"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

Martin78 @, Donnerstag, 02. Februar 2012, 11:58 (vor 5335 Tagen)
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 02. Februar 2012, 12:11

Hallo,

öfters findet man bei historischen Orgeln Bezeichnungen wie Quinte 12', 6', 3' oder 1 1/2'. Kann mir jemand sagen, wie es zu dieser, von der "normalen" Schreibweise, die bei den anderen Tonlagen die Länge bezogen auf die tiefe C-Pfeife ja ziemlich genau widerspiegelt, abweichenden Darstellung kam? Über einen längeren Zeitraum scheinen ja beide Schreibweisen verbreitet gewesen zu sein.

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.

Martin

"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

Hilbrands, Donnerstag, 02. Februar 2012, 17:03 (vor 5335 Tagen) @ Martin78

Meinst Du, dass man "12'" statt "10 2/3'" sagt? Vermutlich ist das einfach aus der Rundung entstanden: Die Quinte liegt nun mal einigermaßen in der Mitte zwischen 4' und 2', sodass man der Einfachheit halber 3' sagt.
Es kann aber auch historische Gründe haben, da mit 12' nördlich der Alpen ein 16' bezeichnet werden konnte. In der Gotik und standardmäßig in der Renaissance begann die Klaviatur beim tiefen F und reichte bis a2. Erst im Barock ist dann das große C als tiefster Ton die Norm. Viele ältere Werke wurden nachträglich auf 4 Oktaven erweitert. In Italien geht es manchmal aufs Kontra-F1 runter, sodass "12'" dann einen 8' meint.
Gruß, Hilbrands

"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

Martin78 @, Freitag, 03. Februar 2012, 13:44 (vor 5334 Tagen) @ Hilbrands

Hallo Hilbrands!

Meinst Du, dass man "12'" statt "10 2/3'" sagt?

Ja, genau das meinte ich.

Vermutlich ist das einfach aus der Rundung entstanden: Die Quinte liegt nun mal einigermaßen in der Mitte zwischen 4' und 2', sodass man der Einfachheit halber 3' sagt.

In der Tat scheint das das plausibelste Argument zu sein, Vereinfachungsgründe. Wobei man ja die Tonlagen der Terzen doch nie rundete, oder?

Viele Grüße
Martin

"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

Aeolinchen, Freitag, 03. Februar 2012, 13:53 (vor 5334 Tagen) @ Martin78

In der Tat scheint das das plausibelste Argument zu sein, Vereinfachungsgründe. Wobei man ja die Tonlagen der Terzen doch nie rundete, oder?

Doch, die wurden auch gerundet. Bezeichnungen wie "Terz aus 2 Fuß" oder "Terz 1 1/2 Fuß" findet man in vielen historischen Dispositionen.

"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

Hilbrands, Freitag, 03. Februar 2012, 16:12 (vor 5334 Tagen) @ Aeolinchen

Doch, die wurden auch gerundet. Bezeichnungen wie "Terz aus 2 Fuß" oder "Terz 1 1/2 Fuß" findet man in vielen historischen Dispositionen.

... was für moderne Augen verwirrend sein kann, weil die hohe Quinte ebenfalls mit "1 1/2" bezeichnet werden konnte (resultierend aus der Hälfte des "3 Fuß").
Gruß, Hilbrands

"Historische" Fußtonlagen-Bezeichnungen

fluteceleste @, München, Freitag, 03. Februar 2012, 16:23 (vor 5334 Tagen) @ Hilbrands

genau, so schrieb auch silbermann glaube ich, zB "tertia 1 1/2" (manchmal auch gefolgt von einem sogenannten "Sufflöt 1" im oberwerk, obwohl letzterer ja meistens weder gelötet hatte noch nicht-nüchtern war...:o))

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