Würzburg hat Geld

Orlos, Samstag, 19. November 2011, 10:22 (vor 5408 Tagen)

Ist schon interessant, wofür man orgelmäßig viel Geld ausgeben kann, wie hier in der Augustinerkirche. Ich habe die Orgel bislang nicht als defizitär empfunden. Und wenn sie zu laut ist in der fast leeren Kirche, dann spielt man eben nicht mit allen Registern...

Würzburg hat Geld

willscher, Samstag, 19. November 2011, 10:40 (vor 5408 Tagen) @ Orlos

Ist schon interessant, wofür man orgelmäßig viel Geld ausgeben kann....Ich habe die Orgel bislang nicht als defizitär empfunden. Und wenn sie zu laut ist in der fast leeren Kirche, dann spielt man eben nicht mit allen Registern...

Ztg: "Nachdem die bisherige Platzierung der Gottesdienstbesucher mit der Idee »Gleichstellung« kollidierte, entschied sich Prior Peter Reinl dafür, die Bänke aus dem Kirchenraum zu nehmen."

Es geht leider nicht daraus hervor, ob man jetzt die Gottesdienste im Stehen feiern muß. Bleibt denn wenigstens die Orgelbank drin?

"Langfristig will sich die Augustinerkirche als ein Ort profilieren, an dem, wie Prior Peter Reinl sagt, »Menschen traurig sein dürfen«. Ein »Zwischen-Raum« im Eingangsbereich wurde dazu abgeteilt. Menschen, die um einen Angehörigen trauern, deren Beziehung zerbrochen ist, die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder deren Hoffnungen zerplatzten, können hier beten und Kerzen anzünden."

Klasse. Also ist das auch für Orgelbauer, die bei einer Auftragsvergabe leer ausgegangen sind, oder bei Organisten, die traurig sind, weil nur 3 Zuhörer kamen.

"Ruß will dabei mit der neu intonierten Orgel eine Atmosphäre der Geborgenheit schaffen."

Toll. Ich würde die Orgel mit roten Samt-Teppichen dekorieren. Das ist so richtig gemütlich. Man könnte dann auch statt der Prospektpfeifen große Monitore plazieren, auf denen Kaminfeuer zu sehen ist.

Schönes Wochenende wünscht Andreas

Würzburg hat Geld

Oliver Horlitz ⌂, Samstag, 19. November 2011, 11:19 (vor 5408 Tagen) @ willscher

Ztg: "Nachdem die bisherige Platzierung der Gottesdienstbesucher mit der Idee »Gleichstellung« kollidierte, entschied sich Prior Peter Reinl dafür, die Bänke aus dem Kirchenraum zu nehmen."

Es geht leider nicht daraus hervor, ob man jetzt die Gottesdienste im Stehen feiern muß. Bleibt denn wenigstens die Orgelbank drin?

Nein, die Kirchenbänke kamen zwar raus, dafür sind jetzt drei elliptisch angeordnete Stuhlreihen rechts und links der Mittelachse dort. So etwas gibt es z.B. auch in der neogotischen katholischen Kirche auf Norderney.

Nur, während auf der Insel Ambo und Altar jeweils am entferntesten Punkt stehen und die Mitte frei blieb (Mt. 18, 20), steht bei den Augustinern der Altar genau im Zentrum.

Das hat zwar den Vorteil, daß man nicht wie auf Norderney eine Genickstarre durch das ständige Schauen in eine Seitenrichtung bekommt, widerspricht aber dem Vorsatz, der Priester solle "keine privilegierte Stellung" haben, wie der Prior im Interview sagt.

Ich habe auf Norderney erlebt, was diese Anordnung mit sich bringt und in meine Augen sind es nur Nachteile. Die wenigen Stuhlreihen, die sich über die Länge der Kirche ziehen, müssen entweder sehr weit voneinander stehen, oder zur Kommunion müssen auch die mit noch vorn gehen, die sie nicht empfangen können/wollen, da sonst die anderen nicht durchkommen. Oder sie müssen, ebenso wie gehbehinderte Menschen, die weite Wege nicht leicht schaffen, zwangsläufig in der inneren Reihe sitzen.

