"okey" Nr. 103

Florian-L, Montag, 14. November 2011, 16:44 (vor 5414 Tagen)

Hallo!

In der Beilage "Orgel heute" der Zeitschrift "okey" Nr. 103 wird über eine digitale Mammut-Installation an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz berichtet (Link zum Inhaltsverzeichnis). Da ist man Cameron Carpenter zuvorgekommen...

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

"okey" Nr. 103

SlowOrg @, Maribor, Montag, 14. November 2011, 21:19 (vor 5414 Tagen) @ Florian-L

Das Ganze sieht aber nicht so spektakulär aus wie bei CC ...

[image]

War übrigens angeblich eine Idee des derzeitigen Institutsvorstands.

M

"okey" Nr. 103

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 14. November 2011, 21:33 (vor 5414 Tagen) @ SlowOrg

Dafür sieht die hübsche Orgelstudentin weitaus spektakulärer aus als CC.

Aber ich weiche ab...

--
Thomas Haubrich

"okey" Nr. 103

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 14. November 2011, 22:08 (vor 5414 Tagen) @ untersatz32

Dafür sieht die hübsche Orgelstudentin weitaus spektakulärer aus als CC.

Aber ich weiche ab...

...wieso? man muss doch auch mal der wahrheit ins gesicht sehen :)

"okey" Nr. 103

Tim T., Montag, 14. November 2011, 22:10 (vor 5414 Tagen) @ untersatz32

Dafür sieht die hübsche Orgelstudentin weitaus spektakulärer aus als CC.

Aber ich weiche ab...

...allerdings mit Recht ;-)

"okey" Nr. 103

SlowOrg @, Maribor, Montag, 14. November 2011, 22:59 (vor 5414 Tagen) @ untersatz32

Hab mir gleich gedacht, dass sich da einige vom Bild ablenken lassen ... ;-)

Trotzdem ist interessant zu sehen, dass die anderen Orgeln des Grazer Instituts für KM&O ohne "weibliche Ausschmückung" auskommen. Was soll's - ist halt nur ein optisch wenig ansprechendes elektronisches Ding, bei dem sich wohl mancher fragt, was es an einer Musikuni verloren hat (außer dass man damit das Bedienen der Setzeranlage üben kann).

"okey" Nr. 103

Orlos, Montag, 14. November 2011, 23:50 (vor 5414 Tagen) @ SlowOrg

Putzig ist "Obois 8'" in der Kögler-Orgel. Sicher, so könnte man "Hautbois" auch schreiben. Oder ist das eine österreichische Schreibweise, die genau so gesprochen wird? O tempora, o mores, o bo-is.

"okey" Nr. 103

SlowOrg @, Maribor, Dienstag, 15. November 2011, 18:13 (vor 5413 Tagen) @ Orlos

Oder ist das eine österreichische Schreibweise, die genau so gesprochen wird?

Ich habe leider keine Ahnung, wer auf diese ...

[image]

... Schreibweise gekommen ist, sie ist allerdings keine österreichische Spezialität. So eine Registerbezeichnung gibt es auch bei der Orgel in Lich, wobei hier leider nicht klar ist, wann genau dieses Register in die Orgel gekommen ist.

Anscheinend sagt man aber auch im Französischen obois ...

[image]

... und oboïste.

M

"okey" Nr. 103

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 15. November 2011, 06:52 (vor 5413 Tagen) @ SlowOrg

Was es da verloren hat? Die Frage ist recht einfach zu beantworten: Es erlaubt den Studenten das Üben. Ist doch ganz einfach oder?

"okey" Nr. 103

kjz1, Dienstag, 15. November 2011, 09:32 (vor 5413 Tagen) @ SlowOrg

Was soll's - ist halt nur ein optisch wenig ansprechendes elektronisches Ding, bei dem sich wohl mancher fragt, was es an einer Musikuni verloren hat (außer dass man damit das Bedienen der Setzeranlage üben kann).

