Neupfarrkirche Regensburg
Benjamin Danner, Mittwoch, 31. August 2011, 11:12 (vor 5486 Tagen)
Hallo Forum,
im alten Forum gab es vor längerer Zeit mal eine Diskussion zum Thema Orgel der Neupfarrkirche Regensburg. Zufällig bin ich mal wieder auf die zugehörige Visualisierung gestoßen Link (klick mich).
Nun steht auf der Projektwebseite, dass "Der Verein und die Gemeinde [...] sich auf die Sprachregelung geeinigt [haben], dass es hinsichtlich der Orgel Ziel ist, die Orgelsituation zu optimieren. Weiteres bleibt künftigen Planungen auf Expertenebene vorbehalten und wird zu gegebener Zeit veröffentlicht." Quelle (klick mich)
Kann jemand etwas zu dieser doch beachtlichen Entwicklung berichten???
Viele Grüße
Benjamin
Neupfarrkirche Regensburg
Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 06. September 2011, 11:36 (vor 5480 Tagen) @ Benjamin Danner
Nun steht auf der Projektwebseite, dass "Der Verein und die Gemeinde [...] sich auf die Sprachregelung geeinigt [haben], ...
Für mich heißt "sich auf eine Sprachregelung einigen" nichts anderes als sich auf eine mehr oder weniger beschönigend-verschleidernde Formulierung zu einigen, durch die nicht deutlich werden soll, was man eigentlich im Sinn hat. Sollte das hier damit gemeint sein? Ja wohl kaum.
Neupfarrkirche Regensburg
Benjamin Danner, Dienstag, 06. September 2011, 11:43 (vor 5480 Tagen) @ Fabian Brackhane
Oder es heißt, dass es zwischen dem Verein und der Gemeinde Meinungsverschiedenheiten gibt...
Neupfarrkirche Regensburg
BourdonCéleste, Dienstag, 06. September 2011, 15:06 (vor 5480 Tagen) @ Benjamin Danner
Entspannt abwarten, Leute, jetzt wird erstmal die Kirche renoviert, die erste Million dafür ist beisammen
und dann werden alle Beteiligten, die sich - nach erfrischenden Personalwechseln - jetzt sehr gut verstehen, eine glänzende gemeinsame Lösung präsentieren, die sich in das Gesamtkonzept hervorragend einfügen wird.
Dieses Forum, das verspreche ich, wird unverzüglich informiert, sobald eine Veröffentlichung des Detailkonzeptes ansteht.
Zum Lutherjahr 2017 sollen die jeweiligen Gesamtinstandsetzungen von Neupfarrkirche und Dreieinigkeitskirche abgeschlossen sein, und wenn alles gut geht, werden sie jeweils tolle Instrumente haben.
Und nein, die Jann-Orgel der Neupfarrkirche wird nicht verkauft. Aber man kann und muss wesentlich mehr daraus machen, als sie nur auszureinigen.
Ich darf allerdings sehr darum bitten, nicht wieder irgendeine Schlammschlacht anzufangen, wie seinerzeit im alten Orgelforum, wo zumeist irgendwelche feigen Anonymschreiberlinge nichts besseres zu tun hatten, als strafbar beleidigende Hetzpamphlete gegen Einzelpersonen zu posten.
Wer seriös das Projekt diskutieren möchte, braucht dafür Informationen, und die stehen derzeit einfach noch nicht zur Verfügung.
Von daher bitte ich, den Diskurs - auf den ich mich, so er konstruktiv geführt wird, sehr freue - zu vertagen.
Die Stilkopie einer französischen Großorgel ist jedenfalls vom Tisch und von der jetzigen Orgel sollen soviele Pfeifen, wie möglich, in der Kirche bleiben.
Was auf dieser Basis möglich und wünschenswert und realisierbar ist, wird sich zeigen*.
Ich darf allerdings anmerken, dass sich Kirchengemeinde und Kirchenbauverein noch nie uneins waren, beraten übrigens seit 2002 von Persönlichkeiten wie Prof. Wolfgang Seifen, Hans Peter Reiners und anderen sowie dem seinerzeit zuständigen Sachverständigen der ELKB Matthias Nägele.
Dass die vorhandene Orgel gut, aber eben auch nur gut ist und durchaus ihre - zum Teil gravierenden - Schwächen hat, zumeist seinerzeitigen Sparzwängen geschuldet, ist auch zwischen allen jetzt Verantwortlichen vollkommen unstreitig. Im Rahmen der Gesamtinstandsetzung der Neupfarrkirche soll diese insgesamt in einen ihrer historischen und stadtbildprägenden herausragenden Bedeutung entsprechenden erstklassigen Stand versetzt und in ihrer Substanz weiterentwickelt werden. Und da wäre es schade, sich bei der Orgel nur auf das vorhandene "gut" zu beschränken.
Alles Weitere wird zunächst intern und im Rahmen der Zuständigen erörtert, und erst dann öffentlich diskutiert, ich bitte um Verständnis für dieses etwas behutsamere Vorgehen.
Viele Grüße
Jan von Hassel
Projektleiter des Kirchenbauvereins der Regensburger Neupfarrkirche e.V.
