Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:04 (vor 5346 Tagen)

Das Thema wird in diversen Threads ja immer mal wieder gestreift. Ich würde es gerne einmal als Schwerpunkt diskutieren. Schließlich ist der Prospekt das Erste, was man von einer Orgel wahrnimmt. Welche Lösungen findet Ihr toll, welche nicht?

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:44 (vor 5346 Tagen) @ Hausorgler

Hallo,

ob mein Geschmack nun ein guter ist oder nicht, mögen andere beurteilen. Ich mag es, wenn Prospekte nicht zu streng symmetrisch sind. Ich denke da z.B. an Norden, an St. Moriz in Rottenburg, an die Neanderkirche in D. In dem ersten Fall dürfte die Baugeschichte Ursache für die Aufstellung sein, im zweiten die Rücksichtnahme auf das - asymmetrisch vorhandene - Westfenster, im dritten Fall hat man die einzelnen Werke frei positioniert.

Böse formuliert: Wenn der Prospekt ganz symmetrisch ist, könnte man die Hälfte aller Pfeifen einsparen und einen Spiegel hinstellen. Ich weiß - Spiegel klingen nicht. Aber Prospektpfeifen mitunter auch nicht.

Mag sein, daß technische Gründe, Gewohnheit oder auch theologische Überlegungen die Symmetrie allgemein siegen lassen. Ich finde das schade. Raumangepaßte oder auch ganz freie Lösungen (Hildesheim, St. Michaelis; Alpirsbach, Klosterkirche) sprechen mich mehr an.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 22. Januar 2012, 21:34 (vor 5346 Tagen) @ Clemens Schäfer
bearbeitet von Hausorgler, Montag, 23. Januar 2012, 09:45

Ich mag Symmetrie durchaus. Vor allem in achsensymmetrischen Räumen, wenn die Orgel eben in derselben Symmetrieachse steht. Die Orgel in St. Michaelis in Hildesheim gefällt mir jedoch ausnehmend gut. Eine achsensymmetrische Aufstellung war nicht möglich. Die gefundene Lösung überzeugt mich. Mit der Alpirsbacher Prospektgestaltung kann ich mich hingegen nicht so anfreunden.
Wohingegen mich diese Lösung durchaus anspricht:

[image]

Es ist die Kirche St. Clemens in Hannover.

Diesem Prospekt - trotz Symmetrie- kann ich nichts abgewinnen: Zuviele kleine Pfeifenfelder:

[image]

Es ist die Evangeliumskirche Hasenbergl in München. Man hat hier mit der Zahl 7 herumsymbolisiert und wollte also 7 Pfeifentürme. Allerdings finde ich 3 Pfeifen pro Feld einfach zu wenig.

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Montag, 23. Januar 2012, 11:34 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler

Ich mag Symmetrie durchaus. Vor allem in achsensymmetrischen Räumen, wenn die Orgel eben in derselben Symmetrieachse steht.

Symmetrie kann in der Tat ansprechend sein, vorausgesetzt, durch sie wird der Prospekt nicht statisch und damit langweilig. das Auge muss wandern und entdecken können.

Ein positives Beispiel finde ich da Suppers "Mäusezahn-Prospekte" (ja, die bringe ich immer wieder als Argument für alles mögliche, ich weiß):

[image]
Ravensburg, Ev. Stadtkirche.

Es geht aber auch vollsymmetrisch interessant:

[image]
Bielefeld, Nicolaikirche

Negative Beispiele sind Legion, besonders aus den 60er und 70ern, diese grauslichen Kistenprospekte. besonders apart, wenn der Prospekt in absolut keiner Beziehung (und sei es eine "spannungsvolle") zum Raum steht:

[image]
Herford, St. Johannes Baptist

Aber auch hinter einem eher "langweiligen" Äußeren kann sich eine klanglich fantastische Orgel verbergen:

[image]
Herford, Stiftberger Kirche, Collon-Orgel

Mit der Alpirsbacher Prospektgestaltung kann ich mich hingegen nicht so anfreunden.