Im Berufsalltag wird es sich aber wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, dass man als Organist auch mit so etwas (zwangsläufig) in Berührung kommt. Und wenn man dann bei seiner Ausbildung schon mal so etwas gesehen und unter die Finger bekommen hat. Scheint mir hier jedoch eine relativ 'luxuriöse' Ausführung zu sein. Es nützt ja nichts, wenn man bei der Ausbildung der Realität nicht ins Auge sieht.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

"okey" Nr. 103

Oliver Horlitz ⌂, Dienstag, 15. November 2011, 11:12 (vor 5413 Tagen) @ SlowOrg

"Was soll's - ist halt nur ein optisch wenig ansprechendes elektronisches Ding, bei dem sich wohl mancher fragt, was es an einer Musikuni verloren hat (außer dass man damit das Bedienen der Setzeranlage üben kann)."


Da fallen mir noch andere Aspekte ein:

1. Kann man hier unmittelbar die Unterschiede elektronischer Klangerzeuger mit Pfeifenorgeln vergleichen und

2. Kann man auf so einem Gerät per Knopfdruck verschiedene historische und moderne Stimmungen ausprobieren - auch im direkten Vergleich miteinander. Des weiteren läßt sich die Stimmtonhöhe mal eben an Instrumente, mit denen zusammengespielt/-übt werden soll, per Drehknopf anpassen, auch wenn es sich um historische oder historisierende Instrumente in ungewöhnlichen Stimmtonhöhen handelt.

3. Kann man hier auch mal beim Üben mit Kopfhörer ein Großorgelplenum simulieren, ohne gleich eine ganze Etage der Musikhochschule akustisch zu kontaminieren...

Wobei der 2. Punkt m. E. eigentlich die Hauptrechtfertigung für so eine Installation sein dürfte...

mutmaßt grüßend
Oliver

Transponierautomatik

3rd_astronaut, Dienstag, 15. November 2011, 21:52 (vor 5413 Tagen) @ Oliver Horlitz

2. Kann man auf so einem Gerät per Knopfdruck verschiedene historische und moderne Stimmungen ausprobieren - auch im direkten Vergleich miteinander. Des weiteren läßt sich die Stimmtonhöhe mal eben an Instrumente, mit denen zusammengespielt/-übt werden soll, per Drehknopf anpassen, auch wenn es sich um historische oder historisierende Instrumente in ungewöhnlichen Stimmtonhöhen handelt.

Letzten Sonntag habe ich "meinen" 2. Gottesdienst an einer digitalen Orgel gespielt. Der Letzte, der dort geübt hatte, hat mir diverse "Fallen" hinterlassen :-/. Eine davon war eine aktive Höhertransponierung um 1 Ganzton. Das ganze erste Lied über ("All Morgen" in C-Dur) war ich komplett verwirrt, weil ich laufend das Gefühl hatte, "Fis" statt F spielen zu müssen. Komisch, dabei habe ich kein absolutes Gehör...

Also das wollte ich jetzt nur mal berichten ;-)

"okey" Nr. 103

Florian-L, Dienstag, 15. November 2011, 07:24 (vor 5413 Tagen) @ SlowOrg

Das Ganze sieht aber nicht so spektakulär aus wie bei CC ...

Die Rodgers "Trillium" auf dem Bild nicht, das neue Gerät ist eine Rodgers "Masterpiece", die aufwendig umgebaut wurde. Ich bin gespannt, wann man offiziell etwas näheres erfährt.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

"okey" Nr. 103

hinterSatz ⌂ @, Köln, Dienstag, 15. November 2011, 08:57 (vor 5413 Tagen) @ SlowOrg

Die o.a. Rogdgers gibt es im Übrigen nur für dir hübschen Studentinnen, für die Herren und die weniger hübschen dann dieses Modell :-),
natürlich, ohne Heizung, Setzer oder ähnlichen Schickschnack.
[image]

"okey" Nr. 103

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 15. November 2011, 09:21 (vor 5413 Tagen) @ hinterSatz

Na, das ist doch was! Das schlagen die Puristenherzen höher, bekanntlich ist doch wirklich jede Pfeifenorgel brauchbarer, als diese Digitallinge. An dem Gerät kann man so richtig nett Widor,Vierne & Co. üben...

"okey" Nr. 103

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 15. November 2011, 09:24 (vor 5413 Tagen) @ hinterSatz

OK, da nehm' ich lieber die Rodgers samt notwendiger Registrier-Assistentin:
Definitiv die viel edlere Ausführung - in beiderlei Hinsicht...