*Anmerkung: Was wohl über Orgelwillis Projekt 1981 im Vorfeld geschrieben worden wäre, hätte es das Orgelforum damals schon gegeben... Französische Großorgel in relativ kleiner Stadtpfarrkirche... In einer Zeit, in der Widor für hiesige Ohren noch etwas relativ Neues war... Und wie grandios ist die Sache jetzt im Nachhinein betrachtet geworden! Danke, Hans Peter, für Deinen Mut und deine Courage damals, das sei uns Vorbild!
Neupfarrkirche Regensburg
Benjamin Danner, Dienstag, 06. September 2011, 15:34 (vor 5480 Tagen) @ BourdonCéleste
Guten Tag Herr von Hassel,
vielen Dank für die Informationen aus erster Hand.
Ggf. sollte die Formulierung auf der Webseite angepasst werden - ich finde die Formulierung "sich auf die Sprachregelung geeinigt" vergleichsweise negativ... Sie verleitet auf jeden Fall zu Spekulationen ;-).
Viele Grüße
Benjamin Danner
Neupfarrkirche Regensburg
BourdonCéleste, Dienstag, 06. September 2011, 15:40 (vor 5480 Tagen) @ Benjamin Danner
Da haben Sie Recht, die Website ist aber insgesamt nicht aktuell und wird komplett überarbeitet.
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 18:28 (vor 4976 Tagen) @ BourdonCéleste
Nun endlich gibt es auf der Website des Vereines eine entsprechende Veröffentlichung.
Neupfarrkirche Regensburg
otto krämer, Montag, 21. Januar 2013, 18:53 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
...aaaaaaaaaaah....es gibt auch einen Bourdon céleste...
;-)
Könnte man darüber nachdenken, vielleicht zunächst den elektrischen Spieltisch zu bauen, DANN später erst die Mechanik einzuhängen ...
So, jetzt erwarte ich kräftig Haue!
Der Otto
Neupfarrkirche Regensburg
orgelwilli, Montag, 21. Januar 2013, 19:13 (vor 4976 Tagen) @ otto krämer
Wenn man eine Doppeltraktur baut, wird spaeter sicherlich zu 90% der elektrische Spieltisch benutzt! Also was soll das denn?? Kostet nur viel Geld!
Neupfarrkirche Regensburg
otto krämer, Montag, 21. Januar 2013, 22:10 (vor 4976 Tagen) @ orgelwilli
naja....
genau DAS war der Anstoß meiner Frage.
Neupfarrkirche Regensburg
Poupoulcorouse
, Mülheim am Rhein, Montag, 21. Januar 2013, 19:02 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Bin ich der einzige, der über die Formulierungen bzgl. Orgelbau der 80er Jahre stutzt? Haben die sich zufällig um 30 Jahre vertan?
Neupfarrkirche Regensburg
Orlos, Montag, 21. Januar 2013, 20:39 (vor 4976 Tagen) @ Poupoulcorouse
Oh, Vorsicht: Ich habe gerade eine gebrauchte Orgel aus den 50ern erworben, die hervorragend gemacht ist, überhaupt keine Kunststoffteile o.ä. verwendet. Und das von einer recht großen Firma, der man vielleicht eher solche experimentelle Dinge zutrauen würde als einem kleinen perfektionistischen Handwerker.
Es gab zu jeder Zeit gute Orgelbauer und gute Auftraggeber. Wer mit minderwertigem Material gearbeitet hat oder zu arbeiten gezwungen war, wird dafür seine Gründe gehabt haben.
Ich kenne aber auch Instrumente von Jahn, die handwerklich hervorragend gemacht sind.
Von Orgelgutachten weiß man aber auch, dass man eine gewisse Tendenz einbauen kann. Bislang war mir nicht klar, dass abgeführte Pfeifen ein Nachteil sein sollen. Hat nicht gerade der große Cavaillé-Coll viele Töne abgeführt? Müssen diese Instrumente deshalb nun auch ersetzt werden?
Und welche Orgeln des späten 19. Jahrhunderts haben ein selbsttragendes Massivholzgehäuse? Warum klingen sogar Klais-Orgeln aus den 1920er Jahren mit gehäuseloser Aufstellung der Pfeifen oft sehr gut?
Woehl baut bei neuen Orgeln große Pedalpfeifen aus Zink - neu! Es muss nicht immer hochprozentiges Zinn sein.
Ich kenne die Jahn-Orgel nicht und weiß nicht, wie schlecht sie ist. Aber im Text klingt manches gewollt negativ.
Neupfarrkirche Regensburg
JSBach
, Aachen, Montag, 21. Januar 2013, 21:02 (vor 4976 Tagen) @ Orlos
wenn man die eigene Orgel gut/nicht schlecht darstellt, kriegt man keine neue... so einfach ist das doch oder?
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 21:07 (vor 4976 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 21:13
Könnt alle gern mal vorbeikommen und sie anschauen / spielen. Dann werdet Ihr schon hören / sehen... Wem billiger Durchschnitt reicht, der kann der Gemeinde bestimmt ein Kaufangebot unterbreiten.
Dieses Instument ist für das Haus Jann gelinde gesagt "untypisch". Dass Georg Jann für so wenig Geld eine Orgel zu bauen und all diese Kompromisse mitzutragen bereit war, kann sich heute eigentlich niemand mehr erklären, jedenfalls niemand, den ich kenne.
