Pedalflügel

Oliver Horlitz ⌂, Freitag, 30. Dezember 2011, 13:53 (vor 5368 Tagen) @ Andreas Scotty Böttcher

Leider habe ich noch nie einen Pedalflügel aus der Nähe gesehen. Kennt sich da jemand aus? Wie schwer oder leicht spielt sich das Pedal? Wie verhält sich die Dynamik in Abhängigkeit von der Anschlagsstärke? Ich könnte mir vorstellen, dass der Feinmotorik der Füße wesentlich mehr abverlangt wird als bei der Orgel. Hat schon mal jemand an so einem Instrument gesessen und probiert?


Ich habe vor ein paar Jahren mein Pedalklavier verkauft. Das war eine Extrakiste mit einem 16`-Saitenbezug, Pedalklaviatur und rechts und links davon 2 Balken, auf die man ein normales Klavier stellen konnte. Zusätzlich gab es einen Deckel, den man über die Pedalklaviatur klappen konnte, wenn, man nur manualiter gespielt hat und die Füße so abstellen wollte, dass die beiden Pedale des normalen Klavieres krampffrei bedienbar waren. Der Korpus des Pedalklaviers war dabei so hoch, dass die Stimmnägel erreichbar waren, ohne das normale Klavier zu entfernen.

Das Pedalklavier war klanglich kräftig, die Dynamik ging gefühlt von etwa p bis ff. Zusätzlich war seitlich am Korpus ein Drehknopf für einen Moderator per Filzstreifen. War dieser zwischen Hammerköpfe und Saiten gesenkt, ging die Dynamik gefühlt von pp bis etwa mf oder f.

Ich habe im Laufe der Zeit auch die andere Variante ausprobieren können: Das über ein Wellenbrett angehängte Pedal. Es macht alles viel weniger klobig und damit wesentlich wohnzimmertauglicher, man muss weniger stimmen. Das Spielgefühl ist erstaunlicherweise nicht wesentlich schlechter. Einziger Nachteil ist der Klangunterschied: Der Unterschied zum eigenständigen Pedalklavier ist in etwa wie der zwischen Subbaß 16´oder Manualbordun 16´ans Pedal gekoppelt. In relativ kleinen Räumen völlig ok, in größeren "zu dünn".

erinnert sich grüßend
Oliver,

der Euch allen ein gesegnetes Jahr 2012 wünscht!


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