Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Konz St. Nikolaus
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Abschliessend wurde die im Februar 2011 eingeweihte neue Orgel in der Katholischen Kirche St. Nikolaus in Konz (Deutschland) besichtigt, bislang der grösste komplette NEUBAU auf neuen Kegelladen aus dem Hause Thomas Gaida.
Ungewöhnliche wie die Konzeption ist auch der Prospekt, der, wie auch das Design des Spieltisches vom Traben-Trarbacher Architekten Prof. Josef Schmitz entworfen worden ist. Die verschiedenen „Klangsegel“ leiten die Klänge in den pyramiden- bzw zeltförmigen Kirchenraum, da die Orgel kein geschlossenes Gehäuse besitzt.
Das Pfeifenwerk, teilweise aus den ehemaligen Orgeln von Bitburg und Konz, teilweise neu, fügt sich dennoch zu einem homogenen eigenen Gesamtklang zusammen. Sehr schön z.B. die vielen verschiedenen Flöten, das aus der alten Bitburger Orgel stammende wunderbar zart-spuckende Gedackt 8‘ im Positiv, das edel neobarock-näselnde Krummhorn oder die irisierende 4‘-Schwebung Vox aeterna im SW.
Zusätzlich zur „normalen“ Registerbetätigung auf der linken Spieltisch-Seite können je Manual und Pedal noch 32-Auxilliar-Schaltungen der verschiedenen Kornette, Solo- und Pleno-Zungen, Flöten und Aliquoten vorgenommen werden; dies sogar mit transponierenden Halbton-Koppeln, dass heisst, diese Register können auch in einer ganz anderen als der Unisono-Lage angekoppelt werden, so sind z.B. auch Septimen oder Nonen oder andere Aliquotschaltungen möglich. Apart ist z.B. der Nonen-Effekt mit einem 1 1/3‘-Register. Aber auch ganz fremde Klangwirkungen sind möglich, indem z.B. die Schwebung in einer transponierten Lage angekoppelt wird.
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In der Kürze der Zeit spontan aufgenommene kurze Klangproben von Konz:
Sostenuto: Tastenfessel fürs Manual&Pedal: Hält einen angeschlagenen Akkord an, man kann auf den anderen Manualen oder Pedal frei weiterspielen, bis zur nächsten Sostenuto-Betätigung.
Tacet: schaltet die digitale Traktur ab: man kann still üben, ohne dass in der Orgel "etwas" passiert oder Magnete betätigt werden.
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Die von Orgelbauer Thomas Gaida und Prof. Karl-Ludwig Kreutz (Dekanatskantor in Konz, St. Nikolaus) entworfene Disposition:
I. Hauptwerk:
Principal 16
Bordun 16
Principal 8
Konzertflöte 8
Gedackt 8
Gambe 8
Quinte 5 1/3
Octave 4
Zertflöte 4
Gambe 4
Terz 3 1/5
Quinte 2 2/3
Octavin 2
Terz 1 3/5
Quintlein 1 1/3
Mixtur major 5-fach
Mixtur minor 3-fach
Trompete 16
Trompete 8
Trompete 4
II. Positiv:
Gedackt 8
Gemshorn 4
Blockflöte 4
Quinte 2 2/3
Dolkan 2
Terz 1 3/5
Larigot 1 1/3
Cymbale 3-fach
Dulzian 16
Krummhorn 8
Zink 4
Trompete 16
Trompete 8
-Tremulant
III. Schwellwerk (2-fach inclusike „Fernwerk-Schaltung“):
Quintade 16
Flute harmonique 8
Salicional 8
Vox coelestis 8
Flute traversiere 4
Fugara 4
Vox aeterna 4 (Octavauszug aus der Vox coelestis)
Nasat 2 2/3
Doublette 2
Tierce 1 3/5
Plein Jeu 2
Basson 16
Trompette harmonique 8
Hautbois 8
Clairin 4
Schalmey 4
-Tremulant
Pedalwerk:
Bassus magnus Contionacum 32
Montre 32
Untersatz 32
Principal 16
Subbass 16
Quinte 10 2/3
Octavbass 8
Cello 8
Flute 8
Grossterz 6 2/5
Chorale 4
Flute 4
Cello 4
Terz 3 1/5
Quinte 2 2/3
Flute 2
Tuba 16
Trompete 8
Trompete 4
Sing. Cornett 2
Tüblein 1
Dulzian 16
Krummhorn 8
