Robert Mäuser: Zwei Konzerte, eine Musik
Hallo Forum,
zwei Konzerte eine Musik:
Robert Mäuser spielte am 15. 01.2012 in St. Andreas, D-Altstadt, Duruflés Suite op. 5. Am 16.01. spielte Robert Mäuser in St. Peter nämliches Werk. Was für die halbstündige Sonntagsorgel ausreichte, bedurfte im einstündigen Winterlichen Orgelkonzert der Ergänzung: Hier half die Missa cum jubilo für Männerstimmen und Orgel von Duruflé aus. Die Tenorsoli sang Wolfram Wittekind, die Leitung lag bei Odilo Klasen.
Der Vergleich der beiden op. 5-Darbietungen war interessant. Verschiedene Orgeln, verschiedene Räume; eine eindeutige Präferenz gab es für mich nicht. Wer wissen wollte, was die Musik im innersten zusammenhält, war in St. Andreas besser aufgehoben. Dort klingt es analytischer. Der geringe Hall läßt alles klar hervortreten. Gerade am Anfang, wenn im Diskant die Akkordbrechungen einsetzen, war Andreas überlegen: In St. Peter geschah das wie nebenbei. Aber dort entsteht ein anderer Sog. Und der reichlich vorhandene Hall in erlaubt ein geringeres Tempo - die Musik wird besser getragen, die Feuergarben der Toccata leuchten länger. Bleibt noch anzumerken, daß Mäuser auf sehr hohem Niveau spielte, so daß in beiden Versionen echte Freude aufkam.
Noch nie gehört hatte ich diese Messe. Im Kyrie scheint man es zunächst eher mit dezent begleiteter Gregorianik zu tun zu haben. Im Gloria aber emanzipiert sich die Orgel, erdrückt am Anfang fast den Chor (die Mitglieder des kath. Kantorenkonvents sangen selbst). Im Sanctus, genauer: im ersten Osanna (ein zweites gibt es allerdings nicht!) gab es wieder eine gewaltige Orgelsteigerung, so daß der Chor alle Kraft aufbieten mußte. Ganz herrlich Benedictus und Agnus Dei, in der Orgel mit betörenden Farben, Tremoli etc.
Beide Stücke waren geschickt verknüpft: Vor dem Sicilienne gab es Kyrie und Gloria, danach Sanctus, Benedictus und Agnus Dei, bevor dann die Toccata den wirkungsvollen Schlußpunkt bildete. Ca. 40 Hörer in St. Andreas, dankbarer Beifall. Ca. 70 Hörer in St. Peter, langer Beifall, Wiederholung des Kyrie als Zugabe, Wiederholung des Gloria fürs Micro (als die Kirche schon fast leer war).
Gruß Clemens Schäfer
P.S. 4. Winterliches Orgelkonzert 23.01.2012, 19:30h, Herz-Jesu, D-Derendorf: Bach, BWV 530; Fauré, Messe basse; Lowell Mason, “Nearer, My Lord, to Thee”; Bonnet, In memoriam Titanic - beides leider unverhofft aktuell, wenn’s so bleibt; Reger op. 52.2. - Hanjo Robrecht, Chorgruppe Le c(h)oer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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