Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

Florian-L, Sonntag, 09. Oktober 2011, 17:44 (vor 5506 Tagen)

...der Olivier Latry ;-)

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

Karsten, Sonntag, 09. Oktober 2011, 22:04 (vor 5506 Tagen) @ Florian-L

Da muss ich an eine Antwort Leguays denken, der gefragt wurde, wozu der "SOS"-Schalter (Sostenuto) sei: "C'est pour les pompiers..." ;)

Gruß
Karsten

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 10. Oktober 2011, 07:57 (vor 5505 Tagen) @ Florian-L

...und irgendwie ist man froh, wenn's vorbei ist! ;)

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

gk @, Montag, 10. Oktober 2011, 09:30 (vor 5505 Tagen) @ doppelfloete_h

na ja, ich finde Leguay produziert mal nicht diese Schmus mit Soße à la francaise, der einem so oft geboten wird. Diese Strickmuster kenne ich mittlerweile zur Genüge und kann gerne drauf verzichten. Da bietet Leguay mal eine erfrischende Alternative.

Allerdings hat auch er nicht immer nur gute Tage, aber da kenne ich auch andere Improvisatoren. Letztlich kochen sie alle nur mit Wasser.

/gk

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

BourdonCéleste, Montag, 10. Oktober 2011, 09:56 (vor 5505 Tagen) @ gk

na ja, ich finde Leguay produziert mal nicht diese Schmus mit Soße à la francaise, der einem so oft geboten wird. Diese Strickmuster kenne ich mittlerweile zur Genüge und kann gerne drauf verzichten. Da bietet Leguay mal eine erfrischende Alternative.

Allerdings hat auch er nicht immer nur gute Tage, aber da kenne ich auch andere Improvisatoren. Letztlich kochen sie alle nur mit Wasser.

/gk


Leguay ???!

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 10. Oktober 2011, 10:11 (vor 5505 Tagen) @ BourdonCéleste

ähm ja, von dem war ein stück weiter oben auch die rede... :)

aber klar, ich habe latry letztes jahr live erlebt, das war eine der besten impros überhaupt - und ich habe schon viele ganz gute gehört. aber das hier... naja... ;)

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

BourdonCéleste, Montag, 10. Oktober 2011, 12:28 (vor 5505 Tagen) @ doppelfloete_h

Also Leguay geht mir persönlich ganz gewaltig auf die Ohren mit seinem abstrakten Kram, dessen Sinn zu verstehen mein Horizont möglicherweise zu eng ist. Vielleicht aber auch deshalb, weil für mich Musik und Harmonie doch irgendwie noch zusammengehören - in Abgrenzung vom bloßen Geräusch. Ich erwähnte hier in einem anderen Beitrag mal, dass nach einer der ersten von Leguay gespielten Messen ein Kleriker ihn bat, die Orgel künftig nicht während der Liturgie zu stimmen...


Interessant in einem hier angesprochenen Punkt ist die neue CD von Cochereau. Zwei improvisierte Symphonien, die mit nur wenigen Tagen Abstand aufgenommen wurden, sich (daher?) sehr ähneln und in der Tat belegen, wie auch Cochereau nur mit Wasser gekocht hat. Zwar auf eine geniale Art und Weise, dennoch sich selbst zitierend - im Großen wie im Kleinen. Auch bei Olivier beobachte ich diese Selbstzitate und Patterns - die, isoliert betrachtet, grandios sind. Bei häufigerem Anhören aber gelegentlich Wiedererkennungseffekte bewirken - wertneutral formuliert.

Bei Cochereau hingegen ist im Niveau seiner Improvisationen ein gewaltiger Sprung zu beobachten zwischen Live-Aufnahmen mit Gelegenheitsimpros aus dem Alltagsgeschäft und seinen "echten" Einspielungen (z.B. seine PHILIPS-Aufnahmen sowie "l'art de l'improvisation" und "une nuit de noël" bei SOLSTICE). Bei letzteren hat er eine sich eben nicht wiederholende, auch Gesichtspunkten des sauberen Kompositionshandwerks genügende Musik abgeliefert - und das ist schon auch im Detail beeindruckend.

Von Cochereau gibt es eine schöne Anekdote, die mir ausgerechnet Olivier erzählt hat: Eines Tages improvisierte PC in einem Konzert und irgendjemand registrierte ihm (ich vermute Carbou oder Fröhlich) in Zeiten des nicht funktionierenden Setzers. Jedenfalls gab PC gar keinerlei Registrieranweisungen und trotzdem kam alles genau zur rechten Zeit: Zungen rein, Zungen raus, Mixturencrescendi etc. Nach dem Stück fragte PC seinen Registranten ganz erfreut und erstaunt: "Woher wusstest Du...?" und dieser antwortete: "Ich habe die Schallplatte zuhause :-)"

Die Frage ist nur: Sind Patterns - in den Grenzen der zu erwartenden Spontankreativität - verwerflich? Klingen nicht auch die Dire Straits immer nach den Dire Straits und Mozart immer nach Mozart?