Insgesamt ist die Unruhe viel größer und die Konzentration auf das gottesdienstliche Geschehen ist schwieriger, wenn man dauernd von gegenüber angestarrt wird.

Zu guter letzt ist diese Art der Bestuhlung in einer historischen Kirche in meinen Augen so einfühlsam, wie ein mit Plakafarben gemalter Schnurrbart auf der Mona Lisa...


sich schüttelnd grüßt
Oliver

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elsenp, Samstag, 19. November 2011, 13:22 (vor 5408 Tagen) @ willscher

"Ruß will dabei mit der neu intonierten Orgel eine Atmosphäre der Geborgenheit schaffen."

Ja klar. Und die Geborgenheit kann man am besten mit einem zusätzlichen "Tubenwerk 16'-8'-4'" erreichen. Richtig kuschelig kann so eine Hochdrucktuba klingen...

Dröhnendes Wochenende
Peter

Würzburg hat Geld

ThomasMP @, Samstag, 19. November 2011, 13:49 (vor 5408 Tagen) @ Orlos

SINUA ist neu, SINUA ist cool, SINUA ist (quasi) in - also will man SINUA haben. Das ganze übrige Gequatsche von den "Defiziten" einer 15 Jahre alten Orgel ist m.E. nur Makulatur und an den Haaren herbeigezogen. Ich kenne diese Orgel, sie ist auch im leeren Raum nicht zu laut; man badet in symphonischen Klängen. Der Haus-Organist ist wie ein Werbefachmann, der seinem Auftraggeber Geld für Unnützes aus dem Kreuz leiert. Schade drum...
Im übrigen ist die Augustinerkirche grade mal 3 Minuten vom Dom entfernt - vielleicht sollte man sie als Friedhofskapelle nutzen

Würzburg hat Geld

ThomasMP @, Samstag, 19. November 2011, 13:55 (vor 5408 Tagen) @ Orlos

Ach und noch was zum ewigen "zu laut sein" einer Orgel, gleich welcher Couleur: ich zitiere Peter Planyavsky: "jede laute Orgel kann ich auch leise spielen, aber versuchen Sie mal auf einer leisen Orgel laut zu spielen..."
In diesem Sinne

Würzburg hat Geld

otto krämer, Samstag, 19. November 2011, 14:26 (vor 5408 Tagen) @ ThomasMP

richtig so!

Würzburg hat Geld

otto krämer, Samstag, 19. November 2011, 14:31 (vor 5408 Tagen) @ ThomasMP

...aber SINUA kann auch mehr als ein normaler Setzer...das ist alles richtig gut zu Ende gedacht....deshalb kommt so eine Anlage auch in meine Orgel in 2012....allerdings hatte ich bisher in meiner 1991-Stockmann auch nur 3 Freie Kombinationen.
Dank nochmal an den damaligen "Sachverständigen" - er äußerte sich in etwa so zum Thema Setzer oder kein Setzer:
"Ach ja; hier kommt sowieso kein guter Organist hin" - womit er ja auch Recht haben sollte. Bitte jetzt keinen neuen Thread aufmachen, ob Setzer sinnloser sind als Freie Kombies.
Danke und Gruß in die Runde!

Würzburg hat Geld

Antilope, Samstag, 19. November 2011, 14:42 (vor 5408 Tagen) @ otto krämer

richtig so!

Ich finde: "Jein".

Es gibt Orgeln, bei denen die dynamische Skala ins PP nur begrenzt ausgebaut ist, weil schon Gedackte, Flöten und Streicher recht massiv sind. In die andere "Richtung" (Forte) kann man natürlich in Abhängigkeit von der Besucherzahl reduzieren. DOch auch hier: Es gibt Orgeln, die so laut sind, dass schon eine HW-Mixtur über die Länge eines großen Baches penetrant wird. Das ist nicht nach meinem Geschmack. Und irgendwie ist es ja auch blöd, wenn bestimmte Klangkronen, Zungen oder Oktavkoppeln quasi nie benutzt werden (können). Ich habe subjektiv den Eindruck, dass die Orgelneubauten immer lauter werden.

