Notre Dame de Paris

D. Hausmann @, Montag, 09. Januar 2012, 20:05 (vor 5357 Tagen)
bearbeitet von D. Hausmann, Montag, 09. Januar 2012, 21:59

Guten Abend ins Forum!

Ich möchte den aktuellen Thread betreffend der Überholung der Cavaillé - Coll in Notre Dame de Paris heute mal zum Anlass nehmen, um einige (zugegebenermaßen provokanten) Fragen zu stellen:

1. Die Orgel scheint durch die Umbaumaßnahmen seit den 1950ern eher anfälliger geworden zu sein?

2. Was war die Intention Cochereaus für den gravierenden Umbau (Elektrifizierung usw.) damals?

3. Warum wurde der Verlust so vieler Originalsubstanz damals billigend in Kauf genommen? Zeitgeist?

4. Was spräche gegen eine Rückführung und eine neuerliche Integration des mechanischen Spieltisches von 1868 (ggfs. unter teilweiser Beibehaltung neuerer Register - sofern möglich)? In St. Sulpice geht das doch auch...

So sehr mich die Orgel in ihrer heutigen Gestalt fasziniert, so sehr empfinde ich sie leider auch als mutierten Abklatsch einer ehemaligen CC....

Bin gespannt auf etwaige Antworten!

Herzlich grüßt
Dieter

Notre Dame de Paris

Friedrich @, Montag, 09. Januar 2012, 20:45 (vor 5357 Tagen) @ D. Hausmann

Ich dürfte mal Olivier Latry ausführlich interviewen, und da haben wir auch über die Orgel gesprochen. Deswegen ein paar Kommentare aus dem Gedächtnis.

2. Was war die Intention Cochereaus für den gravierenden Umbau (Elektrifizierung usw.) damals?
3. Warum wurde der Verlust so vieler Originalsubstanz damals billigend in Kauf genommen? Zeitgeist?

Weil Cavaillé-Coll dem Monsieur Cochereau wenig galt, aber die neoklassische Klangkonzeption (und der Komfort elektrischer Spieltische) sehr viel. Also mussten Cavaillé-Colls extrem spezielle Mixturen- und Zungenchöre raus und etwas Helleres, Klirrenderes hinein. Wenn ich es recht verstehe, hatte Cochereau damals so etwas wie carte blanche. Fast wundert man sich, dass überhaupt etwas übrigblieb. Vielleicht war es dann doch eine Geldfrage.

4. Was spräche gegen eine Rückführung und eine neuerliche Integration des mechanischen Spieltisches von 1868 (ggfs. unter teilweiser Beibehaltung neuerer Register - sofern möglich)? In St. Sulpice geht das doch auch...

Dagegen spräche, dass die heutigen Musiker die Möglichkeit sehr schätzen, sowohl die Pleins-jeux progressifs und die Toulouse-Chamaden à la Cavaillé-Coll als auch die neoklassischen Plena und Aliquoten zur Verfügung zu haben, mitsamt all der Kombinationsmöglichkeiten, die die Elektronik bietet. Latry sagte, er hätte davon in seiner Messiaen-Einspielung ausgiebig Gebrauch gemacht. Er schwärmte durchweg von der Notre-Dame-Orgel im jetzigen Zustand – und noch ein bisschen mehr schwärmte er von Notre-Dame selber, gerade für Messiaens Musik.

So sehr mich die Orgel in ihrer heutigen Gestalt fasziniert, so sehr empfinde ich sie leider auch als unkontrolliert mutierten Abklatsch einer ehemaligen CC ...

Das finde ich schwer einzuschätzen. Es ist doch immer noch viel vorhanden, und Boisseaux und Cattiaux kennen sich fraglos sehr gut aus und behandelten die Originalsubstanz offenbar mit Respekt. Die Wiederherstellung der originalen Winddrücke hat der Orgel in meinen Ohren – die sich leider fast nur auf Aufnahmen verlassen können – eine Menge der weichen Charakteristik zurückgegeben, wie man sie auch in Saint-Ouen hören kann, das kommt mir authentisch vor. Und die neuen Chamaden passen gut dazu. Immer noch vorhanden ist überdies die originale Barkermechanik für die Register, alle Windladen, der Schwellkasten usw.

