Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Martin78
, Donnerstag, 17. November 2011, 06:17 (vor 5409 Tagen)
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 17. November 2011, 10:49
Hallo,
am kommenden Christkönigsonntag erfolgt um 14.30 Uhr die Weihe der neuen Fasen-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Remigius. Die Orgel spielt Regionalkantor Volker Krebs aus Trier (St. Paulin). Weitere Informationen zum Weihegottesdienst auf der letzten Seite des Pfarrbriefs.
Zwei Fotos der neuen Orgel findet auch hier; da die Disposition noch nicht im Netz zu finden ist, hier noch einmal das, was in der Anzeige des Orgelbauers in der letzten AO widergegeben ist:
HW
Principal 8'
Konzertflöte 8'
Gedackt 8'
Octave 4'
Flöte 4'
Superoctave 2'
Mixtur IV
Cornett III
Trompete 8'
SW
Geigenprincipal 8'
Bordunalflöte 8'
Dulciana 8'
Vox coelestis 8'
Fugara 4'
Traversflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Flageolett 2'
Terz 1 3/5'
Oboe 8'
- Tremulant -
P
Subbass 16'
Quintbass 10 2/3'
Octavbass 8'
Gedacktbass 8'
Choralbass 4'
Posaune 16'
Basstrompete 8'
Nebenregister: Nachtigall
Setzeranlage, Sub-/Superkoppeln zum/im SW
Viele Grüße,
Martin
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Barry Jordan, Donnerstag, 17. November 2011, 07:05 (vor 5409 Tagen) @ Martin78
O Danke, ein richtiges Fundstück dort im Pfarrbrief:
WEBSEITE: www.pfarreien-zemmer.de
Pfarrverwaltung: Pfr. Andreas Noster, Föhren Tel. 06502 – 2368
DAS ist also Pater Noster! Ich fragte mich immer, wo er arbeitet.
:-)
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
elsenp, Donnerstag, 17. November 2011, 07:52 (vor 5409 Tagen) @ Barry Jordan
O Danke, ein richtiges Fundstück dort im Pfarrbrief:
WEBSEITE: www.pfarreien-zemmer.de
Pfarrverwaltung: Pfr. Andreas Noster, Föhren Tel. 06502 – 2368DAS ist also Pater Noster! Ich fragte mich immer, wo er arbeitet.
:-)
Ui, ui, ui,
da muss ich ja noch schnell ein paar Textkorrekturen vornehmen:
Pater noster, qui es in foerensis...
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
MichaelS
, Brackenheim, Donnerstag, 17. November 2011, 08:57 (vor 5409 Tagen) @ Martin78
Da könnte ich doch jetzt schon wieder Krämpfe kriegen. Was soll man auf der Disposition denn spielen? Rheinberger - nee (denn eine deutsch-romantische 2 2/3´-Terzmixtur ist das im HW ja bestimmt nicht), Reger schon gar nicht - wo ist die Walze mit stufenlosem Registercrescendo und Octavkoppeln, Franck auch nicht, dazu muss die Trompette ins SW, Bach auch nicht - ich stelle mir grad die "Dorische" vor mit den "Dialogmöglichkeiten", Alte Meister auch nicht, denn das Teil ist doch bestimmt gleichstufig Temperiert, bleibt noch ein bissel Mozart - DANKE !
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Martin78
, Donnerstag, 17. November 2011, 09:36 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 17. November 2011, 09:46
Da könnte ich doch jetzt schon wieder Krämpfe kriegen. Was soll man auf der Disposition denn spielen? Rheinberger - nee (denn eine deutsch-romantische 2 2/3´-Terzmixtur ist das im HW ja bestimmt nicht), Reger schon gar nicht - wo ist die Walze mit stufenlosem Registercrescendo und Octavkoppeln, Franck auch nicht, dazu muss die Trompette ins SW, Bach auch nicht - ich stelle mir grad die "Dorische" vor mit den "Dialogmöglichkeiten", Alte Meister auch nicht, denn das Teil ist doch bestimmt gleichstufig Temperiert, bleibt noch ein bissel Mozart - DANKE !
Ich werde mir "das Teil" am Wochenende anhören und mal sehen, was der Regionalkantor als dem Instrument würdige Literatur erachtet.