Lautstärke (war: Würzburg)

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Samstag, 19. November 2011, 15:08 (vor 5408 Tagen) @ Antilope

Es gibt Orgeln, bei denen die dynamische Skala ins PP nur begrenzt ausgebaut ist, weil schon Gedackte, Flöten und Streicher recht massiv sind. In die andere "Richtung" (Forte) kann man natürlich in Abhängigkeit von der Besucherzahl reduzieren. Doch auch hier: Es gibt Orgeln, die so laut sind, dass schon eine HW-Mixtur über die Länge eines großen Baches penetrant wird. Das ist nicht nach meinem Geschmack. Und irgendwie ist es ja auch blöd, wenn bestimmte Klangkronen, Zungen oder Oktavkoppeln quasi nie benutzt werden (können).

So sehe ich das auch.

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ThomasMP @, Samstag, 19. November 2011, 15:12 (vor 5408 Tagen) @ otto krämer

Bitte, ich möchte nicht falsch verstanden werden. Nichts gegen SINUA, aber dann soll man auch bitte Farbe bekennen und meintwegen sagen: ich komme mit meinen 145.000 Kombinationen nicht mehr hin und möchte das Rückpositiv ans 5. Pedal koppeln - alles klar. Aber das muß man klar zum Ausdruck bringen und nicht den KLANG des Instruments verdammen...

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Antilope, Samstag, 19. November 2011, 15:23 (vor 5408 Tagen) @ ThomasMP

Bitte, ich möchte nicht falsch verstanden werden. Nichts gegen SINUA, aber dann soll man auch bitte Farbe bekennen und meintwegen sagen: ich komme mit meinen 145.000 Kombinationen nicht mehr hin und möchte das Rückpositiv ans 5. Pedal koppeln - alles klar. Aber das muß man klar zum Ausdruck bringen und nicht den KLANG des Instruments verdammen...

Da ist was dran!

Lautstärke (war: Würzburg)

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Samstag, 19. November 2011, 15:26 (vor 5408 Tagen) @ perotin

Na na na, wer die Würzburger Augustinerorgel als "zu laut" verschreit und behauptet, man könne nicht leise darauf spielen, der hat das Instrument weder gespielt noch gehört.
Ich erinnere mich an das Jahr 2003 (glaube ich...), als ich die Ehre hatte eine Orgelmesse spielen zu dürfen und durch praktische Umstände habe ich mir sehr viel Zeit mit der Orgel nehmen können. Gerade das im Untergehäuse eingebaute zweite Manual der Hauptorgel konnte wunderbar leise, die Streicher der Chororgel sowieso und wenn man dann noch ein wenig mit der Celesta improvisierte, war es einfach ein Traum, sich selbst am unteren Spieltisch im Kirchenschiff "abzuhören".
Man muss aber auch eines sagen: dieses Instrument wurde von Erwin Horn konzipiert für die Aufführung von Bruckner- und Wagner-Bearbeitungen. Und das kann (oder: konnte?) die Orgel grandios - wer es einmal live erlebt hat oder nur die im "Organum"-Verlag erschienene Doppel-CD kennt weiß das. Alle andere Orgelmusik musste man auf diese Orgel "adaptieren": Bach, Guilmant (ich habe damals die erste Sonate auf die Orgelmesse aufgeteilt gespielt) usw.
Ich möchte nichts unterstellen aber kann es sein, dass sich vor 15 Jahren ein Organist eine recht spezielle Orgel bauen lies und nun der Nachfolger, zusammen mit einem inzwischen neuen regens ecclesiae dieses Instrument eben auf die "neuen" Bedürfnisse und Anforderungen trimmen wollen?

