Göbel-Orgel in Kostheim

jrbecker @, Mittwoch, 09. November 2011, 14:14 (vor 5417 Tagen)

Stefan hat hier auf die 1948 durch Josef Göbel erbaute Orgel in Mainz-Kostheim verwiesen.

Das Instrument wurde wohl 1974 um- und 2005 abgebaut.

Kannte jemand diese Orgel mit ihren doch außergeöhnlich konzipierten Auxiliairen? Was wurde dieser Orgel zum Verhängnis: das Konzept? Die klanglichen oder technischen Qualitäten? Die Materialqualitäten der Nachkriegszeit? Oder auch die handwerkliche Ausführung oder schlimmstenfalls gar eine nur mäßige Pflege...?!?

An äheren Informationen zu dieser Orgel wäre ich sehr interessiert, auch zu erfahhren, ob es eine Dokumentation dieser Orgel gibt (schrifltich, in Bil, in Ton...?).

Weitergehend wäre zu fragen, wie es mit weiteren Göbel-Orgeln aussieht. Die meisten davon sind ja wohl nicht mehr erhalten, wie die Datenbank von Herrn Weisel hergibt (der Begriff "ehemalige Orgel" bedeutet, dass das Instrument nicht mehr da ist...):

ort kirche name jahr manuale reg land plz bild info
KOENIGSBERG STADTHALLE GOEBEL 1912 3 52 D 97486
OHLIGS ST.JOSEPH GOEBEL/LEICHLINGEN 1947 2 25 D 42697 EHEMALIGE ORGEL
KOSTHEIM ST.KILIAN GOEBEL/LEICHLINGEN 1948 3 50 D 55246 EHEMALIGE ORGEL
KASTEL ST.GEORG GOEBEL/LEICHLINGEN 1950 1 4 D 55252 EHEMALIGE ORGEL
WEIHER HERZ JESU GOEBEL/LEICHLINGEN 1950 2 16 D 69509
PRECHTAL EV. GOEBEL 1950 0 0 D 79215
FREUDENBERG ST.MARIEN GOEBEL/LEICHLINGEN 1950 2 15 D 57258 EHEMALIGE ORGEL
JUGENHEIM ST.BONIFATIUS GOEBEL/LEICHLINGEN 1951 2 12 D 64342 EHEMALIGE ORGEL
SCHOTTEN HERZ JESU GOEBEL/LEICHLINGEN 1955 1 4 D 63679
ECHZELL HL.KREUZ GOEBEL/LEICHLINGEN 1956 2 12 D 61209
FROSCHHAUSEN ST.MARGARETA GOEBEL/LEICHLINGEN 1957 2 19 D 63500 TEILE VON SCHLIMBAC
SCHNEIDHAIN ST.JOHANNES GOEBEL/LEICHLINGEN 1960 2 14 D 61462 EHEMALIGE ORGEL
WALHEIM HL.KREUZ GOEBEL/LEICHLINGEN 1963 2 27 D 63075

Ich bin sehr gespannt auf Antworten!

LG
Jörg

Göbel-Orgel in Kostheim - Josef Goebel

Tastenhalter @, Mittwoch, 09. November 2011, 15:38 (vor 5417 Tagen) @ jrbecker

Stefan hat hier auf die 1948 durch Josef Göbel erbaute Orgel in Mainz-Kostheim verwiesen.

Folgende Links führen zu Orgeln von Josef Goebel, vor allem zu der großen Orgel im Dom zu Oliva bei Danzig, in der G. einiges von seinen Vorstellungen realisiert hat.
Oliva1
oliva2
Von dieser Orgel besitze ich noch eine LP aus dem Jahr 1979, auf der Heinz Bernhard Orlinski "Choralfantasien" improvisiert. Festgehalten ist also der Zustand nach dem Umbau durch Kaminski aus Warschau.

