Orgel-Tour Mosel-Luxemburg Oktober 2011 - Teil 2: Mertert

Friedrich @, Mittwoch, 02. November 2011, 11:35 (vor 5424 Tagen) @ untersatz32

Natürlich kann oder könnte man den vielen Extensionen und Quernutzungen diverser Register kritisch gegenüberstehen: in Amerika ist das allerdings scheins kein Thema.

Doch, ist es. Wenn in einer größeren oder auch prominenteren Orgel Extensionen eingesetzt werden, dann wird das in der Fachwelt diskutiert. Auch amerikanische Organisten wissen, dass eine dreifach ausgezogene Trompetenreihe nur eingeschränkt als Zungenensemble brauchbar ist, weswegen man dort solche Ensembles oft mit zwei Reihen findet: 8' und Extensionsreihe 16'/4'.

Auch wenn der amerikanische Orgelbau im letzten Jahrhundert die Möglichkeiten der elektrischen Traktur bis ins Groteske ausgebeutet hat, besteht dort seit mindestens dreißig Jahren ein wachsendes Bewusstsein für Qualitätsorgelbau und das, was ihn ausmacht. Immerhin war es eine der entscheidenden Neuerungen schon G. Donald Harrisons (Æolian-Skinner) gegenüber Ernest M. Skinner, dass er seine Pedale am liebsten "straight" anlegte, also ohne Oktavextensionen oder Transmissionen. Und Harrison war bis zu seinem Tod Marktführer, trotz Apothekenpreisen.

Die Monsterorgel von Atlantic City ist zwar auch ein Extensionsmonster, aber eine komplette (und riesenhafte) Orgel ist sie auch ohne die ganzen Luxus-Extra-Exotik-Schaltungen.

Gruß,
Friedrich


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