Stille Nacht einmal anders
Frohe Weihnachten nachträglich.
Bei uns wird am Ende der Mette immer als Höhepunkt Stille Nacht gespielt.
Es ist für mich der erhebenste Moment der ganzen Mette wenn die Lichter ausgehen, die Christbäume leuchten und die ganze Gemeinde singt.
Jedenfalls hat mir eine Tante aus New York ein Heft mit amerikansichen "Last Verses" mitgebracht - also besonders aufwendig harmonisierter Orgel-Begleitsätze, gedacht als Abschluss für die letzte Strophe.
In diesem Heft war auch eine Version von Stille Nacht zu finden. Genial und etwas jazzig-schräg harmonisiert, mit einer optionalen Überstimme für ein Melodieinstrument. Meine Orgellehrerin war von dem Satz auch begeistert.
Letztes Jahr hab ich das dann die 1. Strophe nach dem Orgelbuchsatz gespielt, die 2. nach den amerikanischen Noten, und die dritte dann noch mit Flöten-Überstimme.
Ich fand es schön, und hatte auch das Gefühl, dass der Volksgesang gut geklappt hat.
Im Nachhinein hab ich aber von einigen (älteren) indirekt gehört, dass dieser Begleitsatz nicht bei allen gut angekommen ist. Ja man hätte da nicht mehr mitsingen können, die Melodie war nicht mehr zu erkennen ... die ganze Weihnachtsstimmung war kaputt...
Wenige Tage später war ich am 1. Jänner im Grazer Dom bei der Abendmesse, wo immer als Schlusslied Stille Nacht gespielt wird. Domorganist Christian Iwan hat sich bei den ersten 2 Strophen brav an die klassische Harmonisierung gehalten, dann aber in die dritte Strophe harmonisch einiges verpackt, was mich etwas an meine amerikanischen Noten erinnerte.
Jedenfalls hab ich mich heuer brav an den Gotteslobsatz gehalten um den Weihnachtsfrieden zu sichern
Gruß, Martin
Stille Nacht einmal anders
Im Nachhinein hab ich aber von einigen (älteren) indirekt gehört, dass dieser Begleitsatz nicht bei allen gut angekommen ist.
Hallo Martin,
ähnlich ging es mir letztes Jahr mit den im Vorgängerforum schon öfter angesprochenen moderneren Stille-Nacht-Begleitsätzen von Rainer Selle aus dem "Esslinger Orgelbuch".
Das Vertrauen der Gemeindemitglieder in meine musikalischen Fähigkeiten war anscheinend groß, da mehrere Leute (auch zu mir) gemeint haben, die Orgel sei doch bestimmt kaputt gewesen. Fand ich spitze :-))
Auch nachträglich ein frohes Weihnachtsfest,
Martin
Stille Nacht einmal anders
Das Vertrauen der Gemeindemitglieder in meine musikalischen Fähigkeiten war anscheinend groß, da mehrere Leute (auch zu mir) gemeint haben, die Orgel sei doch bestimmt kaputt gewesen. Fand ich spitze :-))
Glück gehabt! Wenn die rausgekriegt hätten, dass du das mit Absicht gemacht hast - nicht auszudenken!
Bei "Stille Nacht" verstehen die Leute keinen Spaß.
Stille Nacht einmal anders
Täte ich auch nicht verstehen, wenn ich zu den Leuten gehörte...die gehen nämlich mit bestimmten Erwartungen zur Kirche, nicht nur die U-Boot-Christen, die einmal im Jahr auftauchen, sondern auch die treuen Seelen, die Sonntag für Sonntag in der Bank sitzen. Ich würde davon absehen, die mit einem verjazzten "Stille Nacht" zu schocken. Es mag passende Gelegenheiten geben, um Dinge auszuprobieren, ob der (Weihnachts)Gottesdienst der richtige Zeitpunkt zum experementieren ist - ich wage es zu bezweifeln. Man kann doch schnell an den Bedürfnissen der Gemeinde vorbei örgeln.
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Gruß vom Niederrhein
Stille Nacht einmal anders
Haz jemand einen passenden Satz für zwei Melodicas zu Stille Nacht? Wird für nächstes Jahr benötigt...
Stille Nacht einmal anders
Hallo,
es sollte auch kein bewusstes "Schockieren" sein, nichts läge mir ferner. Ich fand die Sätze einfach recht ansprechend und nicht bewusst modernistisch. Für mich ist die Melodie ja auch immer klar durchhörbar, offensichtlich nicht für den durchschnittlichen GoDi-Besucher. Ob ich die Sätze noch mal so einsetzen würde, weiß ich nicht, da hast du schon recht.