Latry behauptete, man könne die Orgel nun genauso klingen lassen, wie Vierne sie kannte, was in der Zwischenzeit nicht mehr möglich gewesen war. Aber es geht eben auch Cochereau, weil z. B. das Kleinpedal und das neoklassische Plenum in der Orgel belassen wurden – und die alten Chamaden doch auch (oder nicht? Bitte korrigieren). Latry meinte, die neoklassischen Mixturen seien perfekt gewesen für »Les Anges«. Die kann ich mir mit C-Cs Progressivmixturen auch nicht so recht vorstellen, dito Musik von Leuten wie Dupré, Duruflé, Langlais …

Fazit: Ja, es ist eine »ehemalige Cavaillé-Coll«, aber offenbar mit einem soliden originalen Kern. Und: Sie wird geliebt.

1. Die Orgel scheint durch die Umbaumaßnahmen seit den 1950ern eher anfälliger geworden zu sein?

Die technische Anfälligkeit der Orgel nach dem Cochereau-Umbau scheint mit dem erneuten Umbau behoben zu sein. Die neue Elektronik war leider offenbar nach dem Bananenprinzip (»reift beim Kunden«) konzipiert. Die erste Überarbeitung scheint das im Großen und Ganzen behoben zu haben (sagte Latry mir damals). Ich kann mir vorstellen, dass es diesmal weniger um Mängelbehebung geht als darum, die Möglichkeiten noch zu erweitern, das Ganze noch verlässlicher und vielleicht, durch neue Bauteile und/oder Software, schneller zu machen.

Klar, das Problem hätte man in Saint-Sulpice nicht. Aber manches andere eben auch nicht.

Gruß,
Friedrich

Notre Dame de Paris

Orlos, Montag, 09. Januar 2012, 21:20 (vor 5357 Tagen) @ Friedrich

Vielen Dank für die ausgewogenen Argumente, so empfinde ich die Orgel heute auch. Vor dem letzten großen Umbau klang die Orgel disperat: Neben den immer noch herrlichen Grundstimmen und einigen originalen Zungen waren die hohen Mixturen etc. sehr dominant, das Ganze verband sich nicht überzeugend und klang im riesigen Raum unausgewogen. Die jetzige Lösung bietet tatsächlich ein Maximum an Möglichkeiten, im Grunde wie eine neue Orgel, die mehrere Stile abdecken soll. Ich würde sie aber auch nicht als "Cavaillé-Coll-Orgel" bezeichnen, obwohl man jetzt den "originalen" Klang wieder gut imitieren kann. Den kann man aber auch auf vielen neuen Orgeln ganz gut imitieren. Eine Rückführung wäre eine starke Einschränkung und angesichts der relativ gut erhaltenen CC-Orgeln auch ziemlich unnötig. Ketzerisch gesagt: Sind wir sicher, dass die CC in ihrer originalen Gestalt das optimale Instrument für diesen Raum war? Anders als in St. Sulpice musste der Meister in Notre-Dame einige Kompromisse eingehen, und so klanggewaltig wie Rouen klang sie unten ganz sicher nicht. Nicht zu vergessen: Louis Vierne hatte zahlreiche Umbaupläne, wovon ein Teil auch verwirklicht worden war. Der Mann kam schon damals viel in der "Welt" herum und konnte die Defizite der ursprünglichen CC-Orgel wohl gut einschätzen. Ich glaube nicht, dass man viele Organisten mit einer strengen Rekonstruktion begeistern könnte. Und das Resultat wäre wohl auch eher enttäuschend, vor allem in Vergleich zu den jetzigen Möglichkeiten. Und meines Erachtens nutzt Latry diese Möglichkeiten phantastisch aus! Ich würde sie ihm (und mir als Zuhörer) nur ungern weggnehmen...

Notre Dame de Paris

Karsten, Montag, 09. Januar 2012, 23:26 (vor 5357 Tagen) @ Orlos

Ketzerisch gesagt: Sind wir sicher, dass die CC in ihrer originalen Gestalt das optimale Instrument für diesen Raum war? Anders als in St. Sulpice musste der Meister in Notre-Dame einige Kompromisse eingehen, und so klanggewaltig wie Rouen klang sie unten ganz sicher nicht.

