Orgelweihe Speyer
Karsten, Samstag, 17. September 2011, 09:42 (vor 5471 Tagen)
Hallo!
Morgen, Sonntag 18. September, findet im Dom zu Speyer dum 15:30h die Ogelweihe und um 20:00h das erste Konzert statt.
Hat jemand der Forumiers vor, diese oder einen Termin wahrzunehmen?
Gruß
Karsten
Orgelweihe Speyer
Antilope, Samstag, 17. September 2011, 13:29 (vor 5471 Tagen) @ Karsten
Ich werde leider nicht da sein. Für Interessierte habe ich das Programm gefunden. Damit wären wir wieder beim Thema: Programmgestaltung....
Eichenlaub hat hochwertige Stücke herausgesucht, die allerdings auch oft gespielt werden (so ist das halt oft mit guter Musik). Umgekehrt gibt es aber eine Uraufführung (Essl) - was das Programm in ein gutes Gelcihgewicht (Bekanntes/Unbekanntes) rückt. Zugleich bietet es viele Möglichkeiten Fcetten der Orgel zu zeigen. Möge es ihm gelingen!
Konzert zur Orgelweihe
18. September 2011
Percy Withlock March
(1903 – 1946)
Johann Sebastian Bach Passacaglia in c BWV 582
(1685 – 1750)
Jürgen Essl Zeit und Leben – Suite für Orgel op. 33 (2011)
(*1961) - Brunnen der Vergangenheit (Advent)
- Die Schlucht (Passion)
- Oberwelten (Ostern)
- Ballet (Maria)
Robert Schumann 6 Studien in kanonischer Form für Pedalklavier op. 56
(1810 – 1856) No. 1 Nicht zu schnell
No. 2 Mit innigem Ausdruck
No. 3 Andantino – Etwas schneller
No. 4 Innig
No. 5 Nicht zu schnell
No. 6 Adagio
Charles-Marie Widor Symphonie Nr. 6 g-Moll op. 42/2
(1844 – 1937) I. Allegro
II. Adagio
III. Intermezzo - Allegro
IV. Cantabile
V. Finale - Vivace
Orgelweihe Speyer
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Samstag, 17. September 2011, 14:52 (vor 5471 Tagen) @ Karsten
Morgen, 18. September, findet im Dom zu Speyer um 15:30h die Orgelweihe und um 20:00h das erste Konzert statt. Hat jemand der Forumiers vor, diese oder einen Termin wahrzunehmen?
Hallo Karsten,
morgen geht's bei mir leider nicht, aber es gibt ja in den nächsten Wochen einige weitere Konzerte.
Viele Grüße,
perotin
Orgelweihe Speyer
Fabian Brackhane
, Worms, Sonntag, 18. September 2011, 08:07 (vor 5470 Tagen) @ Karsten
Ich werde zur Weihe kommen, zum Konzert abends leider nicht...
Orgelweihe Speyer
Fabian Brackhane
, Worms, Sonntag, 18. September 2011, 19:05 (vor 5470 Tagen) @ Fabian Brackhane
Weiß jemand, warum zumindest bei der Weihe-Vesper nahezu das gesamte Mittelschiff (!) mit Ausnahme der hintersten fünf Reihen für das gemeine Volk gesperrt war? Wieviele Honoratioren waren denn da mit reservierten Plätzen zu versorgen? Es ist jedenfalls schon ziemlich frustrierend, wenn man - wie sehr viele andere Menschen auch - 90 Minuten vor Beginn da ist (Einlass war 60 Minuten vorher) und dann mit reichlich zweitklassigen Plätzen Vorlieb nehmen muss.
Die Vesper war jedenfalls brechend voll, der Klangeindruck der Orgel aus den zur Verfügung stehenden Seiten- und Querschiffen de facto nicht seriös beurteilbar.
Optisch halte ich das Instrument auf jeden Fall für gelungen, es wirkt in natura nicht halb so wuchtig wie es die Fotomontagen erwarten ließen.
Fantastisch organisiert war aber das Zusammenwirken von Haupt- und Chororgel. Beispielsweise begann die Chororgel mit der BWV 552-Fuge und "übergab" mittendrin an die Hauptorgel, die den Faden nahtlos, in Registrierung und Tempo perfekt angepasst, aufnahm. Tolle Idee.
Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Sonntag, 18. September 2011, 23:20 (vor 5470 Tagen) @ Fabian Brackhane
Weiß jemand, warum zumindest bei der Weihe-Vesper nahezu das gesamte Mittelschiff (!) mit Ausnahme der hintersten fünf Reihen für das gemeine Volk gesperrt war? Wieviele Honoratioren waren denn da mit reservierten Plätzen zu versorgen? Es ist jedenfalls schon ziemlich frustrierend, wenn man - wie sehr viele andere Menschen auch - 90 Minuten vor Beginn da ist (Einlass war 60 Minuten vorher) und dann mit reichlich zweitklassigen Plätzen Vorlieb nehmen muss.
In der Tat eine berechtigte Kritik, die ich absolut teile. War auch eher peinlich berührt von dieser Vorgehensweise. Vielleicht hätte man besser ohne den lästigen Pöbel gefeiert. Lang genug ging es ja... Eine Vesper mit über 2h Länge ist auch zu so einem Anlaß einfach eine Zumutung. Der Lektor schien übrigens auch durch die, sagen wir es mal freundlich etwas "matt" und von Natur aus substanzarm daher kommende Franck'sche A-Dur Fantasie eingeschläfert worden zu sein. Wie man so ein Stück zu so einem Anlass wählen kann, bleibts mir ein Rätsel, aber das ist bestimmt gaaaaaaanz falsch...
