Akustischer 32´

Subkoppel, Dienstag, 11. Oktober 2011, 13:57 (vor 5446 Tagen)

Hallo,

ich bin Organist an einer kleiner Dorforgel und manchmal wünsche ich mir sehr einen 32´ im Pedal - besonders bei der Improvisation. Nur leider hat die Orgel keinen 32´.
Ich habe noch nie auf einer Orgel mit einer Hohlquinte 10 2/3´ und weiß nicht ob, bzw. das überhaubt Funktioniert.

Daher meine Frage an euch:
Wenn ich die reine Quinte im Pedal zum Grundton dazu spiele (z.B.: C und G), klingt es dann, als ob ich einen 32´ gezogen hätte?

Vielen Dank schon einmal im Voraus!

Viele Grüße
Subkoppel

Akustischer 32´

elsenp, Dienstag, 11. Oktober 2011, 15:00 (vor 5446 Tagen) @ Subkoppel

Hallo Subkoppel,

dieser Frage wurde im Forum schon einmal nachgegangen, nämlich hier.

Ansonsten würde ich mit Radio Eriwan antworten: Im Prinzip ja, aber...
Wenn Du einen Subbass 16' C und G zusammen nimmst, ist das G als 10 2/3' zwar (tonhöhenmassig fast) korrekt, aber in der Intonation doch für eine echte Quinte zu intensiv.
Man "spürt" zwar den Differenzton, doch anders als bei einer echten Quinte.
In höheren Lage macht sich dann die Temperierung bemerkbar. Quinten zur Erzeugung eines akustischen 32' sind zurückhaltend intoniert bei weiter Mensur, so dass sie mehr Effekt hervorbringen als hörbaren Ton von sich geben.

Gruß
Peter

Akustischer 32´

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 11. Oktober 2011, 19:04 (vor 5446 Tagen) @ elsenp

...und das ist sicher wieder von 16' zu 16' und kirchenraum zu kirchenraum unterschiedlich. ich habe mal in einer kleinen dorfkirche auf einem barockinstrument (!) mit erstaunlich positiver resonanz meines anwesenden orgelprofs messiaens banquet céleste gespielt, weil der "anwesende" subbass ausgerechnet bei der schlussquinte Cis-Gis einen wunderbaren effekt erzeugte.

Akustischer 32´

Subkoppel II - I @, Donnerstag, 13. Oktober 2011, 22:45 (vor 5443 Tagen) @ elsenp
bearbeitet von Subkoppel II - I, Donnerstag, 13. Oktober 2011, 22:48

Man "spürt" zwar den Differenzton, doch anders als bei einer echten Quinte.
In höheren Lage macht sich dann die Temperierung bemerkbar. Quinten zur Erzeugung eines akustischen 32' sind zurückhaltend intoniert bei weiter Mensur, so dass sie mehr Effekt hervorbringen als hörbaren Ton von sich geben.

Gruß
Peter

Dem kann ich nur zustimmen.
Ich habe den besten 32'-Effekt bei Subbass + Violon 16' und Manual-Bordun 16' als Quinte, allerdings auch nur in den unteren 1 1/2 Oktaven.
Aber dort wummert es dann wie eine satte Harley Davidson ;-)
Ich plane für das nächste Jahr eine Quint-Koppel mit dem Bordun 16', muß das aber noch mit unserem Orgelbauer abklären.
Die Kirchenakustik spielt dabei auch eine Rolle.
Deshalb habe ich so meine Zweifel bei einer kleinen Dorfkirche.

Gruß,
Subkoppel II - I

Akustischer 32´

FranzS. @, Freitag, 14. Oktober 2011, 09:44 (vor 5443 Tagen) @ Subkoppel II - I

Die Kirchenakustik spielt dabei auch eine Rolle.
Deshalb habe ich so meine Zweifel bei einer kleinen Dorfkirche.

Bei Sixtus Lampl steht ja bekanntlich eine Steinmeyer-Orgel in der Zollingerhalle. Diese Halle hat fast keinen Nachhall und ist auch nicht allzu groß. Der 32er-Effekt funktioniert aber trotzdem erstaunlich gut.

Akustischer 16´ Cubus

stein @, Freitag, 14. Oktober 2011, 11:30 (vor 5443 Tagen) @ FranzS.

