Haskell-Kröpfung
Auf diesen Link wurde schon hingewiesen: http://www.organstops.org/_apps/HaskellBasses.html
Über eine deutsche Erklärung würde ich mich auch freuen.
Ich versuchs mal (Zeichnungen auf der o.g. Seite):
1910 erhielt William E. Haskell von der Estey Organ Company eine Reihe von Patenten auf Verfahren zur Absenkung der Tonhöhe von Orgelpfeifen ohne wesentliche Erhöhung der Pfeifenlänge. Diese Methode, die als "Haskelling" bekannt wurden, platziert eine Röhre, die an einem Ende geschlossen ist, innerhalb oder außerhalb des Körpers der offenen bzw. gedeckten Orgelpfeife. Haskell entwickelte mehrere Varianten zu diesem Thema, von denen einige in der vereinfachten Zeichnungen näher erläutert werden.
Abbildung A zeigt die häufigste Form des "Haskelling". Eine offene Metall- (manchmal auch Holz-) Pfeife mit normaler Mensur a wird durch das Einsetzen eines zylindrischen Metallrohrs b verändert, das oben geschlossen und unten offen ist. Nach Haskell muss der lichten Querschnitt des Innenrohres genau die Hälfte des äußeren Rohrs sein, dies bedeutet, dass der Durchmesser für das Innenrohr das 0,707-fache des Durchmessers des äußeren Rohres sein muss. Einige Beispiele weichern jedoch von diesem Verhältnis ab. Das innere Rohr erstreckt sich auf eine Länge von 1/4 bis 1/3 Länge der äußeren Pfeife. Diese Pfeifen werden in zwei Arten gestimmt:
a: Eine Stimmring ist um das untere Ende der inneren Röhre gelegt, der an einer Stange befestigt ist, die bis zur Oberseite der Pfeife führt und mit einem Griff zum Bewegen des Stimmrings versehen ist.
b: Das Innenrohr ist so an die Oberseite der äußeren Pfeife befestigt, dass das Innenrohr in der Pfeife verschoben werden kann.
Abbildung B zeigt eine offene Pfeife, die durch die Zugabe von einem gedeckten Rohr auf der Pfeife c außerhalb des Pfeifenkörpers anstatt im Pfeifeninneren modifiziert wurde. Diese Bauform wurde Berichten zufolge nur für Haskell's Labialzunge Clarinet angewandt.
Abbildung C zeigt eine gedeckte Pfeife a die durch die Einführung eines oben offenen Rohrs d verändert wurde, das am unteren Rand gedeckt ist. Mit dieser Bauweise kann ein 16'-Ton aus einem kleinen Pfeife erzeugt werden, der nur wenig mehr als 4' in der Länge misst. Es ist aber nicht klar, ob Pfeifen in dieser Form tatsächlich je gebaut wurden.
Abbildung D zeigt zwei Innenrohre, die ineinander gesteckt verwendet werden, um die Tonhöhe noch weiter zu senken. Haskell behauptete, dass die Tonhöhe der Summe der Längen der äußeren Pfeife und der inneren beiden Rohre entsprach.
Die nachfolgenden Zeichnungen, reproduziert aus Bonavia-Hunt, zeigen zwei weitere Formen von "Haskelling", eine in einer Pfeife ganz aus Holz, die andere in einer Zunge. Solche Zungenpfeifen sind selten.
Haskell Basspfeifen wurden für 8', 16' und 32' Oktaven verwendet und sind am erfolgreichsten in der unteren Lage einzusetzen. Sie können schwierig zu intonieren sein; dies führte wahrscheinlich auch zu den sehr unterschiedlichen Ansichten über ihre Wirksamkeit. Haskell Basspfeifen haben mehr harmonische Obertöne und weniger Grundton als normale Pfeifen, so dass sie am besten für Streicher geeignet sind. Ein weiterer Vorteil ist ihre Schnelligkeit in der Ansprache, die sie klanglich vorteilhafter als normale Pfeifen für die unteren Oktaven von 16'und 32' Streichern macht, die eine Tendenz zu langsam in der Ansprache sein können.
Haskell-Patente sind längst abgelaufen, und viele andere Orgelbauer haben seine Ideen eingesetzt. Es gibt Gerüchte, dass im 18. Jahrhundert spanische Orgeln diese Arten von Pfeifen verwendeten und Adlung (1768) schrieb eine solche einem Nikolaus Bach um 1750 zu. Einige Orgelbauer haben diesen Ansatz verwendet, um die Länge der Prospektpfeifen für visuelle Zwecke zu reduzieren, mit einem kurzen Haskell-Rohr, um die Tonhöhe um einen relativ kleinen Betrag zu senken.
Gruß
Peter
gesamter Thread:
- Haskell-Kröpfung - Fabian Brackhane, 19.10.2011, 07:46
- Haskell-Kröpfung - Tabernakelwanze, 19.10.2011, 08:12
- Haskell-Kröpfung - elsenp, 19.10.2011, 08:48
- Haskell-Kröpfung - Tabernakelwanze, 21.10.2011, 06:29
- Haskell-Kröpfung - elsenp, 19.10.2011, 08:48
- Haskell-Kröpfung - Tabernakelwanze, 19.10.2011, 08:12