Kupfer als Pfeifenmaterial
Ich greife mal ein Posting von Orlos aus einem anderen Thread auf, um ihm einen eigenen Faden zu widmen. Ich zitiere hier einmal den Beitrag von Orlos, auf dessen Einverständnis hoffend:
Ich habe hier zu Hause noch eine komplette Trompete mit Kupferbechern liegen.
Die Pfeifen stammen aus einer Orgel von 1869, die Kemper 'mal "restauriert"
hatte. Jetzt ist wieder eine originale Trompete aus dem 19. Jahrhundert
eingebaut worden. Die Kupferpfeifen klangen zwar historisch "falsch", ich habe sie
jetzt aber versuchsweise in eine Neobarock-Orgel gestellt, in der er gar keine
Trompete gibt. Die Töne klangen eigentlich ganz ordentlich und in dieser Orgel
auch irgendwie "richtig". Warum werden heute keine Kupferpfeifen mehr
hergestellt - abgesehen vom irrwitzig hohen Preis für Kupfer zurzeit?
Also ich bin nicht böse darum, dass man heute keine Kupferbecher mehr für Zungenstimmen baut. Ich habe in meiner Orgel von 1975 eine Posaune 16' im Pedal mit Kupferbechern und das Ding ist einfach nicht zum Klingenzu bringen. Diese Posaune klingt einfach nur hart, sie ist grenzwertig nah am "scheppern". Auch klingt sie sehr "hell", einen "sonoren" Sound hinzubekommen ist - trotz mehrmaliger Versuche des Orgelbauers - nicht möglich. (Ich habe schon mal daran gedacht, mal einen anderen Orgelbauer ranzulassen, aber das ist halt schwierig, wenn die Orgel von dem heute noch sehr aktiven regionalen Orgelbauer errichtet wurde, der auch einen Wartungsvertrag hat und eigentlich alle anderen Arbeiten tadellos erledigt...)
Zugegeben, es gibt bei dieser Posaune noch ein anderes Problem: Die Becher sind von der Mensur her eher eng, sicher ist etwas "sonores", schon deshalb nicht so ohne weiteres möglich. Ich habe auch schon einmal daran gedacht, die Becher gegen neue auszutauschen. Ob Metallbecher besser sind als Kupferbecher? *Tagtraum-Modus ein* Am schönsten würde mir wahrschenlich eine Holz-Posaune gefallen. Aber Holzbecher auf Metallstiefeln? Das passt ja wohl nicht wirklich ... also würde man sich eher das ganze Register neu bauen müssen ... dafür haben wir kein Geld. Beim Googeln habe ich schon mal gesehen, dass Kuhn einige interessante Posaunen im angebot hat. Aber die Schweiz ist so weit, man will ja auch nicht die Katze im Sack kaufen... Vielleicht hat ja mal ein deutscher Orgelbauer eine schöne Posaune im Angebot... *Tagtraum-Modus aus*
Bis dahin haben wir allerdings ja nur über Kupfer-Becher für Zungenstimmten gesprochen. Es gibt aber ja auch herausragende Beispiele für Prospektgestaltungen mit "geflammten" Kupfer-Labialpfeifen, herausragend dürfte dabei ja die Klais-Orgel in St. Bernhard in Köln-Longerich sein, deren Pedal-Prinzipal 16' ja so ausgeführt ist. Wie ist bei einem solchen Register das klangliche Ergebnis im Vergleich zum im Manual vorhandenen Zinn-Prinzipal oder auch zur 8'-Oktave, die nicht aus Kupfer gefertigt ist?
Ich bin gespannt auf Erfahrungsberichte!
LG
Jörg
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