Wie die Daily Mail in ihrer Online Ausgabe berichtete, hat man den jungen Organisten Edward Tambling (Sohn des Komponisten Christopher Tambling) Von Westminster-Abbey gefeuert, da er auf seiner facebookseite sich zu kritisch über John Rutter geäußert hatte. " Apud bonos iura pietatis " ist zu resümieren. J. Rutter ist quasi sein Chef und per Du mit den Royals. Dumm gelaufen...
Rutter.Royale Loyalität
Bariolage
, Samstag, 29. Oktober 2011, 09:28 (vor 5429 Tagen) @ Unda Maris
Es gibt also auch in England Leute, die musikalische Qualität einschätzen können.
Persönlich liebe ich die englische Musik:
William Byrd, Henry Purcell, John Dowland oder auch
Beatles, Queen, Deep Purple.
Diese seichte Weichspülmasche von Rutter ist wirklich zweite Bundesliga, insbesondere die Chorwerke.
WG über JR
Auch bei Rutter gilt:
Es kommt immer drauf an
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
Fabian Brackhane
, Worms, Samstag, 29. Oktober 2011, 15:46 (vor 5429 Tagen) @ Bariolage
Über John Rutter kann man sicher trefflich streiten. Ich finde seine Chormusik offen gestanden weitenteils alles andere als schlecht. Nicht einfach zu singen (man sollte halt schon zählen können), aber großartig in der Wirkung. Mag sein, dass Rutter kein zweiter JSB ist, aber per se disqualifizieren wollen würde ich seine Musik nicht .
Aber wo wir gerade bei Diane Bish sind, möchte ich doch dieses hier einmal kommentarlos zur Diskussion stellen. Nur soviel: Ich bin mir bei dieser Dame nie so ganz sicher, wie seriös sie das alles meint...
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
elsenp, Samstag, 29. Oktober 2011, 16:42 (vor 5428 Tagen) @ Fabian Brackhane
Aber wo wir gerade bei Diane Bish sind, möchte ich doch dieses hier einmal kommentarlos zur Diskussion stellen. Nur soviel: Ich bin mir bei dieser Dame nie so ganz sicher, wie seriös sie das alles meint...
Dass man Couperins Chaconne auf der Orgel (statt auf dem Cembalo) spielt, kann ich sicherlich (auch unter dem Begriff der instrumentenübergreifenden "Claviermusik") vertreten. Dass D.B. dann aber die vielstimmigen, für Cembalo gedachten Akkorde nicht ausdünnt und dann noch einen 32'-Baß darunter legt, das würde ich nicht mehr durchgehen lassen. Aber Diane Bish läßt es eben gern "krachen", da fallen Aspekte wie Werktreue oder historische Spiel- und Registriertechnik hinten rüber. Sowas geht heute aber nicht mehr.
Herzliche Grüße
Peter
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
FranzS.
, Samstag, 29. Oktober 2011, 19:03 (vor 5428 Tagen) @ elsenp
Dass man Couperins Chaconne auf der Orgel (statt auf dem Cembalo) spielt, kann ich sicherlich (auch unter dem Begriff der instrumentenübergreifenden "Claviermusik") vertreten. Dass D.B. dann aber die vielstimmigen, für Cembalo gedachten Akkorde nicht ausdünnt und dann noch einen 32'-Baß darunter legt, das würde ich nicht mehr durchgehen lassen. Aber Diane Bish läßt es eben gern "krachen", da fallen Aspekte wie Werktreue oder historische Spiel- und Registriertechnik hinten rüber. Sowas geht heute aber nicht mehr.Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
ich oute mich jetzt mal als Bish-Fan. Ganz egal wie strittig ihre Interpretationen manchmal sein mögen, sie tut viel für die Orgel und die Orgelmusik und das auf eine sehr sympathische Art und Weise. Etwas paradox finde ich, dass gerade diese Interpretation einer Chaconne "nicht mehr geht", aber die Passacaglia von Bach im Dauerplenum schon (und nur so ist es richtig, laut HIAUPRAMA).
Grüße Franz
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
BourdonCéleste, Samstag, 29. Oktober 2011, 19:07 (vor 5428 Tagen) @ elsenp
bearbeitet von BourdonCéleste, Samstag, 29. Oktober 2011, 19:22
Aber Diane Bish läßt es eben gern "krachen", da fallen Aspekte wie Werktreue oder historische Spiel- und Registriertechnik hinten rüber. Sowas geht heute aber nicht mehr.
