Um es gleich vorweg deutlich zu sagen: Ich möchte mit diesem Posting kein Bashing betreiben (und auch Euch bitten, es nicht zu tun)! Die Autoren sind denke ich gestraft genug damit, dass ihr Name auf diesem "Buch" draufsteht.
Was mich vielmehr umtreibt, nachdem mir heute besagtes Büchlein nochmals in die Hände geriet, ist die Frage, wie es zu so einer hochnotpeinlichen Publikation überhaupt kommen kann. Dass der namhafte Vorwortschreiber offenbar keine Zeile zu Gesicht bekommen hat, scheint auf der Hand zu liegen.
Aber sind weder Autoren noch Verlag je auf die Idee gekommen, ihre Ergüsse mal von irgend einem ausgewiesenen Fachmann gegenlesen zu lassen? Spätestens der Verlag müsste doch stardardmäßig auf einer Art peer review bestehen, wenn er selbst keine Fachleute im Hause hat. Oder?
Expert Orgel-Lexikon
Aeolinchen, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:30 (vor 5381 Tagen) @ Fabian Brackhane
Was mich vielmehr umtreibt, nachdem mir heute besagtes Büchlein nochmals in die Hände geriet, ist die Frage, wie es zu so einer hochnotpeinlichen Publikation überhaupt kommen kann.
Immerhin gibt es auch fachlich zufriedenstellende Einträge, z. B.:
"Krach:
Umgangssprachlich das kurzzeitige, unregelmäßige Lärmen und Poltern"
Dass der namhafte Vorwortschreiber offenbar keine Zeile zu Gesicht bekommen hat, scheint auf der Hand zu liegen.
Das kann ich nun wieder nicht verstehen. Bevor ich ein Vorwort zu einem Buch schreibe, schaue ich doch wenigstens in eine Vorabversion des Buches rein, oder?
Expert Orgel-Lexikon
Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:35 (vor 5381 Tagen) @ Aeolinchen
Dass der namhafte Vorwortschreiber offenbar keine Zeile zu Gesicht bekommen hat, scheint auf der Hand zu liegen.
Das kann ich nun wieder nicht verstehen. Bevor ich ein Vorwort zu einem Buch schreibe, schaue ich doch wenigstens in eine Vorabversion des Buches rein, oder?
Das sollte man meinen, ja. Aber de facto ist es durchaus Gang und Gäbe, im Vertrauen auf die Autoren (so man dieses hat) schon vorab ein Vorwort zu schreiben und es zur Verfügung zu stellen. Das ist ja auch eine Frage des Zeitmanagements. Der Autor dieses Vorwortes hier wird das wohl so bald nicht wieder tun...
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elsenp, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:44 (vor 5381 Tagen) @ Fabian Brackhane
Dass der namhafte Vorwortschreiber offenbar keine Zeile zu Gesicht bekommen hat, scheint auf der Hand zu liegen.
Das kann ich nun wieder nicht verstehen. Bevor ich ein Vorwort zu einem Buch schreibe, schaue ich doch wenigstens in eine Vorabversion des Buches rein, oder?
Das sollte man meinen, ja. Aber de facto ist es durchaus Gang und Gäbe, im Vertrauen auf die Autoren (so man dieses hat) schon vorab ein Vorwort zu schreiben und es zur Verfügung zu stellen. Das ist ja auch eine Frage des Zeitmanagements. Der Autor dieses Vorwortes hier wird das wohl so bald nicht wieder tun...
Diese Rezension sagt doch schon alles...
Gruß
Peter
Expert Orgel-Lexikon
Abstrakte, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:39 (vor 5381 Tagen) @ Fabian Brackhane
bearbeitet von Abstrakte, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:44
Zu dem Buch gab es in Organ 02/210 Jahr einen Totalverriß. So einen Verriß habe ich bis dato noch nicht gelesen, und das deckt sich mit Fabians Aussage. Das Büchlein scheint wohl wirklich richtig beschschsch... eiden zu sein.
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Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:44 (vor 5381 Tagen) @ Abstrakte
Ich habe auch noch nie zuvor und auch nie danach einen derartigen Verriß gelesen, aber er IST hundertprozentig begründet. Das Buch ist ein publizistischer GAU, anders kann man's glaube ich nicht sagen.
Aber gerade deswegen frage ich mich ja, wie so etwas passiere kann. Die Autoren sind blamiert, der Verlag ist blamiert, der Autor des Vorwortes ist bis auf die Knochen blamiert... Das alles hätte sich - aus meiner Sicht - vermeiden lassen, wenn mal zwischendurch jemand ins Manuskript geschaut hätte und dabei nicht nur nach Rechtschreibfehlern sucht.
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Abstrakte, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:54 (vor 5381 Tagen) @ Fabian Brackhane
Naja, der Verlag scheint ja zum einen nicht unbedingt auf musikalische Bücher spezialisiert und zum anderen auch nicht besonders prominent zu sein. Oder hast du in irgendeinem anderen Zusammenhang mal davon gehört?
Expert Orgel-Lexikon
Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:59 (vor 5381 Tagen) @ Abstrakte
Nein, aber trotzdem: Es wirf ein tiefschwarzes Licht (?) auf einen Verlag, wenn so etwas publik wird. Und es ist ja publik geworden...