Meint, natürlich vollkommen wertneutral und ganz zweckorientiert...

Thomas

--
Thomas Haubrich

"okey" Nr. 103

elsenp, Dienstag, 15. November 2011, 11:34 (vor 5413 Tagen) @ hinterSatz

Die o.a. Rogdgers gibt es im Übrigen nur für dir hübschen Studentinnen, für die Herren und die weniger hübschen dann dieses Modell :-),
natürlich, ohne Heizung, Setzer oder ähnlichen Schickschnack.
[image]

Mit folgender hübschen Disposition:

Krenn-Positiv

Gedeckt 8’
Rohrflöte 4’
Prinzipal 4’
Oktav 2’
Zimbel 3fach

Pedal angehängt.

In dem kleinen Holzkästchen rechts unten steckt wahrscheinlich ein unzerstörbarer Vorwerk Kobold mit Bürstaufsatz und umgebauter Ausblasöffnung. Damit kann die ordentliche Studentin gleich anschließend das Übungszimmer saugen... ;-)

Gruß
Peter

"okey" Nr. 103

otto krämer, Dienstag, 15. November 2011, 16:27 (vor 5413 Tagen) @ elsenp

peter, ich weiß, worauf du anspielst...böse!

"okey" Nr. 103

kjz1, Dienstag, 15. November 2011, 21:13 (vor 5413 Tagen) @ otto krämer

peter, ich weiß, worauf du anspielst...böse!

<Loriot>Ach was!</Loriot>

"okey" Nr. 103 - das ist okey

willscher, Dienstag, 15. November 2011, 09:30 (vor 5413 Tagen) @ Florian-L

Hallo!

In der Beilage "Orgel heute" der Zeitschrift "okey" Nr. 103 wird über eine digitale Mammut-Installation an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz berichtet (Link zum Inhaltsverzeichnis). Da ist man Cameron Carpenter zuvorgekommen...

Gruß, Florian

Hi Florian,
find ich gut - daß ich nicht der Einzige bin, der hier aus dem Forum die
"okey" liest...........

Gruß

Andreas

"okey" Nr. 103 - das ist okey

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 15. November 2011, 09:56 (vor 5413 Tagen) @ willscher

das ist okey: ich lese sie auch (hiermit als okey-Leser outgetet)

TH

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Thomas Haubrich

"okey" Nr. 103

Florian-L, Dienstag, 15. November 2011, 16:27 (vor 5413 Tagen) @ Florian-L

Nachdem ich den Artikel genauer gelesen habe, hier ein paar Details (Zitate kursiv):

Gewünscht war eine mobile Digitalorgel,...die neben den bereits in der Grazer Universität verfügbaren Pfeifenorgeln klanglich bestehen, darüber hinaus aber mit einer umfangreichen Spezifikation und Disposition neue Möglichkeiten bei der Interpretation und Aufführung von Orgelliteratur aus allen musikalischen Gattungen eröffnen soll. Dabei sollte nach Prof. Rosts Vorstellung sich eine so konzipierte Digitalorgel nicht etwa auf die Imitation oder das bloße Kopieren von vorhandenen Pfeifenorgeln beschränken, sondern die Vorteile und Möglichkeiten der heute verfügbaren digitalen Technologien möglichst umfassend und souverän ausspielen. Und schließlich muss diese neue Orgel auch außerhalb des universitären Lehrbetriebes einsetzbar sein - also mobil ausgelegt sein.

Als Basismodell dient eine Rodgers "Masterpiece Signature" (MS-376).
Ein massiver Umbau des Spieltisches machte es möglich, das Spieltischoberteil...sowohl in der Höhe als auch in der horizontalen Position stufenlos zu verstellen, um allen Studenten und OrganistInnen des Instituts eine ergonomisch optimale Spielposition zu bieten.