Die Predigt hatte Hand und Fuß, Domchor hat anständig gesungen, Weihrauch gut gerochen, Domorganist nett gespielt...BWV 552 war anständig, dann gabs besagten Franck, Guilians Suite mit Abstand das beste, weil wenigstens etwas farbig, am Ende noch eine Whitlock'sche Fanfare bei der aber leider auch nicht wirklich die Post abging
Angenehm wäre es auch gewesen, wenn man die Zungen schon mal vor der Weihe anständig gestimmt hätte und das nicht erst in der Pause bis 10min vor Konzertbeginn mehr schlecht als recht nachgeholt hätte, aber auch sicher gibt es dafür einen Grund und eine Rechtfertigung...
Orgelweihe Speyer
Fabian Brackhane
, Worms, Montag, 19. September 2011, 06:23 (vor 5469 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Eine Vesper mit über 2h Länge ist auch zu so einem Anlaß einfach eine Zumutung.
Hmm, grenzwertig war sie, aber nicht ZU lang finde ich. Insgesamt hatte es liturgisch ja Hand uns Fuß und die Dankesrede war angenehm kurz und keine Lobhudelei. Das kenne ich von solchen Veranstaltungen auch ganz anders, wo dann auch noch der Bürgermeister, der Vorsitzende der Komission &&& jeder seinen Senf abgeben muss.
Der Lektor schien übrigens auch durch die, sagen wir es mal freundlich etwas "matt" und von Natur aus substanzarm daher kommende Franck'sche A-Dur Fantasie eingeschläfert worden zu sein. Wie man so ein Stück zu so einem Anlass wählen kann, bleibts mir ein Rätsel, aber das ist bestimmt gaaaaaaanz falsch...
Ja, über die Musikauswahl habe ich mich auch etwas gewundert. Verlangt ja keiner, die Vesper mit Widor und Vierne zu überfluten, aber der Franck war ein absoluter Fehlgriff.
... am Ende noch eine Whitlock'sche Fanfare bei der aber leider auch nicht wirklich die Post abging
Auch da wieder die Frage nach der Idee zu diesem "Rausschmeißer". Eichenlaub wird sich garantiert etwas dabei gedacht haben, aber es erschloß sich mir nicht. Geradezu fassungslos hat mich allerdings die Tatsache gemacht, dass die Leute selbst bei einer Orgelweih-Vesper mit dem ersten Ton des Nachspiels aufspringen und rausdrängen. Die Konditionierung schlug da wohl voll durch.
Weiß übrigens jemand etwas zum Thema Festschrift? Gibts eine? Wenn nein, hätte man im Programm zur Vesper wenigstens mal die Dispo abdrucken müssen, das war etwas mager.
Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Montag, 19. September 2011, 08:12 (vor 5469 Tagen) @ Fabian Brackhane
Geradezu fassungslos hat mich allerdings die Tatsache gemacht, dass die Leute selbst bei einer Orgelweih-Vesper mit dem ersten Ton des Nachspiels aufspringen und rausdrängen. Die Konditionierung schlug da wohl voll durch.
Stimmt! Allerdings musste ich offengesprochen darüber eher lachen, weil ja auch ganz besonders sich der "Bonzen-Sektor" daran gut beteiligt hat. Beste Plätze und musikalischer/liturgischer Intellekt korrelieren doch wohl nicht, komisch... ;) Von dem anfänglichen Dauergequasel Madame Quandts mit dem Herrn Bischof während des abendlichen Konzerts mal ganz zu schweigen.
Weiß übrigens jemand etwas zum Thema Festschrift? Gibts eine? Wenn nein, hätte man im Programm zur Vesper wenigstens mal die Dispo abdrucken müssen, das war etwas mager.
Dispo gab es im abendlichen Konzertprogramm, vermisste ich aber am Nachmittag logischerweise auch. Eine Festschrift wurde zur Subskription beworben - Schnäppchenpreis von 50,- TEuro, später 59,-. Erscheint bei organum-classics.
Orgelweihe Speyer
Fabian Brackhane
, Worms, Montag, 19. September 2011, 08:28 (vor 5469 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Dispo gab es im abendlichen Konzertprogramm, vermisste ich aber am Nachmittag logischerweise auch. Eine Festschrift wurde zur Subskription beworben - Schnäppchenpreis von 50,- TEuro, später 59,-. Erscheint bei organum-classics.
Das ist ein schlechter Witz oder? Wann wenn nicht zur Orgelweihe wird man denn eine Festschrift in nennenswerter Stückzahl los? Die liegen doch erfahrungsgemäß hinterher wie Blei in den Auslagen. Und gerade bei einem solchen Preis, das Ding kauft doch später (fast) keiner!
Tolle Orgel, zumindest optisch. Aber die organisatorischen Details drumherum lassen mich doch ziemlich heftig den Kopf schütteln...
Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Montag, 19. September 2011, 11:23 (vor 5469 Tagen) @ Fabian Brackhane
Dispo gab es im abendlichen Konzertprogramm, vermisste ich aber am Nachmittag logischerweise auch. Eine Festschrift wurde zur Subskription beworben - Schnäppchenpreis von 50,- TEuro, später 59,-. Erscheint bei organum-classics.
Das ist ein schlechter Witz oder?
Würde ich mir nie trauen! Ist doch alles viel zu Ernst...
Orgelweihe Speyer
Benjamin Danner, Montag, 19. September 2011, 08:25 (vor 5469 Tagen) @ Karsten
Hallo zusammen,
gestern Abend fand ja bekanntlich um 20 Uhr das Konzert statt.