Als Nebenamtler wäre ich jedenfalls über eine solche Orgel für den liturgischen Dienst froh. Beachtlich ist, dass eine Gemeinde ohne Hauptamtlichen in der heutigen Zeit überhaupt noch ein solches Projekt stemmt!
Ich habe die Mixtur noch nicht gehört, kann mir aber nicht vorstellen, dass OBM Fasen eine 2/3'- oder 1'-Mixtur eingebaut hat :-)
Ein Freund von mir konnte schon einzelne Stimmen der Orgel antesten und war jedenfalls begeistert.
Selbst wenn das HW keine romantische Terzmixtur hat: Wenn ich dort als C-Organist eine Vertretung spielen sollte, wäre ich über eine barocktaugliche Mixtur nicht unglücklich.
Für den alltäglichen liturgischen Dienst ist es bestimmt nicht von Nachteil, ab und zu auch mal ein barockes Präludium spielen zu können. Dann doch lieber für den Nebenamtler die eierlegende Wollmilchsau - für das, wozu die Orgel gebraucht wird, ist die Orgel bestimmt gut disponiert, auch wenn dann Regers Choralphantasien und Francks große symphonische Werke vielleicht nicht ganz stilrein erklingen können.
Viele Grüße
Martin
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Donnerstag, 17. November 2011, 10:00 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
Auf der Orgel kann man sicher alles spielen, man muss es nur wollen und vor allem auch können. Dazu gehört auch die Kunst des Registrierens! Wer auf dem Instrument keinen Bach hinbekommt, sollte seine Noten besser gleich einpacken.
Bezüglich der alten Meister: Wiewohl ich ein "Mitteltöner" bin sind alte Stimmungen sicher nicht zwingend zur Interpretation notwendig.
Die Forderung nach einer Walze bei diesem Instrument kommentiere ich lieber nicht.
Sorry, aber solcher Art Kritik bringt mich auf die Palme!
--
Gruß vom Niederrhein
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
MichaelS
, Brackenheim, Donnerstag, 17. November 2011, 10:10 (vor 5409 Tagen) @ Tabernakelwanze
"Sorry, aber solcher Art Kritik bringt mich auf die Palme!"
Und mich bringen solche Orgeln auf die Palme: ein "klassisches " Hauptwerk und dann noch nicht einmal die Spur einer Klangkrone im Schwellwerk...
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Donnerstag, 17. November 2011, 10:14 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
So, so, kennst Du die Planungen? Kennst Du den Kirchenraum? Es gibt welche, die können auf Piepszimbeln ganz gut verzichten.
Instrumente in Grund und Boden zu stampfen, ohne sie je gehört, besser noch gespielt zu haben, ohne Kenntnisse der Gegebenheiten - das geht einfach nicht!
--
Gruß vom Niederrhein
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
elsenp, Donnerstag, 17. November 2011, 10:32 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
"Sorry, aber solcher Art Kritik bringt mich auf die Palme!"
Und mich bringen solche Orgeln auf die Palme: ein "klassisches " Hauptwerk und dann noch nicht einmal die Spur einer Klangkrone im Schwellwerk...
Ruhig, ruhig...
Es wurden Register der Klaisine von 1924 übernommen. Siehe auch hier.
Gruß
Peter
Orgelweihe Zemmer - hier noch die Dispo der alten Klaisine
Martin78
, Donnerstag, 17. November 2011, 21:40 (vor 5409 Tagen) @ elsenp
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 17. November 2011, 21:57
I
Principal 8'
Konzertflöte 8'
Dulciana 8'
Rohrflöte 4'
II
Geigenprincipal 8'
Bordunalflöte 8'
Aeoline 8'
Hohlflöte [ohne Fußtonangabe]
Mixtur-Cornett
P
Subbaß 16'
Normal-, Super- und Subkoppeln, pneumatische Traktur
Quelle der merkwürdigen Dispo: Bösken, Fischer, Thömmes: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Mittelrheins (-> etwas mit Vorsicht zu genießen...)
Der Zustand des Instruments - abgesehen von der für die Kirche zu geringen Größe - scheint wirklich übel gewesen zu sein.
LG,
Martin
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Poupoulcorouse
, Mülheim am Rhein, Donnerstag, 17. November 2011, 22:02 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
Entweder die Martinsgans war nicht mehr frisch ... oder jemand war der Meinung, daß Fasen bisher zu gute Kritiken bekommen hat und wollte also auf Teufel komm raus einen Verriß aus dem Hut zaubern.
