Martina Mailänder in St. Andreas, D-Altstadt

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 04. Dezember 2011, 17:33 (vor 5393 Tagen)
bearbeitet von Clemens Schäfer, Sonntag, 04. Dezember 2011, 17:36

Hallo Forum,

auf der hp der Dominikaner angekündigt war BWV 582, ferner Yuri Butsko (Passacaglia aus dem großen Orgelbuch), Albrechtsberger, Böhm und Liszt (Ave Maria). Nur letzteres wurde tatsächlich gespielt. Ansonsten war das ausgehändigte Programm vollständig umgekrempelt. Aber am Ende war man damit versöhnt. Martina Mailänder (Köln, St. Pantaleon) hatte ein rundes Adventskonzert gespielt:

Es ging los mit den drei “Heiden”-Bearbeitungen BWV 659-661. Diese zu rühmen ist müßig. Von Homilius trat eine vierte hinzu. Eine punktierte Begleitung lief unter dem cf hindurch. Flötig. Archaisch knarzend dann das Magnificat noni toni von Buxtehude. Über dem ostinaten Bassthema “meine Seel erhebt den Herrn” BWV 648 - schön ausgehalten.

Die Meditation über “Maria durch ein Dornwald ging” von Jan Janca war besonders interessant. Sie zeigt, wie man heute mit modernen Mitteln eine Choralbetrachtung spannend in Szene setzt. Versonnen mystisch war die Grundhaltung - mitunter stach eine Dorne. Leider erscheint das Stück etwas formlos. Janca ist immer wieder noch etwas Neues eingefallen. Statt aus dem Material mehrere Choralvorspiele zu machen, hört man jetzt eine Art Partita. Und der Schluß mit seiner kurzen konventionellen Kadenz wußte mich auch nicht ganz zu überzeugen - wirkte wie angeklebt. Trotzdem: Ein wirksames Stück, unbedingt empfehlenswert!

Von Franz Reithmeier (*1941) und Karl Lampert (1900-1974) gab es nun jeweils die Titelfolge “Macht hoch die Tür” und “Ave Maria zart”, erstere jeweils als Choralausetzung, zweitere etwas ausführlicher. Das führte dann zu Liszts “Arcadelt” (schön abgesetzte Dynamik).

Lebhaft sprang die Begleitung über dem kanonisch (Bass- und Altlage) geführten “Wachet auf”-Thema bei Homilius - hörenswert! Logisch schloß sich dann als Schlußstück BWV 645 an. Zügig im Tempo, genau in der Artikulation. 45 Minuten. Herzlicher Beifall der ca. 70 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. Die Winterlichen Orgelkonzerte 2012 des Katholischen Kantorenkonvents Düsseldorf sind online: http://www.duesseldorfer-kirchenmusik.de/html/tab.htm

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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