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tiratutti
, Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:17 (vor 5381 Tagen) @ Fabian Brackhane
Auf der Seite des Verlages taucht es nicht (mehr) auf.
Grüße von tiratutti
Expert Orgel-Lexikon
Friedrich
, Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:19 (vor 5381 Tagen) @ tiratutti
Auf der Seite des Verlages taucht es nicht (mehr) auf.
Das ist doch mal eine frohe Weihnachtsbotschaft!
Freut sich
Friedrich
Expert Orgel-Lexikon
Martin78
, Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:23 (vor 5381 Tagen) @ Friedrich
Interessant, welche anderen Themen der Autor so beackert hat: Textilkunde, strategische Rhetorik und Kommunikation und professionelles Verhandeln.
Martin
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3rd_astronaut, Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:57 (vor 5381 Tagen) @ Abstrakte
Der expertverlag ist im technischen Bereich durchaus bekannt, zum einen für seine (eher an den Praktiker gerichteten als für die universitäre Ausbildung gedachten) Bücher, zum anderen als Verlag für Dissertationen.
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Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 20. Dezember 2011, 11:25 (vor 5381 Tagen) @ 3rd_astronaut
Ja super, das wirft ja ein sehr gutes Licht auf einen akademisch ambitionierten Verlag, wenn der so einen - sorry - Mist ungeprüft druckt!
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Abstrakte, Dienstag, 20. Dezember 2011, 12:20 (vor 5381 Tagen) @ 3rd_astronaut
Naja, mit Verlaub, die Verlage, die Dissertationen veröffentlichen, haben meiner Erfahrung nach so gut wie kein Lektorat, sondern setzen einfach das um, was ihnen als Datei zugestellt wird. Von einer irgendwie gearteten fachlichen Kompetenz, wie man sie bei akademisch oder literarisch anspruchsvollen Verlagen - beispielsweise Springer, Suhrkamp, Bärenreiter, Carus oder ähnlichen - erwarten kann, ist da nichts vorhanden. Und auf so einem Weg ist dann wahrscheinlich auch das erwähnte Lexikon entstanden. Und der Autor des Vorwortes hat wahrscheinlich nicht vorher gelesen, für was er da schreibt. Das ist für ihn natürlich ziemlich peinlich, aber da hätte er ja vorbeugen können.
Expert Orgel-Lexikon
kjz1, Dienstag, 20. Dezember 2011, 13:37 (vor 5381 Tagen) @ Abstrakte
Naja, mit Verlaub, die Verlage, die Dissertationen veröffentlichen, haben meiner Erfahrung nach so gut wie kein Lektorat, sondern setzen einfach das um, was ihnen als Datei zugestellt wird.
In dem Zusammenhang fällt mir der Begriff 'vanity press' ein...
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Expert Orgel-Lexikon
Aeolinchen, Dienstag, 20. Dezember 2011, 17:28 (vor 5380 Tagen) @ Fabian Brackhane
Das alles hätte sich - aus meiner Sicht - vermeiden lassen, wenn mal zwischendurch jemand ins Manuskript geschaut hätte und dabei nicht nur nach Rechtschreibfehlern sucht.
Noch nicht mal nach den Rechtschreibfehlern wurde richtig gesucht, denn auch einem Nicht-Experten müssten doch Wörter wie "Kessellung" auffallen.
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Scharfensteiner
, Kiedrich, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 11:21 (vor 5380 Tagen) @ Fabian Brackhane
...also, ich habe das Machwerk in wohlmeinender Absicht zum Geburtstag erhalten. Nachdem ich zunächst verwundert, erstaunt und verärgert über soviel Halb-, Un- und Nichtwissen war - habe ich nach etwa zwanzig Seiten beschlossen das ganze als Satire zu betrachten. Was soll ich sagen? Ab diesem Zeitpunkte hatte ich grossen Spaß beim Lesen - Und auch beim vierteljährlichen, privaten "Organistenkonveniat" - bei dem ich Passagen aus dem Buch zum Besten gab - hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Wobei der eine oder andere Organistenkollege nicht glauben wollte, das es sich dabei um eine ernsthafte (Fach-)Publikation, sogar um ein Experten-Lexikon, handeln sollte. Wie auch immer, das Buch hat bei mir eine wichtige Bedeutung erlangt - es dient dazu mein Notenregal in der Waagerechten zu halten (schiefen Altbauböden sei Dank).
Expert Orgel-Lexikon
Fabian Brackhane
, Worms, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 11:28 (vor 5380 Tagen) @ Scharfensteiner
Das war auch mein erster Gedanke damals: Wenn irgend jemand mal ein satirisches Orgellexikon hätte schreiben wollen, er wäre vermutlich nie auch nur ansatzweise an die Lach-Qualitäten dieses Büchleins herangekommen. Auf solchen haarsträubenden Blödsinn kommt man einfach nie, wenn's drauf ankommt. Unfreiwillige Komik nennt man so etwas.
Nur leider muss ich beim Lesen immer wieder daran denken, dass das alles eben bitter ernst gemeint ist und da bleibt mir das Lachen im Halse stecken.