Kirche trifft Synagoge, Kalinowsky und Laux in St.Joseph, D

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Mittwoch, 12. Oktober 2011, 12:20 (vor 5444 Tagen)

Hallo Forum,

“Kirche trifft Synagoge” war der Titel des Konzerts am 09.10. im Rahmen des 6. ido. Dazu hatten Semjon Kalinowsky (Viola) und Torsten Laux (Orgel) ein Programm mit vielen unbekannten Namen zusammengestellt.

Von Bach gab es zu Anfang die Arie “Erbarme dich, mein Gott” aus der Matthäus-Passion. Schon hier überzeugte Kalinowsky mit schönem runden Ton, der nie ins Süßliche abglitt. Die Geringschätzer der Viola als Soloinstrument wurden wahrlich eines Besseren belehrt.

Mit Ignaz (urspr. Isaak) Moscheles (1794-1870) ging es weiter. Der hat das Praeludium C-Dur aus dem WTK von Bach mit einer Begleitstimme versehen - Gounod brauchte dann nur noch einen passenden Text dazu finden, die Ähnlichkeiten sind erstaunlich deutlich.

Solistisch trat Laux dann mit Mendelssohns dritter Sonate auf. Die Klais-Orgel (1936ff.) der Kirche St. Joseph in D-Rath ist durchaus dafür geeignet, verfügt sie doch noch über ausreichend romantisches Potential. Vielleicht hätte Laux den Beginn etwas weniger reich registrieren sollen.

Mit Fernand Halphen (1872-1917, Prière) und Joseph Sulzer (1850-1926, Sarabande op. 8) kamen dann zwei Komponisten zu Wort, die einer gewissen jüdischen Tonsprache (so etwa auf halbem Weg zwischen Gregorianik und Klenzmer) entsprachen. Hierher gehörten auch eine Bearbeitung des “Kol nidre” op. 47 von Max Bruch - das Stück, das an diesem Abend am meisten überzeugte. Dreiteilig dann eine Erstaufführung “Shalom” von Torsten Laux, mäßig modern mit Kombinationen von christlichen und jüdischen Themen.

Ein deutlicher Sprung zurück ging zu Henry Eccles (1675-1735), von dem eine viersätzige Kirchensonate erklang. Wieder hebräisch wurde es mit Friedrich Gernsheim (1839-1918, Elohenu), Albert Kellermann (1863-1927, Hebräische Melodie op. 23) und Louis Lewandowski (1821-1894, Synagogen-Melodien op. 47). Am Ende nochmals eine Komposition von Laux (*1965): Meditation.

Alles gut zu hören, ausgefeilt einstudiert und bestens vorgetragen. Ein langes Programm von ca. 90 Minuten. Aber vom Hocker riß da eigentlich garnichts. Nur der Bruch ließ aufhorchen. Höflicher Beifall der rund 40 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

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(Arthur Rubinstein)


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