Am Eingang gab es ein kleines Heftchen in dem die Stücke erläutert wurden. Des weiteren gab es das obligatorische Organistenprotrait, die Disposition der Orgel (inkl. Erwähnung des Sinua-System) sowie ein recht detailliertes Schnitt durch die Orgel aus dem man die sichtbaren Teile erkennen konnte, außerdem die Position der Windladen im Gehäuse etc. nennt anzusehen - und kostenlos! Großes Lob hierfür.
Als ich gegen 19.30 Uhr eingetroffen bin waren die beiden Seitenschiffe schon komplett belegt, das Mittelschiff komplett für Gäste mit Einladung reserviert. Daher musste ich im Seitenschiff neben dem Hauptaltar, mit Sicht zur Rückseite der Chororgel, Platz nehmen. Es wurden noch eifrig Zungen gestimmt wobei cih mir die Frage stellte: waren die mittags schon so verstimmt - nicht gut - oder haben die sich seit dem Mittag so verstimmt - überhaupt nicht gut???
An meiner Sitzposition war man schon arg weit vom Geschehen weg - dies ist bei den nachfolgenden Kommentaren zu berücksichtigen. Generell könnte man (für diese Sitzposition!) das schon häufig zitierte "große Fernwerk" als Beschreibung der Orgel verwenden. Aber zunächst mal das Programm mit ein paar Kommentaren:
Percy Withlock March (1903 – 1946):
Der im Programmheft groß angekündigte "Fanfaren"-Beginn blieb doch vergleichsweise zahm. Das Stück war nett anzuhören insbesondere aufgrund der Tatsache, dass zusätzlich zur Hauptorgel auch, das einzige Mal an diesem Abend, die Chororgel mitwirken durfte. Daher war das Hörerlebnis an meiner Sitzposition durch deren Klang dominiert, das Zusammenspiel funktionierte aber soweit ganz gut. Natürlich kam der Klang der Hauptorgel mit 2-3 Sekunden Verzögerung an, aber das ist halt Physik. Da kann man ja bekanntlich nix ändern...
Johann Sebastian Bach Passacaglia in c BWV 582 (1685 – 1750)
Die Registrierungen waren "brav" aber angemessen. Tendenziell würde ich sagen, dass die Orgel sich für roamtische Musik besser eignet. Der Gesamtklang hätte etwas "barocker" sein dürfen. Wobei natürlich der extreme Nachhall zu berücksichtigen ist. Getragene Tempi sind praktisch unumgänglich, ansonsten ensteht ein großer Klangbrei.
Jürgen Essl Zeit und Leben (*1961):
Die Stücke wurden extra für die Einweihung komponiert - und ließen mich etwas fragend zurück. Die Erläuterungen im Programmheft waren schon sehr weit gefasst und der Bogen erschien mir fast schon überspannt. Man könnte fast meinen, man hätte Anspielungen auf die Vergangenheit der Spenderfamilie finden können...
Musikalisch konnte ich mit den Stücken rein garnichts anfangen. Man hat jedoch gemerkt, dass die Stücke genau für diese orgel komponiert wurden. Es wurden viele verschiedene Klänge vorgestellt - im Programmheft wurden auch seltenere Klänge angekündigt, das trifft es - wobei auch hier die Orgel vergleichsweise zahm blieb.
Robert Schumann 6 Studien in kanonischer Form für Pedalklavier op. 56 (1810 – 1856):
Schöne Musik, aber sobald es mal etwas kräftiger Wurde verschwomm der Klang doch ganz gewaltig. Ob Herr Eichenlaub vor dem Konzert mal eine Chance hatte die Stücke, von einem anderen gespielt, im Kirchenschiff, ggf. auch an unterschiedlichen Positionen, zu hören? Ich glaube eher nicht. Insbesondere wenn im Pedal mehrere 16' oder sogar 32' zum Einsatz kamen war an meiner Sitzposition das Pedal doch extrem penetrant ohne sauber zu wirken. Schade. Die sphärischen Klänge und die Flörenstimmen wirkten sehr schön.
Charles-Marie Widor Symphonie Nr. 6 g-Moll op. 42/2 (1844 – 1937):
Sicher DER Klassiker an diesem Abend. Auch hier gilt das bereits Gesagte: bei bewegten Stellen und kräftiger Registrierung war nurnoch Klangbrei vorhanden - schade. Auch der Schlussakkord wirkte mehr wie von einem fernen Schwellwerk. Ggf. hätte man hier nochmals die Chororgel mitverwenden können.
Sonstiges:
Im Programmheft wurde das im alten Forum bereits diskutierte Sinua-System erwähnt wobei die Erläuterungen, für den Laien sicher ausreichend, nebulös blieben. Was hat man z.B. unter einem "personalisierten berührungslosen Einschalten" einer Orgel zu verstehen? Oder unter "freien Koppeln" (ok, das könnte man sich ggf. noch erklären)?
Die Dauer des Programm war mit fast 2h grenzwertig. Es verließen vergleichsweise viele Zuhörer während dem Konzert die Kirche.
Der Applaus setzte nach Ende des Programm spontan ein, war aber gefühlt nicht so richtig kräftig.
Es gab eine (improvisierte?) Zugabe bei der die Celesta (?) verwendet wurde.
