Bordeaux, Sainte-Croix

D. Hausmann @, Samstag, 07. Januar 2012, 18:51 (vor 5363 Tagen)
bearbeitet von D. Hausmann, Sonntag, 08. Januar 2012, 07:38

Guten Abend zusammen,

gerade habe ich mich durch das neueste Update auf Doerings Orgelseite gearbeitet.
Dort ist nun auch die o.g. Orgel dokumentiert. Hier einige Eckdaten:

1748 erbaut mit 45 Registern (inkl. einem Manual-32' !) von Dom Bedos (F)
1817 Abbau der Orgelanlage und Pfeifen (das Gehäuse blieb bestehen) und Einbau in das Micot-Gehöuse von Saint-André (und umgekehrt, d.h. Einbau der Micot-Orgel ins Dom-Bedos-Gehäuse)
1837 und 1877 Renovierungsarbeiten durch Orgelbauer aus Bordeaux, danbei Ersatz des originalen Récits durch ein romantisches Werk
1977 Abbau der Orgel (mit noch 2.200 originalen Dom Bedos-Pfeifen)
1985-1997 Restaurierung der Orgel in ihrem Originalgehäuse durch Pascal Quoirin

Nun habe ich mir die hochauflösenden Bilder betrachtet und bin auf folgendes Kuriosum gestoßen:

[image]

Zitat: "Altes, nicht mehr restaurierfähiges Pfeifenmaterial"

Das scheinen mir u.a. die Prospektpfeifen des RP zu sein; evtl auch Teile des großen Prospektes...
Genau betrachtet erschließt sich mir nicht, weshalb dieses Material (edit: zumindest ein Großteil davon) nicht mehr restaurierbar sein soll.
Weiß zufällig jemand mehr?

Es grüßt

Dieter

Bordeaux, Sainte-Croix

florianf, Graz, AT, Sonntag, 08. Januar 2012, 12:59 (vor 5362 Tagen) @ D. Hausmann

Wenn ich mir die Löcher über den Labien bei den großen Pfeifen rechts sowie die sehr dürftigen Flicken (ist das beige Zeugs Klebeband?!) an anderen Bruchstellen ansehe, und die verbogenen, zusammengesunkenen Pfeifenenden, kommen mir Zweifel, ob sich das auch lohnt, das Metall ist in schlechtem Zustand. Sicherlich, vielleicht findet man einen Orgelbauer, der das restaurieren würde, aber wären die Pfeifen bei sovielen Eingriffen, wie da gemacht werden müssten, dann noch "historisch", bzw. ließe sich der Originalklang gut erhalten?

Bordeaux, Sainte-Croix

schnitgers.anderer.erbe, Sonntag, 08. Januar 2012, 17:46 (vor 5362 Tagen) @ florianf

Wenn ich mir die Löcher über den Labien bei den großen Pfeifen rechts sowie die sehr dürftigen Flicken (ist das beige Zeugs Klebeband?!) an anderen Bruchstellen ansehe, und die verbogenen, zusammengesunkenen Pfeifenenden, kommen mir Zweifel, ob sich das auch lohnt, das Metall ist in schlechtem Zustand. Sicherlich, vielleicht findet man einen Orgelbauer, der das restaurieren würde, aber wären die Pfeifen bei sovielen Eingriffen, wie da gemacht werden müssten, dann noch "historisch", bzw. ließe sich der Originalklang gut erhalten?

Ach was bin ich froh, dass Ahrend, Wegscheider, Kuhn & Co. das meistens anders sehen und sich mit Erfolg solcher "Probleme" angenommen haben. Pfeifenenden rundieren, Oberlabien wieder einlöten und zusammengesackte Füße wieder hin bekommen, zählt ja nun (meistens) nicht zu den wirklich großen Problemen in der Restaurierungspraxis.

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