Kleiner Einspruch: Die "Kompromisse", insbesondere was die (gewollte) Übernahme historischen Pfeifenmaterials (auch was Mixturenzusammenstellungen angeht) musste oder wollte Cavaillé-Coll auch bzw. vor allem in St. Sulpice eingehen. Dort musste er beispielsweise alte Windladen wiederverwenden (daher die relativ "kleine" Pedalregisterzahl und der ungewöhnliche Standort von Registern auf Grundstimmenladen, die eigentlich auf die Zungenlade gehören). Folglich kann man abgesehen von der Temperierung und der Intonation französisch-klassisches Repertoire mit originalen Pfeifen und Mixturen spielen, was in Notre-Dame nicht ging. Daher hat ja Cochereau hin zu einer "Universalorgel" die Orgel um neobarocke Mixturen, das klassische Recit und das 32-Mixturen-Plenum auch hin zu einer französischen Barockorgel erweitert.
Cavaillé-Colls erster (genehmigter) Dispositionsentwurf umfasste eine Orgel etwas von der Größe in Rouen. Dabei war noch Auflage gewesen, das Rückpositiv wiederzuverwenden. Als Violet-le-Duc dieses Abreißen und die größere Holzempore einziehen ließ, hatte Cavaillé-Coll noch mehr Möglichkeiten und baute seine bis dahin "innovativste" und "experimentierfreudigste" Orgel. Zu nennen sind u.A. die konsequenten Aliquotreihen sowie Zungenchöre gleicher Bauart in den einzelnen Werken. Die Disposition wuchs von ca IV/60 auf V/86 Register. Wie so oft bei Cavaillé-Coll auf eigene Kosten...

Nicht zu vergessen: Louis Vierne hatte zahlreiche Umbaupläne, wovon ein Teil auch verwirklicht worden war. Der Mann kam schon damals viel in der "Welt" herum und konnte die Defizite der ursprünglichen CC-Orgel wohl gut einschätzen. Ich glaube nicht, dass man viele Organisten mit einer strengen Rekonstruktion begeistern könnte.

Stimmt, aber bei allem Respekt vor Vierne, schaut man sich seine Umbaupläne an, so ist fraglich, inwieweit die denn tatsächlich realisierbar gewesen wären.
Die Umbaupläne bezogen sich vor allem auf die Spiel- und Registertraktur, also Elektrifizierung und damit Ermöglichung der modernen Spielhilfen (Setzer, Koppeln, usw.)
Desweiteren sah er den Ausbau der Manuale auf c5 (ausgebaute Superoktavkoppeln) und den Einbau weiterer Schwellkästen (GO, POS) vor. Faktisch wäre das ein technischer Neubau unter Verwendung des Pfeifenwerks gewesen. Ob da bei alter Windladenanordnung Platz genug wäre, ohne dass sich die Werke und Schwellkästen gegenseitig "im Weg" stünden?
Wobei eine weitere Vorgabe Viernes, den Klang und die Intonation der Pfeifen unangetastet zu lassen, so wohl kaum zu verwirklichen gewesen wäre. Tournemire fiel mit dem Umbau "seiner" Orgel diesbezüglich auch auf die Nase...
Von den Registern wünscht Vierne übrigens keine Hochdrucktuben, sondern einige (Pedal-)Transmissionen, Umstellungen von Grundregistern und Addition einiger weniger Register (davon ein Cor Anglais als einzige Zunge).
Zugegeben, die Sub- und (ausgebauten) Superoktavkoppeln würden der Orgel einen zusätzlichen "Wumms" geben (wie man heute auch teilweise erleben kann), aber Vierne wird dabei nicht nur an Lautstärke, sonder auch an Klangfarbeneffekte gedacht haben...

Kurz: So unzufrieden war er klanglich nicht mit der Orgel, nur eben diese verflixt komplizierte schwere Traktur...

Gruß
Karsten

Notre Dame de Paris

stein @, Dienstag, 10. Januar 2012, 13:03 (vor 5356 Tagen) @ Karsten

Kleiner Einspruch: Die "Kompromisse", insbesondere was die (gewollte) Übernahme historischen Pfeifenmaterials (auch was Mixturenzusammenstellungen angeht) musste oder wollte Cavaillé-Coll auch bzw. vor allem in St. Sulpice eingehen. Dort musste er beispielsweise alte Windladen wiederverwenden (daher die relativ "kleine" Pedalregisterzahl und der ungewöhnliche Standort von Registern auf Grundstimmenladen, die eigentlich auf die Zungenlade gehören). Folglich kann man abgesehen von der Temperierung und der Intonation französisch-klassisches Repertoire mit originalen Pfeifen und Mixturen spielen, was in Notre-Dame nicht ging. Daher hat ja Cochereau hin zu einer "Universalorgel" die Orgel um neobarocke Mixturen, das klassische Recit und das 32-Mixturen-Plenum auch hin zu einer französischen Barockorgel erweitert.

