Stefan Schmidt in St. Lambertus, D-Altstadt, 07.02.2011
Hallo Forum,
das zweite “Internationale” Orgelkonzert in St. Lambertus spielte am 07.02. Stefan Schmidt, Würzburg. Mitunter gibt es von der gleichen Blume zwei Sorten Blüten - offene und gefüllte. Schmidt wählte für Praeludium und Fuge Es-Dur BWV 552 die gefüllte Variante. Gravitätisch kam das Praeludium daher, fast gemächlich. Das war angesichts der fülligen Registrierung auch angebracht. Sonst hätte die Durchhörbarkeit zu sehr gelitten. Effektvoll die Echostellen: Chororgel vs. Rückpositiv. Auch das zweite Thema der Fuge kam von der Chororgel.
An zweiter Stelle Franck, Choral a-moll. Der begann offen und beinahe etwas knallig, entwickelte sich aber tonschön in nicht zu raschem Tempo. Innerlichkeit wollte sich aber nicht recht einstellen.
Von Alain gab’s Litanies zum Dritten. Auch Schmidt stieg nicht erschöpft von der Orgelbank. Das Drängende wurde immer wieder durch kurzes Innehalten unterbrochen: Schmidt wartete den Nachhall ab, um in die neue Passage zu gehen. Überhaupt tat dieser Nachhall dem Werk nicht unbedingt gut - die Schärfe der Rhythmik kam in St. Martin besser heraus.
Zum Abschluß eine Improvisation, die mit Introduktion, Thema und Variationen über “Unendlich starker Held, St. Michael” angekündigt war. Eher also eine vorbereitete, auswendig gespielte Eigenkomposition - auch die Setzer waren vorprogrammiert. Die Introduktion in ruhigem Tempo über einem Streicherbett wechselte in eine Steigerung, der die Vorstellung des Themas folgte. Die Variationen bedienten den Registerfundus sehr gut - eine kleine Orgeldemo. Dabei wechselten sich
schnelle und lyrische Teile ab. Zum Schluß wurden erst die Introduktion, dann die Steigerung wieder aufgenommen; Abschluß im Mezzopiano. Das ganze war mäßig modern, weitgehend tonal und keineswegs avantgardistisch.
Der Beifall der etwa 120 Hörer setzte zögerlich ein, steigerte sich aber und hielt längere Zeit an.
Das nächste “Internationale” in St. Lambertus folgt am 04.04. um 19:30h. Es spielt Els Biesemans, Belgien. Der März-Termin ist wegen Rosenmontag nicht besetzt. Nächsten Montag, 14.02., 19:30h geht es mit den “Winterlichen” in St. Elisabeth, D-Flingern (Klais 1960, 33/III) weiter. Odilo Klasen spielt Liszt (Weinen, Klagen), Alain (1er, 2e Fantaisie), Callhoff (Heptameron) und Ritters Dritte. Und dann unbedingt vormerken: 21.02., 19:30h St. Peter!
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)