Höhr-Grenzhausen

Goebel hat sich zu Orgelbaufragen in seinem Buch
"Theorie und Praxis des Orgelpfeifenklanges. Intonieren und Stimmen" [Broschiert] Verlag Das Musikinstrument, 1967 - 94 Seiten Naeuauflage 1974
geäußert; er geht dabei intensiv auf das Problem der höheren Obertöne (seine Teiltonskala geht bis zum 44. Teilton) und ihre Realisierung im Orgelbau ein. Seine Disposition der Orgel in Oliva enthält z.B. im Scharff 4/7, 4/9 und 4/11).
Er erwähnt neben der Danziger Orgel auch eine von ihm gebaute Orgel in der Evangelischen Kreuzkirche in Posen mit IV/65 von 1927, 1934 umgebaut "nach den Erfahrungen der Orgelreform".
Das Buch ist (noch) im Buchversand (antiquarisch?) erhältlich. GWM hatte es vor einiger Zeit zum Download auf seiner Seite eingestellt, der Link funktioniert aber nicht mehr.

J. Goebel war z.Zt. der Verfassung des Buches (1967) 74 Jahre alt, wäre demnach Geb.jahrgang 1893. Das Lexikon der Orgel verzeichnet keinen Eintrag.

Gruß
Tatenhalter

Joseph Goebel-Nachtrag

Tastenhalter @, Mittwoch, 09. November 2011, 15:43 (vor 5417 Tagen) @ Tastenhalter

Nachdem die unterschiedlichen Schreibweisen des Namens durchexerziert wurden, hier die wohl gültige: JOSEPH GOEBEL.

Tastenhalter

Göbel-Orgel in Kostheim - Josef Goebel

elsenp, Mittwoch, 09. November 2011, 15:56 (vor 5417 Tagen) @ Tastenhalter

J. Goebel war z.Zt. der Verfassung des Buches (1967) 74 Jahre alt, wäre demnach Geb.jahrgang 1893. Das Lexikon der Orgel verzeichnet keinen Eintrag.

Gruß
Tatenhalter

Das Buch "100 Jahre BDO" verzeichnet zur Orgelbauerfamilien Goebel (S. 194 f.):

Goebel, Orgelbauerfamilie in Königsberg, Danzig und Leichlingen. 1894 übernahme Bruno Goebel (1860 Landsberg/OS - 1935) die Werkstatt von Rohn in Wormditt und 1898 die von Terletzki in Königsberg. Er war ab 1875 ausgebildet von Czopka in Rosenberg, arbeitete bei Schlag, Koulen, Kuhn, Angster, Steinmeyer und Cavaillé-Coll, ehe er sich selbständig machte. Er baute 251 pneumatische Orgeln in Ostpreußen oder ältere Orgeln auf pneumatische Windladen um. Die Söhne Joseph Goebel (1893 Fünfkirchen - 1969 Leichlingen), Fritz Goebel (1900-1971 Bonn) und Dr. Alfons Goebel erlernten beim Vater den Orgelbau, daher die Firmierung Goebel & Söhne. 1920 eröffnete Joseph Goebel in Danzig einen Zweigbetrieb. 1932 erlosch der Hauptbetrieb in Königsberg für einige Zeit, wurde aber nach dem Wirtschaftsaufschwung von den Söhnen nach 1933 neu gegründet. Nach dem Zusammenbruch fanden die Geschwister Goebel im Rheinland eine neue Bleibe und setzen 1950 die Firma Hugo Koch in Leichlingen fort. Joseph Goebel hat in der unmittelbaren Nachkriegszeit zwischen Sauerland und Main viele Orgeln im damaligen Sinne modernisiert. Er war schon in den 1920er Jahren ein Pionier der Orgelreform, baute in den 1930er Jahren Positive und befaßte sich wissenschaftlich mit der Obertonforschung zusammen mit Paul Smets; Kugelflöte und Mollterz sind seine Erfindungen. Die Firma Goebel baute in Königsberg 251 Opera, in Danzig 1920-1945 73 Orgeln und in Leichlingen 1945-1969 34 Opera.
Fritz Goebel war von 1925 bis 1965 mit Unterbrechungen bei der Fa. Klais in Bonn, zuletzt als Werkmeister, tätig.
[Es folgen Quellenangaben]

Herzliche Grüße
Peter

Göbel-Orgel in Kostheim

fluteceleste @, München, Mittwoch, 09. November 2011, 19:15 (vor 5417 Tagen) @ jrbecker

danke für den thread, Jörg, ich wollte eben gerade einen solchen aufmachen"!

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