Zur Orgel: Der Entwurf des Prospekte gefällt mir. Witzig finde ich den Spiegel über dem Organisten, man kann ihm sozusagen bei der Arbei zuschauen. Die verspiegelte Decke der Sängerempore mit ihren Mustern gefällt mir persönlich nicht. Als ganz gurselig habe ich die Kombination aus warmweißer Beleuchtung des Spieltischs und kaltweißer Beleuchtung der darunter liegenden Sängerempore empfunden. Sowas erzeugt bei mir Augenkrebs. Generell hätte man der Orgel eine schöne Beleuchtung gewünscht - aber vielleicht kommt die ja noch. Herrn Eichenlaub konnte man leider beim Applaus nur am Spieltisch erahnen.
Was bleibt:
Die Orgel klang passabel, an meiner Sitzposition leider sehr verschwommen. Ob sie genug Kraft hat weiß ich ehrlich gesagt nicht. Der Bass wirkte teilweise sehr mächtig dröhnend, aber leider nicht so sehr klar. Man muss wohl die Tempi mit sehr viel Bedacht wählen. Bei Gelegenheit werde ich mal zu einem Konzert mit Eintritt gehen - da wird dann wahrscheinlich nicht ganz soviel los sein - und mir den Klang im Hauptschiff anhören. Optisch könnte man noch ein paar Details an der Orgel verbessern (Beleuchtung). Insgesamt hat mich der Abend - leider - mehr fragend als glücklich zurückgelassen.
Viele Grüße
Benjamin
Orgelweihe Speyer
kjz1, Montag, 19. September 2011, 09:36 (vor 5469 Tagen) @ Benjamin Danner
Was hat man z.B. unter einem "personalisierten berührungslosen Einschalten" einer Orgel zu verstehen?
Wahrscheinlich so etwas ähnliches, was wir hier in der Uni als Schließsystem haben: über Funk (Stichwort: Mifare Chip) arbeitende Transponder-Chip(karte) statt eines Schlüssels.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mifare
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Orgelweihe Speyer
tombecher
, Saarbrücken, Montag, 19. September 2011, 20:41 (vor 5469 Tagen) @ kjz1
Was hat man z.B. unter einem "personalisierten berührungslosen Einschalten" einer Orgel zu verstehen?
Wahrscheinlich so etwas ähnliches, was wir hier in der Uni als Schließsystem haben: über Funk (Stichwort: Mifare Chip) arbeitende Transponder-Chip(karte) statt eines Schlüssels.
genau so etwas ist das, durfte vor einigen Wochen mal auf der Chororgel spielen, da habe ich dieses System (auch zum ersten Mal) kennen gelernt.
VG
Thomas
Orgelweihe Speyer
BourdonCéleste, Montag, 19. September 2011, 10:18 (vor 5469 Tagen) @ Benjamin Danner
Danke für die ausführliche und anschauliche Beschreibung!
Natürlich kam der Klang der Hauptorgel mit 2-3 Sekunden Verzögerung an, aber das ist halt Physik. Da kann man ja bekanntlich nix ändern...
Ich hatte den Raum ja auch recht groß in Erinnerung, aber ist er tatsächlich 686 bis 1029 Meter lang?
;-)
Orgelweihe Speyer
Oliver Horlitz
, Montag, 19. September 2011, 11:11 (vor 5469 Tagen) @ BourdonCéleste
Ich hatte den Raum ja auch recht groß in Erinnerung, aber ist er tatsächlich 686 bis 1029 Meter lang?
;-)
Nein. LxBxH ca. 109mx34mx33m. Aber wer weiß, die wievielte Reflexion den Sitzplatz von Benjamin erreicht hat...? ;-)
mlG
Oliver
Orgelweihe Speyer
Benjamin Danner, Montag, 19. September 2011, 13:47 (vor 5469 Tagen) @ Oliver Horlitz
Ups... Ich meine 0,2-0,3 Sekunden. Aber es stimmt schon, der Nachhall um in mehreren "Schüben" und von daher passen dann auch irgendwie die 2-3 Sekunden... ;-)
Orgelweihe Speyer
Antilope, Montag, 19. September 2011, 11:29 (vor 5469 Tagen) @ BourdonCéleste
:-D
Vielleicht war die Luft besonders dünn??
Orgelweihe Speyer
Oliver Horlitz
, Montag, 19. September 2011, 21:27 (vor 5469 Tagen) @ Antilope
:-D
Vielleicht war die Luft besonders dünn??
Bei dünnerer Luft wäre die Schallgeschwindigkeit höher und die Zeitverzögerung geringer.
Es ginge nur umgekehrt: Die Luft müsste dichter sein. Das erreicht durch extrem niedrige Temperaturen - oder durch eine drastische Tieferlegung" der Orgel - bei etwa 5000m müsste sich die Dichte verdoppeln. Allerdings ist mir auf Anhieb kein Ort in Deutschland bekannt, wo der Bergbau eine deutlich größere Teufe als etwa 1000m zur Verfügung stellen kann...
mutmaßt grüßend
Oliver
Orgelweihe Speyer
Antilope, Montag, 19. September 2011, 21:36 (vor 5469 Tagen) @ Oliver Horlitz
Oh, da habe ich mich genau vertan.
Mir fällt nur eine Ort 5000 Meter unter NN ein: Die FDP-Parteizentrale...
(kleiner Scherz, muss erlaubt sein - ich entschuldige mich bei allen FDP-Anhängern und bitte Euch, jetzt keine politische Debatte zu beginnen: dafür ist das Forum nicht da.)
Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 20. September 2011, 04:20 (vor 5468 Tagen) @ Antilope
Oh, da habe ich mich genau vertan.
Mir fällt nur eine Ort 5000 Meter unter NN ein: Die FDP-Parteizentrale...
Immerhin verfügst du damit über Hinweise darauf, dass diese noch auf unserem Planeten befindlich ist.