Zink 4
Basson 16
Hautbois 8
Schalmey 4
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General- und Einzeltransposer
Super- und Subkoppel in allen Manualen
Sostenuto (Tastenfessel für angehaltene Akkorde/Noten für Manual plus Pedal)
Tacet (schaltet die elektrische Traktursteuerung aus, sodass z.B. „still“ geübt werden kann)
Crescendo
Midi-Schnittstelle
32-fache Auxilliartableau je Manual
Digitale Einzeltonsteuerung (Kegelladen)
3000 interne Setzer + Manualsetzer („Divisionals“) + Speicher-Chips (Karten)
...to be continued
--
Thomas Haubrich
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Zusätzlich zur „normalen“ Registerbetätigung auf der linken Spieltisch-Seite können je Manual und Pedal noch 32-Auxilliar-Schaltungen der verschiedenen Kornette, Solo- und Pleno-Zungen, Flöten und Aliquoten vorgenommen werden; dies sogar mit transponierenden Halbton-Koppeln, dass heisst, diese Register können auch in einer ganz anderen als der Unisono-Lage angekoppelt werden, so sind z.B. auch Septimen oder Nonen oder andere Aliquotschaltungen möglich. Apart ist z.B. der Nonen-Effekt mit einem 1 1/3‘-Register. ...
Da frage ich mich - nachdem ich dieses hier gelesen habe und gerade dachte, ich hätte es verstanden - wie das funktionieren kann, denn der Aussage von otto krämer nach ist eine Quinte ja auch nur als Quinte funktionsfähig und eben nicht auch als None...
momentan hochgradig rätselnd
Jörg
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
genau...man kann annäherungsweise natürlich über eine quintkoppel die none aus
der 1 1/3'- quinte heraus ziehen, aber das ist dann keine akustisch korrekte große none, sonder nur die akustisch korrekte quinte über der temperiert gestimmten quinte der prinzipalreihe(n).
wenn man alle ohren zumacht, geht das auch irgendwie.
ich verstehe diese ansätze - aber nur die acusticum-vorgehensweise ist halt auch akustisch korrekt.
alles andere (auch MEINE (er)findung einer durch tritonus-koppel aus einer frei angekoppelten terz 1 3/5' eine ziemlich gut verschmelzende 1 1/7' septieme zu erhalten...freilich sehr nah dran...) sind lediglich approxomative lösung und wissenschaftlich leider pfostentreffer...d.h. sie zählen eigentlich nicht.
ich hätte auch lieber eine echte alternative mit echten aliquotreihen auf einzeltonsteuerungen als auxiliar.
ok?
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
@jrbecker: Nee, du hast Otto vollkommen richtig verstanden und das stimmt auch, eine gerade gestimmte None/Septime/Mollterz etc. ist sicher besser...
Aber ich glaube, gerade bei diesem "grossen" Projekt war irgendwann "Schluss" - natürlich hätte man noch eine Septim-Auxilliar-Reihe 4 4/7 - 2 2/7 - 1 1/7 etc. oder gleichartige None einbauen können; aber so kann man wenigstens eine "mogeln" - der 8/9 war gar nicht so übel...
Viele Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
...wenn ich eine kirchenchor-probe beginne, habe ich auch auch den falschtonfilter an.
die gemogelten nonen sind dann in der regel schon viiiiiiiiiiel besser, klar.
wie gesagt, warum nicht.
nur wenn der orgelwissenschaftler mit seinen schlauen fragen kommt, dann habt doch die passende antwort auch parat...mir ist es eigentlich egal..hauptsache, es klingt gut, oder?
OL in NDdP macht ja auch über diese wege eine septieme céleste, wie mir unlängst bourdon celeste erklärte (danke nochmal dafür).
