So etwas sollte man auch mal mit Orgeln machen...

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 03. Januar 2012, 07:07 (vor 5365 Tagen)

"Blindtest entzaubert die Stradivari"

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806748,00.html

Ob da wohl ähnliche Ergebnisse herauskämen? *duckundweg*

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www.orgelauskunft.de

So etwas sollte man auch mal mit Orgeln machen...

Florian-L, Dienstag, 03. Januar 2012, 07:47 (vor 5365 Tagen) @ Fabian Brackhane

"Blindtest entzaubert die Stradivari"

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806748,00.html

Ob da wohl ähnliche Ergebnisse herauskämen? *duckundweg*

Es gibt hier ja durchaus Parallelen zum Orgelbau: ein großer Teil der Barockgeigen wurde massiv umgebaut, um die höheren Zugkräfte der Stahlsaiten für den heutigen Konzertbetrieb aufnehmen zu können.
Man fühlt sich an den oft mit verklärter Sichtweise verwendeten Begriff der "Bachorgel" erinnert.

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Auch mal mit Orgeln machen: Achtung!

Friedrich @, Dienstag, 03. Januar 2012, 08:30 (vor 5365 Tagen) @ Fabian Brackhane
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 03. Januar 2012, 09:02

"Blindtest entzaubert die Stradivari"
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806748,00.html
Ob da wohl ähnliche Ergebnisse herauskämen? *duckundweg*

Erstens. Ja, so eine kleine Parisreise mit verhängten Busfenstern und/oder Schlafbrillen für die Teilnehmer und Enthüllung erst am Abend. Wobei die Auskenner schon an der Akustik und den Umgebungsgeräuschen merken dürften, wo sie sich befinden. Deshalb wäre so etwas in München, Frankfurt, Berlin oder meinetwegen auch Bielefeld sicher spannender.

Zweitens. Bitte genau hinlesen. Da wurden Spitzeninstrumente miteinander verglichen. Auch die modernen Geigen waren von Geigenbauern aus der allerersten Liga, zum Teil preisgekrönt. Wenn der Vergleich etwas beweist, dann jedenfalls nicht, dass das Getue um die alten Italienerinnen eitel ist – eher, dass heute ebenso gute Geigen gebaut werden können wie damals. Was niemand ernsthaft bestreiten würde.

Drittens. Will man's vergleichbar machen, müsste der Vergleich von Spitzenspielern und vom Spieltisch aus angestellt werden – und da merkt wohl bei Instrumenten von Orgelbauern ersten Ranges jeder, was Sache ist.

Außerdem hat auch Antonio Stradivaris Werkstatt manchmal nur gute Instrumente geliefert, nicht immer außerordentliche. Im Film »The Art of Violin« sagt Perlman von Oistrach, dass der nur eine passable Strad gespielt hätte – aber er war eben Oistrach. Und dann ist da die berühmte Anekdote von Heifetz: Spricht der Jünger: »Was klingt die Stradivari herrlich!« Spricht Heifetz, sie sich ans Ohr haltend: »Merkwürdig, ich höre nichts!«

Gruß,
Friedrich

P. S.
Viertens. Im alten Forum hat mal ein Teilnehmer eine Johannus-Aufnahme zum Raten angeboten. Dabei habe ich mich auch ziemlich blamiert (nicht, dass ich sie für eine Silbermann gehalten hätte, aber für etwas mit Pfeifen schon). Merke: Im weiten Feld des Mittelprächtigen verschwimmen die Grenzen schon mal. Genau darum geht es aber im Artikel nicht.