Lautstärke (war: Würzburg)

ThomasMP @, Samstag, 19. November 2011, 15:29 (vor 5408 Tagen) @ perotin

Womit wir wieder beim Thema wären: es sind grade mal 30 Jahre her, da waren Oktavkoppeln, Säuselregister wie Aeoline oder Gemshorngedackt oder Streichermixturen im deutschen Orgelbau tabu.
Für die einen waren die Improvisationen von Cochereau nichts als reine Kraftmeierei während andere für ihren langen Bach überhaupt keine Mixtur brauchten.
Die Zeiten (Moden) ändern sich immer wieder und über Geschmack braucht man nicht zu diskutieren.

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KarlM, Samstag, 19. November 2011, 16:19 (vor 5408 Tagen) @ Orlos

Hallo

also enn ich den Zeitungsausschnitt lese:

leiser soll sie werden, Geborgenheit ausstrahlen, aber ein Tubenwerk kommt,

Top 25 der Instrumente in D, wer legt hier die Reihenfolge fest,

Besonderheit der ersten Großorgel von P. Klais, und jetzt Seiffert,

und dann spielt M. Eisenberg, der für ffff bekannt ist.....

Da paßt nichts zusammen,
ich vermute, die Seele verliert die Orgel, eine neue bekommt sie nicht,
aber das ist jetzt kein Verriß, ich gehe hin und höre mir das zuerst an....

Grüße Karl

Würzburg hat Geld

Martin78 @, Samstag, 19. November 2011, 17:28 (vor 5408 Tagen) @ KarlM

ich vermute, die Seele verliert die Orgel, eine neue bekommt sie nicht,

Najs, der Fa. Seifert wollen wir wohl mal nicht die Fähigkeit, gescheit intonieren zu können, absprechen, oder? :-) Solange ja nur erweitert wird...

aber das ist jetzt kein Verriß, ich gehe hin und höre mir das zuerst an....

Gute Idee!

Gruß,
Martin

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KarlM, Samstag, 19. November 2011, 18:30 (vor 5408 Tagen) @ Martin78

Hallo Matin 78

ich wollte da keinenswegs Seifert ansprechen,
sondern nur meine Erkenntnis, dass meistens die Seele, und die hatte die Klais-Orgel, bei einer Umintonation weg ist und in 99% der Fälle keine neue kommt,
egal ob die Umintonationsfirma Seifert, Klais, Janke oder xy ist

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 19. November 2011, 20:16 (vor 5408 Tagen) @ Oliver Horlitz

"Nur, während auf der Insel Ambo und Altar jeweils am entferntesten Punkt stehen und die Mitte frei blieb (Mt. 18, 20), steht bei den Augustinern der Altar genau im Zentrum."


Mensch, die werden ja noch richtig reformiert! Welche Freude.

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 19. November 2011, 20:28 (vor 5408 Tagen) @ Antilope

Man darf auch die Hörgewohnheiten der Kirchenbesucher dabei nicht völlig ignorieren.

Wenn sich jemand jahrelang an eine neobarocke Fistelkiste gewöhnt hat, dann wird ihn eine autentische Barockorgel oder eine kräftig intonierte Orgel anderen Stils wohl erst einmal erschlagen. Das muss aber nicht bedeuten, daß das entsprechende Instrument "unerträglich" sei. Es ist dann am Organisten, die "Macht" der Orgel so gezielt einzusetzen, daß der Zuhörer nicht mit einem Klingeln im Ohr aus der Kirche geht.

Sicher gibt es Beispiele für mißglückte Intonation. Aber mittlerweile müsste man doch erkannt haben, daß die ewige Diskussion über "zu laute" und "zu leise" Orgeln in Wellenbewegungen verläuft und daß gewohnheitsmäßig das eine auf das andere folgt. Und da man das nun weiß, müsste man doch eigentlich in der Lage sein, aus diesem ewigen Kreislauf auszubrechen.


Ein Beispiel in meiner näheren Umgebung taugt vielleicht ganz gut zur Illustration: Ich habe im Sommer bekanntermaßen öfter die Konzerte in der Düsseldorfer Neanderkirche besucht. Die Akustik dort ist sehr "intim". Man befindet sich, besonders auf den Emporen, immer in sehr direktem klanglichen Kontakt mit dem Instrument.

