen niedrigen Werten.
Meister Metz hat uns deshalb dieses Teil empfohlen, das zuverlässig seit Jahren seinen Dienst verrichtet.
Gibt es auch in größerer Ausführung für entsprechend größere Räume und in den Farben weiß und schwarz.
Viele Grüße
zehnzweidrittel
Allgemeingültige Grenzwerte?
jori
, Montag, 06. Februar 2012, 19:43 (vor 5334 Tagen) @ zehnzweidrittel
Danke! Der Metz kommt morgen... Wie (und wie teuer!) wurden denn die Risse bei Dir "saniert" und wie haben sie sich überhaupt auf den Klang ausgewirkt? Ich hörte, gerissener Resonanzboden wird fünfstellig in der Reparatur?!
Guten Abend und Grüß Gott,wir kämpfen daheim ebenfalls mit diesen niedrigen Werten.
Meister Metz hat uns deshalb dieses Teil empfohlen, das zuverlässig seit Jahren seinen Dienst verrichtet.
Gibt es auch in größerer Ausführung für entsprechend größere Räume und in den Farben weiß und schwarz.Viele Grüße
zehnzweidrittel
Ich habe da einen besseren Vorschlag für den Flügel: Dampp Chaser
http://www.r-sachtleben.net/html/dampp_chaser.html
Grüße
jori
Allgemeingültige Grenzwerte?
zehnzweidrittel
, Montag, 06. Februar 2012, 20:48 (vor 5334 Tagen) @ jori
Ich habe da einen besseren Vorschlag für den Flügel: Dampp Chaser
http://www.r-sachtleben.net/html/dampp_chaser.htmlGrüße
jori
Irgendwie ist mir da beim Anblick von wasserführenden Teilen innerhalb des Flügels nicht ganz wohl - da müsste ich mich schon sehr eingehend mit diesem System befassen, um Vertrauen zu gewinnen.
Viele Grüße
zehnzweidrittel
Allgemeingültige Grenzwerte?
Orlos, Montag, 06. Februar 2012, 20:32 (vor 5334 Tagen) @ zehnzweidrittel
So ein Ding läuft bei mir im Instrumentenzimmer derzeit durchgängig auf voller Leistung. Derzeit schaffe ich es damit aber nur, dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 40% fällt. Mehr ist nicht drin. Der Flügel steckt auch weniger weg, aber beim Cembalo hatte ich schon zweimal Risse im Resonanzboden. Ich versuche deshalb, Auftritte mit Cembalo im Winter zu vermeiden. Bei einem Konzert hatten wir nur 26% im Raum, das ist kriminell. Bei der Chorprobe heute Abend kamen ein paar Tasten des Klaviers im Gemeindesaal nicht mehr hoch, das ist für mich ein untrügliches Zeichen, dass die Luft zu trocken ist. Da sich unsere Betonkirche nur sehr schwer heizen lässt, macht die Orgel bisher keine Schwierigkeiten. Aber zum Üben ist es mir dort jetzt zu kalt (8°C).
Übrigens hatten wir auch schon einen Probenraum, der zu feucht war. Da hat dann das Firmenschild am Flügel angefangen zu rosten. Für viel Geld haben wir dann einen LuftENTfeuchter angeschafft...
Allgemeingültige Grenzwerte?
BourdonCéleste, Dienstag, 07. Februar 2012, 07:56 (vor 5333 Tagen) @ zehnzweidrittel
Oh vielen Dank (auch an Dich, lieber Franz)!
Und ich war so froh, die Bauwerksrestfeuchte schnell aus dem Neubau bekommen zu haben - bei hochwärmegedämmten, schnell hochgezogenen Häusern ja ein ansich zur Schimmelprophylaxe erstrebenswerter und kaum erreichbarer Zustand...
Allgemeingültige Grenzwerte?