Auch mal mit Orgeln machen: Achtung!

kjz1, Dienstag, 03. Januar 2012, 11:27 (vor 5365 Tagen) @ Friedrich

Viertens. Im alten Forum hat mal ein Teilnehmer eine Johannus-Aufnahme zum Raten angeboten.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, wenn man in einer Kirche einmal die Pfeifenorgel spielt und dann ein (ähnlich disponiertes) elektron. Instrument, dessen Lautsprecher ebenfalls auf der Empore aufgebaut sind und beides dann vom gleichen Standpunkt per Mikrophon aufnimmt: bei modernen digitalen Instrumenten der höheren Preisklasse könnte da eine Unterscheidung schwierig werden. Wobei da natürlich noch das Mikrophon bzw. die Aufnahmetechnik etwas nivelliert.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

So etwas sollte man auch mal mit Orgeln machen...

chp, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:17 (vor 5365 Tagen) @ Fabian Brackhane
bearbeitet von chp, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:22

Hallo,

"Blindtest entzaubert die Stradivari"

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806748,00.html

Ob da wohl ähnliche Ergebnisse herauskämen? *duckundweg*

sicherlich spielt bei der klanglichen Beurteilung das Wissen um das Instrument eine Rolle. Das ist nicht so überraschend und ist bei Bier, Kaffee oder Autos nicht viel anders, sonst gäbe es ja keine Werbung, die auf Verknüfung von Emotionen und Produkt setzt. Apropos Autos: ein weitläufiger Bekannter, Psychologe mit Spezialisierung auf akustischer Wahrnehmung, arbeitet bei Mercedes am akustischen Design des "Plopps" beim Türschließen, das den Kunden eine möglichst hohe Wertigkeit des Gesamtprodukts suggerieren soll.

Zum Thema Orgel passender als Geigen: In einer Untersuchung im Rahmen einer Doktorarbeit wurden Faktoren gesucht, die den Erfolg im Probespiel von Flötisten für Orchesterstellen vorhersagen könnten. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass Material (Silber, Gold, Platin), Herstellungsart (z.B. handfertigt und speziell an Lippen/Mundpartie des Flötisten angepasst) und Preis der Flöte (es geht da durchaus um Instrumente in der Klasse 20000 Euro) keinen Einfluss auf den Erfolg im Probespiel hatten.

Leider war die Stichprobe und der Zugang zu den Daten zu klein um so spezielle Dinge wie den Einfluss von Körpergröße und Geschlecht von Bewerberin auf die 2. Stelle und männlichem 1. Flötist auf den Erfolg im Probespiel zu untersuchen...

Leider wird bei er in der Presse zitierten Untersucung nichts über die Herkunft der alten Geigen gesagt: Ob die als Spitzeninstrumente im Gebrauch sind oder seit Jahrzehnten in Museen oder eben einer Sammlung vor sich hingammeln, wäre schon eine wichtige Information. Im Palacio Real in Madrid gibt es eine Sammlung von sehr schön anzusehenden Stradivari-Instrumenten (komplettes Streichquartett: http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Stradivari), das einmal im Jahr herausgeholt und bespielt wird. Wie das dann wohl klingt?

Und noch etwas: Wenn ich als regelmäßiger ehrenamtlicher Beorgler eines kleinen, modernen Vorstadtkirche mit entsprechendem Örgelchen mal die Gelegenheit habe, in einer Kirche zu spielen, wo jeder Stein Geschichte atmet und die Orgel vielleicht auch, dann wird mein Spiel vielleicht nicht besser, aber mein Gefühl schon...

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

So etwas sollte man auch mal mit Orgeln machen...

FranzS. @, Dienstag, 03. Januar 2012, 15:54 (vor 5365 Tagen) @ chp


Zum Thema Orgel passender als Geigen: In einer Untersuchung im Rahmen einer Doktorarbeit wurden Faktoren gesucht, die den Erfolg im Probespiel von Flötisten für Orchesterstellen vorhersagen könnten. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass Material (Silber, Gold, Platin), Herstellungsart (z.B. handfertigt und speziell an Lippen/Mundpartie des Flötisten angepasst) und Preis der Flöte (es geht da durchaus um Instrumente in der Klasse 20000 Euro) keinen Einfluss auf den Erfolg im Probespiel hatten.

Hoho, war das im musikwissenschaftlichen Bereich? Ohne die Arbeit zu kennen, kommt mir das schon spanisch vor, denn um ein gültiges Ergebnis zu haben, muss man das mit sehr vielen Flötisten machen. Ganz heikel ist, wenn ein Ausnahmetalent mit der Aldiflöte alle andern unter den Tisch spielt, oder der mit der teuersten Flöte einen schlechten Tag hat, denn dann haut's die Varianz wieder kräftig rauf....

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