Klar geht's! Immer diese Verbote... Ich finde zwar D.B. auch grenzwertig mühsam. Aber "krachen lassen" geht immer. Historische Spiel- und Registriertechnik kann (gelegentlich!) ihren Reiz haben, so wie ungesüßter Tee - wenn er gut ist. Aber manchmal muss es einfach krachen. Beides hat seine Berechtigung.
Erinnert mich an einen Impro-Kurs mit Jos van der Kooy (nunja...). Aufgabe: Toccata im Rhythmus einer Gigue. Ein Teilnehmer registriert ganz klassisch, brav, bieder 8+4+2+Mixtur+Trompete und spielte dann auch dementsprechend irgendwas völlig uninspiriert Unfalsches. Woraufhin JvdK genervt alle möglichen Register (Klais, 4 Manuale) dazugezogen hat bis fast zum Tutti und den Teilnehmer in bestem Rudi-Carrell-Akzent anschnauzte "Benutzen Sie das bitte alles, das war damals sehr teuer, dann müssen sie das auch benutzen!!".
Merkt BC an,
der irgendwo mal "Organiste Tuttilaire" genannt wurde - und das bis heute nicht versteht :D
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
Orlos, Samstag, 29. Oktober 2011, 20:48 (vor 5428 Tagen) @ BourdonCéleste
"Organiste tuttilaire" ist herrlich! Ich bekomme den "Vorwurf" auch ab und an zu hören. Aus Prinzip benutze ich in einem normalen Gottesdienst (also außerhalb der Advents- und Passionszeit) jedes Orgelregister mindestens einmal, dafür haben wir sie ja gebaut! (Ausnahmen mache ich nur beim Cymbelstern und beim Vogelgezwitscher, weil sich dieser Effekt sonst abnutzt.) Putzig fand ich letzthin die Mitteilung eines Kollegen, er "müsse" jetzt Orgelkonzerte anbieten, da er einige Register im Gottesdienst gar nicht benutzen könne, sie seien viel zu laut. Wer die Orgel kennt, wird sich kringeln, es ist wirklich keine Brüllkiste. Aber schon Cavaillé-Coll ist in Notre-Dame verzweifelt, weil Louis Viernes Vorgänger niemals mehr als die Grundstimmen zog und die herrlichen Zungen ignorierte. Noch vor ein paar Jahren las ich einen Beitrag eines Orgelsachverständigen für die Festschrift zur Einweihung einer neuen Orgel, dass man Zungen nur an Feiertagen benutzen dürfe. Ich halte das für Verschwendung. Wie schön machen sich Trompeten für die obligate Begleitung und die Posaune in einer Bass-Durchführung. Und selbst, wenn man einen vierstimmigen Satz spielt, gibt es Strophen, wo eine reine Zungenregistrierung sehr passend ist. Immer diese Selbstbeschränkungen...
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
BourdonCéleste, Samstag, 29. Oktober 2011, 20:59 (vor 5428 Tagen) @ Orlos
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
Poupoulcorouse
, Mülheim am Rhein, Sonntag, 30. Oktober 2011, 01:24 (vor 5428 Tagen) @ Orlos
Nach meiner Erfahrung liegt das aber auch oft daran, daß niemand die Zungen stimmt.
Zungen( )stimmen
Orlos, Sonntag, 30. Oktober 2011, 01:52 (vor 5428 Tagen) @ Poupoulcorouse
In ein winziges Dorf mit einer 5-Register-Orgel auf der Empore kam ich, um eine Beerdigung zu spielen. Der langjährige Organist erzählte mir ganz stolz: "Wir haben vor ein paar Wochen den Orgelbauer kommen lassen. Er hat endlich mal diese Pfeifen repariert. Jetzt kann man sie - nach Jahren - wieder benutzen." Es handelte sich um eine Klarinette 8', die jetzt einfach nur gestimmt worden ist, kaputt war da gar nichts.
Man fragt sich natürlich schon, warum eine Orgel mit nur fünf Registern eine Zungenstimme haben muss (ein Cornett täte da viel besseren Dienst) und warum man so etwas in der Pampa installiert...
(Die Orgel wird mindestens sechzig Jahre alt sein, elektrische Traktur, pfeifenloser "Prospekt", also wirklich etwas für's Kuriositätenkabinett. Leider habe ich damals nichts photographiert.)