Subkoppel II - I
, Montag, 06. Februar 2012, 18:45 (vor 5334 Tagen) @ BourdonCéleste
Siehe hier: "Merkblatt Kirchenheizungen und Orgeln"
Allgemeingültige Grenzwerte?
keilbalg, Montag, 06. Februar 2012, 18:49 (vor 5334 Tagen) @ Subkoppel II - I
Da gibts auch ein kleines Büchlein "Pflege und Erhaltung von Pfeifenorgeln" unseres ForianersOliver Horlitz, erschienen im Verlag Freimut und Selbst Berlin. Auf ca. 70 Seiten ist alles Wichtige für Organisten, Küster, Architekten und Kirchenvorstand geschrieben. Das Büchlein ist wärmstens zu empfehlen.
Allgemeingültige Grenzwerte?
Bauernflöte 2'
, Dienstag, 07. Februar 2012, 07:11 (vor 5333 Tagen) @ keilbalg
Das Büchlein ist wärmstens zu empfehlen.
Sehr richtig! Besonders die Merkblätter im Anhang für Küster, Architekt etc. sind sehr gut zu gebrauchen.
Unser Küster hat "sein" Merkblatt sogar einlaminiert :-)
Austrocknungsschäden - von wegen!
Orlos, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:41 (vor 5327 Tagen) @ jori
Gestern habe ich das andere Extrem erlebt. Hier soll eine alte, vor 50 Jahren "entweihte" Kirche wieder zur Pfarrkirche werden, weil der 60er-Jahre-Bau nebenan baufällig ist. Die dortige Orgel ist aber viel zu groß für das kleine gotische Kirchlein. Ich war zum Ausmessen in der Kirche, um eine neue Orgel planen zu können. Dort waren gestern bei -5°C Außen- und +4°C Innentemperatur sage und schreibe 78% Luftfeuchtigkeit. Wie feucht wird es dort erst im Sommer sein?! Da muss der Orgelbauer aber vorsichtig sein, wenn er 10 Jahre Garantie verspricht...
Vielleicht sollten wir eine Firma nehmen, die sich mit tropischen Wetterbedingungen auskennt. Oder gleich eine Bambusorgel bauen? (Irgendein Witzbold wird jetzt wohl eine Wasserorgel vorschlagen.)
Austrocknungsschäden - von wegen!
Danier, Montag, 13. Februar 2012, 17:56 (vor 5327 Tagen) @ Orlos
Gestern habe ich das andere Extrem erlebt. Hier soll eine alte, vor 50 Jahren "entweihte" Kirche wieder zur Pfarrkirche werden, weil der 60er-Jahre-Bau nebenan baufällig ist. Die dortige Orgel ist aber viel zu groß für das kleine gotische Kirchlein. Ich war zum Ausmessen in der Kirche, um eine neue Orgel planen zu können. Dort waren gestern bei -5°C Außen- und +4°C Innentemperatur sage und schreibe 78% Luftfeuchtigkeit. Wie feucht wird es dort erst im Sommer sein?! Da muss der Orgelbauer aber vorsichtig sein, wenn er 10 Jahre Garantie verspricht...
Täusche Dich nicht. Nach dem HX-Diagramm nach Mollier Diagramm nach Mollier hat Luft von +4°C und 78%rel. Luftfeuchte ca. 4g Wasser / kg Luft. ( absolute Luftfeuchte ). Wird diese Luft auf 20°C erwärmt, bleibt die absolute Wassermenge in der Luft gleich. Da aber warme Luft mehr Wasser speichern kann, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit entsprechend ab. An dem o.a. Diagramm kann abgelesen werden, dass 4g/kg Luft absolute Luftfeuchte bei 20°C ca. 28-30% rel. Luftfeuchte ergibt. Also schon ziemlich trocken.
Austrocknungsschäden der Orgel verhindern
jori
, Montag, 13. Februar 2012, 21:14 (vor 5326 Tagen) @ jori
Hallo,
die kritische Marke der rel. Luftfeuchte ist noch nicht erreicht. Trotzdem sind innerhalb von 14 Tagen Verstimmungen im Bereich der Holzpfeifen eingetreten und deutlich hörbar.
Gruß
jori