Ich glaube in ND gab es ausschliesslich Progressionsmixturen.
Cavaille-Coll hat ab etwa 1875 dieses Prinzip völlig verlassen und wieder klassische Repetitionsmixturen gebaut. Diese waren für die Polyphonie einfach besser geeignet.
Eine Progression hört sich in der ges. Mittellage wie ein Kornett ohne Terz an.
Kein Fleisch kein Fisch.
gruss stein

Notre Dame de Paris

C.B., Dienstag, 10. Januar 2012, 06:25 (vor 5357 Tagen) @ Friedrich


Fazit: Ja, es ist eine »ehemalige Cavaillé-Coll«, aber offenbar mit einem soliden originalen Kern. Und: Sie wird geliebt.


Also, ich mag die Orgel auch.
Als ich zum ersten Mal im Unterricht dort gespielt habe fand ich aber doch sehr erstaunlich, dass man die Orgelbank nicht in der Höhe verstellen kann – und das bei all dem High-Tech dort und so vielen Gästen ständig...

VLG C.B.

Notre Dame de Paris

Karsten, Dienstag, 10. Januar 2012, 08:41 (vor 5357 Tagen) @ C.B.

Also, ich mag die Orgel auch.
Als ich zum ersten Mal im Unterricht dort gespielt habe fand ich aber doch sehr erstaunlich, dass man die Orgelbank nicht in der Höhe verstellen kann – und das bei all dem High-Tech dort und so vielen Gästen ständig...

Naja, ZU angenehm sollte es man den Leute doch nicht machen, am Ende fühlen die sich wohl und wollen wieder kommen ;)

Gruß
Karsten

Notre Dame de Paris

Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 10. Januar 2012, 21:13 (vor 5356 Tagen) @ Karsten

Also, ich mag die Orgel auch.
Als ich zum ersten Mal im Unterricht dort gespielt habe fand ich aber doch sehr erstaunlich, dass man die Orgelbank nicht in der Höhe verstellen kann – und das bei all dem High-Tech dort und so vielen Gästen ständig...


Naja, ZU angenehm sollte es man den Leute doch nicht machen, am Ende fühlen die sich wohl und wollen wieder kommen ;)

Gruß
Karsten


Vielleicht kann man aber den Spieltisch verstellen? =D

Notre Dame de Paris

Karsten, Dienstag, 10. Januar 2012, 22:45 (vor 5356 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf


Vielleicht kann man aber den Spieltisch verstellen? =D

Bestimmt, da gibt's ja mehr als genug Knöpfchen und Schalter wo man was verstellen kann...

Notre Dame de Paris

kjz1, Montag, 09. Januar 2012, 21:06 (vor 5357 Tagen) @ D. Hausmann

2. Was war die Intention Cochereaus für den gravierenden Umbau (Elektrifizierung usw.) damals?

Von seinen Konzertreisen kannte Cochereau ja sehr viele Orgeln, insbesondere auch anglo-amerikanische mit elektropneumatischer Traktur und den entsprechenden Spieltischen. Wenn man seine Improvisationen hört, so setzt er oft ja fast schon 'perkussive' Elemente ein. So etwas bedingt aber wohl eine fast schon 'explosive' Tonansprache. Kann man so etwas überhaupt z. Bsp. mit einer Barkermaschine bei einer Orgel dieser Größe erreichen? Oder setzt das nicht mehr oder weniger zwingend elektropneumatische Traktur, Chamaden und Aliquote voraus? Man muss ja auch bedenken, dass Notre-Dame über einen nicht ganz unbedeutenden Hall verfügt und die Orgel auf einer sehr hohen Empore steht. Wenn da im Kirchenschiff unten noch etwas halbwegs 'klar' ankommen soll... Ich würde schlicht und einfach vermuten: Cochereau hat die Orgel halt auf seinen bevorzugten Improvisationsstil hin anpassen lassen.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Notre Dame de Paris

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 11. Januar 2012, 10:44 (vor 5356 Tagen) @ kjz1

Übrigens gibt es im nächsten Jahr auch 9 neue Glocken!