Zur Abstrahlungsanlage: Sie ist 22-kanalig. Für die sechzehn 3-Wege Full-Range Boxen wurden vier mobile Lautsprechersäulen konstruiert, die sich bis zu einer Gesamthöhe von 5,20 Metern stufenlos ausfahren lassen und an denen jeweils 4 Lautsprecher in Position und Neigung flexibel aufgehängt werden können...Vier verschiedene über Pistons direkt wählbare, programmierbare Audiokonfigurationen ermöglichen es, völlig unterschiedliche 'Klangabstrahlungen' aufzurufen. Jede Konfiguration umfasst die Zuordnung von Registern und Werken zu bestimmten Lautsprecherpaaren (alle Registersamples werden Ton für Ton stereophon wiedergegeben, die Lautstärkeregelung sowie ein Equalizer für jedes Werk, die quadrofonische Raumsimulation u.v.m. Nicht weniger als vier Subwoofer, zwei davon sind 'Doppel-18,,-Woofer', sorgen für die druckvolle aber unaufdringliche und nicht 'dröhnende' Widergabe selbst tiefster Frequenzen.

Und schließlich mussten auch insgesamt 30 fahrbare Flightcases gebaut werden, um die gesamte Orgelanlage sicher verpacken und schonend transportieren zu können.

Zur Disposition: 92 Haupt- und 178 Alternativregister...insgesamt 270 klingende Register, aus denen sich nahezu beliebige Dispositionen aus allen Orgelbautraditionen und -Stilen aufbauen und speichern lassen.
Über die Setzeranlage können barocke, französisch-romantische oder symphonische Registerkombinationen angewählt werden, d. h. es sind immer alle "Register", darunter auch "Gravissima 64'", sofort verfügbar ohne zusätzliche Ladezeiten.

Über MIDI können weitere Klangerzeuger angesteuert werden. Ein Rodgers MX-200 Orgel-/Orchester-Expander mit über 1.150 Klängen ergänzt und erweitert hier die Spezifikation der 'Grazer Orgel'. Weiters ist noch ein "MIDI Recorder/Player" vorhanden, und alle persönlichen Daten wie z.B. Setzerdateien, Installations- und Intonationsdaten können ...auf USB Stick gespeichert werden.

Für die Hebe-/Schiebevorrichtung...wurden vier hydraulische, miteinander synchronisierte Hubsäulen in das Spieltischunterteil eingebaut, die das Oberteil auf Knopfdruck stabil und sicher anheben...Nach diesem Produktionsschritt musste der Spieltisch schließlich komplett neu verkabelt werden, zumal für den kompletten 'digitalen Käfig' der Orgel und das raumgreifende zentrale Netzteil...nach dem Einbau der Hub-/Schiebemechanik neue Einbaupositionen im Unterteil zu finden waren.

Zur Intonation und für das 'klangliche Finish' aller 270 Register reiste...Dr. Robert Tall...eigens aus Los Angeles an und verbrachte zwei Tage mit der klanglichen Vollendung dieses Meisterstücks. Am 29. September 2011 wurde die fertig gestellte Installation schließlich von der Universität geprüft und abgenommen - und damit offiziell übergeben.

Man kann die Rodgers MS-376 plan- und bestimmungsgemäß in Zukunft auch an den unterschiedlichsten Aufstellungs- und Aufführungsorten einsetzen - überall dort wo ein wahrhaft großes und großartiges Instrument benötigt wird, aber nicht vorhanden ist. Es braucht keine prophetische Gabe, um voraussehen zu können, dass von dieser einzigartigen Orgel in Zukunft noch viel 'zu hören sein wird'...

Quelle: Dieter Schuster, Claus Riepe, Vorbildlich installiert, Rodgers Masterpiece Signature an der Universität Graz. In: "Orgel heute", S. XIV – XV, Beilage zu "okey" Nr. 103, November/Dezember 2011.


Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

"okey" Nr. 103

SlowOrg @, Maribor, Dienstag, 15. November 2011, 18:27 (vor 5413 Tagen) @ Florian-L

Das meiner Meinung nach noch viel spannendere Projekt, das zurzeit für die Kunstuniversität Graz im Entstehen ist, ist eine modulare Pfeifenorgel (!) mit proportionaler elektrischer Traktur (Eltec-System), die zerlegt und transportiert werden kann. Das Instrument soll bis Januar 2012 fertig sein. Sobald ich mehr Details weiß, wird die Sache genauer vorgestellt.

