Ute Gremmel-Geuchen

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:58 (vor 5437 Tagen) @ forenadmin

Hallo Frau Kollerics,

im Sommer 2009 spielte Ute Gremmel-Geuchen ein Konzert in der hiesigen Neanderkirche. Im alten Forum stellte ich seinerzeit diese Besprechung ein:

...im “8. Sommerlichen” machte man Bekanntschaft mit einer Oboistin im mittleren Teenager-Alter und deren Mutter: Clara Geuchen und Ute Gremmel-Geuchen. Die ganze Familie war angereist. Im Publikum saßen Vater mit fünf weiteren Kindern - einige noch nicht schulpflichtig, auf der Orgelbank vermutlich das sechste Geschwister der Oboistin, ein Jugendlicher, der der Mutter/Organistin die Noten umblätterte.

In vier Abtheilungen gab es je ein Werk für Orgel solo und ein Stück für Oboe und Orgel. Gremmel-Geuchen begann mit Fantasie und Fuge c-moll von Carl Philipp Emanuel Bach. Die Fantasie keck und affektiert, die Fuge mit etwas gewolltem Thema. Hier zeigte. Ph. E., wessen Kind er ist. Von Krebs kam dann die Fantasie g-moll für Oboe und Orgel. Hier war langer Atem gefragt. Und Geuchen haushaltete damit gut.

Schön flüssig und ohne Drücker und aufgesetzte Dramatik dann Mendelssohns Praeludium und Fuge G-Dur. Sehr schön. Von Rheinberger schloß sich Andante pastorale für Oboe und Orgel an (aus op. 98). Auch ein schönes Stück. Wieder waren lange Bögen zu bewältigen, was gut gelang.

Der dritter Akt war Händel gewidmet: Eine Bearbeitung der Ouvertüre aus Solomon (Noel Rawsthorne) hatte etwas viel Leerlauf, musikalisch nicht sehr ergiebig. Die Bearbeitung eines Konzertes für Oboe und Orchester (Gremmel-Geuchen) war dagegen abwechslungsreich und effektvoll.. Hier konnte die Oboistin (Schülerin von Christian Schneider; weiland Düsseldorfer Symphoniker) auch in schnellen Passagen Glänzen.

Von Johann Kaspar Kerll spielte dann Gremmel-Geuchen (hat u.a. bei Oskar Gottlieb Blarr gelernt und kennt daher Orgel und Kirche) Myriaden von Kuckuckrufen. Trotz dieser Masse blieb es bis in den letzten Takt humorvoll. Auch über den Kuckuck ging das Concertino Pastoral für Oboe und Orgel von Joseph Noyon (1888-1962). Das mäßig moderne Stück war nach all’ den braven Harmonien zuvor ein Wohlthat für Ohr und Hirn. Dem flotten “Allegro con moto” folgte ein ausdrucksstarkes “Poco adagio molto Espressivo”. Mit “Gai” klang das Werk aus. Ein lohnendes Stück.

Großer, anhaltender Beifall (eine Zugabe) in der vollbesetzten Neanderkirche (deutlich über 300 Hörer). Blumen für die Spielerinnen. Glückliche Gesichter.

Ich erinnere mich, daß mir der komplette Familienauftritt etwas inszeniert vorkam, zumal die Blumen von ihrer Jüngsten überreicht wurden.

Von Gremmel-Geuchen gibt es neben den angekündigten Bach-Sachen eine Portrait-CD der Orgel dér Paterskirche (Ludwig König) in Kempen (Ndrh.).

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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