Sacropop - zur Diskussion

otto krämer, Montag, 07. November 2011, 19:54 (vor 5419 Tagen)

http://www.einslive.de/magazin/kolumne/2011/09/110923_nieswandt.jsp

...das nur einmal zur Diskussion....gerade gefunden...übrigens, in Dülken bei Viersen ist wieder eine KiMu-Stelle freigeworden...der jetzige Amtsinhaber wechselte in.......den Schuldienst.
Warum wohl...
Viel Vergnügen bei der Lektüre.

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otto krämer, Montag, 07. November 2011, 20:01 (vor 5419 Tagen) @ otto krämer

da sind wir angekommen...die Künstler haben schon lange keinen Kontakt mehr zur Kirche.

http://img.mittelbayerische.de/bdb/1564200/1564251/300x.jpg
DAS ist dann das Ergebnis.

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Montag, 07. November 2011, 21:41 (vor 5419 Tagen) @ otto krämer

Hallo Otto, ich habe die Geschichte mit Dülken schon mitbekommen, ist es doch meine Heimatgemeinde. Leider ist die Stelle mit dieser großartigen Orgel nur zu 70% ausgeschrieben, eben mal wieder Bistum Aachen. Aber das ist wirklich eine schöne Stelle.
VG. Reinhard Kluth

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elsenp, Dienstag, 08. November 2011, 07:40 (vor 5418 Tagen) @ Reinhard Kluth

Hallo Otto, ich habe die Geschichte mit Dülken schon mitbekommen, ist es doch meine Heimatgemeinde. Leider ist die Stelle mit dieser großartigen Orgel nur zu 70% ausgeschrieben, eben mal wieder Bistum Aachen. Aber das ist wirklich eine schöne Stelle.
VG. Reinhard Kluth

Ja, das Bistum Aachen. Dort spart man sich zu Tode. Man kann immer von mehreren Seiten einen Prozeß zur Optimierung der Finanzen betrachten: 1.) Wie kann ich meine Ausgaben radikal reduzieren ohne Rücksicht auf mein Personal und meine Angebote oder 2.) Wie kann ich neue Handlungsfelder eröffnen, die meine Einnahmesituation verbessern, mein Personal besser motivieren und stärken?
In Aachen hat man sich (nicht zuletzt Dank der externen Beratung, hinter der man sich verstecken kann) für Option 1 entschieden.

Es gibt inzwischen so gut wie keine Stellenausschreibungen mehr. Das Gregoriushaus (zuletzt Hochschule für KM) wurde geschlossen und die Gemeinden in Finanzdingen und eigenen Gestaltungsmöglichkeiten weitgehend entmündigt und enteignet.
Höhepunkt fand ich vor ca. 2 Jahren die Stellenausschreibung eines Aachener Gemeindeverbandes mit 3 Kirchen: Zu erledigen waren der Organistendienst an 5 Wochenendmessen, täglich 2 Wochentagsgottesdienste, Kasulien in 3 Gemeinden, 2 Kirchenchöre, Jugendchor, 2 Kinderchöre und 1 Blockflötengruppe. BU: 65% ( ~ Hartz-IV-Regelsatz).
Da kann man Uli Schlabertz nur gratulieren zu seiner Flucht in den Schuldienst.

Gruß
Peter

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otto krämer, Dienstag, 08. November 2011, 12:42 (vor 5418 Tagen) @ Reinhard Kluth

Hallo Reinhard,
mal sehen, wer es macht...Uli bleibt wohl Regionalkantor, wie ich hörte... das ist ungewöhlich, oder?
VG
Otto

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Dienstag, 08. November 2011, 15:21 (vor 5418 Tagen) @ otto krämer

Das ist schon mehr als ungewöhnlich, lieber Otto. Also, wenn die Umstände es erlauben würden hätte ich da schon Lust zu. Aber wer zieht schon in seine Heimatstadt zurück? Wie wäre es denn mit Dir? Hättest Du nicht Lust?
Gruß Reinhard

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Axel ⌂ @, Mechernich, Dienstag, 08. November 2011, 16:03 (vor 5418 Tagen) @ Reinhard Kluth

Das gibt es aber schon im Bistum AC. Möglich wird es wohl dadurch, dass die Regionalkantorentätigkeit durch einen eigenen Vertrag mit dem Bistum abgedeckt wird, der von einer Kündigung des Vertrages mit der Gemeinde nicht betroffen ist. Trotzdem natürlich ein Kuriosum.