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Subkoppel II - I
, Donnerstag, 17. November 2011, 12:17 (vor 5409 Tagen) @ Tabernakelwanze
Auf der Orgel kann man sicher alles spielen, man muss es nur wollen und vor allem auch können. Dazu gehört auch die Kunst des Registrierens! Wer auf dem Instrument keinen Bach hinbekommt, sollte seine Noten besser gleich einpacken.
Bezüglich der alten Meister: Wiewohl ich ein "Mitteltöner" bin sind alte Stimmungen sicher nicht zwingend zur Interpretation notwendig.
Die Forderung nach einer Walze bei diesem Instrument kommentiere ich lieber nicht.
Sorry, aber solcher Art Kritik bringt mich auf die Palme!
da core !!!
Gruß,
Subkoppel II - I
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
jrbecker
, Donnerstag, 17. November 2011, 15:03 (vor 5409 Tagen) @ Subkoppel II - I
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Subkoppel II - I
, Donnerstag, 17. November 2011, 16:34 (vor 5409 Tagen) @ jrbecker
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
jrbecker
, Donnerstag, 17. November 2011, 21:12 (vor 5409 Tagen) @ Subkoppel II - I
Zest la Vieh!
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
organum1973, Köln, Donnerstag, 17. November 2011, 17:40 (vor 5409 Tagen) @ Tabernakelwanze
Da hat man mir die Worte schon aus dem Mund genommen, die mir eigentlich im Moment fehlen...mal ehrlich, wenn hier einige "Experten" nur halb so gut spielen könnten, wie sie nie gehörte Instrumente in Grund und Boden stampfen...
Man sollte nicht vergessen, dass die Orgel hauptsächlich zum liturgischen Gebrauch bestimmt ist, und ob man auf ihr Reger, Rheinberger, Franck oder Bach spielen kann ist erst mal völlig nebensächlich. Bevor man, wie hier leider immer wieder üblich, an der Disposition rummäkelt, sollte man die Orgel erst einmal selbst gespielt und "im Raum" gehört haben. Für diese kleine Gemeinde ist die neue Orgel absolut ausreichend disponiert und wer bei der Disposition Schwierigkeiten hat, Bach oder Franck zu registrieren, der sollte sich lieber überlegen, ein Keyboard anzuschaffen, und auf Schützenfesten und Betriebsfeiern als Alleinunterhalter aufzutreten. Lohnt sich auch in finanzieller Hinsicht viel mehr ;)
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Subkoppel II - I
, Donnerstag, 17. November 2011, 18:01 (vor 5409 Tagen) @ organum1973
... und wer bei der Disposition Schwierigkeiten hat, Bach oder Franck zu registrieren, der sollte sich lieber überlegen, ein Keyboard anzuschaffen, und auf Schützenfesten und Betriebsfeiern als Alleinunterhalter aufzutreten. Lohnt sich auch in finanzieller Hinsicht viel mehr ;)
Wobei ein Keyboard auch keine Walze hat !
Gruß,
Subkoppel II - I
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Antilope, Donnerstag, 17. November 2011, 22:44 (vor 5409 Tagen) @ Tabernakelwanze
Ich würde noch weiter gehen und kann nur bei jemanden, der bei dieser Orgel eine Walze vermisst, an dessen Kompetenz zweifeln.
Umso kleiner eine Orgel ist, umso mehr Kompromise muss man in der Registrierpraxis eingehen. Da braucht man halt Geschmack und Fingerspitzengefühl.
Letztlich kann man sich für eine ganz stringente Dispo entscheiden (nddt./süddts. Barock, Deutschland, spätes 19. Jh. usw.), dann geht vieles nur sehr begrenzt gut und einiges extrem gut, oder man verteilt die "Schwächen". Es ist wie bei der Wahl einer Temperierung: Ich werde den Dreck nicht los, ich kann nur entscheiden wohin ich ihn auf dem Teppich verteile.
Bei sog. deutsch-romantischen Orgel dieser Größe sind übrigens Sub/Super-Oktav-Koppeln nicht obligatorisch gewesen.
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Axel
, Mechernich, Donnerstag, 17. November 2011, 10:17 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
Na, hoffentlich ist eine keine romantische Terzmixtur, schön sind die nämlich oft nicht.