(kleiner Scherz, muss erlaubt sein - ich entschuldige mich bei allen FDP-Anhängern und bitte Euch, jetzt keine politische Debatte zu beginnen: dafür ist das Forum nicht da.)
Welches Stück genau von Whitlock? war: Orgelweihe Speyer
tiratutti
, Montag, 19. September 2011, 10:47 (vor 5469 Tagen) @ Benjamin Danner
Hallo,
Percy Withlock March (1903 – 1946):
Der im Programmheft groß angekündigte "Fanfaren"-Beginn blieb doch vergleichsweise zahm.
kannst Du mir bitte sagen, was genau zu dem Stück im Programmheft stand? Von Percy Whitlock kenne ich zwei als March titulierte Transkriptionen sowie ein originäres Orgelstück, das Fanfare heißt. Da interessiert mich jetzt, was er eigentlich gespielt hat. Danke.
Grüße von tiratutti
Welches Stück genau von Whitlock? war: Orgelweihe Speyer
Klingbach, Montag, 19. September 2011, 14:35 (vor 5469 Tagen) @ tiratutti
Hallo,
es handelte sich um den March "Dignity and Impudence"
(dt. Würde und Unverschämtheit?!), ursprünglich ein Orchesterstück.
Vielleicht sollte damit die Würde der Musik und die ... der Träger derselben veranschaulicht werden. Die "Besseren" im Kirchenschiff kamen immerhin nach dem Abendessen zu spät, unterhielten sich dann zunächst noch ausführlich, begrüssten einander, etc. bevor das Konzert endlich mit dem akademischen Viertel Verspätung anfangen konnte, wobei wir "Mortals" schon 45 Minuten unser Sitzorgan belastet hatten.
Gruß
Klingbach
Welches Stück genau von Whitlock? war: Orgelweihe Speyer
tiratutti
, Montag, 19. September 2011, 18:14 (vor 5469 Tagen) @ Klingbach
Hallo,
es handelte sich um den March "Dignity and Impudence"
danke für die Info. Es gibt ein 1839 von Edwin Henry Landseer gemaltes Bild mit dem Titel Dignity & Impudence. Vielleicht besteht ein Zusammenhang ...
![[image]](images/uploaded/201109191813034e77862f02e1e.jpg)
Landseer hat auch die vier Bronzelöwen am Trafalgar Square in London gemacht.
Grüße von tiratutti
Welches Stück genau von Whitlock? war: Orgelweihe Speyer
Klingbach, Montag, 19. September 2011, 19:29 (vor 5469 Tagen) @ tiratutti
Jetzt nochmals ganz genau -
Nach Durchforsten der Biografie "Percy Whitlock - Organist and composer" von Malcolm Riley, als auch des CD-Booklets der Orgelwerke und der Orchesterwerke:
- Der Marsch "Dignity and Impudence" ist von o.g. Bild von Sir Edwin Landseer inspiriert und enthält direkte Anspielungen auf das Trio aus dem
4. Pomp & Circumstance-Marsch von Elgar.
Der Marsch wurde am 8. Jasnuar 1933 erstmals von Whitlock als Orgelsolo aufgeführt, die Orchesterfassung aber erst am 1. Februar vollendet. Uraufführung dieser Version war dann am 29. April in Bournemouth im Pavillon, der auch eine Orgel enthält.
... dann wäre das also geklärt.
Gruß
Klingbach
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Benjamin Danner, Dienstag, 20. September 2011, 11:53 (vor 5468 Tagen) @ Karsten
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Friedrich
, Dienstag, 20. September 2011, 12:04 (vor 5468 Tagen) @ Benjamin Danner
Am 02.10.ist im Rahmen des Fernsehgottesdienstes wohl die neue Orgel zu hören / sehen.
Tja, das weiß man ja nun nicht so genau – ist ja Fernsehen …
Gruß,
Friedrich
(seit 22 Jahren ohne Glotze)
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 20. September 2011, 12:31 (vor 5468 Tagen) @ Friedrich
Friedrich
(seit 22 Jahren ohne Glotze)
Kluger Mann!
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Friedrich
, Dienstag, 20. September 2011, 12:52 (vor 5468 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Friedrich
(seit 22 Jahren ohne Glotze)
Kluger Mann!
Weiß ich nicht – aber man hat so viel Zeit ohne. Schön!
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 20. September 2011, 18:27 (vor 5468 Tagen) @ Friedrich
Friedrich
(seit 22 Jahren ohne Glotze)
Kluger Mann!
Weiß ich nicht – aber man hat so viel Zeit ohne. Schön!
z. B. um im Orgelforum zu lesen.... und manches kann man ja nun im Netz sehen.
Solidarisch grüßt KBK, seit 26 Jahren ohne Glotze, dafür aber immer mit lästiger GEZ-Post.
Edit: Wurde jetzt eigentlich schon was Substanzielles zur Orgel gesagt?
Oder ist es vor allem ein Akustik-Thema, mit dem Untertitel: "Es war nicht alles schlecht, was leise war!"...?
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Friedrich
, Dienstag, 20. September 2011, 19:09 (vor 5468 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Edit: Wurde jetzt eigentlich schon was Substanzielles zur Orgel gesagt?
Oder ist es vor allem ein Akustik-Thema, mit dem Untertitel: "Es war nicht alles schlecht, was leise war!"...?
Doch, es wurde: War verstimmt, und wenn sie laut wurde, wurde sie unklar – jedenfalls für die Forenser, die mit less-than-ideal Plätzen vorliebnehmen mussten, dank der geladenen Gäste (ich vermute: Klerus, Lokal- und Landespolitik, Stifterfamilie und deren Wunschliste), die ihres überlegenen Urteils wegen auch die besten Plätze bekommen mussten.