Wenn man nun dort eine Bachfuge über die volle Länge mit spanischen Trompeten und allen Mixturen durchknödeln würde, würden die Besucher auch nach einer halben Minute die Hörgeräte runterregeln und wohl denken, die Orgel "sei zu laut".

Wenn man die Möglichkeiten der Orgel aber wohldosiert einsetzt, wird jeder stattdessen den "Wumm" der Orgel loben.

Das alles wissen wir doch eigentlich genau. Warum diskutieren wir ständig neu darüber?

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 19. November 2011, 20:38 (vor 5408 Tagen) @ willscher

Wenn ich mir die Disposition ansehe, dann stellt sich mir auch die Frage, wer sich die Orgel vor 15 Jahren dann so gewünscht hat, wie sie ist.


Über die Tücken der Ambivalenz von Dispositionen, die man nur vom Lesen kennt, bin ich mir bewußt. Aber wenn ich mir ansehe, daß es im Hauptwerk ein 3-faches Scharff auf 1'-Basis gibt, dann wundere ich mich nicht darüber, daß die Orgel im Plenum nicht wirklich sanft-säuselnd "sinfonisch-romantisch" (sinfonisch - "Du sollst nicht die neue Rechtschreibung benutzen, denn sie ist ein Gräuel!") klingen will. Das ist aber nicht die Schuld des Erbauers. Eine Orgel mit einer solch hohen Hauptwerksklangkrone ist schon per se nicht konsequent sinfonisch-romantisch. Wer so eine Orgel bestellt, der darf sich nicht darüber beschweren, daß er sie auch bekommt.

Sich dann 15 Jahre später so zu gebärden, als ob der Koch die Suppe versalzen hätte, obwohl man offenbar selbst 'ne Extraportion Salz bestellt hat, ist etwas merkwürdig.

Würzburg hat Geld

Trompeta real, Samstag, 19. November 2011, 22:36 (vor 5407 Tagen) @ Orlos

Es ist wirklich fragwürdig.
Die Augustiner sind ein Bettelorden und rüsten dann eine Orgel, die schon alles hatte, was ein Organist sich nur wünschen kann,mit den teuersten Registern wie Tuba 16', 8', 4' und 32'-Zunge auf. Hinzu kommt, daß die Orgel bisher als zu laut empfunden wurde und dann kommen noch diese Kraftpakete dazu.

Würzburg hat Geld

otto krämer, Sonntag, 20. November 2011, 09:01 (vor 5407 Tagen) @ Poupoulcorouse

Real-Anekdote!
...Kommentar gestern bei mir nach der Messe mit Chor:
"Schön, dass die Orgel beim "Großer Gott" so schön leise mitgespielt hat, da war die Gemeinde auch schön leise, dann hat man den Chor (Oberchor...) endlich mal richtig gut gehört!"
Ich begleitete 330 Gottesdienstbesucher mit:
Subbass 16', Prinz. 8' und Prinz. 4' (RP).
War wahrlich nicht zuviel....

Würzburg hat Geld

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Sonntag, 20. November 2011, 11:46 (vor 5407 Tagen) @ Poupoulcorouse

Die kleine Hauptwerksmixtur hatte schon ihre Berechtigung: immerhin konnte man keine Positiv-Mixtur ankoppeln, also brauchte man eine zweite "kleine" bzw. "hohe Klangkrone" im Hauptwerk, und die war auch weder spitz noch schrill...

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doppelfloete_h @, Hannover, Sonntag, 20. November 2011, 15:19 (vor 5407 Tagen) @ Trompeta real

Es ist wirklich fragwürdig.
Die Augustiner sind ein Bettelorden und rüsten dann eine Orgel, die schon alles hatte, was ein Organist sich nur wünschen kann,mit den teuersten Registern wie Tuba 16', 8', 4' und 32'-Zunge auf. Hinzu kommt, daß die Orgel bisher als zu laut empfunden wurde und dann kommen noch diese Kraftpakete dazu.