Welcher Läuserich ist dir über die Leber gelaufen?
Im Ernst: Für Rheinberger sind Grundstimmen vorhanden, das Pleno taugt möglicherweise schon ohne Mixtur. Statt der Walze gibt es reichlich Setzer, Oktavkoppeln hat es auch. Einer kleinerer Reger sollte kein Problem sein. Alte Franzosen könnten auch klappen, von Bach sicher auch das Meiste. Dorische würde ich auc einen Versuch ankommen lassen. Man schaue sich die Orgeln an, die Bach hatte: Eine perfekte Disposition ist anders, trotzdem hat er seine Sache wohl gespielt. Einen Franck-Choral würde ich auch nur mit Oboe riskieren.
Damit kann man doch insgesamt zufrieden sein. Ich nähme die Orgel gerne. Im Bistum Trier ist es mit guten Orgeln eher dünn. Soweit ich mich erinnere sind auch Register aus der Vorgängerorgel verbaut, das ergibt schon gewisse Vorgaben für die Gestaltung.
Ganz abgesehen davon: Wer spielt in so einem - mit Verlaub - Kaff einen Franck-Choral, eine Reger-Fantasie oder eine Rheinberger-Sonate?
Ich fahre demnächst mal hin und schaue mir das an.
Schöne Grüße
Axel
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Barry Jordan, Donnerstag, 17. November 2011, 10:29 (vor 5409 Tagen) @ Axel
Meine Güte, sie ist vor allen Dingen eine relativ kleine Orgel und sie kann nicht alles haben.
Die Frage nach einer "richtige" Disposition ist ohnehin sinnlos - eine Orgel soll einfach schön intoniert sein und ein eigenes Profil haben - ganz abgesehen davon, dass eine "richtige" Franck - Orgel praktisch automatisch KEINE gute Reger-Orgel sein KANN, wenn man so dogmatisch sein will.
Ich könnte mir gut vorstellen, ein schönes Konzert darauf zu spielen. Orgeln, die nicht "Dorische"-tauglich sind, gibt's viele - auch historische - mit den vielen einmanualigen Instrumenten anfangend.
Grüße
Barry
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
willscher, Donnerstag, 24. November 2011, 16:48 (vor 5402 Tagen) @ Barry Jordan
Meine Güte, sie ist vor allen Dingen eine relativ kleine Orgel und sie kann nicht alles haben.
Ich könnte mir gut vorstellen, ein schönes Konzert darauf zu spielen.
Ich mir auch. Und wie Barry schon sagt: RELATIV klein.
Es geht auch kleiner. Im Augenblick ein Grollmann-Positiv mit Ged 8 Fl 4 Prz 2 Quinte und Mixtur. Das ist dann schon eher klein, gell?
Und ich freue mich, wenn die etwas größere Grollmann endlich gereinigt ist. Die ist allerdings mit ihren 28 Registern (plus Harmonium-Stimme) auch eher klein - im Vergleich zu Notre Dame ;-))
Gruß
Andreas
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Orgelnist, Donnerstag, 24. November 2011, 17:00 (vor 5402 Tagen) @ willscher
"oh gott nur 28 Register??? und davon noch eine Harmoniumstimme??? Was soll man denn da drauf spielen?"
....werden jetzt einige fragen xD
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Martin78
, Donnerstag, 17. November 2011, 10:46 (vor 5409 Tagen) @ Axel
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 17. November 2011, 15:40
Im Bistum Trier ist es mit guten Orgeln eher dünn.
Na ja, Orgeln in unmittelbarer Nachbarschaft:
die wunderschöne Link in Trier-Ehrang
eine astreine Metzler in Trier-Pfalzel
auch nicht schlechte eierlegende Wollmilchsau: Die Führer in Schweich
und dann gibt es auch noch die Mayer in Föhren
Nicht zu vergessen die zahlreichen guten Orgeln in Trier (Dom, Konstantinbasilika, St. Gangolf, Heiligkreuz, St. Matthias, St. Paulin, Welschnonnenkirche, St. Martin - alle dokumentiert auf www.trierer-orgelpunkt.de) und die frisch restaurierte / rekonstruierte Aulaorgel des Max-Planck-Gymnasiums.