Da fällt mir noch eine andere Orgel in einem evangelischen Gemeindesaal ein, gebaut 1949 von Ott mit mechanischen Schleifladen:
I. Manual C-f3
Holzgedackt 8'
Prinzipal 2'
Tremulant
II. Manual
Rankett 8'
Rohrflöte 4'
Oktave 1'
Pedal C-d1
Sordun 16'
Koppeln (als Registerzug)
II-I, I-P
Wer hier keine Zungen stimmt, kann mit dem Gerät wirklich nicht viel anfangen!
Zungen( )stimmen
jrbecker
, Sonntag, 30. Oktober 2011, 05:50 (vor 5428 Tagen) @ Orlos
...
Da fällt mir noch eine andere Orgel in einem evangelischen Gemeindesaal ein, gebaut 1949 von Ott mit mechanischen Schleifladen:
I. Manual C-f3
Holzgedackt 8'
Prinzipal 2'
TremulantII. Manual
Rankett 8'
Rohrflöte 4'
Oktave 1'Pedal C-d1
Sordun 16'Koppeln (als Registerzug)
II-I, I-PWer hier keine Zungen stimmt, kann mit dem Gerät wirklich nicht viel anfangen!
na, das schnurrt doch bestimmt wie ein Kätzchen! - Wird diese Orgel denn auch wirklich gepflegt und regelmäßig benutzt? Ich kenne eine Hammer-Hausorgel mit Sordun-Pedal, das fand ich wirklich sehr angenehm gemacht und da es immer gut gestimmt war, konnta man sich das tatsächlich anhören.
LG
Jörg
Ott-Kleinorgel
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 30. Oktober 2011, 13:22 (vor 5428 Tagen) @ Orlos
Da fällt mir noch eine andere Orgel in einem evangelischen Gemeindesaal ein, gebaut 1949 von Ott mit mechanischen Schleifladen:
I. Manual C-f3
Holzgedackt 8'
Prinzipal 2'
TremulantII. Manual
Rankett 8'
Rohrflöte 4'
Oktave 1'Pedal C-d1
Sordun 16'Koppeln (als Registerzug)
II-I, I-P
Selbst in katholischen Einrichtungen fand sich so was gelegentlich. Ein Instrument mit sehr ähnlicher Disposition, ebenfalls von Paul Ott, stand jedenfalls zu meiner Schulzeit im BKI Speyer ("Bischöfliches Kirchenmusikalisches Institut") in einem kleinen Übezimmer. Es waren wohl 1 bis 2 Register mehr, ebenfalls steil und "auf Lücke" disponiert, eines der Manuale mit Rankett als einzigem 8', und eine hochliegende Zimbel gab's auch!
Fand's schon damals (mit 14 oder so) recht kurios...
Grüße,
perotin
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
elsenp, Sonntag, 30. Oktober 2011, 07:15 (vor 5428 Tagen) @ BourdonCéleste
Merkt BC an,
der irgendwo mal "Organiste Tuttilaire" genannt wurde - und das bis heute nicht versteht :D
Wenn ich demnächst nochmal an eine Orgel komme, wo der Tutti-Knopf so richtig schön abgegriffen ist, dann weiß ich, wer vor mir da war...
Herzlichen Gruß an alle Tuttiosi
Peter
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
otto krämer, Sonntag, 30. Oktober 2011, 17:20 (vor 5427 Tagen) @ BourdonCéleste
sehr gut...BC....tuttilaire....hihi....!
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
Florian-L, Sonntag, 30. Oktober 2011, 08:11 (vor 5428 Tagen) @ elsenp
Dass man Couperins Chaconne auf der Orgel (statt auf dem Cembalo) spielt, kann ich sicherlich (auch unter dem Begriff der instrumentenübergreifenden "Claviermusik") vertreten. Dass D.B. dann aber die vielstimmigen, für Cembalo gedachten Akkorde nicht ausdünnt und dann noch einen 32'-Baß darunter legt, das würde ich nicht mehr durchgehen lassen. Aber Diane Bish läßt es eben gern "krachen", da fallen Aspekte wie Werktreue oder historische Spiel- und Registriertechnik hinten rüber. Sowas geht heute aber nicht mehr.
So ähnlich hat das auch Michael Murray in der Symphony Hall in Boston anno 1981 gemacht. Ob Marcel Dupré dieses Stück wohl auch so gespielt hätte?
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Diane Bish, war: Rutter.Royale Loyalität
stein
, Samstag, 29. Oktober 2011, 16:49 (vor 5428 Tagen) @ Fabian Brackhane
Toll!
Zum Schluss wurde der Zimbelstern eingeblendet, den hätte sie ja auch noch ziehen können.
stein