Grüße
Axel

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otto krämer, Dienstag, 08. November 2011, 16:07 (vor 5418 Tagen) @ Axel

Hallo Axel,
genau so ist es.
VG
Otto

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Antilope, Donnerstag, 10. November 2011, 10:53 (vor 5416 Tagen) @ otto krämer

Hallo,
ich habe die Ausschreibung gelesen: "75 Prozent BU mit Aussicht auf 100 Prozent".
Ist da was dran oder sind es nur Floskeln ("Sobald der Papst heiratet, bekommen Sie 100 Prozent")? So etwas (also nicht das mit dem Papst...) liesst man immer wieder. Ich finde das bedenklich: Woher nimmt eine Gemeinde die Rechtfertigung für solche Versprechen? Ich finde so etwas strahlt Gedankenlosigkeit im Hinblick auf eine(n) Musiker aus, der seine Existenz darauf aufbaut.
Dass der alte Kirhenmusiker RK bleibt, finde ich auch ulkig! Er wird sicherlich auf seine Kollegen einen enorm positiven Einfluß haben ("Hallo, ich bin Euer RK, hier ist alles Scheiße, deswegen habe ich auch bei meiner Gemeinde gekündigt."). Ich meine: Wie viele Vegetarier arbeiten als Metzger?

Auf der Startseite des Kirchenmusikreferates im Bistum Münster (ich weiß weder, ob es die Seite bzw. das Referat noch gibt...) war zumindest vor einigen Monaten noch ein Link platziert "Als Kirchenmusiker Lehrer werden". Auch eine Aussage ("Grüß Gott, wir begrüßen Sie auf der Seite des Insolvenzverwalters für Kirchenmusik im Bistum Münster. Zum Verlassen der Seite klicken Sie hier...").
Ich weiß, das ist jetzt ganz böse... Tschuldigung!
Was den Beruf als Musiklehrer betrifft: Dieser hat natürlich einige Vorteile (Geld, Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, man kann fröhlich wiederheiraten und Witze über den Papst machen). Aber: die Orgeln dort sind meistens nicht so schön. Man macht i.d.R. keine tollen Chorkonzerte und es ist nicht gerade so, dass die Klassen voller Freude auf ihren Musikunterricht warten. Auch das kann zermürbend sein.

Organist - Musiklehrer

willscher, Donnerstag, 10. November 2011, 11:43 (vor 5416 Tagen) @ Antilope

Was den Beruf als Musiklehrer betrifft: Dieser hat natürlich einige Vorteile (Geld, Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, man kann fröhlich wiederheiraten und Witze über den Papst machen). Aber: die Orgeln dort sind meistens nicht so schön. Man macht i.d.R. keine tollen Chorkonzerte und es ist nicht gerade so, dass die Klassen voller Freude auf ihren Musikunterricht warten. Auch das kann zermürbend sein.

In der Kapelle eines großen kath. Gymnasiums in HH steht ein wunderschönes Führer-Positiv, frisch restauriert ;-))
Tolle Chorkonzerte kann man allerdings überall erleben an den Schulen, das ist eher die Regel als die Ausnahme.
Arbeitszeiten: Das soll ein Vorteil sein?????
Wenn man Worcoholic ist, gerne neben dem Unterricht bis in die Nacht hinein vorbereitet, korrigiert, sich mit Telefonaten dummer Eltern plagt, am Wochenende Fortbildung oder Proben hat, dann ist das natürlich genau richtig.
Urlaub: Das sind auf dem Papier 2012 natürlich stolze 12 Wochen. Aber ich kenne keinen (Musik)lehrer, der 12 Wochen Urlaub machen kann, denn dann muß das aufbearbeitet werden, was so liegengeblieben ist; außerdem sind Teile der so tollen langen Schulferien Arbeitszeit, weil Präsenzpflicht herrscht und Konferenzen stattfinden. Wenn man seine Arbeit mit Liebe macht, warten die (meisten oder doch viele) Schüler tatsächlich voller Freude auf den Musikunterricht. Der Mangel an Musiklehrern führt aber leider dazu, daß viel fachfremd unterrichtet wird. Viele Kirchenmusiker sind inzwischen im Schuldienst, aber glücklich ist das nicht.