Nach Himmerod und zur Riegerin nach Klausen ist es auch nicht weit, man kann auch die Mosel entlang fahren und zahlreiche schöne historische und auch neue (Rachtig, Zell) Orgeln besuchen :-)
Soweit ich mich erinnere sind auch Register aus der Vorgängerorgel verbaut, das ergibt schon gewisse Vorgaben für die Gestaltung.
In der Tat, da stand ein pneumatisches Klais-Instrument, was wohl ziemlich untermotorisiert (12 Register) und wohl technisch ziemlich desolat war. Das Pfeifenwerk ist wohl weitgehend in der neuen Orgel aufgegangen, vermute ich (z.B. klaistypische "Bordunalflöte")
Ganz abgesehen davon: Wer spielt in so einem - mit Verlaub - Kaff einen Franck-Choral, eine Reger-Fantasie oder eine Rheinberger-Sonate?
Exakt das meinte ich auch in meinem Beitrag... und wenn, dann geht das auch dort. Z.B. Regers Introduktion und Passacaglia d-Moll o. Op., Karg-Elerts "Nun danket alle Gott" oder Rheinbergers a-Moll-Sonate, die ich als C-Musiker hinbekomme, würden dort bestimmt für meine Ohren prima klingen :-)
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Subkoppel II - I
, Donnerstag, 17. November 2011, 18:39 (vor 5409 Tagen) @ Axel
Na, hoffentlich ist eine keine romantische Terzmixtur, schön sind die nämlich oft nicht.
Im Ernst: Für Rheinberger sind Grundstimmen vorhanden, das Pleno taugt möglicherweise schon ohne Mixtur.
Warum sagt denn keiner etwas zu dem Cornett III (Womit ich wieder bei meinem Lieblingsthema "Kornett" bin)?
Bei dieser recht kleinen Disposition ist das Vorhandensein eines Cornetts schon bemerkenswert, finde ich.
Man müsste Cornett und Mixtur mal zusammen hören, vielleicht hätte MichaelS dann
seine "deutsch-romantische 2 2/3´-Terzmixtur".
Auch Superkoppeln können eine durchaus brauchbare Klangkrone erzeugen.
Schön und sehr brauchbar finde ich auch die getrennt disponierte Quinte und Terz im SW.
Gruß,
Subkoppel II - I
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Aeolinchen, Freitag, 18. November 2011, 08:37 (vor 5408 Tagen) @ Subkoppel II - I
Auch Superkoppeln können eine durchaus brauchbare Klangkrone erzeugen.
Hab allerdings noch nie eine Superkoppel-Klangkrone gehört, die klanglich wirklich überzeugend war.
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
FranzS.
, Freitag, 18. November 2011, 10:28 (vor 5408 Tagen) @ Aeolinchen
Auch Superkoppeln können eine durchaus brauchbare Klangkrone erzeugen.
Hab allerdings noch nie eine Superkoppel-Klangkrone gehört, die klanglich wirklich überzeugend war.
Dann hast du noch keine Orgel von Siemann, Regensburg/München gehört oder gespielt. Ich kann an meiner alten Siemann mit der Supergekoppelten Harmonia aethera 2 2/3 (übrigens mit Terz) ein richtiges "Bachplenum" mischen.
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Orgelnist, Montag, 21. November 2011, 17:45 (vor 5405 Tagen) @ Aeolinchen
Eine Superkoppel sollte nicht als Klangkrone verstanden werden, sondern als Möglichkeit die Register zu erweitern...
Streicher 8+4
Prinzipalchor-Alternative ... statt Prinzipal 8 und Octave 4 auch mal den 8´mit Superkoppel probieren ;-)
etc...pp...
Klar kann man auch im Plenum superkoppeln aber wer mag schon schrillende Zymbeln xD
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
FranzS.
, Montag, 21. November 2011, 19:38 (vor 5405 Tagen) @ Orgelnist
Eine Superkoppel sollte nicht als Klangkrone verstanden werden, sondern als Möglichkeit die Register zu erweitern...
das gilt aber nicht für die Orgeln der Jahrhundertwende.