Zugegeben, Winterhalter hatte schon inspiriertere Entwürfe, aber es kann eben nicht jedes Mal ein Geniestreich werden.

*Ketzermodus an* Auch für viele von Bornefelds Prospekten würde ich behaupten, dass sie zumindest "interessant" sind. Über das Attribut "schön" ließe sich streiten, aber interessant und ungewöhnlich sind sie oft. *Ketzermodus aus*

Allgemein wichtig finde ich, dass der Orgelbauer das Äußere als eigenständige ästhetische Komponente wahrnimmt und nicht nur als Gehäuse für die Orgel. Natürlich ist die Zusammenarbeit mit einem externen Architekten (oder sonstigen Gestalter) immer kostspielig und mühsam, aber dann kommen oft auch wirklich ambitionierte und inspirierte Konzepte zustande.

Andererseits kann so ein Schuss auch nach hinten losgehen. So empfinge ich es beispielsweise bei der Marburger Elisabethkirche. Auf Fotos wirkt die Orgel grandios bis genial, im Raum selbst empfinde ich sie als eher unspektakulär bis unpassend.

Fabian

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www.orgelauskunft.de

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doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 11:52 (vor 5345 Tagen) @ Fabian Brackhane

Jaaa, die gute alte Symmetrie - hat noch keinem geschadet! :) Zu meinen persönlichen Favoriten der letzten 10, 20 Jahre zählen
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und
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doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 12:06 (vor 5345 Tagen) @ doppelfloete_h

...der Vollständigkeit halber noch ein Favorit aus der Abteilung "Asymmetrie":
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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 14:41 (vor 5345 Tagen) @ doppelfloete_h
bearbeitet von Hausorgler, Montag, 23. Januar 2012, 15:17

Die Orgel ist mir von der Prospektfarbe her vielleicht ein bißchen zu dominant. Aber die Aufnahme des Gewölbeschwungs und vor allem der Asymmetrie der Empore finde ich ausgesprochen gelungen. Der Prospekt steht wirklich in einem lebendigen Bezug zum Raum.
Wo steht diese Orgel?

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Bauernflöte 2' @, Montag, 23. Januar 2012, 15:29 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler

Kitzingen, St. Johannes - man höre hier:

http://www.youtube.com/watch?v=enk7mlzfaN0

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doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 11:45 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler

..da haben wir aber selbst in Hannover aber ansprechendere Prospekte ;)

- wobei ich es schon "nett" finde, die Jalousien des 2.Manuals mit der zweiten Reihe des HW-Principals spiegelnd zu verkleiden. Die "Verzierung" mit den goldenen Elementen hätte es für mich allerdings nicht gebraucht, das finde ich einfach in der Masse zu viel und zu auffällig.

Hi-Michaelis gefällt mir als zeitgenössischer Prospekt im romanischen Raum gut - das große ABER bezieht sich da auf die nicht gezogenen Konsequenzen der beengten Platzverhältnisse im Innern des Instruments. Einen guten Prospekt macht halt auch aus, dass er das "richtige" Gehäuse für das Innenleben darstellt... Da gibts in Hildesheim ein älteres, aber stimmigeres Beispiel:

[image]

Zugegeben ein Klassiker, aber zeitlos gut! :)

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Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Montag, 23. Januar 2012, 12:00 (vor 5345 Tagen) @ doppelfloete_h

Zweifelsohne, das ist wirklich eine klasse Orgel, jedenfalls rein optisch!

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Friedrich @, Montag, 23. Januar 2012, 12:24 (vor 5345 Tagen) @ Fabian Brackhane

Zweifelsohne, das ist wirklich eine klasse Orgel, jedenfalls rein optisch!

Du wolltest sicher schreiben: … schon rein optisch – und musikalisch erst!

