Thomas Gabriel Trio und Odilo KLasen, St. Franz. Xav., D
Hallo Forum,
Swinging Bach ist ja nichts Neues. Zum einen swingt Bach auch ohne irgendwelche Eingriffe von selbst. Zum anderen gibt es zahlreiche erfolgreiche Versuche, diese Facette der Bach’schen Musik besonders herauszustellen. Play Bach (Jaques Loussier, Pierre Michelot und Christian Garras) war schon vor Jahrzehnten eine solche Variante. WAr das noch sehr auf Unterhaltung gerichtet, bietet das Thomas Gabriel Trio eine ernsthaftere jazzige Struktur. Im 6. ido 2011 spielten Thomas Gabriel, Gunnar Polansky und Martin Klussmann ein Konzert zusammen mit Odilo Klasen (Orgel). Klasen eröffnete mit Passacaglia und Fuge c-moll, wobei er das Stück nicht aus schlichter Registrierung im pp entwickelte, sondern Zungenplenum gegen Principalplenum setzte und so gleich Forte begann. Bach soll in Weimer eine Orgel
gehabt haben, an der das so auch möglich war: Das war die Motivation für diese Interpretation. Kann man machen, möchte ich sagen. Die herkömmliche Entwicklungsversion ist mir allerdings lieber. Das Dauerforte ermüdet.
Das Konzert stand unter dem Motto “Bach-Jazz”; das war aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Trio hatte sich u.a. ausgerechnet zwei Concerti zur Be- und Verarbeitung (a-moll und G-Dur) ausgesucht, die zwar eine BWV-Nummer tragen aber in Wirklichkeit nicht von Bach sind. Wo wenig Substanz ist, hilft auch kein Verjazzen. Wie ging dagegen die Post ab, als die Gabriels zur Partita c-moll schritten! Das wurde richtig spannend.
Klasen steuerte noch Praeludium und Fuge G-Dur bei. Dabei nahm er ein so schnelles Tempo, daß Aussetzer unvermeidlich wurden. Schließlich versuchten sich die Musiker auch am gemeinsamen Musizieren: Choralvorspiele mit cf von der Orgel und verjazzten Zwischenspielen vom Trio. Tja, diesmal war’s halt nur von mittlerer Art und Güte. Höflicher Beifall der ca. 90 Hörer, Zugabe: Badinerie.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)