Neupfarrkirche Regensburg
kjz1, Montag, 21. Januar 2013, 19:31 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Mal ganz unschuldig gefragt: nachdem der Dom (ist ja gleich um die Ecke) die neue, große Riegerin erhalten hat, möchte man hier auch was 'richtig Großes' haben? Oder irre ich mich da total?
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 19:47 (vor 4976 Tagen) @ kjz1
Mal ganz unschuldig gefragt: nachdem der Dom (ist ja gleich um die Ecke) die neue, große Riegerin erhalten hat, möchte man hier auch was 'richtig Großes' haben? Oder irre ich mich da total?
Als 2002 das Vereinssatzungsziel einer großen symphonischen Orgel als (nachrangiger) Teil des Projektes Neupfarrkirche beschlossen wurde, war von einer neuen Domorgel noch nichts zu ahnen. Deren Planungen begannen erst Jahre später. Die Frage könnte daher eher umgekehrt gestellt werden. Der katholische Dom hat freilich die bessere Portokasse. So wachsen Orgellandschaften.
Neupfarrkirche Regensburg
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 21. Januar 2013, 20:04 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
In der Veröffentlichung ist mir folgender Satz aufgefallen:
"Das gesamte Gehäuse ist in Rahmen und Füllungstechnik erbaut, jedoch nicht aus tragendem, massivem Material, sondern aus nicht tragfähigem Mehrschichtholz. Das Gehäuse steht somit nicht in funktionaler Verbindung zum Orgelwerk und kann deshalb auch keine Einheit bilden. Dies hat nicht nur technische Konsequenzen, sondern vor allen Dingen auch klangliche (fehlende Resonanz)."
Wie kann das klanglich relevant sein? Ich dachte, daß bei der Orgel ausschließlich die Luft in Schwingung gerät. Selbst Pfeifen sollen ja nicht mitschwingen. Täten sie das, würden sie Schwingungsenergie absorbieren. Das wäre dann negativ. So ist wenigstens mein bisheriger Wissensstand. Liege ich da falsch?
Neupfarrkirche Regensburg
schnitgers.anderer.erbe, Montag, 21. Januar 2013, 21:18 (vor 4976 Tagen) @ Hausorgler
Das sind die üblichen Formulierungen, um die breite oder wie auch immer dimensionierte Masse zu überzeugen. Wenn ich eine Runde Wettrüsten betreiben möchte, muss ich eben den Leuten klar machen, warum ihr Geld "investiert" werden muss.
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 21:34 (vor 4976 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
bearbeitet von OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 21:42
Das sind die üblichen Formulierungen, um die breite oder wie auch immer dimensionierte Masse zu überzeugen. Wenn ich eine Runde Wettrüsten betreiben möchte, muss ich eben den Leuten klar machen, warum ihr Geld "investiert" werden muss.
Wieso Wettrüsten? Was für ein abwegiger Gedanke? Weil man ein tolles Instrument realisieren will, begibt man sich doch nicht in einen Wettstreit? Was für eine Denke ist das denn??
Klar, muss man eine Kirche nicht weiterentwickeln. Klar muss man ein Gebäude nicht verbessern. Klar muss man kein Geld für Kunst oder Musik oder Sakralräume sammeln bzw. ausgeben. Aber man kann!
Wieso das immer madig machen? Ist doch nicht Dein Geld! Wird so viel Geld auf dieser Welt für Mist ausgegeben, warum dann nicht für eine Orgel?? Ist das hier nicht ein Forum, wo man sich über sowas auch mal freuen sollte? Zumal hier nichts weggeworfen wird! Oder möchtest Du ein Sperrholzgehäuse unter Denkmalschutz stellen? Oder die alten Magneten und Kabelbäume?
Bevor hier apodiktische Vorurteile gefällt werden, empfehle ich, sich vor Ort ein eigenes, objektives Bild zu machen. Nochmals herzliche Einladung dazu!.
Neupfarrkirche Regensburg
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 22. Januar 2013, 06:08 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Cool down crazy boy...
Ich gönne euch doch eure neue Orgel und finde aus ganz verschiedenen Gründen Orgelneubauten/-restaurierungen/-rekonstruktion (fast) immer gut. Dass sich in Begutachtungen noch nicht sehr alter Orgeln häufig Passagen finden, die fachlich sagen wir mal auf wackeligen Füßen stehen, erlaube ich mir dann aber doch zu behaupten. Es heißt ja nicht um sonst, dass die Orgel dann "alt" ist, wenn der letzte Spender den Löffel für immer aus der Hand gelegt hat und das dürfte auch in diesem Fall nicht gegeben sein. Und gerade in solchen Fällen werden dann immer die abstrusesten Argumentationslinien verfolgt, die ganz gezielt das nicht dezidiert fachkundige Publikum ansprechen sollen, anstatt einfach mal klipp und klar zu sagen: Die Kiste gefällt uns nicht mehr, ist klanglich nicht mehr "unsere" Welt, wir wollen eine neue!
Der Gedanke "Wettrüsten" verfliegt aber trotzdem nicht so ganz aus meinem Kopf, wenn ich mal die Situation im Dom und der Dreieinigkeit mit in die Betrachtung einbeziehe, aber das heißt nicht, dass ich der Neupfarrkirche und ihren Gemeindegliedern/Besuchern/Organisten kein neues Instrument gönne.