...und scheinbar muss JEDE Orgel so aufgerüstet werden. Man kommt ja aus dem Staunen nicht mehr raus. Also ich muss sagen, für die Verwendbarkeit im Verhältnis wär mit das Geld dann doch etwas zu schade. Bald sind solche (externen) Hochdruckgeschichten nix besonderes mehr.
Für mich gehört sowas in die großen Kathedralen Englands und der USA, entsprechende Adaptionen z.B. in Räumen wie Köln, Speyer etc. eingeschlossen. Nun weiß ich gerade nicht, wie die neuen Tuben in WÜ aussehen, aber hätten nicht die Chamaden îm HW und die Tuba im Solo gereicht? Oder ist das jetzt reorganisiert oder so?

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otto krämer, Sonntag, 20. November 2011, 17:05 (vor 5407 Tagen) @ doppelfloete_h

...den Einwand verstehe ich wohl!

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. November 2011, 18:43 (vor 5407 Tagen) @ MichaelS

Ihre Berechtigung hat sie sicher. Aber sie scheint nicht recht in das beschriebene romantisch-symphonische Klangkonzept zu passen.

Würzburg hat Geld

elsenp, Montag, 21. November 2011, 09:03 (vor 5406 Tagen) @ Trompeta real

Es ist wirklich fragwürdig.
Die Augustiner sind ein Bettelorden und rüsten dann eine Orgel, die schon alles hatte, was ein Organist sich nur wünschen kann,mit den teuersten Registern wie Tuba 16', 8', 4' und 32'-Zunge auf. Hinzu kommt, daß die Orgel bisher als zu laut empfunden wurde und dann kommen noch diese Kraftpakete dazu.

Fragwürdig finde ich vor allem die fadenscheinigen Begründungen für die Erweiterung der Orgel.
Da soll man doch ehrlich eingestehen "Wir lassen unsere Orgel nach 15 Jahren der Nutzung reinigen und nutzen die Gelegenheit, sie klanglich und technisch zu erweitern."
Meinetwegen sollen die noch 20 Register dazu setzen und allen möglich elektronisch Schnickschnack einbauen.
Doch dieses "Ruß will dabei mit der neu intonierten Orgel eine Atmosphäre der Geborgenheit schaffen." und Während die Orgel immer dann, wenn wenige Zuhörer in der Kirche waren, zu laut tönte, soll es künftig möglich sein, jederzeit sphärische Klänge zu erzeugen. Ruß: »Egal, ob 20 oder 400 Menschen anwesend sind.« Ein neues Sinua-Bus-System, das allein 60 000 Euro kostete, lässt Ruß zum subtilen »Klangdesigner« werden. Die Kombination von romantisch-sinfonischer Chororgel, romantischem Echowerk im Psallierchor, englischem Tubawerk in einer Blindfensternische und Spieltechnik auf neuestem elektronischem Stand macht die neu intonierte Orgel einmalig im Land. finde ich einfach unehrlich und damit unerträglich.

Gruß
Peter

Würzburg hat Geld

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Dienstag, 22. November 2011, 10:24 (vor 5405 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wieso nicht? Ich kann mich gut an manche Voit oder Walcker erinnern mit hochliegender Mixtur auf 1 1/3´ oder 1´ ...

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forenadmin @, Dienstag, 22. November 2011, 13:31 (vor 5405 Tagen) @ Orlos

Zur Information: Ich bin aufgefordert worden, einen Beitrag wegen nicht haltbarer Vorwürfe zu löschen, darum sind auch die Antworten auf diesen Beitrag entsprechend gelöscht worden.