Oderrrrrr? *knurr*

Bleckt
Friedrich
sein Gebiss

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doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 12:41 (vor 5345 Tagen) @ Friedrich

Ja, davon gehen wir mal aus! :)

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Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Mittwoch, 25. Januar 2012, 09:51 (vor 5343 Tagen) @ Friedrich

Hallo Friedrich,

zur musikalischen Seite dieses Prachtstücks kann ich leider wenig bis nichts sagen, weswegen ich mir da der Meinungsäußerung enthalten habe. Ich kenne die Orgel akustisch lediglich von einer Bach-Scheibe, die ich interpretatorisch und von Seiten der Registrierung sterbenslanweilig finde.

Aber bei einer Beckeräthin gehe ich natürlich davon aus, dass sie auch gut klingt.

Fabian

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Friedrich @, Montag, 23. Januar 2012, 12:20 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von Friedrich, Montag, 23. Januar 2012, 12:57

Ich mag Symmetrie durchaus. Vor allem in achsensymmetrischen Räumen, wenn die Orgel eben in derselben Symmetrieachse steht. Die Orgel in St. Michaelis in Hildesheim gefällt mir jedoch ausnehmend gut. Eine achsensymmetrische Aufstellung war nicht möglich. Die gefundene Lösung überzeugt mich. Mit der Alpirsbacher Prospektgestaltung kann ich mich hingegen nicht so anfreunden.
Wohingegen mich diese Lösung durchaus anspricht: …
Es ist die Kirche St. Clemens in Hannover.

Das ist ein Prospektmodell, das Klais – wie etliche von Josef Schäfers schönen Entwürfen – so oder ähnlich mehrfach gebaut hat. Bei speziell dieser Ausführung fühle ich mich etwas stark beduftet von dem brutalen Schleierwerk. Da kommt mir Dumbledores Phoenix ein paarmal zu oft vorbeigeflogen

Diesem Prospekt - trotz Symmetrie- kann ich nichts abgewinnen: Zuviele kleine Pfeifenfelder: …
Es ist die Evangeliumskirche Hasenbergl in München. Man hat hier mit der Zahl 7 herumsymbolisiert und wollte also 7 Pfeifentürme. Allerdings finde ich 3 Pfeifen pro Feld einfach zu wenig.

Den finde ich gar nicht so uneben und würde ihn gerne mal im Raumzusammenhang sehen. Eigentlich hat er genug strenge Geraden, die die schmalen Felder bündeln, und die Serialität der Pfeifenfelder schafft zusätzlich Einheit. Das ist Schmid, oder?

In meinen Augen die besten Prospektgestalter des letzten Jahrhunderts waren Poul-Gerhard Andersen, Sybrand Zachariassen, Josef Schäfer und Jakob Schmidt.

Sie haben es immer wieder geschafft, Großes und Kleines, Architektur und Ausstattungsstück, Symmetrie und Asymmetrie, Orgelbauliches und Architektur so auszubalancieren, dass etwas Unerwartetes und gleichzeitig vollkommen Überzeugendes dabei herauskam. Ihre Entwürfe bieten einen Maßstab, neben dem viel Neueres recht schön seine Mittelmäßigkeit offenbart.

Einer meiner Lieblingsprospekte ist, wie ihr inzwischen sicher alle wisst, natürlich dieser hier. Pfeifenfelder unter anderem mit je zwei oder auch nur einer Pfeife, offenbar gemachte Scheinsymmetrie der diatonisch aufgestellten Pfeifen, und trotzdem eine große, ruhige Einheit. Noch immer grandios.

Gruß,
Friedrich

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Friedrich @, Montag, 23. Januar 2012, 12:31 (vor 5345 Tagen) @ Friedrich

In meinen Augen die besten Prospektgestalter des letzten Jahrhunderts waren …

Um etwas aus diesem Jahrhundert hinzuzufügen: Ich bin jedesmal angenehm überrascht von den Prospekten, die Martin Scholz baut: Ob klein oder groß, ob symmetrisch oder nicht, das hat meistens Hand und Fuß, tut sich nicht dicke und überzeugt doch.

