Schon gut gerüstet?
Na, schon gut gerüstet für das neue Jahr?
Da liegen ja wieder einige Jubiläen von Orgelkomponisten an.
Die Augsburger zelebrieren sicher ihren Wolfgang Ebner *1612,
ich selber stürze mich auf den Prager Ernst Brabec *1912, von dem leider kein
Orgelwerk veröffentlicht wurde, aber ich habe ja Kopien der Manuskripte. Ein
hochinteressanter Orgelkomponist.
Für Karl-Bernhardin ist natürlich das Orgelwerk von Carl Grädener Pflicht. Er wurde naämlich 1812 in Rostock geboren, ging dann aber nach Hamburg.
Der amtierende Regensburger Domorganist sollte sich die Noten von Johann Georg Mettenleiter besorgen (*1812), denn das war einer seiner Vorgänger.
Folgende Orgelkomponisten hinterließen ein umfangreiches Werk: Gustav Flügel und Wilhelm Volckmar (*1812). Die Aufführung des Gesamtwerkes von Volckmar würde vermutlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Bitte nicht Volker Gwinner vergessen (*1912)!
Die Franzosen feiern sicher ihren Félix Danjou (*1812). Olivier Latry würde wahre Größe zeigen, wenn er sich seiner annähme, schließlich war Danjou Titular von N-D.
Alexandre Leprévost ist wohl nicht so bekannt (auch wenn er in St. Joseph regelmäßig aufgeführt wird) (ebenfalls 1812 geboren). Aber er hat eins mit Pierre Cochereau gemeinsam: Beide waren als Organisten an St. Roch tätig.
Eher kennt man noch Jean Francaix. Er hinterließ wenige Orgelstücke, die dafür umso köstlicher sind. *1912, so wie André Ammellér, der auch in Hamburg aufgeführt wird.
1912 geboren sind auch die Holländer Feike Asma und Bram Bruin (den man hauptsächlich wegen seiner Toccata kennt).
In Schweden wurde Gustav Mankell geboren (*1812), in den USA spielt man John Cage (*1912) - warum eigentlich ? Der ist doch gut im Geschäft, hat aber viel schlechter komponiert als der ebenfalls 1912 geborene Myron Roberts. Ich empfehle das Carilloon von 1947, die "Homage to Perotin" und den "Dialogue". Zum Schluß noch einer, der auch 1812 geboren wurde, aber (LEIDER!) nicht für für Orgel komponiert hat: Sigismond Thalberg (Liszt-Schüler). Immerhin gibt es eine Orgeltranskription von ihm. Jetzt hätte ich fast Bernhard Christian Weber vergessen. Organisten aus Wolferschwenda oder Tennstedt sind da besonders in die Pflicht genommen! Bei Breitkopf erschienen sein Zyklus "Das wohl temperirte Clavier oder Praeludia und Fugen durch alle Tone und Semitonia für Orgel". So was läßt sich doch hervorragend mit Bach und Louis Vierne (24 Stücke im freien Stil durch alle Tonarten), René Vierne (Stücke durch alle Tonarten - leider unvollendet), André Fleury (24 Stücke durch alle Tonarten) oder Langlais (24 Stücke durch alle Tonarten) kombinieren.
Gruß
Andreas