Gruß
Andreas (der immerhin 7 Jahre Schulmusikerfahrung vorweisen kann- alle Stufen incl. Leistungskurs)

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otto krämer, Donnerstag, 10. November 2011, 11:48 (vor 5416 Tagen) @ Antilope

Liebe Antilope,
ich habe selten so gelacht - liege krank im Bett - aber der Vegetarier-Metzger-Vergleich bringt mich in Richtung Genesung - Danke!

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elsenp, Donnerstag, 10. November 2011, 11:48 (vor 5416 Tagen) @ Antilope

Falls noch einer den "Bettel hinschmeißen" möchte, hier eine äußerst informative Seite über den Quereinstieg in den Lehrer-Beruf (speziell für NRW).

Herzlichen Gruß
Peter

Organist - Musiklehrer

Antilope, Donnerstag, 10. November 2011, 14:49 (vor 5416 Tagen) @ willscher

Was den Beruf als Musiklehrer betrifft: Dieser hat natürlich einige Vorteile (Geld, Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, man kann fröhlich wiederheiraten und Witze über den Papst machen). Aber: die Orgeln dort sind meistens nicht so schön. Man macht i.d.R. keine tollen Chorkonzerte und es ist nicht gerade so, dass die Klassen voller Freude auf ihren Musikunterricht warten. Auch das kann zermürbend sein.


In der Kapelle eines großen kath. Gymnasiums in HH steht ein wunderschönes Führer-Positiv, frisch restauriert ;-))

Fantastisch, insbesondere für Reger und Liszt!

Tolle Chorkonzerte kann man allerdings überall erleben an den Schulen, das ist eher die Regel als die Ausnahme.

Naja, da habe ich einen anderen Eindruck... Gerade qualitativ! Und: der "Gebrauchszeitraum der Mst. ist ja sehr begrenzt. Abgesehen davon, dass ein 18 jähriger Bass noch ziemlich vor sich hin kräuselt.

Arbeitszeiten: Das soll ein Vorteil sein?????

Aber gewiß! Ich kenne viele (gute!) Lehrer, die eine tolle Arbeit machen (einschl. Chor etc.) und sich nicht totarbeiten.

Wenn man Worcoholic ist, gerne neben dem Unterricht bis in die Nacht hinein vorbereitet, korrigiert, sich mit Telefonaten dummer Eltern plagt, am Wochenende Fortbildung oder Proben hat, dann ist das natürlich genau richtig.
Urlaub: Das sind auf dem Papier 2012 natürlich stolze 12 Wochen. Aber ich kenne keinen (Musik)lehrer, der 12 Wochen Urlaub machen kann, denn dann muß das aufbearbeitet werden, was so liegengeblieben ist; außerdem sind Teile der so tollen langen Schulferien Arbeitszeit, weil Präsenzpflicht herrscht und Konferenzen stattfinden. Wenn man seine Arbeit mit Liebe macht, warten die (meisten oder doch viele) Schüler tatsächlich voller Freude auf den Musikunterricht. Der Mangel an Musiklehrern führt aber leider dazu, daß viel fachfremd unterrichtet wird. Viele Kirchenmusiker sind inzwischen im Schuldienst, aber glücklich ist das nicht.

Gruß
Andreas (der immerhin 7 Jahre Schulmusikerfahrung vorweisen kann- alle Stufen incl. Leistungskurs)

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Antilope, Donnerstag, 10. November 2011, 14:56 (vor 5416 Tagen) @ otto krämer

Liebe Antilope,
ich habe selten so gelacht - liege krank im Bett - aber der Vegetarier-Metzger-Vergleich bringt mich in Richtung Genesung - Danke!