Gruß,
Friedrich

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doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 12:59 (vor 5345 Tagen) @ Friedrich

Stimmt, die haben alle was! Gefällt mir. Auch die Farbgestaltung. Wobei es mancherorts auch übertrieben wird. Gibt da so einige Beispiele von Vleugels-Prospekten - was ich in Lampertheim noch gnadenlos gut finde, geht mir anderswo gehörig auf den Senkel. Immer kann man das halt auch nicht haben...
Aber immer gilt: Schlichtes Holz tut's doch auch :)
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Grüße aus Hannover (JA, es gibt tatsächlich Orgeln hier! ;) )

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Montag, 23. Januar 2012, 17:01 (vor 5345 Tagen) @ doppelfloete_h

Hallo,

apropos Hannover - ist schließlich nicht Bielefeld! -, steht da nicht in der Musikhochschule eine große asymmetrische Orgel von von Beckerath?

Übrigens findet man auch auf der Lobback-Seite schöne Beispiele für Ecklösungen oder Einbau unter Dachschrägen.

Gruß Clemens Schäfer

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Piano nicht schwach sondern leise!
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LDZ, Hannover, Montag, 23. Januar 2012, 20:48 (vor 5345 Tagen) @ Clemens Schäfer
bearbeitet von D. Hausmann, Samstag, 16. März 2013, 17:33

[Beitrag auf Wunsch des Forenmitgliedes entfernt]

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Barry Jordan, Dienstag, 24. Januar 2012, 07:58 (vor 5344 Tagen) @ LDZ

Die Beckerath-Orgel, an der ich den größten Teil von dem, was ich kann, gelernt habe:
http://www.beckerath.com/de/hintergrund/capetown1.html
Ich liebe sie noch.

Grüße
Barry

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

daggies @, Dienstag, 24. Januar 2012, 09:30 (vor 5344 Tagen) @ Barry Jordan

Ahhh... die Beckerath im Baxter! Tolle Orgel :-) Und in der Tat ein sehr interessanter Prospekt!
(@BJ: Wo wir schon beim Thema Kapstadt sind: die Hill-Orgel in St. Georges ist einfach der Hammer, oder? Greetings from a fellow South African!)

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Barry Jordan, Dienstag, 24. Januar 2012, 10:53 (vor 5344 Tagen) @ daggies

Ag nee, nog eene.....! Dis 'n verassing!

Ja, St George's ist meiner Meinung nach eine der großartigsten Orgeln der Welt. Ich tat dort etwa 5 Jahre Dienst zu Studienzeiten. Die Beckerath-Orgel war aber eine Offenbarung, denn sie war die erste gute mechanische Orgel, die ich spielte (sie wurde gebaut in meinem 2. Studienjahr).

Ein heimlicher Wunsch ist es mir immer noch, eine CD in St. George's einzuspielen. Aber: wer soll's bezahlen? Und wer kaufen?

Groete!
B

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Friedrich @, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:21 (vor 5344 Tagen) @ Barry Jordan

Ein heimlicher Wunsch ist es mir immer noch, eine CD in St. George's einzuspielen. Aber: wer soll's bezahlen? Und wer kaufen?

Ich. (Also kaufen.)

Gruß,
Friedrich

P. S.
Was ist mit Priory? »A Capetown Organ Tour«? Die schicken doch auch drei Mann über die Kanaren!

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

daggies @, Dienstag, 24. Januar 2012, 12:22 (vor 5344 Tagen) @ Barry Jordan

South Africans are everywhere ;-) Hab bei Wim Viljoen in PTA studiert. Wir haben uns auch mal (meine ich) bei einem Evensong in Christchurch (George King) kennengelernt. Ist aber lange her!

Also, Priory Records würde sowas doch bestimmt machen, oder? Wäre zumindest mal 'ne Anfrage wert...

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

BourdonCéleste, Montag, 23. Januar 2012, 14:08 (vor 5345 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von BourdonCéleste, Montag, 23. Januar 2012, 14:17

Ich weiss nicht, irgendwie erinnert mich ein Detail bei

Schmidt.

an das hier - so oben drauf gebastelt...

