Johannes Geffert in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
wie immer hatte Johannes Geffert ein ausgefeiltes Programm mitgebracht. Am Beginn standen Praeludium und Fuge h-moll von Bach - im Diskant recht scharf registriert, aber sehr prägnant. Wunderbar der letzte große Themeneinsatz der Fuge im Pedal, bevor man dann im Schlußakkord in picardische Gefilde entführt wird.
Danach hatte Geffert “Fünf musikalische Betrachtungen zum Advent” zusammengestellt. Den Anfang machte Renaud de Vilbac (1829-1884), dessen Offertoire pour le temps de l’Avent als liedhafte Pastorale im Stile Léfebure-Wélys daherkam. Hochromantisch dagegen eine schöne Choralbearbeitung “Christe, redemptor omnium” von Hubert Parry (1848-1918). Von den 6 ausgewählten Fughetten (Pachelbel) spielten die ersten fünf ausschließlich in kleinfüßigen Bereichen. Das zeigte einerseits, wie variabel die Hauptorgel in St. Lambertus ist, war andererseits aber doch ein wenig nervend. Das Chorwerk “Ave stella maris” (Liszt, 1880) erklang danach in einer Orgelfassung mit weichen Grundstimmen. Den Abschluß dieser Gruppe bildete eine wirkungsvolle, mäßig moderne Toccata über “Veni Emmanuel” von Andrew Carter (*1939)
Danach wechselte Geffert vom mechanischen Spieltisch im Turm zum elektrischen Spieltisch im Chorraum, von wo ihm auch die Chororgel zur Verfügung steht. In eigener Orgelbearbeitung spielte er sodann Trauergondel II (1882) von Liszt. Aus dem Nichts, Steigerung im Mittelteil, abwärts ins Nichts. So hatte es Geffert zuvor angekündigt. Mithilfe beider Schwellwerke wurde das in Szene gesetzt. Erstaunlich moderne Musik in ziemlich moderner Klanggestalt. Ein zweiter langsamer Satz schloß sich an. Das war perfekte Dramaturgie, ist doch das Adagio aus Widors Achter ganz ähnlich gestaltet. Auch hier geistreiche Klangregie. Logischer Abschluß war dann das Final aus ebendieser Achten.
Herzlicher Beifall der mit ca. 80 Hörern recht kleinen Gemeinde. Nasskaltes Wetter und ein Orchesterkonzert in der nahen Tonhalle waren Hinderungsgründe. Zugabe von René Louis Becker, wohl das Finale aus dessen Sonate op. 40 (Boellmann grüßt nachsichtig).
Heinz Terbuyken hatte am Anfang die Hörer begrüßt. Es sei das letzte von ihm zu organisierende Konzert. Terbuyken geht mit Ende des Jahres in den Ruhestand. An dieser Stelle sei ihm deshalb für mehr als 11 Jahre gedankt, in denen er monatlich Konzerte von höchstem Niveau geboten hat. 1999 begann es nach Fertigstellung der Hauptorgel (Weihe, Konzert mit Olivier Latry) mit einem Widor-Zyklus von Ben van Oosten. 2000 gab Geffert in zwölf Konzerten den ganzen Bach. Danach wurden meist zwölf verschiedene Organisten aufgeboten. Terbuyken übernahm dabei stets selbst einen Termin. Unter den anderen wären zu nennen. Johannes Geffert, Olivier Latry, Vincent und Lidia Dubois, Ben van Oosten, Kalevi Kiviniemi, Iveta Apkalna, Nicholas Kynaston Stefan Schmidt. usw. Heinz Terbuyken hat sich um die Orgelszene in Düsseldorf (Bau der Instrumente in St. Margareta und St. Lambertus sowie bei der Repertoirepflege durch Konzerte) in besonderer Weise verdient gemacht.
Wie man hört, wird Marcel Andreas Ober als Nachfolger im Amt des Lambertus-Kantors die Konzertreihe fortsetzen. Das erste Konzert spielt er am 02.01.2012, 19:30h, selbst (Bach, Duprés, Widor). Ihm kann man nur zurufen: Vade et fac similiter! Wir Orgelfreunde freuen uns darauf.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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- Johannes Geffert in St. Lambertus, D-Altstadt - Clemens Schäfer, 06.12.2011, 21:35
- Johannes Geffert in St. Lambertus, D-Altstadt - Cantor, 07.12.2011, 09:36
- Johannes Geffert in St. Lambertus, D-Altstadt - stein, 07.12.2011, 16:14
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