Gerne... Und? Auch schon die Ernährung umgestellt?

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otto krämer, Donnerstag, 10. November 2011, 15:02 (vor 5416 Tagen) @ Antilope

WIESO DAS?

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Antilope, Donnerstag, 10. November 2011, 15:06 (vor 5416 Tagen) @ otto krämer

Kleiner Witz... Wollte nicht, dass Sie den Kirchendienst aufgeben!!!

vom Organisten zum Lehrer

Axel ⌂ @, Mechernich, Donnerstag, 10. November 2011, 16:24 (vor 5416 Tagen) @ elsenp

Da ich diesen Weg gegangen bin, darf ich vielleicht etwas dazu sagen:

Grundsätzlich muss jeder selbst wissen, was ihm liegt. Ich finde, es war keine Fehlentscheidung.

Die Lage in der Kirche ist einfach desolat. An vielen Stellen ist nicht nur der BU gekürzt, es fehlen auch personelle und finanzielle Mittel für eine hochertige Arbeit. Dazu kommt das Problem, dass diese eben oft gar nicht gewünscht ist, eine Klampfe zum Taizégebet tut es doch auch, den Scheiß mit den altmodischen Instrumenten (wie hießen die Typen, die so gar nicht grooven? Moßhart und Haidden, oder so...) will doch keiner hören...("Bildungsferne Schichten" heißt das auf Pädagogendeutsch)

Wie die Chorarbeit an Schulen aussieht, ist wohl so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Bei uns geht nicht so viel, andere bekommen ganze Oratorien hin. Um diese Aktionen tut es mir schon leid, aber das geht in der Kirche ja auch nur vereinzelt. Aber vielleicht sucht ja mal ein Oratorienchor einen Chorleiter.

Eine gewisse Frustrationstoleranz sollte man mitbringen. Schüler schreien oft als erstes laut "Nein", wenn sie etwas nicht kennen. Wenn man beharrlich ist, wundert man sich oft, wie schnell sich so eine Meinung ändern kann.

Allgemein habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass solider Musikunterricht auch eine Wertschätzung seitens der Schüler erfährt.

Musik finde ich vorbereitungsintensiv. Eine Englischstunde überstehe ich im Notfall mal mit "Open your book, start reading, do exercise No. 1". Das geht in Musik nicht. Man findet auch nicht so viel brauchbares vorstrukturiertes Materail. Dafür halten sich die Korrekturen in Grenzen, das ist auch etwas wert.

In der Schule muss ich natürlich präsent und wach sein. Das kann anstrengen. Dafür werde ich in meiner Freizeit, die klarer abgegrenzt ist als im Kirchendienst, auch nicht behelligt. Auch das hat etwas. (Nicht so, dass der Pfarrer an meinem freien Tag bei mir klingelt: "Es ist Beerdigung und deine Vertretung ist nicht gekommen. Könntest Du gerade spielen?")

Unter den Vorteilen ist natürlich das erheblich bessere Gehalt zu nennen (netto fast das Doppelte).

Ich wäre wirklich gerne Kantor geblieben, aber unter den derzeitigen Bedingungen sehe ich kaum eine Chance, erst recht nicht, da ich noch mehr als 30 Dienstjahre vor mir habe. Und ich würde natürlich gerne als Kirchenmusiker qualifikationsgerecht arbeiten. Dazu zählt für mich nicht, dass ich mit einem Xylophon unter dem Arm über die pfarreieigenen Kindergärten ziehe und mich an Früherziehung versuche. Das können andere besser.

Grüße
Axel

vom Organisten zum Lehrer

otto krämer, Donnerstag, 10. November 2011, 16:39 (vor 5416 Tagen) @ Axel

recht hast Du, Axel....wenn ich nicht ab und an rauskäme aus dem tiefkühlkaff [sic] hier, würde ich auch total verblöden.

ich kann jeden verstehen, der den schritt richtung schule machen will oder es tat.

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