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Florian-L, Montag, 23. Januar 2012, 16:45 (vor 5345 Tagen) @ BourdonCéleste

Ich weiss nicht, irgendwie erinnert mich ein Detail bei

Schmidt.


an das hier - so oben drauf gebastelt...

Und Stimmen nur unter Lebensgefahr?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

kjz1, Montag, 23. Januar 2012, 17:11 (vor 5345 Tagen) @ Florian-L

Und Stimmen nur unter Lebensgefahr?

Bei den Chamaden in St. Sulpice sollte man beim stimmen sicher auch schwindelfrei sein. Obwohl nur gekröpft, liegen die auch sehr hoch.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Florian-L, Montag, 23. Januar 2012, 17:16 (vor 5345 Tagen) @ kjz1

Und Stimmen nur unter Lebensgefahr?


Bei den Chamaden in St. Sulpice sollte man beim stimmen sicher auch schwindelfrei sein. Obwohl nur gekröpft, liegen die auch sehr hoch.

Aber befinden sie sich nicht soweit innerhalb des Gehäuses, sodass man nicht den direkten Blick nach unten hat?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

kjz1, Montag, 23. Januar 2012, 19:41 (vor 5345 Tagen) @ Florian-L

Aber befinden sie sich nicht soweit innerhalb des Gehäuses, sodass man nicht den direkten Blick nach unten hat?

Ja, glücklicherweise kommt von hinten dran:

http://www.stsulpice.com/Images/photos_jan08/index_photos.html

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Friedrich @, Montag, 23. Januar 2012, 20:21 (vor 5345 Tagen) @ kjz1

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

BourdonCéleste, Montag, 23. Januar 2012, 19:19 (vor 5345 Tagen) @ Florian-L

Ich weiss nicht, irgendwie erinnert mich ein Detail bei

Schmidt.


an das hier - so oben drauf gebastelt...


Und Stimmen nur unter Lebensgefahr?

Gruß, Florian


Benutzen nur bei Lebensgefahr, dafür aber dann mit Sonderrechten... :)

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 14:31 (vor 5345 Tagen) @ Friedrich

Einer meiner Lieblingsprospekte ist, wie ihr inzwischen sicher alle wisst, natürlich dieser hier. Pfeifenfelder unter anderem mit je zwei oder auch nur einer Pfeife, offenbar gemachte Scheinsymmetrie der diatonisch aufgestellten Pfeifen, und trotzdem eine große, ruhige Einheit. Noch immer grandios.

Da muß ich unumwunden zustimmen. Dieser Prospekt ist trotz seiner gering bestückten Pfeifenfelder wunderbar!

Hässlich XIV

Cornopean, Mittwoch, 25. Januar 2012, 22:14 (vor 5343 Tagen) @ Friedrich

In meinen Augen die besten Prospektgestalter des letzten Jahrhunderts waren Poul-Gerhard Andersen, Sybrand Zachariassen, Josef Schäfer und Jakob Schmidt.


Einer meiner TOP-Favouriten als Gehäusebauer ist ebenso Jakob Schmidt. Was allerdings F+K mit der aparten Freiburger Chororgel 1991 durch Versetzung in ein neues Gehäuse und Umintonation verbrochen hat, verdient von mir eindeutig ein "Hässlich XIV"

Vorher (Rieger 1964 / Jakob Schmidt)
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Nachher (F+K 1991 / Gelsenkirchener Barock)
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Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 14:53 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von Hausorgler, Montag, 23. Januar 2012, 15:34

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Riedlingen, St. Georg, Späth, Freiburg.