Ansonsten spiel ich i.A. schön konservativ, "für die Leut" :-)
Viele Grüße,
Martin
Stille Nacht einmal anders
Also, nicht das ich missverstanden werde: Ich spiel auch nicht "für die Leut", ab und an klingt es in der Liedbegleitung auch schon mal recht windschief (W. Goertz, Musikkritiker der RP bezeichnete so einmal die klanglichen Eigenheiten einer mitteltönigen Stimmung), das hängt z. B. auch vom Text der entsprechenden Strophen ab, nur an solch besonderen Tagen, mit besonderen Erwartungen verkneife ich mir Experimente und bleibe doch beim Althergebrachten, wie z. B. Stille Nacht mit liebl. Terzen und Zimbelstern, oder auch das beliebte Trans---eamus.
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Gruß vom Niederrhein
Stille Nacht einmal anders
Warum die "schrägere" Strophe nicht in die Mitte setzen?
Dann hat man noch eine "Versöhnungsstrophe".... :-)
Stille Nacht einmal anders
Ursprünglich hatte ja Stille Nacht 6 Strophen,
da gäbe es genug Platz für Experimente mit
Versöhnungsstrophen
Ich finde es einfach schöner wenn jede Strophe etwas
anders begleitet wird, nur fehlen mir dafür leider
die improvisatorischen Fähigkeiten.
Post-Natale Grüße, Martin
Stille Nacht einmal anders
Ursprünglich hatte ja Stille Nacht 6 Strophen,
da gäbe es genug Platz für Experimente mit
Versöhnungsstrophen
ach lass mal, die drei reichen völlig aus.
Ich finde es einfach schöner wenn jede Strophe etwas
anders begleitet wird, nur fehlen mir dafür leider
die improvisatorischen Fähigkeiten.
ja es ist schon spannend, einmal Stille nacht zu begleiten und sich dabei an Werner Jacobs "Improvisation sur E. B." stilistisch zu orientieren *grins*
Post-Natale Grüße, Martin
Probier mal, Prä-Natal zu grüßen - vielleicht per Morse-Code bei der Schwangerschafts-Untersuchung und dem EKG...
Stille Nacht einmal anders
Leider sind die eigentlich "guten" Strophen weggefallen. Schade!
Bei der Gelegenheit mache ich dann mal gleich Werbung für die neue CD des Athesinus-Consorts, Berlin: "O Heiland reiß die Himmel auf" - Vergessene Strophen der Weihnacht
Eine wirklich bezaubernde CD mit bekannter und weniger bekannter Advents- und Weihnachtsmusik. Dort tauchen viele vergessene Strophen auf, die manches Lied in einem neuen Kontext aufscheinen lassen. Die musikalische Aufbereitung lässt nichts zu wünschen übrig, eine CD weit abseits von Kitsch und Zuckerbäckerei.
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Gruß vom Niederrhein
Stille Nacht einmal anders
Hallo.
tja - bei dem Lied scheiden sich die Geister.
Es ist wohl mit das einzige Lied das ich nach "offiziellem" Orgelsatz spiele.
Hier wird eine ganz besondere (stille) Atmosphäre gepaart mit großem Glanz verlangt.
In meiner allerersten Christmette vor über 25 Jahren meinte ich auch besonders laut und kräftig spielen zu müssen - nach der ersten Strophe wusste ich schon das dies ein Fehlgriff war.
Der Orgelsatz - wenn auch nur ein permanater Wechsel von C-G C-F - bringt alles mit was an diesem Abend nötig ist.
Ein stark romantischer gar moderner Satz gehört hier gar nicht hin.
Eine relativ leise Registrierung mit einem leisen strahlenden Register - das reicht.
Klar klingt eine Plenum Mixtur Registierung mit gut gemachtem gemäßigt modernem Satz toll (gefällt mir auch) - aber leider ist es unpassend.
also - back to the roots - beschränken wir uns auf das wesentliche
Liebe Grüße
jbraki
Stille Nacht einmal anders
ich fand diese version ganz hübsch. Mit ätherischen Klängen in der Einleitung und dann ordentlich was hingetan, und die dritte strophe etwas umharmonisiert -vielleicht nicht gerade der dynamischste Übergang,aber da hat ja jeder seine eigenen Vorlieben.
näheres zur re-romantisierten Schwarz/Voit-Orgel in St. Bernhard, Baden-Baden übrigens hier.
Grüße Stefan