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 17. November 2011, 12:56 (vor 5409 Tagen) @ MichaelS
Da könnte ich doch jetzt schon wieder Krämpfe kriegen. Was soll man auf der Disposition denn spielen? Rheinberger - nee (denn eine deutsch-romantische 2 2/3´-Terzmixtur ist das im HW ja bestimmt nicht), Reger schon gar nicht - wo ist die Walze mit stufenlosem Registercrescendo und Octavkoppeln, Franck auch nicht, dazu muss die Trompette ins SW, Bach auch nicht - ich stelle mir grad die "Dorische" vor mit den "Dialogmöglichkeiten", Alte Meister auch nicht, denn das Teil ist doch bestimmt gleichstufig Temperiert, bleibt noch ein bissel Mozart - DANKE !
Sag mal.... war das Posting jetzt ernst oder ironisch gemeint??
Orgelweihe in St. Remigius, Zemmer (bei Trier)
doppelfloete_h
, Hannover, Donnerstag, 17. November 2011, 19:29 (vor 5409 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
...das ist wohl noch nicht so ganz raus ;) ich frage mich nur, warum nicht ein 16'-gedeckt im hw und stattdessen der ganze sub-kram zuerst. aber die angesprochene kritik und damit verbundenen unspielbarkeits"hypothesen" kann ich auch nicht im geringsten nachvollziehen. man muss halt bereit sein, was draus zu machen und kreativ werden als organist. wenn man dazu nicht willens ist, dann gute nacht...
Orgelweihe in St. Remigius Zemmer - Eindrücke von der Weihe
Martin78
, Montag, 21. November 2011, 10:18 (vor 5405 Tagen) @ Martin78
bearbeitet von Martin78, Montag, 21. November 2011, 11:40
Hallo zusammen,
nach den ganzen Diskussionen ein kleiner Bericht mit meinen persönlichen Eindrücken von der Orgelweihe in Zemmer gestern.
In der vollbesetzten Kirche nahm Pastor Bernd Seibel, der den Orgelneubau mit begleitet hatte, die Weihe der Fasen-Orgel vor. Die Orgel wurde von Regionalkantor Volker Krebs aus Trier souverän präsentiert.
Der örtliche Kirchenchor zeigte unter der Leitung von Stephan Kreutz, unterstützt von einigen Gastsängern aus dem Basilikachor St. Paulin Trier, dass Kultur auch auf dem "platten Land" überzeugend möglich ist: Er brachte, zusammen mit vier Solisten, die „Missa brevissima“ in C von Eberlin zu Gehör, begleitet von einem zehnköpfigem Orchester. Dazu noch die eigens vom ehemaligen Trierer Regionalkantor Reidenbach komponierte Remigius-Kantate für Orgel, Chor und Gemeinde. Insgesamt ein mehr als feierlicher Rahmen für das „hocherwünschte Freudenfest“.
Zum Instrument selbst, das von OBM Fasen und RK Krebs nach der Weihe noch vorgestellt wurde: Die Orgel nimmt schon einen großen Teil der recht kleinen Empore ein, lässt aber noch genügend Platz für den örtlichen Kirchenchor. Die Ausdehnung des Prospektes wurde durch die Gurtrippen des Gewölbes und das zentrale Rückfenster mit der Darstellung der orgelspielenden Cäcilia, das frei bleiben sollte, definiert.
Alle Register (bis auf den Prospektprinzipal) der alten Klais-Orgel wurden übernommen; so ist im Pedal der Subbass, im ersten Manual die Konzertflöte, die Oktave 4‘ und das Cornett (ab g°, alte Cornett-Mixtur), im zweiten Manual Bordunalflöte, Geigenprinicpal, Dulciana, Vox coelestis (vermutlich die alte Aeoline?) und die Traversflöte 4‘ klaisschen Ursprungs, sehr schöne Grundstimmen! Da die Konzertflöte schon in der Mittellage solistische Qualitäten entwickelt, ist das zusätzliche neue, leise Gedeckt im HW sinnvoll.
Im linken Bereich des Orgelgehäuses steht das HW mit dem Prinzipal 8‘ im Prospekt, im rechten Teil das Schwellwerk mit dem Oktavbass im Prospekt 8‘. Das Pedalwerk besitzt elektrische Kegelladen und ist an der Kirchenrückwand angeordnet; Quintbass 10 2/3‘ (gute Wirkung in der nicht ganz kleinen neogotischen Kirche) und Gedacktbass 8‘ sind Auszüge aus dem Subbass, entsprechend Choralbass 4‘ aus dem Oktavbass 8‘ und die Basstrompete 8‘ aus der Posaune 16‘.