Ich hoffe, daß dieses eine Ausnahme bleibt

Würzburg hat Geld

elfengeschrey, Ebstorf, Dienstag, 22. November 2011, 14:31 (vor 5405 Tagen) @ forenadmin

Ich kann mich an den Eintrag erinnern und kann das Löschen nur begrüßen. Ich frage mich, warum es doch so viele "stutenbissige" Organisten gibt, die sich in einem solchen Forum nicht zu benehmen wissen und Ihre Kollegen aufs Bösartigste denunzieren. Sicherlich sind einige hier bei Weitem bessere Musiker als andere, aber gerade das sollte doch eigentlich nicht dazu führen, dass man sich ständig und derart über andere erhebt - und sei es nur, dass man selbst schon allein aus der Ferne doch viel besser weiß als alle vor Ort, welche Disposition wohl angeraten wäre...

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Bauernflöte 2' @, Dienstag, 22. November 2011, 15:46 (vor 5405 Tagen) @ Orlos

Was mich an der ganzen Sache interessieren würde ist, ob die Erbauer-Firma ein Angebot abgeben durfte bzw. welche Firmen in die Ausschreibung einbezogen wurden.

In Würzburger Dom wird derzeit eine Innenrenovierung durchgeführt. Die dortige Klais-Orgel ist dementsprechend gesichert worden. Ich bin gespannt, welche Firma die Reinigung übernehmen darf...

Würzburg hat Geld

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Dienstag, 22. November 2011, 15:48 (vor 5405 Tagen) @ Bauernflöte 2'

Naja, die vom Domorganisten favorisierte Firma hat ja grade keinen Chef...

Würzburg hat Geld

Bauernflöte 2' @, Dienstag, 22. November 2011, 16:52 (vor 5405 Tagen) @ MichaelS

Naja, die vom Domorganisten favorisierte Firma hat ja grade keinen Chef...

Richtig! Und nachdem die geplante 2. Chororgel für den Dom ja nun vom Tisch sein soll, stellt sich mir die Frage, ob die Domorgel dann noch völlig unangetastet bleibt.

Würzburg hat Geld

jrbecker @, Dienstag, 22. November 2011, 17:03 (vor 5405 Tagen) @ MichaelS

Naja, die vom Domorganisten favorisierte Firma hat ja grade keinen Chef...

Und da ich den Domorganisten leider nicht persönlich kenne (wie wahrscheinlich 98% der hier lesenden und schreibende) weiß ich leider weder, welche Firma er favorisiert, noch welche gerade keinen Chef haben... (gibt es da nur eine???)

Würzburg hat Geld

Bauernflöte 2' @, Dienstag, 22. November 2011, 17:10 (vor 5405 Tagen) @ jrbecker

Naja, die vom Domorganisten favorisierte Firma hat ja grade keinen Chef...


Und da ich den Domorganisten leider nicht persönlich kenne (wie wahrscheinlich 98% der hier lesenden und schreibende) weiß ich leider weder, welche Firma er favorisiert, noch welche gerade keinen Chef haben... (gibt es da nur eine???)

EIn kleiner Hinweis: siehe Chororgel 2!

http://de.wikipedia.org/wiki/Orgeln_des_Würzburger_Domes

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MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Dienstag, 22. November 2011, 17:14 (vor 5405 Tagen) @ Bauernflöte 2'

Würzburg hat Geld

jrbecker @, Dienstag, 22. November 2011, 17:19 (vor 5405 Tagen) @ Bauernflöte 2'


EIn kleiner Hinweis: siehe Chororgel 2!

http://de.wikipedia.org/wiki/Orgeln_des_Würzburger_Domes

Bei der Chororgel 2 ist keine Firma benannt. Ist ja auch nur eine Planung...

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jrbecker @, Dienstag, 22. November 2011, 17:23 (vor 5405 Tagen) @ MichaelS

ach...

Würzburg hat Geld

Contrebasson 32' @, Dienstag, 22. November 2011, 20:39 (vor 5405 Tagen) @ jrbecker

Naja, die vom Domorganisten favorisierte Firma hat ja grade keinen Chef...


Und da ich den Domorganisten leider nicht persönlich kenne (wie wahrscheinlich 98% der hier lesenden und schreibende) weiß ich leider weder, welche Firma er favorisiert, noch welche gerade keinen Chef haben... (gibt es da nur eine???)

