Der Cameron im Interview

Unda Maris ⌂, nahe Hamburg, Montag, 12. September 2011, 16:30 (vor 5474 Tagen)

Neues vom Berliner JungInterview
Apospos BSO: War am Wochenende in Berlin. Wollte mir erst ein Orgelkonzert mit dem Hoforganisten des Konzerthauses am Gendarmenmarkt anhören, aber bei diesem Schlafprogramm zog ich vor, in das Symphoniekonzert um 20 Uhr zu gehen. Ich dachte immer, Berlin Stadt der Superlativen. Was man hier jedoch musikalisch und dirigistisch geboten bekam war leider auch nur stark einschläfernd. Die beiden Ravel's kamen so brav daher,als würden pubertierende Konfirmanden tuscheln. Kein O und A, alles hübsch und weichgespült, abgespulte Routine. Der chinesische Solist war Weltklasse, aber das Elgar' sche Konzert für Vc hatte ich auch deutlich spannender in Erinnerung. Ein sehr ernüchternder Konzertabend in Berlin-Mitte.

Der Cameron im Interview

tombecher @, Saarbrücken, Montag, 12. September 2011, 18:58 (vor 5474 Tagen) @ Unda Maris

Der Link zum Interview funktioniert (nur bei mir?) nicht, so sollte es klappen
Grüße,
Thomas

Der Cameron im Interview

Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 13. September 2011, 12:00 (vor 5473 Tagen) @ Unda Maris

Wollte mir erst ein Orgelkonzert mit dem Hoforganisten des Konzerthauses am Gendarmenmarkt anhören, aber bei diesem Schlafprogramm zog ich vor, in das Symphoniekonzert um 20 Uhr zu gehen.


Bitte, wieso "Schlafprogramm"????

Der Cameron im Interview

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 13. September 2011, 12:21 (vor 5473 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

...das versteh ich auch nicht. Am Ende kommt doch sogar "Wachet auf!" :)

Vielleicht ist es die Kombination von vier so "bunten Hunden" - ich wäre auf die Buxtehude/Franck-Folge auch nicht gekommen - aber jedes für sich ein absolutes Highlight eigentlich...

Der Cameron im Interview

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 12:56 (vor 5473 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 13. September 2011, 13:05

Wollte mir erst ein Orgelkonzert mit dem Hoforganisten des Konzerthauses am Gendarmenmarkt anhören, aber bei diesem Schlafprogramm zog ich vor, in das Symphoniekonzert um 20 Uhr zu gehen.

Bitte, wieso "Schlafprogramm"????

Hallo,

wahrscheinlich weil man mit diesem Programm nicht gerade Neuland betritt. Immer wieder das gleiche, immer wieder, "a gmahde Wiesn" sozusagen. Wieso immer wieder Regers op. 52 Nr. 2 und op. 40 Nr. 1 und nicht eine der anderen Choralfantasien (die kleineren Werke werden ohnehin fast vollständig ignoriert). Ich würde auch gerne mal die Urfassung von der 135ber gerne mal hören, die zu ihren Ungunsten verstümmelt wurde. Oder op. 57, das ja gegensätzlicher nicht sein, zuerst die regellose Fantasie und dann die meisterhafte Fuge (Regers beste?). Wieso immer wieder das selbe von Bach und Buxtehude. Warum nicht einmal P.u.F A-dur oder das P.u.F. f-moll von Bach oder eine unbekannte Toccata von Buxtehude (gerne auch "mit ohne" Pedal). und Franck hat ja auch was anderes geschrieben als die drei Choräle.

Das wäre doch mal ein Programm aus einem Guss:

"von Buxtehude zu Reger, oder Symphonie in 4 Epochen d moll"

Buxtehude 155er in d moll
Bach Triosonate d moll
Franck Fantasie A-dur
und dann Reger op. 57

da würde ich hingehen (sonst noch jemand, oder doch zu heftig?)

Grüße Franz

edit: und dann auch noch 10 Euronen für ein Schlafprogramm, dort wo ich wohne gibts was Aufregenderes für die Hälfte, da darf man sich nicht wundern, wenn auch die eingefleischten Orgelfreunde öfters mal daheim bleiben.

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Friedrich @, Dienstag, 13. September 2011, 14:12 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Wieso immer wieder Regers op. 52 Nr. 2 und op. 40 Nr. 1 und nicht eine der anderen Choralfantasien (die kleineren Werke werden ohnehin fast vollständig ignoriert). Ich würde auch gerne mal die Urfassung von der 135ber gerne mal hören, die zu ihren Ungunsten verstümmelt wurde.

Über letzteres hatten wir's mal im alten Forum. Ich bin da nicht ganz Deiner Ansicht, die immerhin autorisierte Druckfassung hat eine wunderbare, klärende Straffheit. Manche Einfälle der Kurz-vor-Druckfassung wirken auf mich bemüht, die gestrichene Triolendurchführung und die Quintfallmühlen in der Fuge kaugummiartig dehnend. Es gibt eine eindrucksvolle Aeolus-Aufnahme der "rekonstruierten" oder "Ur-"Fassung (beides finde ich anmaßend, denn Reger hat die Druckfassung, wie gesagt, selber freigegeben und war, das wollen wir doch mal unterstellen, bei Sinnen) mit Stefan Schmidt in Kevelaer – 26 Minuten Fantasie und Fuge über den Halbtonschritt, das ist schon ein Hammer, auch für Reger, auch für einen eingefleischten Fan wie mich.

Oder op. 57, das ja gegensätzlicher nicht sein, zuerst die regellose Fantasie und dann die meisterhafte Fuge (Regers beste?).

Njet – Opus 73, da lasse ich nix drauf kommen.

Wieso immer wieder das selbe von Bach und Buxtehude. Warum nicht einmal P.u.F A-dur oder das P.u.F. f-moll von Bach oder eine unbekannte Toccata von Buxtehude (gerne auch "mit ohne" Pedal). und Franck hat ja auch was anderes geschrieben als die drei Choräle.

*sentimentalwerd* ich habe mal ein Editorial über die französischen Schlachtrösser geschrieben, damals … Die Choräle sind in meinen Ohren nun mal das Beste von ihm, die höre ich mir auch gerne immer wieder an. Was "immer die gleichen Stücke" angeht, hast Du natürlich einesteils recht – andernteils wird Bach ja schon rauf und runter gespielt, da bleibt Wiederholung nicht aus, und mancher Spieler wird sich nach zwei Stunden auf der Suche nach dem originellen Bach-Programm sagen: "Was soll's, spiel' ich eben die Passacaglia!" Und bitte, soll er – was mich angeht, bei dem Ding bin ich immer gespannt.

Bei alldem gibt es batürlich trotzdem Bach-Programme, die mich eher neugierig machen als andere. Z. B. höre ich gerne, aber selten "Sei gegrüßet" und "O Gott, du frommer Gott" oder – bald ist Advent – die drei Leipziger Heilande (Choral / Zwei Bässe / Fantasie); davor BWV 541, danach Buxtehudes "Wie schön leuchtet"; dann "Les Anges" und "Le Verbe"; Regers "Weihnachten"; und zum Schluss "Le monde dans l'attente du sauveur".

Dann kann's doch Weihnachten werden!

Gruß,
Friedrich

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Antilope, Dienstag, 13. September 2011, 19:44 (vor 5473 Tagen) @ Friedrich

Ich kann mich nur anschliessen: Die Drei Choräle sind einfach das Beste vom Besten. Sie zu spielen bedarf keiner Begründung (würde man z.B. bei den Brahms-Sinfonien ja auch nicht einfordern!). Schön wäre es freilich, wenigstens ein neues, unbekanntes Stück zu spielen. Trotzdem: Ein Konzertprogramm mit durchweg guter Musik. Und bei den Manualiter-Toccaten Buxtehudes ist auch viel Blattspiel-Leerlauf dabei.

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Karsten, Dienstag, 13. September 2011, 20:00 (vor 5473 Tagen) @ Antilope

Ich kann mich nur anschliessen: Die Drei Choräle sind einfach das Beste vom Besten. Sie zu spielen bedarf keiner Begründung (würde man z.B. bei den Brahms-Sinfonien ja auch nicht einfordern!). Schön wäre es freilich, wenigstens ein neues, unbekanntes Stück zu spielen. Trotzdem: Ein Konzertprogramm mit durchweg guter Musik. Und bei den Manualiter-Toccaten Buxtehudes ist auch viel Blattspiel-Leerlauf dabei.

Das sehe ich ähnlich. Wobei man allerdings anmerken sollte, dass es im Bereich der Orgelmusik - im Vergleich zu anderen Bereichen wie Orchesterwerke, Klaviermusik usw. - leider sehr wenige "Brahms-Sinfonien" gibt :(

Gruß
Karsten

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Antilope, Dienstag, 13. September 2011, 20:42 (vor 5473 Tagen) @ Karsten

Ja, das fällt mir auch immer wieder schmerzlich auf...

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 21:01 (vor 5473 Tagen) @ Karsten

Das sehe ich ähnlich. Wobei man allerdings anmerken sollte, dass es im Bereich der Orgelmusik - im Vergleich zu anderen Bereichen wie Orchesterwerke, Klaviermusik usw. - leider sehr wenige "Brahms-Sinfonien" gibt :(

Hallo,

Als einer der mit Brahms nicht ganz so viel anfangen kann (genau so wie mit Tschaikowsky und Dvorak) verstehe ich das jetzt nicht. Sind für einen "Brahmiden" die Symphonien von Brahms so gut, dass nichts Vergleichbares an Orgelmusik geschrieben wurde?
Ein Werk von Brahms hat mir einmal sehr gut gefallen, es war ein sehr spätes Kammermusikwerk und es war schon sehr modern. Aber im Allgemeinen nicht ganz meine Musik, ebenso Franck.

Aber das müsste euch doch auch gefallen, obwohl es keine Orgelmusik und kein Brahms ist, aber ein Bindeglied zwischen den beiden "Lagern".

neudeutsche Grüße

Franz

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Antilope, Dienstag, 13. September 2011, 21:06 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Offenbar habe ich mich missverständlich ausgedrückt, denn ich meinte: BEI EINEM SINFONIEKONZERT würde niemand anzweifeln, dass das regelmässige setzen einer Brahmssymphonie richtig ist. So sehe ich es mit den Franck-Chorälen.

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 21:29 (vor 5473 Tagen) @ Antilope

Offenbar habe ich mich missverständlich ausgedrückt, denn ich meinte: BEI EINEM SINFONIEKONZERT würde niemand anzweifeln, dass das regelmässige setzen einer Brahmssymphonie richtig ist. So sehe ich es mit den Franck-Chorälen.

Nein, das passt schon, das selbe gilt ja auch für Beethoven. Ich verstehe nur Karsten nicht ganz (oder falsch?), wenn er meint, im Bereich der Orgelmusik gäbe es wenige "Brahms-Sinfonien". Ich habe es so verstanden, dass es wenig Sachen in der Orgelliteratur gibt, die die gleiche "Größe" haben wie eine Sinfonie von Brahms.

Grüße

Franz

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Friedrich @, Dienstag, 13. September 2011, 21:48 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Nein, das passt schon, das selbe gilt ja auch für Beethoven. Ich verstehe nur Karsten nicht ganz (oder falsch?), wenn er meint, im Bereich der Orgelmusik gäbe es wenige "Brahms-Sinfonien". Ich habe es so verstanden, dass es wenig Sachen in der Orgelliteratur gibt, die die gleiche "Größe" haben wie eine Sinfonie von Brahms.

So habe ich's auch verstanden, und ich sehe es ganz ähnlich. Es gibt nach Bach nur wenig Orgelliteratur, die an das heranreicht, was in Sinfonik, Kammer- und Klaviermusik, Lied und Oper komponiert wurde.

In der Brahms-Sinfonien-Liga spielen vielleicht gerade man Reubke, Francks a-Moll-Choral und die ganz großen Würfe von Reger (opp. 52, 57, 73, 135b). (Ohne dass meine Repertoirekenntnis hier so breit aufgestellt wäre wie etwa die von Andreas.) Für meine Ohren schaffen auch Leute wie WIdor und Vierne das nur satzweise, dito Alain, auch wenn er ein Genie war. Duruflé wusste das sehr gut, weswegen er auch nur widerwillig veröffentlicht hat – und selbst bei ihm gibt es nur ein, vielleicht zwei echte Gipfelstücke.

Aber damit macht man natürlich ein ganz großes Fass auf. Zumal das immer gern missverstanden wird – so als ob andere Musik nicht des Spielens wert wäre. Dabei ist es andersrum – in der erwähnten olympischen Liga ist die Luft dünn, da muss man sich als Spieler und Hörer erst mal hintrauen.

Gruß,
Friedrich

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

willscher, Mittwoch, 14. September 2011, 06:22 (vor 5473 Tagen) @ Friedrich

Es gibt nach Bach nur wenig Orgelliteratur, die an das heranreicht, was in Sinfonik, Kammer- und Klaviermusik, Lied und Oper komponiert wurde.


In der Brahms-Sinfonien-Liga spielen vielleicht gerade man Reubke, Francks a-Moll-Choral und die ganz großen Würfe von Reger (opp. 52, 57, 73, 135b). Für meine Ohren schaffen auch Leute wie WIdor und Vierne das nur satzweise, dito Alain, auch wenn er ein Genie war. Duruflé wusste das sehr gut, weswegen er auch nur widerwillig veröffentlicht hat – und selbst bei ihm gibt es nur ein, vielleicht zwei echte Gipfelstücke.

Aber damit macht man natürlich ein ganz großes Fass auf.
Gruß,
Friedrich

Ja, das Faß....Wie lang ein gutes Orgelstück sein muß, ist doch egal. Es gibt viele ganz große Würfe. Alain: Litanies; Vierne: aus den Fantasiestücken; Fumet: Transsubstantiation, ein Stück, was auch in 1000 Jahren noch Geltung haben wird; Carl Heinrich Zöllner: Grave (Fantasie und Fuge c-Moll); Duruflè: Das sind mehr als ein oder zwei echte Gipfelstücke; Frescobaldi natürlich; Messiaen; Liszt: Vogelpredigt (ist ja eigentlich ein Orgelstück); Ulysse Matthey: Toccata-Carillon; Walter Kraft: Partita über "Nun will sich scheiden Tag und Nacht"; Fritz Lubrich jun.: 3 romantische Tonstücke nach Bildern von Böcklin (Widor gewidmet!).........und und und...
das alles ist erste Liga, und das braucht sich vor Brahms und Co nicht zu verstecken.
Gruß
Andreas

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Friedrich @, Mittwoch, 14. September 2011, 09:22 (vor 5473 Tagen) @ willscher

Ja, das Faß....Wie lang ein gutes Orgelstück sein muß, ist doch egal.

Absolut!

Es gibt viele ganz große Würfe. Alain: Litanies; Vierne: aus den Fantasiestücken … Frescobaldi natürlich; Messiaen …

Bis hierher: D' accord.

Fumet: Transsubstantiation, ein Stück, was auch in 1000 Jahren noch Geltung haben wird; Carl Heinrich Zöllner: Grave (Fantasie und Fuge c-Moll) … Walter Kraft: Partita über "Nun will sich scheiden Tag und Nacht"; Fritz Lubrich jun.: 3 romantische Tonstücke nach Bildern von Böcklin (Widor gewidmet!) ... und und und ...

… und hier versagt meine Repertoirekenntnis. Ich muss einfach öfter mal in Deine Konzerte kommen. Wohne ja neuerdings auch näher dran (ein bisschen).

Duruflè: Das sind mehr als ein oder zwei echte Gipfelstücke …

… und da lange ich dann doch ins Fass: Das Prélude aus der Suite – was kommt da ran? Möglicherweise gerade noch das ALAIN-Stück.

Liszt: Vogelpredigt (ist ja eigentlich ein Orgelstück); Ulysse Matthey: Toccata-Carillon …
das alles ist erste Liga, und das braucht sich vor Brahms und Co nicht zu verstecken.

Hm. Die Sachen laufen bei mir eher unter solide Konzertliteratur – und Liszt braucht für mich immer eine sehr liebende Interpretenhand, sonst wird's nix. (Wie war das mit KBKs Neunzehntelwissen? Sternstunde des Forums!)

Aber Andreas: Es macht schon Spaß, in Fässer zu tauchen, das auf jeden Fall!

Gruß,
Friedrich

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Axel ⌂ @, Mechernich, Dienstag, 13. September 2011, 21:57 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Nee, das hat Karsten wohl schon so gemeint. Was hat denn im Orgelbereich wirklich bahnbrechende Größe?
Ich erinnere mich an ein Konzert von Stefan Engels im Gregoriushaus in Aachen mit einer Vierne-Sinfonie (2. oder 3.) und der 2. von Dupré. Der damalige Dozent für Musikgeschichte kam etwas konsterniert heraus und sagte sinngemäß: Guter Spieler, aber finden Sie wirklich, dass das große Musik ist?
Hart, aber ganz unrecht hat er nicht. Was haben wir denn? Rheinberger? Nicht wirklich. Ein Stück ist schön, zwei sind noch schöner, ab dem dritten hat man den Eindruck, man wird mit Himbeersauce übergossen und ertrinkt langsam daran. Widor? Klaingt eher wie Schumann, der war da aber schon 40 Jahre tot. Da war Franck von der Tonsprache (nicht spieltechnisch) weiter. Vierne? Gequälte Chromatik. Reger? Meist unbeholfene Montrösitäten.
Das ist natürlich übertrieben, ich weiß...Aber wo ist Orgelliteratur wirklich Weltliteratur? Bei Frecobaldi, Buxtehude, Bach, Liszt und Reubke. Dann wird es auch schon eng.

Grüße
Axel

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 22:13 (vor 5473 Tagen) @ Axel
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 13. September 2011, 22:27

Das ist natürlich übertrieben, ich weiß...Aber wo ist Orgelliteratur wirklich Weltliteratur? Bei Frecobaldi, Buxtehude, Bach, Liszt und Reubke. Dann wird es auch schon eng.

Hallo,

also für mich ist das Weltliteratur und das selbe Niveau haben auch seine Orgelwerke.
Bitte nicht auf Computerlautsprecher anhören, schließts euern PC an eueren Verstärker an.

Grüße

Franz

edit: Ganz anhören (alle vier Sätze), sonst versteht man das Werk nicht! und für alle die es noch nicht wissen: "Link in einem neuen Tab öffnen"

2. Teil
3. Teil
4. Teil

GROSSE Komponisten

BourdonCéleste, Mittwoch, 14. September 2011, 14:31 (vor 5472 Tagen) @ Axel
bearbeitet von BourdonCéleste, Mittwoch, 14. September 2011, 14:43

Rheinberger? Nicht wirklich. Ein Stück ist schön, zwei sind noch schöner, ab dem dritten hat man den Eindruck, man wird mit Himbeersauce übergossen und ertrinkt langsam daran. [...] Vierne? Gequälte Chromatik. [...]

Dein Rheinberger-Urteil teile ich aufs Wort, die wenigen echten Highlights lassen sich an einer Hand abzählen und für Klangdiabetiker ist sein Werk wirklich ungeeignet. Wobei ich mir für meine Hochzeit seine kleine G-Dur-Messe gewünscht hatte, was ein Traum war.

Aber Vierne? Ich arbeite aus gegebenem Anlaß gerade mal wieder an seiner Dritten und muss sagen, was für ein Zaubergarten! Gerade die Chromatik! Wenn man die Symphonien von Vierne und seine Fantasiestücke nicht einfach nur runternudelt, sondern mit Liebe kocht, ist das doch wirklich vom Feinsten. Vom grandiosen Dupré fange ich gar nicht an...

Was macht denn eine "große" Komposition aus? Ihr Ideenreichtum? Die handwerkliche und Satz-Technik? Der Duktus? Der Atem? Die Komplexität? Die Neuheit in Bezug auf die jeweilige Epoche?? All dies finde ich bei Vierne und Dupré mehr als bei vielen Zeitgenossen des orchestralen Standardrepertoires - vom ganz speziellen Gänsehautfaktor mal abgesehen.

Naja, und Reger wäre vielleicht ein guter Komponist gewesen, wenn er etwas weniger getrunken hätte...

"Art is long and life is short; here is evidently the explanation of a Brahms symphony." --Edward Lorne

"Anton Bruckner wrote the same symphony nine times, trying to get it just right. He failed." --Edward Abbey

GROSSE Komponisten

Antilope, Mittwoch, 14. September 2011, 14:53 (vor 5472 Tagen) @ BourdonCéleste

Nun, was einen "großen" Kompositeur des 18.- frühen 20. Jh. auszeichnet?

Ich denke:
- nicht nur viele, sondern vor allem gute Ideen, Motive, die irgendwie "genial schön" sind
- die Befähigung zur "Durchführung". Aus kleinen Einheiten ein großes Ganzes zu bilden, das einer zwingenden Dramaturgie folgt (oder umgekehrt). Herausstechend ist hier m.E. Beethoven, der aus nahezu nichtigen Themen ganze Sätze stricken konnte. Was die Dramaturgie betrifft: man schaue nur auf Brahms 1, 4. Satz!!! (diese "späte" 1. Symph. gilt über ihre ganze Rezeptionsgeschichte bis heute als das erste Werk dieser Gattung, das es mit Beethoven aufnehmen konnte)
- Die Befähigung, nie zu viel zu tun, nichts "Aufgesetztes" zu machen!
- Die Kenntnis der musikalischen Wurzeln und Herkunft und die Befähigung, auf diesem Grundstock die Musikgeschichte weiter zu schreiben, also nicht zu verharren (gutes Beispiel: Messiaen, der vom Früh- bis zum Spätwerk eine enorme Entwicklung vom Impressionismus bis zur seriellen Musik genommen hat.
- Das Glück, nach der UA nicht direkt in Vergessenheit zu geraten.

GROSSE Komponisten

willscher, Mittwoch, 14. September 2011, 15:15 (vor 5472 Tagen) @ Antilope

Herausstechend ist hier m.E. Beethoven.

Aber ja!
Wer kennt die Bagatelle op. 119/10?
Dieses Stück - 12 Takte (wobei die ersten 8 T. wiederholt werden), im Druck gerade mal EINE Zeile - ist ein musikalischer Krimi, wie es ihn sonst nirgendwo gibt. Wer das Stück nicht kennt, kann nichts einordnen, weder Tonart noch Rhythmus. Erst im letzten Takt wird klar, wo hier die "1" ist, erst im 8. Takt kristallisiert sich die eigentliche Tonart heraus. Das Stück dauert keine 20 Sekunden.
Es gibt ja einige Orgelwerke von Beethoven. Schade, daß diese nicht das Niveau dieses Bagatellen-Krimis haben..........
Gruß
Andreas

GROSSE Komponisten

FranzS. @, Mittwoch, 14. September 2011, 18:52 (vor 5472 Tagen) @ BourdonCéleste

.]


Dein Rheinberger-Urteil teile ich aufs Wort, die wenigen echten Highlights lassen sich an einer Hand abzählen und für Klangdiabetiker ist sein Werk wirklich ungeeignet. Wobei ich mir für meine Hochzeit seine kleine G-Dur-Messe gewünscht hatte, was ein Traum war.

Ich höre Rheinberger eigentlich sehr gerne, aber irgendwie zieht es ihn mir zum üben nicht ganz so rein, ein ganz Großer war er wohl nicht. Jedoch hat er es geschaft, einen eigenen Personalstil zu schaffen. Rheinberger war aber ein "Wunderkind", leider wurde er eben nicht besser. Rheinberger, ein Großer zur falschen Zeit am falschen Ort?


Aber Vierne? Ich arbeite aus gegebenem Anlaß gerade mal wieder an seiner Dritten und muss sagen, was für ein Zaubergarten! Gerade die Chromatik! Wenn man die Symphonien von Vierne und seine Fantasiestücke nicht einfach nur runternudelt, sondern mit Liebe kocht, ist das doch wirklich vom Feinsten.

Von Vierne halte ich jetzt auch nicht so viel (spiele ihn allerdings nicht, weil ich....ähm.....nicht die richtige Orgel habe ;~)), ich finde es mal ganz nett um eine großen Orgel zu hören. An Karg-Elert kommt er nicht hin (ja ihr dürft mich töten!)

Vom grandiosen Dupré fange ich gar nicht an...

ohne Zweifel einer der ganz Großen


Was macht denn eine "große" Komposition aus? Ihr Ideenreichtum? Die handwerkliche und Satz-Technik? Der Duktus? Der Atem? Die Komplexität? Die Neuheit in Bezug auf die jeweilige Epoche??

Tja, das wenn man wüsste. Ich behaupte mal ganz provokativ, Mozarts Klaviersonate c-moll erfüllt keines der genannten Kriterien, aber irgendwie stellts mir dann doch die Haare auf.


Naja, und Reger wäre vielleicht ein guter Komponist gewesen, wenn er etwas weniger getrunken hätte...

Einspruch euer Ehren, Fuge op. 57 (und op. 73) hören!

"Anton Bruckner wrote the same symphony nine times, trying to get it just right. He failed." --Edward Abbey

Bruckner hat möglicherweise die gleiche Sinfonie 9 mal geschrieben und er hätte sie 90 mal schreiben können, ohne eine zuviel geschrieben zu haben!

Grüße Franz

GROSSE Komponisten

Friedrich @, Mittwoch, 14. September 2011, 19:24 (vor 5472 Tagen) @ FranzS.

Vom grandiosen Dupré fange ich gar nicht an...

ohne Zweifel einer der ganz Großen

Jjein, in meinen Ohren. Opus 7, klar; Opus 36/2 auch. "Le monde dans …" glasklar; sogar "Cortège et Litanie" hat auf seine schlichte Art Größe. Der Kreuzweg, Psalm XVIII, Les Nymphéas und die Sinfonien inklusive "Évocation" brauchen aber schon viel Spielerliebe, um wirklich zu gelingen – dann können sie zugegebenermaßen grandios wirken (so wie z. B. hier). Aber sonst ist da viel Kunsthandwerk dabei; und von der Orgel-Kammermusik will ich gar nicht sprechen *schauder*.

Naja, und Reger wäre vielleicht ein guter Komponist gewesen, wenn er etwas weniger getrunken hätte ...

Einspruch euer Ehren, Fuge op. 57 (und op. 73) hören!

Absolut! Wobei Du dem Bourdon céleste in gewisser Weise recht gibst: Die Weidener Stücke (z. B. auch die Fantasien op. 52 und das herrliche op. 59) und die Werke der frühen Münchener Zeit entstammen der wohl längsten trockenen Phase Regers (in Weiden observierte ihn die Familie rund um die Uhr, in München riss er sich für seine geliebte, frisch ihm vermählte Elsa mächtig zusammen).

"Anton Bruckner wrote the same symphony nine times, trying to get it just right. He failed." --Edward Abbey

Bruckner hat möglicherweise die gleiche Sinfonie 9 mal geschrieben und er hätte sie 90 mal schreiben können, ohne eine zuviel geschrieben zu haben!

Abbey und Du, ihr habt in meinen Ohren beide recht. Bruckner scheitert noch jedesmal – aber ihm dabei zuzuhören, das ist schon ein Erlebnis.

Und überhaupt, das Erlebnis – nicht zu unterschätzen bei alldem. Wenn Musik keines ist, war's auch keine.

Gruß,
Friedrich

GROSSE Komponisten

schnitgers.anderer.erbe, Donnerstag, 15. September 2011, 06:02 (vor 5472 Tagen) @ FranzS.

Von Vierne halte ich jetzt auch nicht so viel (spiele ihn allerdings nicht, weil ich....ähm.....nicht die richtige Orgel habe ;~)), ich finde es mal ganz nett um eine großen Orgel zu hören. An Karg-Elert kommt er nicht hin (ja ihr dürft mich töten!)

Aber nicht doch! Ich mag zwar Vierne auch sehr gerne, aber Karg-Elert ist für mich auch einer der ganz großen und (immer noch) unterschätzten Komponisten. Neben der einschlägigen Orgelmusik und dem inzwischen ja doch etwas bekannterem Harmoniumwerk, sei insbesondere seine Klaviermusik einmal der Beachtung anempfohlen! Der Mann hatte neben seinen handwerklichen Fähigkeiten einen derartigen Sinn für hintergründigen Witz und Ironie im musikalischen, wie man das nur selten findet.

GROSSE Komponisten

BourdonCéleste, Donnerstag, 15. September 2011, 07:58 (vor 5472 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Karg-Elert [...] hatte neben seinen handwerklichen Fähigkeiten einen derartigen Sinn für hintergründigen Witz und Ironie im musikalischen, wie man das nur selten findet.

Oh ja! Habe mir daher erlaubt, oben einen Link zu ergänzen...

GROSSE Komponisten

FranzS. @, Donnerstag, 15. September 2011, 08:03 (vor 5472 Tagen) @ BourdonCéleste

Karg-Elert [...] hatte neben seinen handwerklichen Fähigkeiten einen derartigen Sinn für hintergründigen Witz und Ironie im musikalischen, wie man das nur selten findet.


Oh ja! Habe mir daher erlaubt, oben einen Link zu ergänzen...

Dann erlaube ich mir auch noch einen Link.

GROSSE Komponisten

BourdonCéleste, Donnerstag, 15. September 2011, 10:01 (vor 5472 Tagen) @ FranzS.

Karg-Elert [...] hatte neben seinen handwerklichen Fähigkeiten einen derartigen Sinn für hintergründigen Witz und Ironie im musikalischen, wie man das nur selten findet.


Oh ja! Habe mir daher erlaubt, oben einen Link zu ergänzen...


Dann erlaube ich mir auch noch einen Link.

:-) Danke, DEN wollte ich ursprünglich posten, denn nach eben diesem Stück hatte ich bei Youtube gesucht (das andere war dann eher Zufallsfund). Aber ich finde den Klang dieser Orgel so muffig und fad, dass ichs gelassen hatte. Meine Referenz für die Partita ist Paul Wißkirchens (Gott hab ihn selig, er war ein wunderbarer Mensch!) Einspielung aus Altenberg. Hehe, am Schluss mit der quäkigen, aber erfrischenden Klais-Trompeteria. Und Paul Wißkirchen spielte es auch besser...

GROSSE Komponisten

FranzS. @, Donnerstag, 15. September 2011, 11:29 (vor 5472 Tagen) @ BourdonCéleste
bearbeitet von FranzS., Donnerstag, 15. September 2011, 11:32


Meine Referenz für die Partita ist Paul Wißkirchens (Gott hab ihn selig, er war ein wunderbarer Mensch!) Einspielung aus Altenberg.

Was Karg-Elert auf der Altenberger?, das muss ich mir zulegen. Vielen gefällt diese Orgel ja leider nicht, aber ich mag diese Transparenz (und das Aggressive).

GROSSE Komponisten

BourdonCéleste, Donnerstag, 15. September 2011, 11:46 (vor 5472 Tagen) @ FranzS.


Meine Referenz für die Partita ist Paul Wißkirchens (Gott hab ihn selig, er war ein wunderbarer Mensch!) Einspielung aus Altenberg.


Was Karg-Elert auf der Altenberger?, das muss ich mir zulegen. Vielen gefällt diese Orgel ja leider nicht, aber ich mag diese Transparenz (und das Aggressive).


Es ist die Motette-CD 11161 "Die Orgel im Altenberger Dom gespielt von Paul Wißkirchen" von 1987, u.a. mit Elerts Op. 75b (Hommage to Handel) und ein paar netten Sachen von Stanley Weiner, den man hier leider auch nicht mehr so präsent hat, obwohl er echt witzige Sachen geschrieben hat - seine Orgelwerke sind von seiner Freundschaft zu Paul Wißkirchen und der Altenberger Domorgel geprägt und für diese geschrieben worden - daher sei auch diese CD sehr empfohlen.

Beide Scheiben bring ich Dir gern mal mit, wenn wir endlich mal nen Kaffee trinken gehen im herbstlichen Regensburg :-)

Altenberg

BourdonCéleste, Donnerstag, 15. September 2011, 11:56 (vor 5471 Tagen) @ FranzS.


Was Karg-Elert auf der Altenberger?, das muss ich mir zulegen. Vielen gefällt diese Orgel ja leider nicht, aber ich mag diese Transparenz (und das Aggressive).

Ja, genau das mochte ich auch (Jugendsünde von 1993 dort...), wobei ich sie seit dem Umbau noch nicht wieder gehört oder gespielt habe.

Und Paul Wißkirchen war ein reizender, bescheidener Gastgeber. Der übrigens einen ganzen Keller voller Aufnahmen legendärer Seifen-Improvisationen hatte, wo das wohl geblieben ist nach Wißkirchens Tod? Es gab sie damals alle als Audio-Kassetten zu kaufen, aber ich habe meine bei irgendeinem Umzug verloren...

Altenberg

Friedrich @, Donnerstag, 15. September 2011, 12:34 (vor 5471 Tagen) @ BourdonCéleste

Was Karg-Elert auf der Altenberger?, das muss ich mir zulegen. Vielen gefällt diese Orgel ja leider nicht, aber ich mag diese Transparenz (und das Aggressive).


Ja, genau das mochte ich auch …

Ich finde auch erstaunlich, wie die Musik in Altenberg davon profitiert – zumindest auf Aufnahmen. Martin Sanders' Reubke ist ein älteres Beispiel dafür (grandios, auch wenn er zu früh zum Allegro aufdreht), ein jüngeres ist Christoph Kellers sehr aufregende Whitlock-Platte.

Gruß,
Friedrich

Altenberg

BourdonCéleste, Donnerstag, 15. September 2011, 12:49 (vor 5471 Tagen) @ Friedrich

zumindest auf Aufnahmen.

Das ist allerdings ein besonderes Phänomen in Altenberg. Die Orgel ist ein nahezu ideales Aufnahmestudioinstrument - im Raum dann allerdings ist man erstmal enttäuscht, wohl ob Ihres fehlgeplant flachen Gehäuses und der Vierungssituation...

Altenberg

Jürgen Wolf, Donnerstag, 15. September 2011, 19:32 (vor 5471 Tagen) @ BourdonCéleste

Es ist schön, meinen immer sehr geschätzten Orgellehrer so beschrieben zu lesen. Ich werde das gerne mal seiner Witwee Anneliese weiterreichen, sie wird sich freuen.

Kennt Ihr die CD Bilder einer Orgel 1, auf der Paul Wißkirchen Widors V. sowie Peeters Variationen über ein altflämisches Lied spielt, aufgenommen 1981. Das ist eine meiner Lieblingsaufnahmen.

Die Frage nach Seifens Bändern aus Altenberg kann vielleicht Frank Kirsch beantworten, email organi@gmx.net.

Jürgen Wolf
Köln

Altenberg

BourdonCéleste, Freitag, 16. September 2011, 07:05 (vor 5471 Tagen) @ Jürgen Wolf

Es ist schön, meinen immer sehr geschätzten Orgellehrer so beschrieben zu lesen. Ich werde das gerne mal seiner Witwee Anneliese weiterreichen, sie wird sich freuen.

Kennt Ihr die CD Bilder einer Orgel 1, auf der Paul Wißkirchen Widors V. sowie Peeters Variationen über ein altflämisches Lied spielt, aufgenommen 1981. Das ist eine meiner Lieblingsaufnahmen.

Die Frage nach Seifens Bändern aus Altenberg kann vielleicht Frank Kirsch beantworten, email organi@gmx.net.

Jürgen Wolf
Köln


Vielen Dank für die Rückmeldung und den Tipp.

Ja, Wißkirchen war ein wirklich gütiger und liebenswerter Mensch. Und sein uneitler Umgang mit seiner für ihre Zeit ja doch sehr besonderen und berühmten Orgel war so angenehm. Ich erinnere mich noch, wie ich das erste mal an seiner Orangerie geklingelt habe und nach dem Orgelschlüssel fragen wollte. Ohne groß zu fragen reichte er einfach wortarm den Schlüssel durch die Tür... Und für CD-Aufnahmen konnte man nächtelang nicht nur die Orgel, sondern auch seine formidable Tontechnik benutzen - der Mann war immer entspannt, freundlich väterlich und hilfsbereit. Und was besonders sympathisch war: Er konnte auch mal Kollegen loben und bewundern. Wie hat er immer von Seifen geschwärmt "Der D-Zug vom Niederrhein"!

Wäre er mal nur mit seiner Krebserkrankung nicht zu einem Homöopathen gegangen... :-(

GROSSE Komponisten

willscher, Donnerstag, 15. September 2011, 08:03 (vor 5472 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Aber nicht doch! Ich mag zwar Vierne auch sehr gerne, aber Karg-Elert ist für mich auch einer der ganz großen und (immer noch) unterschätzten Komponisten. Neben der einschlägigen Orgelmusik und dem inzwischen ja doch etwas bekannterem Harmoniumwerk, sei insbesondere seine Klaviermusik einmal der Beachtung anempfohlen! Der Mann hatte neben seinen handwerklichen Fähigkeiten einen derartigen Sinn für hintergründigen Witz und Ironie im musikalischen, wie man das nur selten findet.

Und man kann viele seiner Kompositionen bei IMSLP (also gratis) bekommen!
Das gilt auch für seine Orgelwerke.

Gruß
Andreas

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 19:57 (vor 5473 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 13. September 2011, 20:04


Über letzteres hatten wir's mal im alten Forum. Ich bin da nicht ganz Deiner Ansicht, die immerhin autorisierte Druckfassung hat eine wunderbare, klärende Straffheit. Manche Einfälle der Kurz-vor-Druckfassung wirken auf mich bemüht...

Hallo Friedrich, mir gefällt besonders das Intermezzo mit den aufgelösten 64stel-Läufe in der Urfassung der Fantasie besonders gut. Wenn man dieses Intermezzo kennt bekommen die 64stel kurz vor der Coda eine ganz ander Wirkung, weil sie plötzlich eine Bedeutung haben. Auch die Fuge ist mir in der endgültigen Fassung etwas zu kurz. Der äußerst selbstkritische Reger hat sich meier Meinung nach zu sehr von Straube beeinflussen lassen.


Opus 73, da lasse ich nix drauf kommen.

Opus 73 hat auf alle Fälle die beste Coda von Reger (man möchte fast glauben, das ganze Werk ist nur geschrieben worden um dieser Coda gerecht zu werden). Opus 73 ist wohl das beste Orgelwerk, aber die op. 57ner Fuge ist so erfrischend klar, wie in einer Kugelbahn resultiert das Eine aus dem Anderen. Selten gibt es Werke die so aus "einem Guss" sind wie diese Fuge. Man darf wohl sagen, dass sich Reger mit opus 73 und opus 57 auf gleicher Ebene mit Bach und Mozart stellen lässt.


*sentimentalwerd* ich habe mal ein Editorial über die französischen Schlachtrösser geschrieben, damals … Die Choräle sind in meinen Ohren nun mal das Beste von ihm, die höre ich mir auch gerne immer wieder an.

Irgendwie verstehe ich Franck wahrscheinlich nicht, mir gefällt es zwar aber der große "Aha-Effekt" ist bislang noch nicht eingetreten.

Was "immer die gleichen Stücke" angeht, hast Du natürlich einesteils recht – andernteils wird Bach ja schon rauf und runter gespielt, da bleibt Wiederholung nicht aus

Aber es gibt doch sehr viele Werke von Bach, die man so gut wie nicht hört. P.u.F. A-dur habe ich noch nie im Konzert gehört. Verhältnismäßig selten hört man auch das große c-moll und das große e-moll könnte auch öfter dran kommen. Die Triosonaten sind auch nicht all zu oft zu hören.

und mancher Spieler wird sich nach zwei Stunden auf der Suche nach dem originellen Bach-Programm sagen: "Was soll's, spiel' ich eben die Passacaglia!" Und bitte, soll er – was mich angeht, bei dem Ding bin ich immer gespannt.

ja die lässt sich nicht totspielen.

Regers "Weihnachten"

Hier muss ich sagen, bei aller Liebe zu Reger, die 145er hätts nicht gebraucht. Ich will mir fast die Haare ausreißen, warum musste Reger sein Orgelwerk SO beenden. Und gerade "Weihnachten" finde ich so schlimm.


Dann kann's doch Weihnachten werden!

Weihnachten? Ach, Humbug!


Gruß,
Friedrich


Weihnachtliche Grüße
[image]
Franz
(das bin übrigens ich, nach der Christmette mit 6 Tassen Glühwein intus)

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Axel ⌂ @, Mechernich, Dienstag, 13. September 2011, 22:06 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Hmm ja, ganz teile ich das nicht... Ich spiele von op. 135b immer die Druckfassung. Wenn man weiß, wo die Schnittstellen sind, merkt man es tatsächlich. Aber der geraffte Gesamteindruck macht das Stück trotzdem schlüssiger.

Ein Problem liegt in Regers Kompositionsweise, Tüfteln war nicht sein Ding. Cadenbach hat das mal sehr schlüssig dargelegt. Leider hat er krampfhaft versucht nachzuweisen, dass Reger gar nicht komponieren konnte. Das ist sicher Unfug. Aber Reger komponierte quasi rauschhaft (berühmte letzte Worte: Hannes, haben's noch a Pulverl...). Nachträgliche Korrekturen erzeugen bei ihm oft Brüche, auch wenn sie im Prinzip sinnvoll waren, so auch beim "Morgenstern".

Was op. 145 angeht: Weihnachten spiele ich sehr gerne. Mit anderen Stücken aus der Sammlung kann ich nicht viel anfangen, aber Weihanachten ist ein schöner Nachklang aus einer Epoche, die den Begriff Kitsch noch nicht kannte und sich unbeschwert einer naiven Weihnachtsfreude hingeben konnte.

Grüße
Axel

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Aeolinchen, Donnerstag, 15. September 2011, 12:54 (vor 5471 Tagen) @ FranzS.

Hallo Friedrich, mir gefällt besonders das Intermezzo mit den aufgelösten 64stel-Läufe in der Urfassung der Fantasie besonders gut. Wenn man dieses Intermezzo kennt bekommen die 64stel kurz vor der Coda eine ganz ander Wirkung, weil sie plötzlich eine Bedeutung haben. Auch die Fuge ist mir in der endgültigen Fassung etwas zu kurz. Der äußerst selbstkritische Reger hat sich meier Meinung nach zu sehr von Straube beeinflussen lassen.

Zu der Zeit hat sich Reger kaum mehr von Straube groß beeinflussen lassen. Es gibt auch nicht den leisesten Hinweis, dass die Kürzungen auf irgend einen Einfluss von Straube oder wem auch immer zurückgehen.

In der Fantasie finde ich es ein wenig schade um die letzte pianissimo-Stelle, die in der Kurzfassung auf einen einzigen Akkord mit Vorhalt zusammengeschrumpft ist. Die anderen weggestrichenen Stellen halte ich für verzichtbar.

Programmgestaltung (war: Der Cameron …)

Friedrich @, Donnerstag, 15. September 2011, 14:00 (vor 5471 Tagen) @ Aeolinchen

Zu der Zeit hat sich Reger kaum mehr von Straube groß beeinflussen lassen. Es gibt auch nicht den leisesten Hinweis, dass die Kürzungen auf irgend einen Einfluss von Straube oder wem auch immer zurückgehen.

Das stimmt leider nicht ganz. Straubes Einfluss war noch immer bedeutend, wenn er auch nicht mehr, wie in der Weidener Zeit, automatisch ein eigenes Manuskript zugeschickt bekam. Der gewichtigste Beleg ist der Abbruch des Requiems, das Reger angefangen hatte und das Straube ihm ausredete. Eineinhalb irrsinnige Sätze gibt es, dann ist Schluss. Elsa war Straube deswegen sehr böse.

Gerade bei Opus 135b ist Straubes Einfluss gut zu belegen. Dazu gibt es Aufsätze von Marcel Punt, Bengt Hambraeus und Otmar Schreiber. In seinen Briefen hat Reger das Stück Straube über längere Zeit angekündigt und es dann zu einem Treffen 1916 mitgebracht; am Tag darauf schreibt er, er habe "die Änderungen schon alle gemacht". Ich finde, es geht nicht viel eindeutiger.

Für mich ist entscheidend, dass Reger selber Straubes Rat gesucht und die Änderungen selber gemacht und dem Verlag im eigenen Namen überreicht hat: eine Fassung letzter Hand. Und selbst wenn Straubes Rat eine Rolle spielte: Zur "Urfassung" wird damit die längere Version nicht – auch wenn die Lage hier, zugegebenermaßen, zum Grübeln einlädt.

Uns ist unbehaglich, wenn in Zweifel steht, ob die letzte künstlerische Entscheidung beim Genie lag (an das wir immer noch gerne glauben) oder ob sie von einem Ratgeber beeinflusst wurde, dessen Kriterien wir nur schwer einschätzen können. Hinter der Jagd nach der "Urfassung" oder dem "eigentlichen" Werk steht in diesem Fall, so meine ich, unser Konflikt mit dem Geniebegriff bei einem Komponisten an der Schwelle zur Moderne – ein Konflikt, der uns sehr unbehaglich ist und den wir deshalb gerne, wie schon Elsa Reger, nach außen verlagern, auf den seit jeher verdächtigen "lieben Carl". Der für unser "Genie" Reger bis zuletzt der "liebe Carl" blieb und ihn als letzter lebend sah.

Gruß,
Friedrich

Vielfalt

willscher, Dienstag, 13. September 2011, 14:29 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Warum nicht einmal P.u.F A-dur oder das P.u.F. f-moll von Bach oder eine unbekannte Toccata von Buxtehude (gerne auch "mit ohne" Pedal). und Franck hat ja auch was anderes geschrieben als die drei Choräle.

Das wäre doch mal ein Programm aus einem Guss:

"von Buxtehude zu Reger, oder Symphonie in 4 Epochen d moll"

Buxtehude 155er in d moll
Bach Triosonate d moll
Franck Fantasie A-dur
und dann Reger op. 57

da würde ich hingehen (sonst noch jemand, oder doch zu heftig?)

Grüße Franz

He Franz, ich komme zu so einem Programm.
Es gibt tolle manualiter-Stücke von Buxtehude, ohne Frage. Viele der kleineren Reger-Sachen sind wunderschöne Musik. Daß die Choräle von Franck schon mit das Beste sind, ist klar.
Ein Programmvorschlag meinerseits:
Rund um Fumet. Orgelwerke von Dynam-Victor Fumet, Eric Satie, Achille Philip und Raphael Fumet.
Gruß
Andreas

Vielfalt

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 13. September 2011, 17:28 (vor 5473 Tagen) @ willscher

a pro pos... hat eigentlich dieses jahr schon jemand die SUITE von alain gehört? ob 100stem geburtstag bekommt man landauf landab dasselbe programm: litanies, zwei fantasien, le jardin, trois danses, litanies, zwei fantasien, le jardin, trois danses, uuuund wieder von vorne...

Vielfalt

Frank Berger @, Wassenberg, Dienstag, 13. September 2011, 18:32 (vor 5473 Tagen) @ doppelfloete_h

leider nicht gehört, aber gerade am Sonntag die Einladung zu St. Dionysius in Krefeld bekommen : Andreas Cavelius spielt das Gesamtwerk von Alain in 2 Konzerten. Das erste war schon am 4.9. (mit der Suite), das 2. ist am 25.9. (aber da bin ich wohl in Bonn).
Programm am 25. : Première Fantaisie, Deuxième Fantaisie, Premièr prélude, Deuxième prélude, Variation sur "Lucis creator", Berceuse sur deux nbotes qui cornent, Intermezzo, Grave, Ballade en mode phrygien, Monodie, Postlude pour l'office de complies, Trois danses. Orgel: Klais, 2007, III+P/40.
Gruß
Frank (Berger)

Vielfalt

kjz1, Dienstag, 13. September 2011, 18:43 (vor 5473 Tagen) @ willscher

Rund um Fumet. Orgelwerke von Dynam-Victor Fumet, Eric Satie, Achille Philip und Raphael Fumet.

Ja, die Orgelwerke der Fumets hört leider viel zu selten im Konzert. Live habe ich die Orgelwerke noch nie gehört. Gibt es da überhaupt halbwegs 'leicht' erreichbare Druckfassungen? Die ersten Tonaufnahmen wurden AFAIK noch mittels der Manuskripte eingespielt.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Vielfalt

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 13. September 2011, 18:46 (vor 5473 Tagen) @ kjz1

frédéric dénis hat fumet herausgegeben bei éditions délatour. habe einen band, sollte eigentlich zu kriegen sein...

Vielfalt

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 20:18 (vor 5473 Tagen) @ willscher


He Franz, ich komme zu so einem Programm.

Ah, dann sind wir ja schon zu zweit!

Ein Programmvorschlag meinerseits:
Rund um Fumet. Orgelwerke von Dynam-Victor Fumet, Eric Satie, Achille Philip und Raphael Fumet.

da komme ich auch! (und ich habe keine Ahnung was mich erwartet). Ich muss mal bei mir ein bisschen stöbern, da findet sich sicher etwas was du NICHT kennst! ;~)

Grüße

Franz

Der Cameron im Interview

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 13. September 2011, 20:57 (vor 5473 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Die Thesen von C.C. sind ja mal wirklich interessant, merkwürdig, dass sie hier so selbstverständlich übergangen werden...oder doch nicht merkwürdig???

Der Cameron im Interview

FranzS. @, Dienstag, 13. September 2011, 21:22 (vor 5473 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 13. September 2011, 21:39

Die Thesen von C.C. sind ja mal wirklich interessant, merkwürdig, dass sie hier so selbstverständlich übergangen werden...oder doch nicht merkwürdig???

Hallo,

ich glaube, dass hat sich ganz unabhängig entwickelt, wie es eben immer so ist. Einem Genie wie C.C. möchte ich, auch als entschiedener Gegener von digitalen (nicht elektronischen) Instrumenten, nicht so ohne weiteres wiedersprechen. Die Thesen sind interessant, keine Frage aber mich persönlich reizen die unbegrenzeten Möglichkeiten nicht ein kleines Bisschen, weil ich einfach nicht in der Lage bin diese auszuschöpfen. Ich sehe auch in der Begrenzung der Möglichkeiten den Reiz, weshalb ich meist mittelgroße Orgeln am spannensten finde. Die digitale Orgel interessiert und inspiriert mich einfach nicht und deshalb kann ich zu C.C.s Thesen auch nicht großartig Stellung nehmen. Wenn ich wählen müsste zwischen einer erstklassigen Digitalorgel und einer Kiste vom Günni I., würde ich wieder mit dem Klavierspielen anfangen.

Grüße Franz

Der Cameron im Interview

fluteceleste @, München, Mittwoch, 14. September 2011, 06:41 (vor 5473 Tagen) @ FranzS.

Die Thesen von C.C. sind ja mal wirklich interessant, merkwürdig, dass sie hier so selbstverständlich übergangen werden...oder doch nicht merkwürdig???


Hallo,

ich glaube, dass hat sich ganz unabhängig entwickelt, wie es eben immer so ist. Einem Genie wie C.C. möchte ich, auch als entschiedener Gegener von digitalen (nicht elektronischen) Instrumenten, nicht so ohne weiteres wiedersprechen. Die Thesen sind interessant, keine Frage aber mich persönlich reizen die unbegrenzeten Möglichkeiten nicht ein kleines Bisschen, weil ich einfach nicht in der Lage bin diese auszuschöpfen. Ich sehe auch in der Begrenzung der Möglichkeiten den Reiz, weshalb ich meist mittelgroße Orgeln am spannensten finde. Die digitale Orgel interessiert und inspiriert mich einfach nicht und deshalb kann ich zu C.C.s Thesen auch nicht großartig Stellung nehmen. Wenn ich wählen müsste zwischen einer erstklassigen Digitalorgel und einer Kiste vom Günni I., würde ich wieder mit dem Klavierspielen anfangen.

Grüße Franz

Man muß auch sehen, daß er ganz andere technische Möglichkeiten hat als Virgil Fox, d.h. die Orgel wird viel realistischer klingen und vielseitiger sein als in den 70ern,und das Potential, ein großes Publikum ansprechen zu können, steigt enorm, wenn er außerhalb der Kirchen und Konzertsälen mit Orgel tourt. Ich bin zwar nicht wirklich von der Klangqualität zB des Instruments in der Trinity Church Wall Street überzeugt (dieses scheint es ihm ja angetan zu haben). Da kommen in seine geplante Orgel natürlcih eine Menge Effekte und Spielereien rein (siehe sein Entwurf mit wurlitzerfarbenen Registertasten), aber wenn dadurch den Leuten die Orgel wieder mehr ins Bewußtsein gebracht wird, ist das prinzipiell mal nicht verwerflich. Man muß halt die Show auch hinnehmen. Definitiv fällt da der kirchliche Aspekt vollkommen weg - und hier ist man beim großen Bruch mit der Orgeltradition, der mir auch viele Fragen aufwirft. Weiter frage ich mich, ob jemand, der im CC Konzert war, (wieder) in eine normale Kirche geht? Es könnte enttäuschend sein, und dann wird vermutlich von einem echten "Schlafprogramm" die Rede sein..

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Der Cameron im Interview

FranzS. @, Mittwoch, 14. September 2011, 07:50 (vor 5473 Tagen) @ fluteceleste


Man muß auch sehen, daß er ganz andere technische Möglichkeiten hat als Virgil Fox, d.h. die Orgel wird viel realistischer klingen und vielseitiger sein als in den 70ern,und das Potential,

Hallo, ja das ist mir schon bewusst, man kann das ja so hinbiegen, dass man den Unterschied nicht merkt

ein großes Publikum ansprechen zu können, steigt enorm, wenn er außerhalb der Kirchen und Konzertsälen mit Orgel tourt.

Möglich, aber man darf nicht vergessen, dass Virgil Fox wirklich sehr sympathisch war und dadurch hat er auch viele Leute angesprochen. C.C. ist es nicht, ich habe nicht das Gefühl, er liebt das Publikum so wie Fox es geliebt hat. Fox bleibt was Charisma und Sympathie (und Spielfreude) anbelangt, einfach unerreicht und das ist doch der Funken, der bei einer "Show" überspringen soll.

aber wenn dadurch den Leuten die Orgel wieder mehr ins Bewußtsein gebracht wird, ist das prinzipiell mal nicht verwerflich. Man muß halt die Show auch hinnehmen.

ich werfe ja dem C.C. nichts vor, ganz im Gegenteil, wir brauchen doch solche Leute.

Definitiv fällt da der kirchliche Aspekt vollkommen weg - und hier ist man beim großen Bruch mit der Orgeltradition, der mir auch viele Fragen aufwirft.

das ist mir eigentlich egal. Die Orgel steht ja nicht in der Kirche weil sie so heilig ist, sondern weil es das einzige Instrument ist, dass mit wenig Personalaufwand, den Raum füllt. Umgekehrt muss die Orgel in der Kirche stehen, weil es wenig Räume gibt, die so groß sind. Natürlich hat sich die große Orgel durch die Kirche(nräume) so entwickelt.

Weiter frage ich mich, ob jemand, der im CC Konzert war, (wieder) in eine normale Kirche geht? Es könnte enttäuschend sein, und dann wird vermutlich von einem echten "Schlafprogramm" die Rede sein..

Dann muss er nach Regensburg kommen, am besten wenn der Latry wieder da ist. Alle Konzerte waren aber dieses Jahr sehr gut und man konnte schon beobachten, wie es sich rumgesprochen hat.


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hoffentlich klingt die Orgel nicht so, wie diese Animation aussieht.

Grüße Franz

Mal verschämt dazwischengefragt

Aeolinchen, Donnerstag, 15. September 2011, 12:48 (vor 5471 Tagen) @ FranzS.

Wenn ich wählen müsste zwischen einer erstklassigen Digitalorgel und einer Kiste vom Günni I., würde ich wieder mit dem Klavierspielen anfangen.

Wer bitte ist oder war Günni I.?

Mal verschämt dazwischengefragt

fluteceleste @, München, Freitag, 16. September 2011, 06:22 (vor 5471 Tagen) @ Aeolinchen
bearbeitet von fluteceleste, Freitag, 16. September 2011, 13:59

ich verlinke mal unauffällig diese Orgel von ihm..
aber eleganter als Rochus hätte man es ohnehin nicht präsentieren können..

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