M

"okey" Nr. 103

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Dienstag, 15. November 2011, 23:21 (vor 5413 Tagen) @ Florian-L

Ein massiver Umbau des Spieltisches machte es möglich, das Spieltischoberteil...sowohl in der Höhe als auch in der horizontalen Position stufenlos zu verstellen, um allen Studenten und OrganistInnen des Instituts eine ergonomisch optimale Spielposition zu bieten.

Durchaus löblich - allerdings ein luxuriöses Feature, das man bei den wenigsten Orgeln findet. Insofern auch keine Vorbereitung auf's "real life"...

Selbst die höhenverstellbare Orgelbank (für mich ein MUSS) war hierzulande vor nicht allzu langer Zeit noch keine Selbstverständlichkeit.

Grüße,
perotin

Rodgers in Graz, war: "okey" Nr. 103

SlowOrg @, Maribor, Mittwoch, 16. November 2011, 00:08 (vor 5413 Tagen) @ Florian-L

Das Projekt ist detailliert auf der Webseite der Firma vorgestellt. Hier gibt's endlich auch die richtigen Fotos (allerdings ohne Studentinnen - offensichtlich sieht man den "Intonateur" bei der Arbeit ...). Ist der Text eigentlich gleich wie in "okey"?

Rodgers - Kunstuniversität Graz

M

Rodgers in Graz, war: "okey" Nr. 103

fluteceleste @, München, Mittwoch, 16. November 2011, 06:01 (vor 5412 Tagen) @ SlowOrg

Hui, da hat man mal nicht gespart mit Lobhudeleien, aber 270 Register sind natürlich schon ein verlockendes Spielzeug. Mutige vor, was schätzt Ihr, dass der ganze Spaß gekostet hat?
Auf der "Intonateurs"-Homepage prangt hinter dem Slogan "A modern approach to the classical organ" ein Foto am Spieltisch der Sauerin im Berliner Dom. Deutschland gilt also nach wie vor etwas bei unseren Cola- und Burgerfreunden..

Rodgers in Graz, war: "okey" Nr. 103

Florian-L, Mittwoch, 16. November 2011, 07:22 (vor 5412 Tagen) @ SlowOrg
bearbeitet von Florian-L, Mittwoch, 16. November 2011, 07:48

Das Projekt ist detailliert auf der Webseite der Firma vorgestellt. Hier gibt's endlich auch die richtigen Fotos (allerdings ohne Studentinnen - offensichtlich sieht man den "Intonateur" bei der Arbeit ...). Ist der Text eigentlich gleich wie in "okey"?

Rodgers - Kunstuniversität Graz

Ja, das ist der vollständige Artikel.

Weiß jemand, ob es vielleicht noch eine ähnliche Installation im europäischen Raum, namentlich im Hochschulbereich, gibt?
Man muss sich schon die Frage stellen, ob Vorlesungen in Orgelkunde so nicht ad absurdum geführt werden.
Und welche Rolle spielt dann noch die mechanische Spieltraktur? Jahrzehntelang wurde "gepredigt" wie essentiell eine solche für eine gepflegte Anschlagskultur sei, im Speziellen natürlich im Ausbildungsbetrieb. Alles obsolet?

Vor einigen Monaten habe ich eine Musikschule besichtigt, und mir ist aufgefallen, dass man dort fast ausschließlich auf E-Pianos setzt; zum Teil recht hochwertige zwar, aber es hat schon zu denken gegeben, dass man es offenbar nicht als nötig erachtet, "lernenden Händen" akustische Instrumente zur Verfügung zu stellen. Das schlagendste Argument dagegen ist natürlich die Kostenfrage für Anschaffung und Wartung.
Wird Clavinova statt Steinway, und natürlich auch Elektronium statt Pfeifenorgel, bald zur Regel?