Am besten kann Stefan Schmidt diese Fragen wahrscheinlich selber beantworten, aber ich denke, dass mir beispielswesie Reinhard Kluth recht geben wird (und andere, die Stefan Schmidt kennen), wenn ich hier auf die Frage wie folgt antworte:

Stefan Schmidt ist ein Freund des französisch-symphonischen Klangs. An diesem Klangideal orientiert sich auch die unter ihm erbaute Göckel-Orgel in St. Peter, Düsseldorf. So weit ich das beurteilen kann, war Stefan Schmidt mit dem Ergebnis des Neubaus sehr zufrieden, ebenso mit dem Orgelbauer, mit dem u. A. eine Kooperation für die (geplante) Chororgel vorstellbar gewesen wäre. Wie aber in einem anderen Posting deutlich wurde, liegen diese Pläne wohl momentan auf Eis.

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'

Orgelbau Göckel

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Dienstag, 22. November 2011, 21:12 (vor 5405 Tagen) @ jrbecker

ach...


Der Betrieb ist aber nicht führungslos. Auf der Homepage auf "Aktuelle Information" klicken....

Grüße,
perotin

VORSICHT - DÜNNES EIS!!

D. Hausmann @, Dienstag, 22. November 2011, 21:25 (vor 5405 Tagen) @ perotin

Ich bitte zur Sicherheit des Forenbetriebes um achtsame Forulierung etwaiger folgender Kommentare!

D. Hausmann
Co - Admin

VORSICHT - DÜNNES EIS!!

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Mittwoch, 23. November 2011, 09:41 (vor 5404 Tagen) @ D. Hausmann

Wir schreiben nur Tatsachen, und der Zeitungsartikel beschreibt ja auch die Tragik der Umstände (was sehr für Herrn G. spricht).
Ich kenne aus der (Bus-)Tourimusbranche einen ähnlich gelagerten Fall, auch hier hätte man sagen müssen: Schumann, bleib´ bei deinen Leisten...

http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Reiseunternehmer-Thomas-Schumann-aeusser...

Würzburg hat Geld

Tuba 16-8-4, Mittwoch, 23. November 2011, 20:48 (vor 5404 Tagen) @ Orlos

www.augustinerkirche-wuerzburg.de
Herzliche Einladung
Hans-Bernhard Ruß

Würzburg hat Geld

Orlos, Mittwoch, 23. November 2011, 21:41 (vor 5404 Tagen) @ Tuba 16-8-4

Angenommen!

Herzlichen Dank, ich bin gespannt.

Lautstärke (war: Würzburg)

Antilope, Donnerstag, 24. November 2011, 06:35 (vor 5403 Tagen) @ MichaelS

Schade, Sie haben offenbar meinen Beitrag nicht verstanden:

- Er bezieht sich in keiner Weise auf die Würzburger Orgel, dich ich gar nicht kenne.
- Er sagt nicht, dass man an lauten Orgel nicht auch im gewissen Rahmen leise spielen kann!

VORSICHT - DÜNNES EIS!!

JFK, Donnerstag, 24. November 2011, 14:32 (vor 5403 Tagen) @ D. Hausmann

man braucht es ja gar nicht auszusprechen - es weiß eh jeder! Man muss nur lesen können.

Würzburg hat Geld

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Donnerstag, 24. November 2011, 15:50 (vor 5403 Tagen) @ Tuba 16-8-4

Danke lieber Kollege schon mal für die Informationen aus erster Hand! Ich war froh, nun mal die Disposition bzw. die weiteren Info's lesen zu können:

Ich wünsche viel Freude mit dem revidierten Instrument!

Gruss

Thomas Haubrich

--
Thomas Haubrich

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Antilope, Freitag, 25. November 2011, 09:38 (vor 5402 Tagen) @ ThomasMP

Beim Plany ist immer alles ganz einfach. Zum Thema laut habe ich bereits geschrieben. Würde mich interessieren, wie der bei einer schreienden Orgel (meine jetzt kein konkretes Instrument!) z.B. eine Cuperin-Suite "leise" registriert. Aber vermutlich kann er das.

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