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Dienstag, 22. Januar 2013, 06:57 (vor 4976 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Cool down crazy boy...
So mäßige er seine Zunge, auf dass er nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerate!
Ich gönne euch doch eure neue Orgel und finde aus ganz verschiedenen Gründen Orgelneubauten/-restaurierungen/-rekonstruktion (fast) immer gut. Dass sich in Begutachtungen noch nicht sehr alter Orgeln häufig Passagen finden, die fachlich sagen wir mal auf wackeligen Füßen stehen, erlaube ich mir dann aber doch zu behaupten. Es heißt ja nicht um sonst, dass die Orgel dann "alt" ist, wenn der letzte Spender den Löffel für immer aus der Hand gelegt hat und das dürfte auch in diesem Fall nicht gegeben sein. Und gerade in solchen Fällen werden dann immer die abstrusesten Argumentationslinien verfolgt, die ganz gezielt das nicht dezidiert fachkundige Publikum ansprechen sollen, anstatt einfach mal klipp und klar zu sagen: Die Kiste gefällt uns nicht mehr, ist klanglich nicht mehr "unsere" Welt, wir wollen eine neue!
Was jetzt? "häufig" oder "immer"?
Ich glaube nicht, dass Wendelin Eberle das durchgehen lassen würde, was in der Neupfarrkirche steht. Kannst ihn ja mal fragen. Schönen Gruß übrigens von mir. Und ob er den Bestand in der Neupfarrkirche in dieser Form für erhaltenswert hielte, würde ich gern mal mit ihm vor Ort besprechen - und mit Dir auch, falls Du ehrlich und ernsthaft interessiert bist und nicht nur irgendwelche verallgemeinernden, unsubstantiierten Parolen und Polemiken in die Welt setzen möchtest.
Der Gedanke "Wettrüsten" verfliegt aber trotzdem nicht so ganz aus meinem Kopf, wenn ich mal die Situation im Dom und der Dreieinigkeit mit in die Betrachtung einbeziehe, aber das heißt nicht, dass ich der Neupfarrkirche und ihren Gemeindegliedern/Besuchern/Organisten kein neues Instrument gönne.
"Schlecht, wer Schlechtes denkt" - sagt ein Sprichwort.
Neupfarrkirche Regensburg
schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 22. Januar 2013, 08:04 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Emotionen, Emotionen...
Den Hinweis auf Gefahr bezüglich eventueller Kollisionen mit dem Gesetz, dem Geschmack oder was auch immer, retourniere ich gerne.
Wie es scheint, ist das Thema ja so aufgeladen, dass es gleich persönlich werden muss.
Meine ursprüngliche Anmerkung bezog sich darauf, dass ich die Argumentation die Gehäuseeigenschaften betreffend nicht teile und auf nichts anderes.
Den klanglichen und andere Details betreffenden technischen Wert des Instruments schätze ich anders ein, aber das wurde ja schon im vorherigen Posting vermittels verengter Perspektive nicht wahrgenommen.
Mit wem ich in meiner Freizeit meine Meinung Orgeln und Orgelprojekte betreffend diskutiere, steht dahin und entzieht sich auch einer Bewertung durch den Titularorganisten (der Neupfarrkirche?).
Wir wollen doch bitte mal private und dienstliche Welt voneinander getrennt lassen.
Damit ist das Thema für mich erledigt.
Neupfarrkirche Regensburg
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 21. Januar 2013, 22:39 (vor 4976 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Also Wettrüsten würde ich das jetzt nicht nennen. Warum soll nicht eine historisch großartige Stadt wie Regensburg in Ihren Kirchen ein paar schicke Instrumente stehen haben?
Ich bin einmal an einem Weihnachtsmorgen in Wien im Zentrum durch die Kirchen spaziert. In jeder (!) Kirche des Zentrums, die ich betrat, war eine Orchestermesse. Man könnte auch sagen: es reicht eine im Stephansdom. Nein, gerade diese Dichte an Kultur fand ich grandios!
Warum also soll man nicht in einer Stadt von Orgel zu Orgel spazieren und immer neu genießen? Dahingehend interessierte Asiaten beispielsweise beneiden uns gerade um diese Vielfalt und Dichte.
Meine Frage war nicht das Projekt kritisierend, sondern nur physikalisch interessiert gemeint.
Neupfarrkirche Regensburg
Abstrakte, Montag, 21. Januar 2013, 20:27 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Erstaunlich! Eine Disposition in der Größe und mal keine Hochdrucktuba. Wie erfreulich ;-).
Neupfarrkirche Regensburg
3rd_astronaut, Montag, 21. Januar 2013, 20:38 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
bearbeitet von 3rd_astronaut, Montag, 21. Januar 2013, 22:37
Nun endlich gibt es auf der Website des Vereines eine entsprechende Veröffentlichung.