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Rodgers in Graz, war: "okey" Nr. 103

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 16. November 2011, 08:07 (vor 5412 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von Tabernakelwanze, Mittwoch, 16. November 2011, 08:28

Zur Regel wird es wohl nicht werden, aber eine Alternative, wie in diesem Fall, kann es schon sein. Jedenfalls sind die heutigen Digitallinge klanglich schon beachtlich, wenn man denn bereit ist, etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Die Trakturfrage resp. der Anschlag ist doch nicht wirklich das Problem. Das haben die Digitalen schon seit Jahren gelöst, incl. der Trakturgeräusche... Ich würde wirklich manchen Kollegen sehr empfehlen, sich nicht an Erfahrungen mit Dr.-Böhm-Instrumenten von 1975 zu klammern, sondern einfach mal den Mut aufzubringen, und sich an die aktuellen Kisten führender Hersteller zu setzen. Scheuklappen ab, Vorurteile vergessen, und dann urteilen - keine Sorge, kein Organist kommt in die Hölle, wenn er, vielleicht auch nur insgeheim, zu einem positiven Ergebnis kommt.

Jeder der Lust hat, ist zu mir nach Hause eingeladen, um sich mal ein Bild von der heutigen Technik zu machen. Es erwartet ihn dort eine Monarke - klanglich und optisch sehr appetitlich!

Natürlich - die echte Pfeife ist unübertroffen, aber das Dogma "lieber eine schlechte Pfeifenorgel als ein gutes Digitalinstrument" kann man wohl knicken.

Gruß vom Niederrhein

Rodgers in Graz, war: "okey" Nr. 103

Florian-L, Mittwoch, 16. November 2011, 08:28 (vor 5412 Tagen) @ Tabernakelwanze

Die Trakturfrage resp. der Anschlag ist doch nicht wirklich das Problem. Das haben die Digitalen schon seit Jahren gelöst, incl. der Trakturgeräusche...

Diese Druckpunktsimulationen konnten mich bis jetzt nicht überzeugen (ich habe ein aktuelles Modell ausprobiert). Entweder eine mechanische Traktur oder, im Falle einer elektrischen Traktur oder bei elektronischen Instrumenten, ohne Druckpunktsimulation.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Martin78 @, Mittwoch, 16. November 2011, 09:48 (vor 5412 Tagen) @ SlowOrg

Hallo,

ein gängiges Ausstattungsmerkmal vieler Digitalorgel-Hersteller ist mittlerweile ja die Möglichkeit, blitzschnell in einem Instrument zwischen verschiedenen Intonationen wechseln zu können.

Könnte mich noch relativ Digitalorgel-Unerfahrenen mal jemand aufklären, was der Unterschied zwischen den o.g., oft parallel vorhandenen Intonationen ist?

Grübelnd:
Martin

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 16. November 2011, 10:13 (vor 5412 Tagen) @ Martin78

Ganz einfach, der Unterschied liegt im Klang. Zwischen norddeutschem Barock und franz. Symphonik liegt z. B. ein gewaltiger Unterschied.

--
Gruß vom Niederrhein

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Martin78 @, Mittwoch, 16. November 2011, 10:15 (vor 5412 Tagen) @ Tabernakelwanze

Ganz einfach, der Unterschied liegt im Klang. Zwischen norddeutschem Barock und franz. Symphonik liegt z. B. ein gewaltiger Unterschied.

Natürlich!

Aber zwischen französischer Romantik und Symphonik? Was haben Widor, Vierne etc. denn geschrieben? :-)

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 16. November 2011, 10:47 (vor 5412 Tagen) @ Martin78

Upps! Ähm, .... keine Ahnung, wo da der Unterschied liegt. Fachleute vor!

--
Gruß vom Niederrhein

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Friedrich @, Mittwoch, 16. November 2011, 12:48 (vor 5412 Tagen) @ Tabernakelwanze

Upps! Ähm, .... keine Ahnung, wo da der Unterschied liegt. Fachleute vor!

Bin ich nicht, aber ich vermute, dass französische Orgeln gegenüber z. B. angelsächsischen oder deutsch-romantischen Instrumenten noch eine ganze Menge mehr Drive der Höhe zu mitbringen, also melodiebetonter intoniert sind. Was das für einen Elektronienintonateur bedeutet, weiß ich allerdings nicht. Überhaupt, was das Intoniermesser wohl mit so einer Platine anstellt …

Gruß,
Friedrich

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

otto krämer, Mittwoch, 16. November 2011, 16:29 (vor 5412 Tagen) @ Friedrich

sehr gut - Friedrich - Intoniermesser....wunderbar!
Hit the bulleye!