Das Problem mit der Lautstärke haben wir doch schon mal gehabt – ich glaube, es ging um Barrys Große (bald seine Zweitneueste). Es ist ein Problem mit manchen großen eingewölbten Räumen: Je stärker deren Akustik erregt wird, desto größer wird das Problem mit akustisch querschießenden Hall- und Echoeffekten. Das ist für den planenden und intonierenden Orgelbauer eine Herausforderung; und für den Orgelfreund heißt es erkennen, dass große Orgeln in großen Räumen leider oft nicht zu laut sein dürfen.
Wobei noch abzuwarten ist, wie die Orgel bei einem normal besetzten Orgelkonzert oder im Gottesdienst klingt (also 30 bzw. 120 Leutchen) (oder wie ist das so in Speyer?).
Für manchen Orgelfreund eine Art Gretchenfrage, glaube ich: Hunderte Register, Tuben und 32' schön und gut (so ähnlich sagt's der Audsley auch), aber wie hältst Du's mit der Musik?
Gruß,
Friedrich
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
daggies
, Dienstag, 20. September 2011, 19:22 (vor 5468 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Gruß in die Runde!
Ich bin seit einiger Zeit hier im Forum "passiv" am mitlesen, muss mich jetzt aber zum Thema Domorgel in Speyer doch zu Wort melden:
Ich war in der Woche vor der Orgelweihe in Speyer (habe im Dom gesungen), und bekam nach einer Probe eine Privatführung vom Domkapellmeister. Wir haben uns die Orgel "von oben" angeschaut - es war noch nicht alles ganz fertig (die Orgelbauer waren bis spät in der Nacht noch am arbeiten während wir unten im Dom geprobt haben), aber die Intonation war schon abgeschlossen. Der Spieltisch sieht wunderbar aus, übersichtlich und benutzerfreundlich. Der Blick vom Spieltisch ist atemberaubend schön!
Hier gibt's einige Fotos:
http://www.flickr.com/photos/27403471@N06/sets/72157627535016657/
Die Orgel habe ich leider nur von unten gehört: der Klang ist gewaltig, die Orgel hat eine Präsenz im Raum, die umwerfend ist. (Das hat, laut Angaben der Verantwortlichen vor Ort, die alte Orgel nicht geschafft!). Man muss ehrlicherweise sagen, dass der riesengroße Raum von einer einzigen Orgel nie und nimmer klanglich zu füllen ist! Aber die neue Hauptorgel schafft es tatsächlich, bis in den Hochchor hinein unglaublich präsent zu sein. (Das in den Seitenschiffen der Klang etwas verschwommen daherkommt, ist ja nicht erstaunlich!).
Im Mittelschiff klingt die Orgel aber wirklich toll: füllige Prinzipale, wunderschöne Flöten und kräftige Zungen. Vor allem die Klarinette ist traumhaft! Alles in allem eine Orgel, auf der man sicherlich "alles" spielen könnte, die aber doch eher das symphonische Repertoire bevorzugt.
Am Donnerstag muss ich wieder nach Speyer (am Freitag singe ich wieder dort), ich werde dann hoffentlich die Gelegenheit bekommen, selbst mal auf der Orgel zu spielen. Ich werde dann etwas ausführlicher berichten können!
Herzliche Grüße,
Daggies
Speyer
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Dienstag, 20. September 2011, 21:12 (vor 5468 Tagen) @ daggies
Der Blick vom Spieltisch ist atemberaubend schön!
Das war sogar bei der alten Orgel schon so ;-)
Aber vielen Dank für die Fotos und Beschreibungen!
Ich hoffe nächste Woche das Konzert von Stephen Tharp hören zu können (28.9.).
Allen Konzert-Interessenten empfehle ich übrigens, rechtzeitig am Eingang zu sein. Eine Bekannte berichtete mir letztes Jahr, daß zu spät kommende meist nicht mehr eingelassen würden. Ich vermute mal, daß das nach wie vor so gehandhabt wird.
Grüße,
perotin
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
FranzS.
, Dienstag, 20. September 2011, 19:11 (vor 5468 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Friedrich
(seit 22 Jahren ohne Glotze)
Kluger Mann!
"Das Fernsehn macht Kluge klüger und Dumme dümmer." (Günter Jauch (?))
Fernsehgottesdienst am 02.10. - war: Orgelweihe Speyer
Friedrich
, Dienstag, 20. September 2011, 19:39 (vor 5468 Tagen) @ FranzS.
"Das Fernsehn macht Kluge klüger und Dumme dümmer." (Günter Jauch (?))
Det gloobick nich. Det is Zweckfilosofie. Det is korrupt, wa.
(Oh, es färbt schon ab hier.)
Fernsehen macht Fernsehen. Im F. wird alles andere zu Fernsehen. Leute, Sachen, Geschichten. Gottesdienste. Sogar Orgeln (Themenbezug!). Die Fernsehleute merken das nicht. Neulich, Jauch-die-Erste, im Stream die Einspielung über die Irakkrieg-Gefallenen-Familie mitbekommen: Der aufdringliche Big-Brother-Rezitationston aus dem Off, der jegliche Sachlichkeit und jeglichen Maßstab sofort abtötet, einfühlend sein soll, aber nur monströs ist. Das verkauft doch jeden Zuschauer für blöd. Aber wie gesagt: Fernsehleute merken das nicht.