Beispielsweise wurde in den Bälgen - inzwischen brüchiges - Gummituch statt Leder verwendet, Traktur-Wellen sind aus Aluminium, Holzabstrakten haben einen zu niedrigen Querschnitt, es gibt Kunststoffschleifen in den Windladen etc. Für ein Orgelwerk aus den achtziger Jahren finden sich erstaunlich wenig hochwertige Legierungen im Instrument. Über 40 % des Pfeifenbestands stammt aus älteren Beständen zum Teil unbekannter Herkunft - nicht nur aus dem Vorgängerinstrument von Steinmeyer - und wurde damit nicht speziell für dieses Instrument und den Kirchenraum spezifiziert. Es überwiegen Naturguss-Legierungen bis hin zu Zinklegierungen (im Pedal und sogar im Prospekt). Das gesamte Gehäuse ist in Rahmen und Füllungstechnik erbaut, jedoch nicht aus tragendem, massivem Material, sondern aus nicht tragfähigem Mehrschichtholz. Das Gehäuse steht somit nicht in funktionaler Verbindung zum Orgelwerk und kann deshalb auch keine Einheit bilden. Dies hat nicht nur technische Konsequenzen, sondern vor allen Dingen auch klangliche (fehlende Resonanz). Zu viele Pfeifen, vor allen Dingen in den tieferen Lagen, sind abgeführt und stehen nicht auf den Pfeifenstöcken, d. h. fehlende optimale Windversorgung der Pfeifen ist die Folge.
Ein paar (unbedarfte) Fragen zu den Mängeln:
- was ist an Alu-Traktur-Wellen nicht gut?
- was ist an Kunststoffschleifen nicht gut?
- was ist an einem "Sammelsurium" an Pfeifen nicht gut, wenn sie auf den Raum intoniert wurden/werden?
- was ist an Zinkpfeifen nicht gut?
- warum soll das Gehäuse resonieren (Freipfeifenprospekte!)?
- warum sind Kondukte prinzipiell schlecht?
Und weiter:
Warum hat man sich diese in den Vorgängerforen belächelten Pläne nicht verkniffen, wenn man seit Urzeiten von Koryphäen der Organistik beraten wurde?
Wieso wird die (nun nicht mehr angestrebte) 1001., tendenziell hypertrophe Stilkopie in geistiger Nähe einer innovativen, da hierzulande noch ungewohnten, Stilkopie in Bonn-Beuel gesehen?
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Montag, 21. Januar 2013, 20:51 (vor 4976 Tagen) @ 3rd_astronaut
Wieso wird die (nun nicht mehr angestrebte) 1001., tendenziell hypertrophe Stilkopie in geistiger Nähe einer innovativen, da hierzulande noch ungewohnten, Stilkopie in Bonn-Beuel gesehen?
Was ist schlecht daran, eine Orgel haben zu wollen, die nicht wie sowas hier klingt? Ok, schon die jetzige Orgel in der Neupfarrkirche klingt um Welten besser als dieses Gepiepse da...
Neupfarrkirche Regensburg
3rd_astronaut, Montag, 21. Januar 2013, 22:36 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Wieso wird die (nun nicht mehr angestrebte) 1001., tendenziell hypertrophe Stilkopie in geistiger Nähe einer innovativen, da hierzulande noch ungewohnten, Stilkopie in Bonn-Beuel gesehen?
Was ist schlecht daran, eine Orgel haben zu wollen, die nicht wie sowas hier klingt?
Gar nix ist schlecht dran. Die neue Konzeption hat doch bisher hier auch nur positives Echo bekommen. Da es einen Schwenk im Projekt gab, muss Euch doch auch was an dem alten Plan nicht mehr gefallen... Wieso verteidigst Du ihn dann noch mit diesem in meinen Augen seltsamen Vergleich zu orgelwillis Orgel?
Der Rest meiner Fragen war übrigens nicht rhetorisch. Ich kenne mich viel zu wenig im Orgelbau aus, um es beantworten zu können. Sie zeigen Euch aber immerhin auf, wo der Text für einen Nichtfachmann wenig erhellend ist.
Neupfarrkirche Regensburg
JSBach
, Aachen, Montag, 21. Januar 2013, 23:18 (vor 4976 Tagen) @ 3rd_astronaut
-Alu-Trakturen haben sich als weniger langlebig/störanfälliger herausgestellt, darum wird wieder in Holz gebaut
-das selbe gilt glaube ich für Kunststoffschleifen
-je nach Sammelsurium hilft auch eine gute Intonation nicht für ein gutes Gesamtkonzept
-Zink ist optisch (prosekt) deutlich unansehnlicher und auch klanglich wohl schlechter als zinnlegierungen
-das Gehäuse bündelt den Klang, aber ob das vom Holz abhängt...
-Kondukte können zu Windarmut führen, wenn sie zu lang/klein sind
Neupfarrkirche Regensburg
Aeolinchen, Dienstag, 22. Januar 2013, 08:16 (vor 4976 Tagen) @ JSBach
-Alu-Trakturen haben sich als weniger langlebig/störanfälliger herausgestellt, darum wird wieder in Holz gebaut
Ich kenne Orgeln mit Aluwellen, die bereits 50 Jahre alt sind und immer noch tadellos funktionieren. Da macht es schon stutzig, wenn Aluwellen aus den 1980ern als Beispiel für "minderwertiges Material, dessen Haltbarkeit bereits jetzt erreicht oder überschritten ist" benannt werden.