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

kjz1, Mittwoch, 16. November 2011, 13:36 (vor 5412 Tagen) @ Martin78

Könnte mich noch relativ Digitalorgel-Unerfahrenen mal jemand aufklären, was der Unterschied zwischen den o.g., oft parallel vorhandenen Intonationen ist?

Ist da wirklich Intonation gemeint? Oder greift man doch auf unterschiedliche Sample-Sets zurück, wie man es ja auch von Hauptwerk kennt?

Viele Grüße,

- Karl-Josef

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

Martin78 @, Mittwoch, 16. November 2011, 13:42 (vor 5412 Tagen) @ kjz1

Könnte mich noch relativ Digitalorgel-Unerfahrenen mal jemand aufklären, was der Unterschied zwischen den o.g., oft parallel vorhandenen Intonationen ist?


Ist da wirklich Intonation gemeint? Oder greift man doch auf unterschiedliche Sample-Sets zurück, wie man es ja auch von Hauptwerk kennt?

Aber selbst wenn man auf unterschiedliche Sample-Sets zurückgreift, störe ich mich weiterhin an der Terminologie... ich vermute z.B., dass mit "symphonisch" etwas in Richtung englische oder amerikanische Orgelromantik gemeint ist. Trotzdem ist die Orgelsymphonie auch in der französischen Orgelromantik durchaus beeindruckend repräsentiert :-)

"Frz.-romantische" vs. "Symphonische" Intonation?

fluteceleste @, München, Mittwoch, 16. November 2011, 18:55 (vor 5412 Tagen) @ Martin78
bearbeitet von fluteceleste, Mittwoch, 16. November 2011, 19:00

Ich kann da etwas aus der Praxis beisteuern, wir haben momentan eine "Eminent"E-40 (wohl nicht das neueste Modell, keine Ahnung wie alt..auf jeden fall nix exklusives) als ersatzinstrument im Einsatz, da gibt es barock-romantisch-symphonisch zu wählen
Sample-Sets sind für mich eher die fortentwickelten Luxusversionen der „Intonationswahl“ bei elektronischen Systemen, mit ersteren verbinde ich den Klangcharakter eines bestimmten Instruments, das „abgekupfert“ wird. Also bei speziell bei dem oben genannten Modell (das soll bestimmt keine Schleichwerbung sein,dazu ist das ganze immer noch zu „synthetisch“..) definiere ich die drei Intonationen für mich hauptsächlich über das Ausmaß, wie obertonreich einzelne Register angelegt sind. ich nehme meistens die symphonische Int., weil die dem realen Klang für mein Ohr am nächsten kommt (obwohl das noch gaaanz weit weg vom realen ist..). Bei "romantisch" ist z.B die Oboe eher eine deutsche und noch recht präsent-kräftige, während bei "symphonisch" man schon eher an Basson-Hautbois erinnert wird.Die Trompete schmettert auch bei "symphonisch" weniger als bei barock, wird also bis zu „symphonisch“ immer dunkler und runder, dann erinnert sie fast an eine Tuba. Das Krummhorn ist bei "romantisch" schon weniger Kratzbürstig als bei „barock“, und bei "symphonisch" eine Klarinette. Ähnlich bei Vox humana. Die Celeste ist bei „barock“ fast eine Voce humana, bei romantisch eine immer noch sehr präsente Vox coelestis (was auch immer man darunter verstehen mag), und bei symphonisch noch „feiner“ und zurückhaltender, fast eine Aeolinenschwebung.
Vielleicht hilft das ein bisschen..
mit synthetisch-romantischem Gruß
stefan
Edit: Hier (siehe unter "Ausstattung" kann man dazu etwas nachlesen, etwas fundierter als ich das oben beschrieben habe..

"okey" Nr. 103

Florian-L, Sonntag, 27. November 2011, 08:12 (vor 5401 Tagen) @ Florian-L

Heute gibt es im Rahmen der Sendung "Kultur spezial" auf Radio Steiermark ab 20.00 Uhr einen Beitrag über besagtes Instrument.

Link

Stream

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

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