Oberlinger hatte seinerzeit 3 kleine Hausorgeln in seiner Ausstellung. Alle mit einem Cubus 16 Fuss versehen. Ein Würfel angeblasen aus jeweils verschiedenen Richtungen, ergab mit einem 8 und 5 1/3 einen akustischen 16 Fuss.
Hatte er auch als Patent angemeldet.
Ich hatte alle 3 Orgeln ausprobiert. Ergebnis, erste Orgel besass einen runden 16 Fuss Klang in der tiefen Oktave schon bei leiser Registrierung. Bei der zweiten Orgel war dieser erst bei voller Plenumregiostrierung zufriedenstellend zu vernehmen. Bei letzteren nur zur erahnen. Schade das man dies nicht mehr weiter entwickelt hat. Gut gemacht war es eine sehr raffinierte, platzsparende und effiziente Methode.
gruss stein

Akustischer 16´ Cubus

FranzS. @, Freitag, 14. Oktober 2011, 13:53 (vor 5443 Tagen) @ stein

Oberlinger hatte seinerzeit 3 kleine Hausorgeln in seiner Ausstellung. Alle mit einem Cubus 16 Fuss versehen. Ein Würfel angeblasen aus jeweils verschiedenen Richtungen, ergab mit einem 8 und 5 1/3 einen akustischen 16 Fuss.
Hatte er auch als Patent angemeldet.
Ich hatte alle 3 Orgeln ausprobiert. Ergebnis, erste Orgel besass einen runden 16 Fuss Klang in der tiefen Oktave schon bei leiser Registrierung. Bei der zweiten Orgel war dieser erst bei voller Plenumregiostrierung zufriedenstellend zu vernehmen. Bei letzteren nur zur erahnen. Schade das man dies nicht mehr weiter entwickelt hat. Gut gemacht war es eine sehr raffinierte, platzsparende und effiziente Methode.
gruss stein

Hallo,

sehr interessant und es wäre wirklich wert, diese Idee wieder aufzugreifen. Ich selbst kenne eine kleine Orgel von Skrabl, die einen akustischen 16 Fuß in der tiefen Oktave hat. Der ist aber sehr massiv (fast schon zu sehr) und eher als Notlösung anzusehen.

Grüße

Franz

Akustischer 32´

FranzS. @, Dienstag, 11. Oktober 2011, 20:53 (vor 5446 Tagen) @ Subkoppel

Hallo,

ich bin Organist an einer kleiner Dorforgel und manchmal wünsche ich mir sehr einen 32´ im Pedal - besonders bei der Improvisation. Nur leider hat die Orgel keinen 32´.
Ich habe noch nie auf einer Orgel mit einer Hohlquinte 10 2/3´ und weiß nicht ob, bzw. das überhaubt Funktioniert.

Daher meine Frage an euch:
Wenn ich die reine Quinte im Pedal zum Grundton dazu spiele (z.B.: C und G), klingt es dann, als ob ich einen 32´ gezogen hätte?

Vielen Dank schon einmal im Voraus!

Viele Grüße
Subkoppel

Hallo,

wie gesagt, das hatten wir bereits. Ich kenne einige Orgeln mit "Quintbass" und es funktioniert. Als Orgelbautechnischer Laie behaupte ich aber mal, dass ein "richtiger" (deutlich erkennbarer) 32er nur mit einer reinen Quinte (oder Terz) und einem offenen 16 Fuß geht. Ich selbst habe keinen offenen 16 Fuß, lasse mich aber trotzdem dazu verleiten, bei einer Rheinbergersonate die Pedalquinte statt die Oktave beim Schlussakkord zu spielen. Ein richtiger 32er wirds zwar nicht, aber etwas fulminanter klingts schon.

Pfuschergrüße vom Franz

Akustischer 32´

orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 12. Oktober 2011, 07:34 (vor 5445 Tagen) @ Subkoppel

Hallo!

Einen tollen Effekt bei Schlussakkorden hast du auch mit einer Unter-Quarte im Manual...
Hier spiele ich den Grundton im Pedal oktaviert und die Quinte zum 32´ spiele ich im Manual. Bei einigen Orgeln ist die Quinte im Pedal zu massiv, gerade mit 16´Zunge.

Grüße

OQ

Akustischer 32´

Jürgen Wolf, Montag, 17. Oktober 2011, 17:49 (vor 5440 Tagen) @ Subkoppel

Es gibt ja auch Orgeln, die eine Quintzuschaltung gleich mittels Registerklappe eingebaut haben, Beispiel:
Kölner Dom, Vox Balena 64', labialer 32' + Quinte (klingt überzeugend)
Altenberger Dom, Donner 64', Zunge 32' + Quinte (klingt wirklich wie Donner)

Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, auf der Cavaillé-Coll-Orgel St. Etienne in Caen zu spielen. Bei der Improvisation einer Toccata habe ich die letzten Takte im Pedal immer mit Quinte gespielt, der Effekt war fantastisch. Die Orgel besitzt einen Bourdon 32'. Sicher spielt hier auch der Raum eine Rolle - St Etienne ist eine sehr große Kirche.

Auf den vielen kleinen Orgeln, die mir für Messbegleitungen zur Verfügung stehen und die in der Regel mal gerade einen Subbaß 16' besitzen, spiele ich oft bei Schlußakkorden die Quinte im Pedal mit. Tatsächlich ist der Effekt nur bei wenigen Instrumenten befriedigend, bei einigen sogar störend. Man muß wohl ausprobieren, wo es gut klingt und wo eher nicht.

Jürgen Wolf
Köln

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