Hanjo Robrecht in Herz Jesu, D-Derendorf, 24.01.2011

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Dienstag, 25. Januar 2011, 21:50 (vor 5697 Tagen)
bearbeitet von Clemens Schäfer, Dienstag, 25. Januar 2011, 21:53

Hallo Forum,

für das 4. Winterliche Orgelkonzert hatte Hanjo Robrecht ein rundes Programm zusammengestellt. Um es noch attraktiver zu gestalten, waren Wolfram Goertz als Moderator und Kerzenschein angekündigt. Ersterer erkrankte kurzfristig, der zweite dagegen war gesund und strahlte.

Mit “Litanies” von Alain eröffnete Robrecht den Abend. Laut Alain hat das Stück nicht verstanden, wer nachher nicht völlig ausgepumpt ist. Robrecht brachte das Kunststück fertig, das Werk angemessen zu praesentieren und doch Kraft für das Folgende zu wahren. Praktischerweise hatte er dazu eine Atempause eingeplant. Die “Elfes“ von Joseph Bonnet kamen luftig daher.

Im Mittelpunkt des Konzerts “B.A.C.H.” von Liszt. Das war ordentlich, aber nicht mitreißend. Jedenfalls habe ich das Stück drängender, strebender im Kopf.

Ein kurzes Abheben in himmlische Gefilde brachten “Les Anges” vom Messiaen. Dann folgte der grandiose Schluß: “Trois danses” von Alain. Hier hatte sich Robrecht größte Mühe gegeben. Besonders die Deuils hatten es in sich. Die immer intensiveren Anläufe von unendlicher Trauer waren sehr eindringlich. Robrecht hatte den notwendigen langen Atem. Die Luttes hatten den Anstrich des Vergeblichen. Tiefe, fast gespenstische, beängstigende Musik.

Langer, herzlicher Beifall aus der im Mittelschiff bestens besetzten Kirche.

Robrecht hatte ein Blatt mit nummerierten Notenzitaten ausgegeben und half den Hörern mit dem Liedanzeiger beim Verfolgen. Nachahmenswert.

Am 31.01.2011, 19:30h, St. Martin, D-Unterbilk, Marcel Andreas Obermit Alain (Litanies, Suite pour orgue), Liszt (Ave Maria von Arcadelt, Orpheus) und Guilmants 5. Sonate.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

powered by my little forum