Prof. Hans-Dieter Möller in St. Maximilian, D-Altstadt
Hallo Forum,
weiter geht es mit der Erkundung der Maxorgel. Diesmal spielte Prof. Hans-Dieter Möller. Auch dieser hatte in seinem Programm nichts, was man als bekannt im Ohr hätte haben können. Vergleiche waren also wie schon bei Schmeding auch diesmal nicht möglich. In sich war das Programm allerdings geschlossen, wobei die ganz großen Namen freilich fehlten.
Eröffnet wurde mit Grand dialogue a trois Choeurs von Gaspard Corette. Und da werden kräftige Bässe erwartet. Aber wie schon im letzten Konzert, zeigte sich auch diesmal, daß die Posaune 16’ einfach zu schwarz und zu derb ist. Die Stimmen der Sopranlage hatten Mühe, hörbar zu bleiben.
Gut durchhörbar waren dann drei Choralvorspiele über “Heiden Heiland” von Walther, beim Chorale in Basso dann aber wieder das gleiche Problem.
Sehr anmutig und mit herrlicher Schwebung danach die versonnene Fantasie Es-Dur von Pachelbel - weich und ausdrucksstark.
In der Fantasia g-moll von Müthel gab es Licht und Schatten. Pedalpassagen wurden zur Qual. Nicht daß Möller hier gepatzt hätte: Nein, es war einfach nicht mehr schön.
Eine weitere Fantaise folgte von Saint-Saens (op. 157). Im Mittelteil wird eine Oboe verlangt. Die hier vorhandene ist sehr statisch, fast ohne Leben und paßt überhaupt nicht zu dieser Musik (zu welcher überhaupt, bitte?). Und da sie nicht mal mit Schwelltüren zu beeinflussen ist, war das doch recht unbefriedigend. Im übrigen gelang das Werk aber gut.
Als sehr schön dagegen erwies sich das Cromhorn, das im Noel “Or nous dites Marie” von Balbastre eingesetzt wurde, auch im Dialog mit einer Flöte (vermutlich Flauto douce). Das dreiteilige “Tapage” von Balbastre litt dagegen wieder unter den zu heftigen Bässen.
Am Ende eine Improvisation “Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen: Die Nacht hatte in ihrem Lauf die Mitte ihres Weges erreicht: Da kam, o Herr, aus dem Himmel vom Königstrhrone herab dein allmächtiges Wort”. Erwartungsgemäß also ein leiser Beginn mit großer Steigerung. Allerdings fehlt der Orgel mangels SW ein wirkliches pp, dafür - ich wiederhole mich leider - ist fff vorhanden - zumindest in der Baßlage. Wirkungsvoll gemacht. Und kurz.
Dankbarer Beifall der gut 100 Hörer. Eine Zugabe, zu der auch ein Janitscharenzug gepaßt hätte.
Tja, das zwiespältige Gefühl bleibt einstweilen. Vielleicht ändert sich die Situation ja, wenn Ute Gremmel-Geuchen am 01.04 (kein Scherz!) Bach spielt. Das wird dann womöglich die “Stunde der Wahrheit” sein. Hoffen wir, daß die Posaune bis dahin etwas in sich geht.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)