Wiltrud Fuchs in der Johanneskirche, D-Innenstadt
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Wiltrud Fuchs, in den siebziger und achtziger Jahren in den Christus- und Matthäi-Gemeinden in Düsseldorf tätig, dann nach Osnabrück gewechselt, lebt jetzt im Ruhestand in Weimar. Die weltläufige Künstlerin - ein paar Jahre war sie auch in Chile - ist aber weiter viel unterwegs; so gab sie am Freitag ein Konzert in der hiesigen Johanneskirche.
Sie begann mit Toccata quinta G-Dur von Frescobaldi. Über langen Liegetönen wird hin und her praeludiert. Unterhaltsam, aber nicht recht zielführend. Strenger dann in der Form Buxtehude, Passacaglia d-moll. Beides sehr klangschön musiziert.
Erster Höhepunkt Bach, C-Dur 566. Frisch und in zügigem Tempo das Praeludium mit sauberem Pedalsolo. Wie ein großes Rezitativ mit dramatischer Wende am Ende war das Adagio angelegt. Beredt, ein Lied ohne Worte. Sehr eindrucksvoll. Groß dann auch die Fuge. Das alles ist so richtiges Futter für dieses Instrument!
Aber auch späteres kommt hier gut heraus. Die nun folgenden drei Epigramme (ruhige, aber im Charakter ungleiche Stücke) von Kodály fügten sich nahtlos an. Sehr schöne Besinnungsmusiken für Wandlung und Kommunion auch liturgisch zu verwenden.
Dann ein zweiter Bach: F-Dur 540. Wieder von großer Strahlkraft, bei Fuchs und Beckerath bestens aufgehoben.
Mit Melodia B-Dur und Toccata d-moll von Reger (aus op. 129) wurde noch einmal innegehalten. Dann setzte mit der Toccata aus Widors Fünfter das Finale ein. Erstaunlich und klug ausgetüftelt, wie wunderbar die beiden Toccaten zuein- und aufeinander passte. Das muß einem erst einmal einfallen. Da die Regersche Toccata leise endet, kann Widor wie eine Antwort gehört werden. Und die kam makellos bis in den fulminanten Schluß.
Der Nachhall wurde abgewartet, dann großer, anhaltender Beifall der ca. 70 Hörer. Ein schönes Konzert.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)