Bardowick
Liebe Foris
Wolfgang wird sicherlich mehr zu sagen haben (und natürlich auch einige schöne Bilder posten!), aber vielleicht darf ich erstmal einige Eindrücke von der gestrigen Einweihung der neuen Bardowicker Domorgel schildern.
Um einige dringenden offenen Fragen zu beantworten, nein, es gab keine Grußworte während des Gottesdienstes, und die angebotenen Suppen waren Kartoffel- und Kürbis-, Erbsensuppe kam nicht vor. Den Gottesdienst eröffnete Domorganist Peter Elflein mit einer Wiedergabe des großen C-Dur Praeludiums von J.S. B auf der Ahlborn-Orgel, ein Mixturklang, der zur Blasenbildung an meinen Gehörgängen führte. Einige Lieder dann, sehr schnell gesungen. Eine kurze Handlung zur "Indienststellung" folgte, dann nahm Harald Vogel Platz an der neuen Schuke-Orgel. Alle weiteren Lieder waren dann eher sehr langsam zu singen. Eine besondere Pikanterie war sicherlich das Lied "Bewahre uns Gott" von Prof. Vogel begleitet, mitsamt Vorspiel als Bicinium. Am Ende dann das "kleine" C-Dur BWV 545, mit Fuge. Dieses ausladende Nachspiel gab der Frau hinter mir die Gelegenheit in einiger Länge zu erklären, dass sie schon am Vorabend die Orgel gehört habe, denn sie gehe schliesslich jeden Abend 22.30 mit dem Hund raus, wunderschön sei sie. Ich konnte die Versuchung wiederstehen, ihr zu sagen, dass wenn zu endlich zu Quatschen aufhören würde, ich auch eventuell diese Erfahrung machen dürfte; aber die versammelte Gemeinde hat im übrigen auch die willkommene Gelegenheit zur Auswertung mit Begeisterung aufgenommen. Die Predigt beschäftigte sich wie üblich mit der Frage, ob, wie bei der Hochzeit zu Canaa, es unbedingt Wein sein müsste, oder ob Wasser nicht auch gereicht hätte?
Danach gleich, um das Entkommen zu verhindern, gleich die Grußworte, die aber relative kurz und schmerzlos waren; am Ende (als 4. Redner) Matthias Schuke mit einigen sehr schönen Worten, einschließlich ein Plädoyer, die "!Orgel nicht zu schonen; dazu ist sie nicht da." Dann die Suppen.
Vogels "Registervorführung" enthüllte dann einiger Qualitäten dieser bemerkenswerte Orgel, ja ganz im thüringischen Stil gehalten, aber keine Kopie. Vogel lobte insbesondere die Flöten und Streicher - zurecht - und hob die Mischfähigkeit dieser Stimmen hervor. Fagar und Hohlflöte des Oberwerkes könnte man zusammen einen ganzen Abend anhören; im Gegensatz zu HV hat ich aber den Eindruck, dass die Mischung eher an Kontur und Schönheit verliert, wenn der Gedackt auch in den Eintopf geworfen wird. Allerdings verliebte ich mich sofort in das Prinzipal 8 des Hauptwerkes. Unvorstellbar schön auch die trichterförmige Viola da Gamba. An schöne Klänge ist kein Mangel, so viel Zeit hat man nicht.
Schukes haben meiner Ansicht nach mit dieser Orgel ernsthaft bewiesen, dass hier eine Werkstatt ist, die hervorragendes leisten kann. "Meiner" Domorgel hat für diesen Betrieb nicht den Aufschwung gebracht, den ich mir damals erhofft habe. Es ist kein Geheimnis, dass ich selber über die Auswahl der Firma Schuke nicht glücklich war, und ich musste mich langsam überzeugen (lassen) davon, dass die Firma nicht nur grundsolide sondern auch fantasievoll agiert. Dennoch findet sie ihren Absatzgebiet hauptsächlich noch im Ausland, und ich habe mich sehr gefreut, dass sie nun die Gelegenheit hatten, einen Neubau im "Westen" zu realisieren. Alle, die sich über Stahlträger und "Abflussröhre" in meiner Orgel echauffiert haben, können ganz beruhigt sein: in Bardowick ist nichts dergleichen zu sehen.