Es gibt ein Zitat, dessen Urheber ich gerade nicht finde (Twain? Kraus? Wilde? Groucho Marx?): Man braucht einem Wort nur "Militär-" voranzustellen, um es in sein Gegenteil zu verkehren. Das funktioniert auch mit Fernsehen.
Gruß,
Friedrich
OT. Fernsehn
FranzS.
, Dienstag, 20. September 2011, 19:56 (vor 5468 Tagen) @ Friedrich
"Das Fernsehn macht Kluge klüger und Dumme dümmer." (Günter Jauch (?))
Det gloobick nich. Det is Zweckfilosofie. Det is korrupt, wa.
(Oh, es färbt schon ab hier.)
Äh, angesichts des Jauchschen Jahresgehalts, JA!
Es gibt ein Zitat, dessen Urheber ich gerade nicht finde (Twain? Kraus? Wilde? Groucho Marx?): Man braucht einem Wort nur "Militär-" voranzustellen, um es in sein Gegenteil zu verkehren. Das funktioniert auch mit Fernsehen.
Richtig, aber Groucho Marx (der mit dem blöden Hut) war ein furchtbar unsympathischer Mensch, woher man das weiß? Aus dem Fernsehn!
Gruß,
Friedrich
Gruß
Franz
OT: Familiengeschichte Quandt - war: Orgelweihe Speyer
Benjamin Danner, Freitag, 23. September 2011, 06:36 (vor 5465 Tagen) @ Karsten
OT: Familiengeschichte Quandt - war: Orgelweihe Speyer
schnitgers.anderer.erbe, Freitag, 23. September 2011, 07:59 (vor 5465 Tagen) @ Benjamin Danner
bearbeitet von schnitgers.anderer.erbe, Freitag, 23. September 2011, 08:38
ach ich habs gelöscht, es ist doch eh' egal
OT: Familiengeschichte Quandt - war: Orgelweihe Speyer
Antilope, Freitag, 23. September 2011, 08:12 (vor 5465 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Wieso "Selbstkasteiung"?
Orgelweihe Speyer
Florian-L, Samstag, 24. September 2011, 08:22 (vor 5464 Tagen) @ Karsten
Orgelweihe Speyer
Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 24. September 2011, 23:31 (vor 5464 Tagen) @ Florian-L
Es gibt ein erstes, leider nicht sehr repräsentatives Video; die Orgel ist ab 5:25 zu hören.
Gruß, Florian
Aah, ein Michael Grüber Film ....;)
Im Ernst: Das Video ist vielleicht nicht repräsentativ, aber informativ!
War vor vielen Jahren in Speyer, aber es ist gut, nochmals die Dimensionen und den Hall (Sprecher/Liturg, aber auch Orgel) zu erleben.
Was an Plenumklang und im Video vorkommenden Farben erkennbar ist, hört sich m. E. sehr gut an, wie auch bei Seifert zu erwarten.
Das Es-Dur-Präludium wirkt relativ "normal" gespielt, aber mindestens für größere Hörerschaften müsste für Speyer wohl ein ganz spezieller Spiel-Stil gefunden werden, mit geringeren Tempi und sehr "lochigem" Anschlag.
Wie oft schon erzählt, P. Planyavskys Orgelbegleitung an der Westorgel im Wiener Stephansdom war auf der Empore unerträglich zerhackt, für die Gemeinde unten und vor allem vorne stimmte es.
Orgelkonzerte werden in Speyer sinnvoll wohl nur von hinten zu hören sein. Aber es ist einfach so, dass für einen Raum dieser Größe und Akustik unter Verwendung der Westempore aus der Orgelgeschichte kaum geglückte Beispiele von adäquater Musik vorhanden sind. Selbst NDdP und ähnliche "Hütten" sind da gnädiger, und die englischen Kathedralen hatten die Westempore ohnehin nie eingeführt.
ICh erinnere auch ein Konzert der Schweizer Organistin Ursula HAuser im Berliner Dom mit Mendelssohn-Sonaten: In der f-moll im dritten Satz waren die Anfänge der piano-Rezitative sämtlich im Hall der forte-Einwürfe verschwunden - selbst wenn es am Spieltisch nicht zu bemerken war, ist es unprofessionell, das Problem in so einem Raum nicht zu erahnen. Ich hatte ohnehin den Verdacht, sie spielt einfach so "wie immer". Noch unprofessioneller....
Also, ich wage von hier aus schon mal zu der Speyerer Orgel zu gratulieren - auch optisch kann ich mich mit dem Grundentwurf anfreunden, Details wie die ganzen Verkleidungen muss man wohl vor Ort beurteilen - und wünsche sachkundigen Gebrauch, und natürlich massenweise Fans.... Ad multos annos
Orgelweihe Speyer
Florian-L, Sonntag, 25. September 2011, 10:15 (vor 5463 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Es gibt ein erstes, leider nicht sehr repräsentatives Video; die Orgel ist ab 5:25 zu hören.
Gruß, Florian
Aah, ein Michael Grüber Film ....;)Im Ernst: Das Video ist vielleicht nicht repräsentativ, aber informativ!
War vor vielen Jahren in Speyer, aber es ist gut, nochmals die Dimensionen und den Hall (Sprecher/Liturg, aber auch Orgel) zu erleben.
Was an Plenumklang und im Video vorkommenden Farben erkennbar ist, hört sich m. E. sehr gut an, wie auch bei Seifert zu erwarten.
Das Es-Dur-Präludium wirkt relativ "normal" gespielt, aber mindestens für größere Hörerschaften müsste für Speyer wohl ein ganz spezieller Spiel-Stil gefunden werden, mit geringeren Tempi und sehr "lochigem" Anschlag.