--
Gruß vom Niederrhein

Notre Dame de Paris

Contrebasson 32' @, Mittwoch, 11. Januar 2012, 11:29 (vor 5355 Tagen) @ Tabernakelwanze

Übrigens gibt es im nächsten Jahr auch 9 neue Glocken!

"Für die Orgel oder für NDP?"

... fragt nicht ganz ernst
Contrebasson 32'

Notre Dame de Paris

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 11. Januar 2012, 11:50 (vor 5355 Tagen) @ Contrebasson 32'

Ich dachte diese soooo berühmte, fantastische, grandiose Orgel hätte längst Glocken!? ... Ich meinte natürlich welche für die Türme. Das wird ja auch wohl Zeit, 5 Glocken für eine solche Kirche...etwas ärmlich, wie ich meine.

--
Gruß vom Niederrhein

Notre Dame de Paris

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Mittwoch, 11. Januar 2012, 11:54 (vor 5355 Tagen) @ Tabernakelwanze

Da sag ich nur "Lissy, schwing....."....

Meint, Bully Herbig-Mässig...

Um wieder "ontopic" zu kommen: so'n paar Röhrenglocken machen sich doch auch in NDDP nicht schlecht... Bimbam... Oder französisch "Bonbon"...

Gruss

Thomas

--
Thomas Haubrich

Notre Dame de Paris

doppelfloete_h @, Hannover, Mittwoch, 11. Januar 2012, 13:17 (vor 5355 Tagen) @ untersatz32

...hatte gestern kurz das Vergnügen mit dem Pedalglockenspiel in Michaelis/Hildesheim. Schöne Spielerei :) Gab beim Banquet céleste einen witzigen Effekt...

Glocken, war: Notre Dame de Paris

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Mittwoch, 11. Januar 2012, 15:53 (vor 5355 Tagen) @ doppelfloete_h

Hallo,

einen schönen Satz echter Glocken (nicht Röhren) hat Ss. Corpus Christi in Berlin, Prenzlauer Berg, Steinmeyer 1925!

Bei dieser Gelegenheit: Wie steht es um die dort nötige Aufarbeitung des Instruments?

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Corpus Christi

Martin Kondziella, Freitag, 13. Januar 2012, 17:30 (vor 5353 Tagen) @ Clemens Schäfer

Da tut sich leider nichts.

Genaueres gerne per Mail.

Notre Dame de Paris

stein @, Freitag, 13. Januar 2012, 19:58 (vor 5353 Tagen) @ D. Hausmann

Die Restaurierung soll angeblich von Quoirin durchgeführt werden.
Ein ausgezeichneter Orgelbauer! Der ist ja nicht so viel für Lämpchen bekannt.
gruss stein

Notre Dame de Paris

SlowOrg @, Maribor, Dienstag, 17. Januar 2012, 21:26 (vor 5349 Tagen) @ stein

Orgelnieuws berichtet noch, dass die Elektronik von der italienischen Firma Eltec gemacht wird. Ob die Notre-Dame-Orgel nun auch eine proportionale Tontraktur bekommt?

M

Notre Dame de Paris

Friedrich @, Dienstag, 17. Januar 2012, 22:02 (vor 5349 Tagen) @ SlowOrg

Orgelnieuws berichtet noch, dass die Elektronik von der italienischen Firma Eltec gemacht wird. Ob die Notre-Dame-Orgel nun auch eine proportionale Tontraktur bekommt?

Interessante Frage! Das wäre in der Tat ein Grund für einen größeren Eingriff und würde die Mitwirkung von Quoirin erklären: Denn wenn es so ist, dann muss nachintoniert werden, und dafür braucht man einen echten Orgelbauer.

Gruß,
Friedrich

Notre Dame de Paris

D. Hausmann @, Dienstag, 17. Januar 2012, 22:09 (vor 5349 Tagen) @ Friedrich

Also noch mehr Mutation weg von CC und seiner "Originalität"??

fragt
Dieter

Notre Dame de Paris

Friedrich @, Dienstag, 17. Januar 2012, 22:30 (vor 5349 Tagen) @ D. Hausmann

Also noch mehr Mutation weg von CC und seiner "Originalität"??