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
...Wie Recht du hast!!!
--
Thomas Haubrich
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Die Klangproben Konz sind jetzt online...
(wie gesagt, keine künstlerisch-hochstehenden Impro's - nur rasche Klangkostproben)
war etwas mühsam wegen des vorsintflutlichen Homepage-Tools, der einen vorsintflutlichen Browser verlangt - mit den neueren Versionen klappt's nicht...
--
Thomas Haubrich
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Tüblein 1'... allerliebst :-)
Gleich 3 x 32'! Ist da ein echter Gedackter dabei, oder sind diese Register allesamt aus den 32'-Aliquoten bzw. elektronisch gezaubert, Thomas?
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
aaaalso:
Der Montre 32' bzw. der Untersatz 32' sind aus dem jeweiligen Principal 16' bzw. Subbass 16' gewonnen (ab c0); C-H dann jeweils mit Quinte. Macht sich aber hervorragend, weil gut intoniert.
Der Bassus Magnus Contoniacum (=Konz) 32' ist eine, dem Walcker-schen Grand Bourdon 32' bzw. den britisch-amerikanischen "Harmonics 32'" entsprechend angelegte Schaltung aus beiden Erstgenannten, plus Quinte 10 2/3', plus Terz 6 2/5' und sonstigem noch etc., ein ziemlich wirkungsvolles "Tier..." - also zwar akustisch, aber nix digital oder elektronisch...
Macht sich seeeeeeeeehr gut!
- Will ich auch haben...!!!
Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
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SO ist richtig!!!
Das Pedal hat ja auch die benötigten selbst. Reihen.
Bravo!
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...und iss waaaahnsinnig "lecker", bzw. sinnlich! :-)
--
Thomas Haubrich
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I. Hauptwerk:
Principal 16
Bordun 16
Principal 8
Konzertflöte 8
Gedackt 8
Gambe 8
Quinte 5 1/3
Octave 4
Zertflöte 4
Gambe 4
Terz 3 1/5
Quinte 2 2/3
Octavin 2
Terz 1 3/5
Quintlein 1 1/3
Mixtur major 5-fach
Mixtur minor 3-fach
Trompete 16
Trompete 8
Trompete 4
II. Positiv:
Gedackt 8
Gemshorn 4
Blockflöte 4
Quinte 2 2/3
Dolkan 2
Terz 1 3/5
Larigot 1 1/3
Cymbale 3-fach
Dulzian 16
Krummhorn 8
Zink 4
Trompete 16
Trompete 8
-Tremulant
III. Schwellwerk (2-fach inclusike „Fernwerk-Schaltung“):
Quintade 16
Flute harmonique 8
Salicional 8
Vox coelestis 8
Flute traversiere 4
Fugara 4
Vox aeterna 4 (Octavauszug aus der Vox coelestis)
Nasat 2 2/3
Doublette 2
Tierce 1 3/5
Plein Jeu 2
Basson 16
Trompette harmonique 8
Hautbois 8
Clairin 4
Schalmey 4
-TremulantPedalwerk:
Bassus magnus Contionacum 32
Montre 32
Untersatz 32
Principal 16
Subbass 16
Quinte 10 2/3
Octavbass 8
Cello 8
Flute 8
Grossterz 6 2/5
Chorale 4
Flute 4
Cello 4
Terz 3 1/5
Quinte 2 2/3
Flute 2
Tuba 16
Trompete 8
Trompete 4
Sing. Cornett 2
Tüblein 1
Dulzian 16
Krummhorn 8
Zink 4
Basson 16
Hautbois 8
Schalmey 4
Thomas, noch einige Fragen zur Dispo:
- Ist der HW-Prinzipal selbständig oder die Fortführung des entsprechenden Pedalregisters?
- Dulzian, Krummhorn und Zink sind als "Krummhornchor" Extensionen, vermute ich?
- Genauso der "Fagottchor" im SW? Ebenfalls Tr. und Clairon im SW?
- Wird die kombinierte Trompetenreihe 16-8-4 ebenfalls im Pedal als Tuba etc. angespielt, oder gibt es dort eine selbständige Zungenpfeifen-Reihe?