-das selbe gilt glaube ich für Kunststoffschleifen
Auch dass die Haltbarkeit von Kunststoffschleifen nach 25 Jahren erreicht oder überschritten sein soll, wäre mir neu.
Na ja, vielleicht hat Jann einen extrem ungeeigneten Kunststoff gewählt, der nach 25 Jahren zerbröselt, wer weiß?
-Zink ist optisch (prosekt) deutlich unansehnlicher und auch klanglich wohl schlechter als zinnlegierungen
Zink ist klanglich nicht "schlechter". Genausogut könnte man behaupten, Zinnlegierungen seien klanglich schlechter als Holz. Es kommt darauf an, welchen Klang man haben will. Für große Pfeifen mit "Strich" gibt es kaum etwas besseres als Zink.
-Kondukte können zu Windarmut führen, wenn sie zu lang/klein sind
Natürlich sind schlecht konstruierte Kondukten schlecht. Die "amtliche" Gutachterkritik lautet aber nicht, die Kondukten seien zu lang oder zu klein. Daher hat 3rd_astronaut ja auch gefragt, was an Kondukten prinzipiell schlecht sein soll.
Ich vermute mal, dass auch die neue Orgel nicht ganz ohne Kondukten auskommen wird, "vor allen Dingen in den tieferen Lagen" (was an der alten kritisiert wird).
Vor allem frage ich mich, warum man nicht ganz offen vom Plan einer neuen Orgel spricht. Warum heißt es "überarbeitete Orgel"? Es wird doch anscheinend aus der alten Orgel bis auf eine Anzahl Register nichts mehr verwendet, wenn ich die Ausführungen richtig verstehe.
- Das Gehäuse ist unbrauchbar, da aus falschem (nicht tragendem, massivem) Material. Und für 74 Register sicher viel zu klein.
- Die Windladen sowieso, da ebenfalls zu klein (schon jetzt sind zu viele Pfeifen abgeführt und können nicht optimal mit Wind versorgt werden). Von den Kunststoffschleifen ganz zu schweigen. Und dann soll ja noch jedes Werk bis zu 10 Register mehr bekommen als bisher.
- Die Traktur auch nicht, da das Material nichts taugt (Wellen aus Alu, Abstrakten mit zu niedrigem Querschnitt)
- Die Windanlage wird für 74 Register auch nicht reichen, ganz abgesehen von dem minderwertigen Material (Gummituch und auch sonst fast überall undicht).
- Und noch nicht einmal das alte Pfeifenwerk kann komplett übernommen werden, weil Sammelsurium und z. T. aus dem falschen Material.
Machen wir uns doch nichts vor: Ein Orgelneubau ist ein Orgelneubau! Auch wenn in der Hälfte der Register altes Pfeifenmaterial verwendet wird.
Neupfarrkirche Regensburg
untersatz32
, Amriswil, Montag, 21. Januar 2013, 22:48 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
bearbeitet von untersatz32, Montag, 21. Januar 2013, 22:55
Wunderbar! Eine vielseitige, interessante Disposition mit vielen Möglichkeiten:
Da kann ich nur gratulieren!
Besonders sympathisch: der Bourdon celeste im SW, sowie das Horizontale Regal 16 8 4 auf dem Solo, neben der Möglichkeit, die HW-Zungen dort auf dem IV. Manual zu spielen.
Viel Erfolg bei der Ausführung und bei der Mittelbeschaffung!
Sicherlich eine grossartige Bereicherung im positiven Sinne, für die Regensburger Orgellandschaft.
In Köln, München, Hamburg, Trier, Würzburg etc. "motzt" auch niemand, wenn gleich in mehreren Kirchen schöne, stilistisch unterschiedliche grosse Orgeln stehen - also nichts mit "Wettrüsten"...
Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Neupfarrkirche Regensburg
Poupoulcorouse
, Mülheim am Rhein, Montag, 21. Januar 2013, 23:11 (vor 4976 Tagen) @ untersatz32
Ich verstehe sowieso nicht, warum der Ton hier gleich wieder so feindselig wurde.
Neupfarrkirche Regensburg
untersatz32
, Amriswil, Montag, 21. Januar 2013, 23:26 (vor 4976 Tagen) @ Poupoulcorouse
Ich verstehe sowieso nicht, warum der Ton hier gleich wieder so feindselig wurde.
... manchmal ist es besser, es gar nicht erst versuchen zu wollen, zu verstehen ...
- so, ich freu mich jetzt über Tuttilaires Projekt - und lege mir als geistliche Reinigung und Busse für so viele schöne 8-Fuss-Flöten-und-Streicher - und gelungenen Abschluss eines schönen Tages, eine der Bach-Silbermann-Scheiben von AEOLUS in den Player...
Bach-ige Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Neupfarrkirche Regensburg
JSBach
, Aachen, Montag, 21. Januar 2013, 23:35 (vor 4976 Tagen) @ untersatz32
@Poupoulcorouse: das gehört hier zum guten Ton...
@untersatz: hab ich vorhin auch gemacht ;)
Neupfarrkirche Regensburg
otto krämer, Dienstag, 22. Januar 2013, 07:58 (vor 4976 Tagen) @ untersatz32
Ich bin von der Dispo wirklich sehr angetan; es wäre dem Tuttilaire nichts mehr zu gönnen als die schnellstmögliche Realisierung dieser Orgel - eine gute Orgel mehr in einer schönen Stadt ist immer besser als eine gute Orgel weniger - oder?