Tja. Schwer zu sagen. Die originale Intonation muss schon beim Cochereau-Umbau stark überarbeitet worden sein, weil fürderhin die Ventile von Magneten aufgerissen wurden und nicht mehr von trägeren Barker-Bälgchen. Gut möglich, dass die Ansprache damals gebremst wurde; laut Stephen Bicknell hat Cavaillé-Coll sie selber grundsätzlich schnell eingerichtet. Die originale Intonation ist also wahrscheinlich längst passé – zumal ja auch die geteilten Winddrücke seinerzeit eingeebnet wurden.

Die Frage ist: Was für eine Ansprache wünscht man, wenn man eine proportionale Traktur unter dem Finger hat?

Wir sind ja schon tief im Spekulativen, denn wir wissen nicht mal, ob eine solche Traktur vorgesehen ist. Also ruhig weiter in den Nebel hinein: Wenn es eine Proportionaltraktur wird, könnte das ein Anlass sein, zur ursprünglichen, wahrscheinlich schnelleren Pfeifenansprache zurückzukehren. Möglicherweise ist Quoirin selber gespannt, was ihn in einem solchen Fall erwartet.

Gruß,
Friedrich

Die letzte Messe vor der großen Stille

BourdonCéleste, Montag, 16. Januar 2012, 07:58 (vor 5351 Tagen) @ D. Hausmann

... bei KTOTV.

Die letzte Messe vor der großen Stille

stein @, Montag, 16. Januar 2012, 09:23 (vor 5351 Tagen) @ BourdonCéleste

wer hat gespielt? Alle 3? Man findet keine Anmerungen mehr im Kalender.
Anscheinend werden die Arbeiten von Cattiaux und Quoirin durchgeführt
stein

Kurze Meditation nach der Predigt

BourdonCéleste, Montag, 16. Januar 2012, 10:49 (vor 5351 Tagen) @ BourdonCéleste

... bei KTOTV.


Was haltet Ihr eigentlich liturgisch und musikalisch von so einer kurzen Meditation nach der Predigt (in diesem Video ab 40:00)? Macht das jemand von Euch? Wenn ja, warum? Und wenn nein, warum nicht?

Kurze Meditation nach der Predigt

Orlos, Montag, 16. Januar 2012, 11:51 (vor 5350 Tagen) @ BourdonCéleste

Im katholischen Gottesdienst mache ich es gerne, wenn die Predigt nicht zu lang war, sonst werden die Leute unruhig. Aber am Samstagabend, wo sowieso weniger Hektik und weniger Kinder im Gottesdienst sind (ich habe nicht gegen Kinder!!!), passt es sehr schön, nach einer Predigt die Gedanken im Kopf noch einmal zusammenzufassen und dabei ein kurzes Musikstück (ca. 2 Minuten) zu hören. Oft schaffe ich es, einen thematischen Bezug herzustellen. Selten, wenn es gerade ganz toll passt, singe ich ein Kirchenlied o.ä.
Bisher habe ich immer nur positive Reaktionen auf diese Meditationsmusik erhalten.

Kurze Meditation nach der Predigt

elsenp, Montag, 16. Januar 2012, 12:48 (vor 5350 Tagen) @ BourdonCéleste

... bei KTOTV.

Was haltet Ihr eigentlich liturgisch und musikalisch von so einer kurzen Meditation nach der Predigt (in diesem Video ab 40:00)? Macht das jemand von Euch? Wenn ja, warum? Und wenn nein, warum nicht?

Halte ich persönlich liturgisch für gut und ich freue mich auch immer, hier etwas (wenn auch ganz kurz) improvisatorisch zu gestalten. Ich fülle diese kurze Zeit meist mit einer ruhigen, meditativen Improvisation aus (wie auch in dem Video zu hören ist), danach Übergang zum Credo. Falls thematisches Material zur Predigt passen, dann auch über einen entsprechenden Choral oder ein gregorianisches Thema.

Habe in meiner Priesterschaft 1 Zelebranten, der dies ausdrücklich (und grundsätzich) wünscht. Bei den anderen Zelebranten meist nur bei besonderen Anlässen. Machmal wird auch gewünscht, dass der Predigttext mit kurzen Meditationen unterbrochen werden soll.

Herzliche Grüße
Peter

Kurze Meditation nach der Predigt

stein @, Montag, 16. Januar 2012, 13:13 (vor 5350 Tagen) @ BourdonCéleste

ja, 1 max 2 min
stein

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