BWV 561

FranzS. @, Sonntag, 25. September 2011, 12:19 (vor 5463 Tagen)

Hallo,

es gibt ja unter den zweifelhaften Werken im BWV auch Etliche, über die man nichts weiß und die auch nicht gespielt werden. Manch kleines Choralvorspiel kann man möglicherweise auch getrost in die Tonne treten, aber es sind doch viele große und gehaltvolle Kompositionen dabei, die nicht gespielt werden, obwohl diese Werke jedem Organisten bekannt sein dürften. Neben dem großen "Concerto (Fantasie)" in G-dur gibt es ja auch noch die große a-moll Fantasie BWV 561. Sie wird anscheinend Kittel zugeschrieben (glaube ich aufgrund von Kittels anderen Werken aber kaum). Jetzt mal ganz allgemein, wer spielt 561 und wer weiß etwas über dieses spielfreudige Werk?

Grüße Franz

BWV 561

organum1973, Köln, Sonntag, 25. September 2011, 16:07 (vor 5462 Tagen) @ FranzS.

Ich denke, was ich und viele andere über dieses Werk NICHT wissen ist Erstens, ob es tatsächlich für Orgel geschrieben wurde und Zweitens, wer es überhaupt geschrieben haben könnte. Einiges spricht nicht wirklich für Johann Sebastian Bach als Komponist dieses, wie ich finde, trotzdem sehr gelungenen Werkes. Williams schreibt in "Johann Sebastian Bachs Orgelwerke", dass Kittel als Autor zwar in Frage kommen könnte, er aber als eigentlichen Urheber Wilhelm Friedemann Bach vermutet. Dem würde ich mich - zwar nicht vorbehaltlos, aber weitestgehend anschliessen.

BWV 561

FranzS. @, Sonntag, 25. September 2011, 17:52 (vor 5462 Tagen) @ organum1973

Wilhelm Friedemann Bach vermutet. Dem würde ich mich - zwar nicht vorbehaltlos, aber weitestgehend anschliessen.

Hallo

Ja den Friedemann habe ich auch schon verdächtigt. Dann dürfte es aber auch ein eher Frühwerk sein. Laut dem Peters Vorwort von Keller sind zwei Abschrifen vorhanden und in einer wird ausdrücklich auf Giovanne Bach verwiesen. Möglicherweise ein Fehler des Kopisten. Für Friedemann spricht das "pianistische".

Grüße
Franz

BWV 561

Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Sonntag, 25. September 2011, 18:39 (vor 5462 Tagen) @ FranzS.

Billeter sagt hierzu ganz lapidar: "561 ist wohl unecht".

Gunther Hoffmann weiß: zwei Abschriften haben denn auch zur Überschrift "per il cembalo".

Gleichwohl handelt es sich um ein tolles Stück, welches ich auch sehr gerne spiele.

HG. Reinhard Kluth

BWV 561

FranzS. @, Sonntag, 25. September 2011, 19:41 (vor 5462 Tagen) @ Reinhard Kluth

Billeter sagt hierzu ganz lapidar: "561 ist wohl unecht".

Gunther Hoffmann weiß: zwei Abschriften haben denn auch zur Überschrift "per il cembalo".

Hallo Herr Kluth,

"per il cembalo" steht auch in Peters. Jedoch ist der Orgelpunkt, der auf dem Pedalcembalo ja nicht möglich ist, ein wesentlicher Bestandteil des Werkes. Möglicherweise ist es auch eine Arbeit eines uns unbekannten Bachschülers? Könnte es eine Verbindung zu den "acht kleinen" geben?
Ganz im allgemeinen ist es Schade, dass das Werk (neben einigen anderen Unechten im BWV) stiefmütterlich behandelt wird, nur weil der Komponist nicht bekannt ist.

Grüße
Franz

BWV 561

organum1973, Köln, Montag, 26. September 2011, 04:02 (vor 5462 Tagen) @ FranzS.

Ganz im allgemeinen ist es Schade, dass das Werk (neben einigen anderen Unechten im BWV) stiefmütterlich behandelt wird, nur weil der Komponist nicht bekannt ist.

Da kann ich nur voll und ganz zustimmen ! Ich habe es auch immer sehr gerne gespielt und besonders die Fuge hat es mir nach wie vor angetan - ganz gleich wer sie geschrieben hat.

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