Aus gegebenem Anlaß
Diese Mitteilung betrifft alle Bistümer, aber ich beziehe mich auf das Erzbistum Hamburg. Dort laufen zur Zeit die Rendanten herum wie die aufgescheuchten Hühner. Man droht damit, keine Rechnungen für Orgeldienste mehr zu bezahlen. Ein E-Mail jagt das nächste, Krisensitzungen werden abgehalten, manch nebenamtlicher Organist droht mit Selbstmord. Es gab jetzt ein großes Rendantentreffen. Ich zitiere mal aus einem Bericht:
Auf dem Rendantentreffen war die Organistenvergütung ein Thema.
Die Begründung liegt darin, dass es ein Urteil eines Sozialgerichtes gibt, in dem Stehen soll, dass Organisten, die in katholischen Messen spielen, weisungsgebunden arbeiten, weil ihnen die Zeit und die Lieder vorgegeben werden und außerdem noch das Arbeitsgerät (das Instrument) zur Verfügung gestellt wird. Daher können die Orgelspiele für Messen nur noch nach Aufwandentschädigung und geringfügiger Beschäftigung oder normaler tariflichen Beschäftigung vergütet werden.
Hintergrund ist, daß der Staat, der ja über seine Verhältnisse lebt, von den Bürgern mehr und mehr Steuern und Abgaben erpreßt. Da werden halt einfach Gesetze und Verordnungen geändert, damit Geld in die Kassen kommt. Gerade gab es ein Urteil, wonach Studenten Kosten für ihr Master-Studium steuerlich geltend machen können. Aber: Man (also das Politiker-Gesocks) fand heraus, daß´das den Staat zuviel kosten könnte. Dann müßte man ja vielleicht den Krawattenzuschuß für unsere Stattsdiener kürzen oder könnte nicht mehr die allerfettesten Staatskarossen fahren. Die Leute sind ja schon so empfindlich geworden, daß sie sich darüber aufregen, wenn Politiker für 150.000 Euro (in Worten: Einhundertundfünzigtausend) den Staatsflieger nehmen, weil sie eventuell ein kaltes Büffet verpassen könnten. Ja, da hat man einfach Gesetze (was ist denn das für ein Schwachsinn, ein Gesetz?) geändert. Und promt gibt es plötzlich NICHT mehr die Möglichkeit, seine Masterstudiengebühren geltend zu machen. Sind ja auch nur Studenten, mit denen kann man es machen.
Meine Stellungnahme zum Urteil des Sozialgerichts gleich. Wobei ich sagen muß, daß ich glücklicherweise nicht betroffen bin als Mitglied der Künstlersozialversicherung. Aber alle andere armen Schweine, die nebenamtlich ihren Dienst verrichten, die tun mir leid. Die haben nämlich jetzt die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag zu schließen mit der Gemeinde. Dann darf die Gemeinde Sozialabgaben abführen. Schade nur, daß dafür in den immer karger werdenden Töpfen kein Geld vorhanden ist. Das wird dazu führen, daß logischerweise das, was die Gemeinden mehr zahlen müssen, bei Organistenlohn wieder gespart wird.
Fortsetzung folgt