Als Escaich (der sich auch sehr gerne selbst zitiert) mir einmal einen bestimmten Modulations-"Trick" von PC erklärt hat, sagte er warnend dazu: "CA MARCHE UNE FOIS SEULE!"

Die mehr oder weniger starke Inspiration und Tagesform ist ein wichtiger Faktor.

Doch auch hier seien wir Erdenmenschen nachsichtig. Ist es nicht phänomenal, soetwas überhaupt spielen, geschweige denn improvisieren zu können?

Ich jedenfalls freue mich am Sound und geniesse lieber den klanglichen Moment, den Esprit und den Atem der Musik und denke weniger drüber nach, ob ich es so ähnlich schon mal gehört habe. Im Gegenteil: Ich bin froh, es nochmal - abgewandelt - erleben zu dürfen und versuche im Übrigen von dem zu lernen, was mir da geboten wird.

BC

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

BourdonCéleste, Montag, 10. Oktober 2011, 12:37 (vor 5505 Tagen) @ Florian-L

... war ja auch Sinn der Sache, denn es war der 200-Jahres-Festgottesdienst der Feuerwehren von Paris! Von daher: GEIL gemacht!!

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 10. Oktober 2011, 20:50 (vor 5505 Tagen) @ BourdonCéleste

ich zweifle ja auch gar nicht an der grundsätzlichkeit :) und abgesehen davon, dass man es erstmal können muss... coole idee, die feuerwehr. aber mir ist das halt zuviel einheitsbrei und zu wenig musikalische entwicklung. nun kann man drüber streiten, wieviel die feuerwehr hergibt... mir gibts halt einfach viel zu viel von dem "laut und beeindruckend". klingt halt ein wenig nach pflichtübung (wenn auch brillant)...

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

fluteceleste @, München, Dienstag, 11. Oktober 2011, 04:43 (vor 5505 Tagen) @ doppelfloete_h

ich zweifle ja auch gar nicht an der grundsätzlichkeit :) und abgesehen davon, dass man es erstmal können muss... coole idee, die feuerwehr. aber mir ist das halt zuviel einheitsbrei und zu wenig musikalische entwicklung. nun kann man drüber streiten, wieviel die feuerwehr hergibt... mir gibts halt einfach viel zu viel von dem "laut und beeindruckend". klingt halt ein wenig nach pflichtübung (wenn auch brillant)...

Bei mir hängt es sehr stark davon ab, wie oft ich denjenigen schon gehört habe. Ich fand Latry zuerst brutal, dann hab ich ihn häufiger gehört, aber nie so richtig begriffen, aber dann am tollsten, einmal live in ND direkt neben ihm auf der Empore- sowas wie "die Offenbarung". Jetzt stelle ich einen "Abnutzungseffekt" fest. Bei Seifen war es genau so- es ist einfach die Gewöhnung, wenn einer einen bestimmten Stil hat, neigt er trotz vieler Facetten dazu, gewisse Dinge wieder genau so oder recht ähnlich zu machen. Andere begeistern einen trotzdem immer wieder von neuem.
Das gilt auch für das Gegenteil, wenn ich zB an Paolo Oreni denke, an den ich mich wohl nie gewöhnen werde *subjektiver modus aus* . Vielleicht ist das auch zu komplex, um es verallgemeinern zu können...
grübelnd
Stefan

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 11. Oktober 2011, 09:47 (vor 5504 Tagen) @ fluteceleste

Mein Favorit bezügl. Improvisation ist ganz eindeutig T. A. Nowak. Ich halte sein Können einfach für genial. Genau der Effekt der beschrieben wurde, stellt sich bei ihm nicht ein. Jedesmal rätselt man von Neuem: Komposition oder Impro? Mir scheint, er ist in allen Stilen zu Hause. Den "typischen Nowak" habe ich noch nicht herausgehört - darin liegt wohl seine Meisterschaft.

Der spielt ja wie die Feuerwehr,...

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 11. Oktober 2011, 11:47 (vor 5504 Tagen) @ fluteceleste

verallgemeinern ist sowieso schwer... und jeder improvisator hat auch mal schwächere momente - wäre ja sonst auch unmenschlich.
was mir nur zu häufig vor kommt ist das lauter, shcneller, weiter dieses französischen organistenzwirns. hier passiert ja sieben minuten nicht viel anderes. die strecke ist mir dann einfach zu lang. ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es in einer konzertimpro von latry einen solchen "moment" geben würde.

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