Kenne aus eigenem Antesten bislang nur eine von Gaida überholte und (lediglich um eine Auxiliarlade Vox Coelestis 8' + 4') erweiterte Sebald-Oehms-Orgel in St. Jakobus, Trier-Biewer; die ist sehr gut geworden, ein runder, dicker Klang, fast schon zu fett, auf jeden Fall sehr liturgisch. Leider habe ich es noch nicht nach Konz geschafft :-)
LG,
Martin
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
*Ketzermodus an*
Der Raum wirkt auf mich nicht eben riesig und hoch, die Orgel dafür seeeeehr tiefengestaffelt.
Da muss doch eine Menge kreuz- und quertransmittiert sein, damit da diese üppige Dispo reinpasst, oder nicht? Um nicht falschverstanden zu werden: Ich finde die Dispo so gelesen hoch reizvoll , klingen tut's auch nicht schlecht, aber mir stellt sich ein wenig die Frage nach der technischen Dauerfestigkeit. Können wir uns in 15 Jahren auch noch an diese Orgel setzen und sagen "Ja, damals... da war das hier noch ganz was besonderes!" oder werden wir bzw. andere schimpfen, das Teil sei viel zu komplex und seitdem der Gaida im Himmel harft, kommt kein anderer OB damit klar?
*Ketzermodus aus*
Fabian
edit: Was mir auffällt, ist der "unstarre" Wind im Plenum. Noch nicht störend, aber auffällig. Jedenfalls, wenn man die stocksteife Windversorgung anderer modernen Orgeln im Ohr hat...
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Wenn ich das alles so lese, könnte GAIDA aus meinen drei verbeulten Pfeifen im Keller unterschiedlicher Bauweise sicherlich ein stattliches Örgelchen zaubern.
Habe im Sommer eine von GAIDA um- oder neugebaute Orgel in Neunkirchen im Saarland testen dürfen. Kam mir trotz sehr bescheidener Pfeifenanzahl sehr wuchtig vor.
Technisch tadellos. Nur beim Tutti mit allen Koppeln viel ihr etwas das Atmen schwer.
gruss stein
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Solange sich Prof. Kreutz (ein fantastischer Improvisator) in 15 Jahren noch an diese Orgel setzt, wird niemand ins Grübeln kommen :-)
Ein Feld-, Wald- und Wiesen-Aushilfsorganist, der mal eben fünf Minuten vor der Messe ankommt, könnte dagegen eine Zeitlang brauchen, um den Spieltisch zu erfassen...
Orgeltour Mosel/Luxemburg Teil 4: FINALE: Konz St. Nikolaus
Die Klangproben Konz sind jetzt online...
(wie gesagt, keine künstlerisch-hochstehenden Impro's - nur rasche Klangkostproben)
Klingt wirklich sehr appetitlich! ;-)
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Klangproben
also "nicht elaborierte Klangproben" klingt einfach viel zu bescheiden, das sind prima Registervorstellungen- Danke für diese "organologischen Leckerbissen"!
Klangproben
Liebe Fluteceleste,
lieben Dank für diese unverdienten Blumen!
Ich denke, ich werde mal in aller Ruhe 'ne ausgewachsene Demo-CD in Esch aufnehmen, die Orgel hat mich total vom Sockel gehauen. - aber vielleicht Selbiges dann ja auch bald in Amriswil ..... ;-)
Grüsse
TH
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Thomas Haubrich
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Hallo!
Die Restaurierung in Biwer kenne ich auch: sehr gelungen!
Trompeten: ja eine Reihe 16 8 und 4 - gehört schon fast zum Gaida-Standard, dass er vorhandene Trompeten 8 nach oben/unten erweitert.
Krummhorn-Chor 16 8 4: dito - eigentlich ein neobarockes, 60er-Jahre-Krummhorn, aber nun super-edel und fein intoniert: richtig schön, da muss es - ausnahmsweise - nicht ein französisches Cromorne sein, obwohl die ja auch toll sind.
Viele Grüsse
TH
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Thomas Haubrich