Schön'n Gruß!
Otto
Neupfarrkirche Regensburg
stein
, Dienstag, 22. Januar 2013, 09:32 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Was lange währt ...
Super, ich kann mich noch an die alte Langweiler-Orgel erinnern. Mich irritiert das Trompetenregal. Warum nichts schmetterndes? Die horizontale Schnarrwerk könnten Probleme haben sich gegen den Rest durchzusetzen?
gruss stein
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Dienstag, 22. Januar 2013, 09:43 (vor 4976 Tagen) @ stein
Was lange währt ...
Super, ich kann mich noch an die alte Langweiler-Orgel erinnern. Mich irritiert das Trompetenregal. Warum nichts schmetterndes? Die horizontale Schnarrwerk könnten Probleme haben sich gegen den Rest durchzusetzen?
gruss stein
Das Problem ist der nicht kleine, aber kurze Raum mit gegenüberliegenden Apsiden. Echte Chamaden erschlagen ihn. So möchte man die Farbigkeit und Perkussivität einer Chamade, aber ohne deren Schalldruck. Klaus Knoth hat das für Rieger 1997 im Konzertsaal bei den Regensburger Domspatzen sehr gut gelöst: Ein Regal mit aufgesetztem Trompetenbecher. Ungefähr 3'-Länge in der 8'-Lage. Klingt toll und wächst mit der Hauptwerkstrompete zusammen. Schnarren tut da gar nix. :-)
Aber es wird sowieso Probetöne geben müssen.
Neupfarrkirche Regensburg
Martin78
, Dienstag, 22. Januar 2013, 09:45 (vor 4976 Tagen) @ stein
bearbeitet von Martin78, Dienstag, 22. Januar 2013, 09:59
Was lange währt ...
Super, ich kann mich noch an die alte Langweiler-Orgel erinnern. Mich irritiert das Trompetenregal. Warum nichts schmetterndes? Die horizontale Schnarrwerk könnten Probleme haben sich gegen den Rest durchzusetzen?
gruss stein
Die Disposition liest sich in der Tat super.
Ich war nur einmal in der recht kleinen Kirche - 74 Register sind darin absoluter Luxus, mit 30 geschickt gebauten wäre der Raum m. E. auf jeden Fall zu füllen. Schön, dass hier wahrscheinlich so ein ambitioniertes Projekt realisiert werden kann.
Muss es in so einem Raum - ungeachtet der Tatsache, dass 74 Register auf dem Papier stehen - unbedingt schmettern? Die Kirche ist doch verhältnismäßig hoch, aber kleiner als viele Kathedral-Chorräume, gerade mal zwei Joche und auf jeder Seite ne Apsis dran, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht ganz gut für die Zuhörer, dass keine Tuba oder Chamade eingebaut wird.
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Dienstag, 22. Januar 2013, 10:05 (vor 4976 Tagen) @ Martin78
Muss es in so einem Raum - ungeachtet der Tatsache, dass 74 Register auf dem Papier stehen - unbedingt schmettern? Die Kirche ist doch verhältnismäßig hoch, aber kleiner als viele Kathedral-Chorräume, gerade mal zwei Joche und auf jeder Seite ne Apsis dran, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht ganz gut für die Zuhörer, dass keine Tuba oder Chamade eingebaut wird.
Genau, siehe meine Antwort 2 Minuten vor Deiner. Hat sich wohl überkreuzt :-)
Aber den "Geschmack" einer Chamade verträgt, ja "braucht" dieser Raum, schon damit in dem langen Nachhall das Tutti nicht muffig wird - von solistischen Funktionen mal ganz abgesehen. Wie gesagt, eine Chamade muss nicht immer laut sein.
Interessant übrigens, wie in Skandinavien z.B. von Marcussen und Christensen oft in recht kleinen Räumen bei kleinen, zweimanualigen Orgeln die Hauptwerkstrompete spanisch gebaut wurde - das erschlägt auch nichts.
Neupfarrkirche Regensburg
untersatz32
, Amriswil, Dienstag, 22. Januar 2013, 10:12 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
... Weiteres gutes Beispiel: frobenius-Orgel der Dorfkirche Berlin Marienfelde: dort ebenfalls so ein tolles Mini-Chamaden-Regal!
Überhaupt eine tolle Orgel: einfach mal googeln!
--
Thomas Haubrich
Neupfarrkirche Regensburg
Oliver Horlitz
, Dienstag, 22. Januar 2013, 16:58 (vor 4975 Tagen) @ untersatz32
... Weiteres gutes Beispiel: frobenius-Orgel der Dorfkirche Berlin Marienfelde: dort ebenfalls so ein tolles Mini-Chamaden-Regal!
Überhaupt eine tolle Orgel: einfach mal googeln!
Was ich gern unterschreibe! - Habe die Orgel vor vielen Jahren mal von dem netten dortigen Organisten vorgeführt bekommen und das hat bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
erinnert sich, fröhlich grüßend,
Oliver
Neupfarrkirche Regensburg
FranzS.