Ein letztes Wort zum Thema Orgelgehäuse und Inhalt. Auch ich war ein wenig skeptisch, muss ich zugeben; aber eigentlich geht alles ganz gut auf. Die Form der Gehäuse ist so falsch nicht, verglichen mit, zB, der Eilert-Köhler-Orgel in Suhl, die ja Pate steht für dieses Instrument, oder sogar mit Waltershausen. Einziges Manko, vielleicht - so gut wie gar nichts im Prospekt ist klingend, was die Furtwänglerische Bauart vorbedingt. Das hört man nicht:-)
Herzliche Grüße
Barry
Bardowick
Liebe Foris
Wolfgang wird sicherlich mehr zu sagen haben (und natürlich auch einige schöne Bilder posten!), aber vielleicht darf ich erstmal einige Eindrücke von der gestrigen Einweihung der neuen Bardowicker Domorgel schildern.
Danke für den schönen Bericht!
Ja, Orgeln sind wichtig, Hunde aber auch (und Wein erst).
Gruß,
Friedrich
Bardowick
Ich danke auch für den Bericht, irgendwie lag mir das Projekt am Herzen, warum weiß ich auch nicht, vielleicht weil mir die Kirche so sehr gut gefällt.
--
Gruß vom Niederrhein
Bardowick
Schön, dass offenbar einige Forianer da waren (und schade, dass ich nicht wusste, wie sie aussehen, sonst hätte ich sie ja mal persönlich kennenlernen können).
Christoph Schönbeck von NOMINE hat Orgelvorführung und Konzert aufgenommen und wird beides ja sicherlich in den nächsten Tagen einstellen.
Harald Vogel hat bei der Vorführung leider den "Schnickschnack" wie Vogelgeschrey, Kuckuck, Glockenspiel und Zimbelstern nicht vorgestellt, was bei Gemeinde und Pfarramt zu Unmut führte (schließlich ließen sich dadurch besonders gut die Spendengelder aquirieren).
Ansonsten halte ich mich als Befangene lieber mit der Bewertung zurück - wenngleich ich mich freue, dass etwa 600 Interessierte das Konzert besucht haben...
Gruß,
Marion
PS @ Tabernakelwanze: Der Dom ist wirklich eine schöne - und vor allem helle - Kirche! Beim Gottesdienst war wunderbares Winterwetter und der Dom lichtdurchflutet...
Bardowick
Nachdem nun auch die englischen Kollegen über die neue Orgel in Bardowick Bescheid wissen, wurde im Mander-Forum ein kurzes Video mit einem Teil der Orgelvorführung, die Harald Vogel gemacht hat, gepostet. Ich hätte gerne noch mehr gehört!
M
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
Sicherlich eine sehr klangschöne Orgel !
Ich möchte den goßen Meister der norddeutschen Orgelmusik , Prof. H. Vogel an der Orgel ja ungern kritisieren, aber solche kurzen improvisatorische Registervorführungen in der ein und selben Tonart (F-Dur, manchmal kam auch mal die parallele Molltonart vor) sind für meine Ohren eher langweilig. Vielleicht für den "Laien" aus der Gemeinde nicht, aber der Film ist mit 7 Minuten ja nur eine kurze Applikation einer gesamten Vorstellung.
Hätte dann die Orgel gerne mit einem Literaturstück gehört. (Choralpartita oder ähnliches) Da kann man auch sehr viele Farben vorstellen.
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
Vielleicht für den "Laien" aus der Gemeinde nicht, aber der Film ist mit 7 Minuten ja nur eine kurze Applikation einer gesamten Vorstellung.
Hätte dann die Orgel gerne mit einem Literaturstück gehört. (Choralpartita oder ähnliches) Da kann man auch sehr viele Farben vorstellen.
Wird ja bald ins Netz gestellt (wie gesagt, NOMINE), die gesamte Vorführung war ja über 45min lang. Ich denke, dass die andere Aufnahme - hoffentlich - eine bessere Tonqualität hat als die des örtlichen Werbeblattes . Da wären dann auch kürzere "Literaturanrisse" dabei - und das Konzert wurde ja auch noch aufgenommen.
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
hier der Flyer auf PDF, musste ich teilen, weil der Link zu lange war.
(hab den link entsprechend eingefügt - Forenadmin)
stein
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
... musste ich teilen, weil der Link zu lange war.
Tipp: TinyURL.
Dann sieht der Link so aus:
http://tinyurl.com/7oww2qp
Gruß,
Friedrich
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
zwei doofe, ein Gedanke
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
Was bricht der Mensch denn ausgerechnet dann die Aufnahme ab, als er bei der Oberwerksmixtur den Terzchor dazuzieht ... Banause! ;)
Aber, zum Literaturspiel bei Orgelvorführungen: Die Idee ist zwar an sich gut, aber ich glaube, daß man damit eine solche Veranstaltung auch über Gebühr in die Länge ziehen könnte?
Bardowick - Youtubefilm zur Einweihung
mein Gott.
wie langweilig.