Ja, die akustische Situation am Spieltisch stelle ich mir sehr schwierig vor, ist er doch ziemlich tief in die Orgel hineingerückt:
![[image]](http://cms.bistum-speyer.de/www2/diashow/orgelweihe/Orgelweihe1-kl.jpg)
"Auf Wunsch der Architekten befindet sich der Organist nun innerhalb des Organismus' Orgel" ist auf der Homepage von Seifert zu lesen; das kommt dem eigenen Abhören sicher nicht entgegen.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Orgelweihe Speyer
Antilope, Sonntag, 25. September 2011, 11:22 (vor 5463 Tagen) @ Florian-L
Welch schönes Foto! Durch den Weitwinkel erscheint das Kirchenschiff gekrümmt. Diese Krümmung scheint sich im Spieltisch fortzusetzen. Vermutlich schöner, als es im Original sein könnte!
Vielen Dank!!!
Orgelweihe Speyer
Karl-Bernhardin Kropf, Montag, 26. September 2011, 09:49 (vor 5462 Tagen) @ Antilope
Ja, so ungefähr wäre die Situation hier in Rostock St. Marien, wenn man den historischen (mechanischen) Spieltischplatz wieder in Betrieb nähme.
Aber das, was ich mit Artikulation etc. meinte, hat mit der Abhörsituation nichts zu tun. Diese würde eher in Klangfarben- und Werkbalance-Fragen hineinspielen.
Genauso wie eine Christmette sind Orgelweihen Ausnahmesituationen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man einmal mehr erkennt, dass diese Räume nicht dafür gemacht wurden, von einem Punkt aus - egal wo - relativ gleichmässig beschallt zu werden.
Wenn dann die Konzertbesucher einfach wissen, dass sie in der Nähe bleiben müssen, kann man sicher auch wieder "konventionell" interpretieren - und ob es im Chorraum dann nur mehr matscht, ist egal. Und für die Christmette verzichtet man eben auf Musik mit raschen Harmoniewechseln.
Jean-Claude Zehnder erzählte mal von einer Orgelweihe in Italien, zu der er (als Hörer) zu spät kam: Er erlebte im Eingangsbereich nur "Wolken", was ihm aber spontan schlüssig erschien, denn es wurde eine alte ital. Toccata gespielt, und wir kennen ja dieses zelebrierte Ausfransen eines Akkordes aus den Noten, wo die einzelnen Sechzehntel der einen "virtuosen" Stimme keine besondere Bedeutung haben, außer dem Akkord eine Art Rauschen zu verleihen.
Derartige Literatur - z. B. die gewisse Widor-Toccata, deren Einzeltöne auch nicht unbedingt als solche wahrgenommen werden müssen - wird in Speyer auch für großes Publikum funktionieren. Regers "Wachet auf" dürfte schon nach dem ersten Forte der Einleitung eher zur Karikatur werden, da das Diminuendo vom Nachhall des Fortes überdeckt werden wird.
Spannende Aufgaben für alle SpielerInnen.
Im aktuellen AO steht ja noch einmal die Dispo, und ich muss wirklich sagen, dass ich diese vom Papier her für sehr klug halte.
Orgelweihe Speyer
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Montag, 26. September 2011, 14:13 (vor 5462 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Genauso wie eine Christmette sind Orgelweihen Ausnahmesituationen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man einmal mehr erkennt, dass diese Räume nicht dafür gemacht wurden, von einem Punkt aus - egal wo - relativ gleichmässig beschallt zu werden.
Dem ist zweifellos so!
Wenn dann die Konzertbesucher einfach wissen, dass sie in der Nähe bleiben müssen (...)
Früher hieß es immer, die besten Plätze bei den Orgelkonzerten im Speyerer Dom - von denen ich viele gehört habe - seien "im hinteren Drittel" (bezogen auf die Bankreihen des Mittelschiffs). Das stimmte auch in etwa und wurde von den halbwegs "erfahrenen" Besuchern beherzigt. Da die neue Orgel am gleichen Platz steht, dürfte es weiterhin gelten.
Derartige Literatur - z. B. die gewisse Widor-Toccata, deren Einzeltöne auch nicht unbedingt als solche wahrgenommen werden müssen - wird in Speyer auch für großes Publikum funktionieren.
Denke ich auch. Apropos Publikum: Bei der Orgelweih-Vesper und dem abendlichen Konzert sollen jeweils 1500 bis 2000 Leute da gewesen sein. Das dürfte die Nachhallzeit (ca. 12s im leeren Raum) schon sehr merklich reduziert haben. - Ich war 1983 bei der Bischofsweihe von Anton Schlembach; der Dom war proppenvoll und ich sehr erstaunt über den durch die Menschenmasse drastisch verkürzten Hall - vielleicht noch 3-4 Sekunden... Die Orgel klang auch gar nicht mehr schön und irgendwie mickrig...
Regers "Wachet auf" dürfte schon nach dem ersten Forte der Einleitung eher zur Karikatur werden, da das Diminuendo vom Nachhall des Fortes überdeckt werden wird.
Und erst die schnelle fff-Passage ab T.59! Auch dies wurde dort mal gegeben; da der Interpret das "Quasi allegro vivace assai" durchaus wörtlich nahm, war's ein recht scheußlicher Matsch. (Vermutlich wäre es angebracht gewesen, von der Tempovorschrift nur das erste oder letzte Wort zu beachten ;-) und das Tempo der Viertel auf ca. 52 bpm zu setzen. Ist doch trotzdem noch schöne Musik, oder?)
Viele Grüße,
perotin