Ein großes Instrument. Aber der Prospekt überzeugt mich gar nicht. Man hat relativ phantasielos neo-neogotische Türmchen in den an sich in den 60ern ausgeweideten und dann modernisierten gotischen Raum gestellt. Auch finde ich hier wieder ein wenig zu viele und mit wenigen Pfeifen bestückte Felder. Zudem kommt, daß das Mittelschiff dieser Kirche blinde Obergadenfenster hat, sein Licht also nur aus den Seitenschiffen bezieht - und einstens aus dem nun verdeckten riesigen gotischen Westfenster. Die alte Orgel trug dem Rechnung und war trichterförmig vom Fenster abgehend aufgestellt. Durch die jetzige Situation steht die Orgel in einem finsteren Loch. Das Foto verschleiert diese Situation durch die professionelle Beleuchtung zum Aufnahmezeitpunkt.
Die relative Überlänge der Kästen zu den Pfeifenlängen stört mich auch etwas. Da verliert sich der Bezug des Einen zum Anderen. Und die Schleierbretter verschleiern nichts, sondern sind Füllsel der Überlängen. Wenn Form und Funktion auseinander driften finde ich das immer etwas schwierig.


[image]

Hamburg, St.Michaelis, Späth, Freiburg

Diesen Prospekt derselben Firma finde ich ausgesprochen gelungen: eine moderne Form, die sich dennoch elegant in die vorgegebene historische Formensprache des Raums einfügt. Das teilweise Zustellen des Fensters ist keine Katastrophe, da der Raum insgesamt gut lichtdurchflutet ist. Ich besuchte die Kirche im Januar 2011, also in der eher lichtarmen Jahreszeit und fand keinen Mangel an Tageslicht.

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

fluteceleste @, München, Montag, 23. Januar 2012, 17:23 (vor 5345 Tagen) @ Hausorgler

also mir haben es ein paar Freipfeifenprospekte angetan,nicht unbedingt schön, aber eben ungewöhnlich,
zB Berlin , Martin-Luther
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großartiger Schwung, der praktisch die Symmetrie des Raums irgendwie aushebelt..
oder hier (Amsterdam, Elthetokerk)-Formen sprengend und doch symmetrisch
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Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 21:32 (vor 5345 Tagen) @ fluteceleste

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Zeil am Main. Die Orgel wurde in einem anderen Thread erwähnt. Kein Freipfeifenprospekt, aber ebenfalls viel Schwung.
Gefällt mir gut. Vermutlich wäre sie in dem Raum noch edler, wenn das Gehäuse weiß oder mindestens hell wäre.
Die Idee mit der drehbaren Bildsäule finde ich eine bemerkenswerte Abwechslung im Konzert der Prospektgestaltungen.

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Bauernflöte 2' @, Dienstag, 24. Januar 2012, 08:48 (vor 5344 Tagen) @ Hausorgler

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Gefällt mir gut. Vermutlich wäre sie in dem Raum noch edler, wenn das Gehäuse weiß oder mindestens hell wäre.

Ursprünglich wollte man tatsächlich eine helleres Farbkonzept verwirklichen. Allerdings befand man den roten Farbton für "peppiger". Dass ein weißes, mit Gold kontrastierendes Farbschema sehr edel aussehen kann, konnte Eichfelder dafür bei der Chororgel in Schweinfurt, Hl. Geist demonstrieren:

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[image]

Die Idee mit der drehbaren Bildsäule finde ich eine bemerkenswerte Abwechslung im Konzert der Prospektgestaltungen.

Erstaunlich ist, wie so ein kleines Element der Prospektgestaltung der Orgel eine nahezu komplett anderes Aussehen verleihen kann.

Hier mal die beiden Bilder der Säule in der Gegenüberstellung:

Erzengel Michael:
[image]

Auferstehung:
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Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 24. Januar 2012, 10:05 (vor 5344 Tagen) @ Bauernflöte 2'

Die Chororgel in Schweinfurt gefällt mir. Edel, präsent, ohne aufdringlich zu sein.

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:45 (vor 5344 Tagen) @ Hausorgler

Find ich klasse. Nur: Wäre eine dem Prospekt angepasste Farbfassung der Spielanlage nicht irgendwie eleganter gewesen?

Was macht einen guten Orgelprospekt aus?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 24. Januar 2012, 13:54 (vor 5344 Tagen) @ doppelfloete_h

Stimmt! Das ist ein Manko.

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