Alt und neu verbinden sich zu einer überzeugenden Einheit; die Orgel brüllt nicht, konnte aber in der übervollen Kirche die Gemeinde noch deutlich führen.
Die Koppelanlage mit Super- und Subkoppel lässt eine wirkungsvolle Verbreiterung des Klanges zu. Sehr schöne Oboe im Schweller. Die Schwellwerkswindlade ist auch bis c‘‘‘‘ ausgebaut (warum dann nicht bis g‘‘‘‘, fragte ich mich). Ganz nett ist, dass, wenn die Bordunalflöte im zweiten Manual subgekoppelt wird, die tiefste Oktave aus dem Subbass entlehnt wird, wodurch z.B. ein überzeugendes sechzehnfüßiges Plein Jeu gegenüber einem cf mit den Pedalzungen möglich ist, wie RK Krebs demonstrierte. Die Mixtur ist sehr schön geworden und sticht nicht, vermutlich 2‘-Basis.
Für mich ein wirklich gelungener Orgelneubau (nein, ich werde nicht von Fasen bezahlt :-)), zu dem man den örtlichen Kirchenmusiker Stephan Kreutz, der schon viele Jahre seinen Dienst an der „untermotorisierten“ und desolaten Klaisine versehen hat, nur gratulieren kann. Respekt vor seinem jahrelangen Engagement, das jetzt mit diesem schönen Instrument belohnt wurde.
Bemerkenswert auch die – trotz Übernahme der teureren Grundstimmen – recht geringen Gesamtkosten von rund 200.000 Euro für ein solch vielseitiges Instrument, dass in meinen Ohren dem nur wenig größeren Instrument im 26 km entfernten Bitburg, dem sein Erbauer noch nachsagte, es würde als der Orgelstolz der ganzen Region bezeichnet, in nichts nachsteht – dabei kostete diese Orgel über 400.000 Euronen... (Naja, die Akustik in der Liebfrauenkirche Bitburg ist auch nicht die allerbeste. Sobald so viele Leute kommen, wie man es sich eigentlich wünscht, klingt die Musik, für die die schöne Orgel dort gebaut ist, nicht mehr so doll – das war in Zemmer besser, selbst die übervolle Kirche klang nicht unangenehm trocken).
Ach ja, was spielt man nun auf der Orgel? RK Krebs gab eine überzeugende Antwort: Das erste Stück war „Pomp and Circumstance“ von Elgar / Lemare (Anfang nur mit den 8‘-Labialen, insgesamt schön ausregistriert; spontaner Beifall). Zur Gabenbereitung kam dann die „Große Orgelsonate“ von J.H. Knecht, ein ziemlich virtuoses Stück mit vielen (gefährlichen) Läufen; zur Kommunion „L’Organo Primitivo“, die Humoreske von Pietro Yon; nach der Danksagung noch ein Rondo von J. H. Knecht und zum Schluss die unvermeidliche Widor-Toccata.
Rundum glückliche Gesichter!
Viele Grüße
Martin
HW
Principal 8'
Konzertflöte 8'
Gedackt 8'
Octave 4'
Flöte 4'
Superoctave 2'
Mixtur IV
Cornett III
Trompete 8'SW
Geigenprincipal 8'
Bordunalflöte 8'
Dulciana 8'
Vox coelestis 8'
Fugara 4'
Traversflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Flageolett 2'
Terz 1 3/5'
Oboe 8'
- Tremulant -P
Subbass 16'
Quintbass 10 2/3'
Octavbass 8'
Gedacktbass 8'
Choralbass 4'
Posaune 16'
Basstrompete 8'
Orgelweihe in St. Remigius Zemmer - Eindrücke von der Weihe
untersatz32
, Amriswil, Montag, 21. November 2011, 10:26 (vor 5405 Tagen) @ Martin78
Lieber Martin,
herzlichen Dank für diesen gut geschriebenen und erfrischenden Bericht AUS ERSTER HAND. Das hört sich ja wirklich gut an!
Viele Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Orgelweihe in St. Remigius Zemmer - Eindrücke von der Weihe
Orgelnist, Donnerstag, 24. November 2011, 16:30 (vor 5402 Tagen) @ Martin78
Im Trierischen Volksfreund war folgender Bericht: