Pfeifenorgel in Mietwohnung

Moritz, Freitag, 09. September 2011, 17:56 (vor 5478 Tagen)

Hallo,

wie einige andere Mitglieder hier war auch ich schon im alten J&B-Forum mit im Boot und möchte mich nach einiger Zeit des stillen Mitlesens hier im "neuen" Forum nun mal mit einer Frage "sichtbar" machen :-)

Ich plane in näherer Zukunft in eine Mietwohnung umzuziehen – ob in die Stadt oder eher auf's Land ist noch nicht ganz sicher. Sicher ist dagegen die Tatsache, dass ich gerne meine Hausorgel, ein Kombinationsinstrument aus Digitalorgel und 3 Pfeifenregistern samt Nachhallverstärker, die im Moment halbfertig bei meinen Eltern im Keller steht, mitnehmen möchte.
Wenn sich jetzt aber nicht gerade die seltene Chance bietet - auf dem Land eher wie in der Stadt - eine Wohnung (kein Haus!) zu bekommen, die separat gelegen ist, also in der man nicht Wand an Wand mit Nachbarwohnungen verbunden ist, habe ich die Befürchtung, dass sich selbst musikliebende und tolerante Nachbarn durch die Lautstärke und die Vibrationen der Orgel gestört fühlen würden, selbst wenn man zu "normalen" Zeiten übt. Und für eine total abgegrenzte Suite im 9. Stock, wie sie Duruflés hatten, reicht mein Budget nur einen Monat ;-)
Ich habe nun in Erwägung gezogen, ob es nicht möglich wäre, evtl. die Orgel dann im Keller aufzustellen und den Raum so auszukleiden, dass jeglicher Schall nach draussen ausgeschlossen wäre. Ich habe gehört, es gäbe spezielle Schaustoffe, die in Tonstudios, Akustiklabors etc. verwendet werden. Hat jemand damit Erfahrungen oder sonst irgendwelche Lösungen, wie man einen Raum präparieren kann, damit er "schalldicht" wird? Das scheint mir wirklich die beste Lösung zu sein, wenn man nicht gerade schwerhörige Mitmieter hat :-).

Vielen Dank für eure Ideen und Vorschläge,
Moritz

Pfeifenorgel in Mietwohnung

FranzS. @, Freitag, 09. September 2011, 19:12 (vor 5478 Tagen) @ Moritz

Hallo,

ich würde mich da mal bei den Schlagzeugern schlau machen.

Grüße Franz

Pfeifenorgel in Mietwohnung

Oliver Horlitz ⌂, Freitag, 09. September 2011, 19:31 (vor 5478 Tagen) @ Moritz

Ich habe nun in Erwägung gezogen, ob es nicht möglich wäre, evtl. die Orgel dann im Keller aufzustellen und den Raum so auszukleiden, dass jeglicher Schall nach draussen ausgeschlossen wäre. Ich habe gehört, es gäbe spezielle Schaustoffe, die in Tonstudios, Akustiklabors etc. verwendet werden. Hat jemand damit Erfahrungen oder sonst irgendwelche Lösungen, wie man einen Raum präparieren kann, damit er "schalldicht" wird? Das scheint mir wirklich die beste Lösung zu sein, wenn man nicht gerade schwerhörige Mitmieter hat :-).

Vielen Dank für eure Ideen und Vorschläge,
Moritz


So einfach ist das nicht:

Der Körperschall (also z.B. das "Aufschlaggeräusch" der Pedaltasten bei zu schwunghaftem Spiel) läst sich durch eine "Trennschicht" zum Fußboden reduzieren.

Höhere Frequenzen kann man durch Schaumstoff (an der Wand bzw. Decke) absorbieren lassen, da gilt: "Versuch macht kluch"..

Bei mittleren und tiefen Frequenzen (<1000Hz) wird es schwieriger: Da läuft es als halbwegs praktikable Lösung möglicherweise auf Membran-Absorber hinaus. Die lassen sich evtl. selber bauen.


Viel einfacher bei drei Registern ist es allerdings vermutlich, die Intonation der Orgel so anzupassen, dass man nebenan nicht zuviel hört. Meine größere Hausorgel (II/P 10 Reg. +3 Transm.) steht auch in einem nicht besonders gedämmten Raum. Trotzdem ist selbst in den angrenzenden Räumen so wenig zu hören, daß man sich konzentrieren muß um zu erahnen, was gespielt wird.

rät grüßend
Oliver

Pfeifenorgel in Mietwohnung

orgelsolo ⌂, Voitsberg, Freitag, 09. September 2011, 20:49 (vor 5478 Tagen) @ Oliver Horlitz

Hast du schon mal überlegt an deiner Orgel verschließbare Türen anzubringen?
mit geschlossenem Prospekt könntest du denn Schall erheblich reduzieren und so auch spätabends üben - nur müssten die Pfeifen genügend abstand zu den Türen haben, da sich sonst die Pfeifen bei geschlossenen Türen verstimmen.
Ein Gedeckt 8' ist sicher kaum lauter als ein Fernseher.
Problematischer wäre da eher ein Subbass, der eventuell Decke mitdröhnen lässt, besonders wenn es eine leichtere Holzbalkendecke ist.
Eine Betondecke bringt sicher nicht so leicht was zum dröhnen.

Auch die Statik sollte man nicht ganz außer acht lassen. Nuebauwohnungen sind meines wissens nach auf 500 kg/ m2 ausgelegt, Altbau-Holzdecken eventuell nur auf 200-300 kg.

Gruß, Martin

Pfeifenorgel in Mietwohnung

Karl-Bernhardin Kropf, Montag, 12. September 2011, 07:13 (vor 5476 Tagen) @ orgelsolo

Ein durch Türen abgedämpfter Klang könnte im Bass immer noch über die tragenden Teile und den Fußboden "weiterklingen".
Schlagzeuger haben als billigste Lösung vier Autoreifen, auf die sie eine (entsprechend steife) Platte legen, das fällt hier wohl aus...

Keller: Eben selbst mit verschiedenen Schimmelproblemen befasst, möchte ich da großen Aufwand in Sachen Lufttrocknung/Konvektion empfehlen, grade bei zusätzlichen Dämmschichten.

Pfeifenorgel in Mietwohnung

orgelsolo ⌂, Voitsberg, Montag, 12. September 2011, 18:52 (vor 5475 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ich glaube wenn einer in seiner Mietwohnung Trompete, Geige oder auch Klavier übt, kann dies sicher um vieles lauter sein, wie wenn jemand ein kleines Postiv mit 3 Registern daheim stehen hat. Orgel kann man spätabends auch mit einem leisen Register üben, bei andren Instrumenten würde sowas nicht gehen.

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