, Dienstag, 22. Januar 2013, 10:31 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 22. Januar 2013, 10:39
Aber den "Geschmack" einer Chamade verträgt, ja "braucht" dieser Raum, schon damit in dem langen Nachhall das Tutti nicht muffig wird - von solistischen Funktionen mal ganz abgesehen. Wie gesagt, eine Chamade muss nicht immer laut sein.Interessant übrigens, wie in Skandinavien z.B. von Marcussen und Christensen oft in recht kleinen Räumen bei kleinen, zweimanualigen Orgeln die Hauptwerkstrompete spanisch gebaut wurde - das erschlägt auch nichts.
Da möchte ich auch noch auf ein eine sehr frühe Orgel von Gerhard Schmid hinweisen, die natürlich auf einer ganz anderen Klangvorstellung beruht. Diese steht in der evangelischen Kirche von Burghausen und wurde bereits um 1960 gebaut. Der Raum ist wirklich sehr klein, aber die 27 Register mit Chamade (die auch danach "schmeckt"), verteilt auf 3 Manuale und Pedal sind nicht zuviel, obwohl er natürlich schon sehr ausgefüllt wird.
Edit: Gerhard Schmid hat ja eine Zeit lang bei Marcussen gearbeitet, möglicherweise hat er deshalb bei dieser frühen Burghausner Orgel eine Chamade gebaut.
Neupfarrkirche Regensburg
stein
, Dienstag, 22. Januar 2013, 12:48 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Reizvoll sind aber auch die englischen Tuben in häufig trockener Town Hall Akustik.
Die Neupfarrkirche war meiner Erinnerung nach nicht besonders gross, könnte aber vermutlich ein dominanter Register vertragen.
Solche Projekte dämpfen glücklicherweise den Eindruck, dass es mit der Orgel bergab geht.¨
Neupfarrkirche Regensburg
OrganisteTuttilaire, Dienstag, 22. Januar 2013, 13:02 (vor 4976 Tagen) @ stein
Reizvoll sind aber auch die englischen Tuben in häufig trockener Town Hall Akustik.
Die Neupfarrkirche war meiner Erinnerung nach nicht besonders gross, könnte aber vermutlich ein dominanter Register vertragen.
Da hast Du grundsätzlich vollkommen Recht. Die Neupfarrkirche hat eine sehr lange, fast kathedralige Akustik, aber Zungen in der 8'-Lage wirken hier trotzdem schnell zu dick, wenn sie nicht sehr obertönig sind. Eine Tuba wäre da wirklich too much... Zu viel Schalldruck, zu wenig Obertöne. Das Gegenteil braucht der Raum - bei den Zungen. Bei den Labialen hingegen kann es nicht 8'-ig, rund und warm genug sein. Dieser Raum ist eben sehr speziell - mit Chancen und Risiken...
Neupfarrkirche Regensburg
FranzS.
, Dienstag, 22. Januar 2013, 15:17 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 22. Januar 2013, 15:29
Da hast Du grundsätzlich vollkommen Recht. Die Neupfarrkirche hat eine sehr lange, fast kathedralige Akustik, aber Zungen in der 8'-Lage wirken hier trotzdem schnell zu dick, wenn sie nicht sehr obertönig sind. Eine Tuba wäre da wirklich too much... Zu viel Schalldruck, zu wenig Obertöne. Das Gegenteil braucht der Raum - bei den Zungen. Bei den Labialen hingegen kann es nicht 8'-ig, rund und warm genug sein. Dieser Raum ist eben sehr speziell - mit Chancen und Risiken...
Der Raum ist wirklich schwierig und als Besucher zahlreicher Freitagsmusiken weiß ich allerdings, dass man das mit der Tuba nicht unbedingt so sehen kann. Ich habe mir auch seit Jahren Gedanken über die sehr schwierige Akkustik dort gemacht und ich hatte das Glück, alle Situationen selbst zu hören, da eine Zeit lang immer jemand gerade dann geübt hat, wenn ich aus dem Restaurant vom Mittagessen gekommen bin. Meiner Meinung nach ist die Akkustik im leeren Raum mehr als suboptimal. Mixturen und Kornettmischungen ressonieren ganz schrecklich und Zungen kommen sehr dick. Deshalb wäre da eine Tuba auf den ersten Blick wirklich too much. Allerdings ändert sich die Situation fast mit jedem zusätzlichen Besucher. Wenn die Kirche dann voll ist (ich meine wenn alle Bänke besetzt sind und das dürften ca. 200-300 Plätze sein), ist gar kein Nachhall mehr da und dann wäre eine Tuba nicht so von der Hand zu weisen. So war die im leeren Raum eher laute Orgel beim letzten von mir gehörten Konzert eigentlich zu leise für Liszts BACH und ich bin nun wahrlich kein Schalldruckfanatiker. Die ebenfalls aufgeführte Missa choralis von Liszt kam allerdings sehr gut rüber (an dieser Stelle ein großes Lob an die Kantorei!). Eine Tuba könnte ich mir im vollen Raum schon vorstellen, aber irgendwann ist halt auch mal Schluss. Jedenfalls ist der Raum, mehr als jeder andere, eine Herausforderung für jeden Intonateur. Man darf gespannt sein.
Grüße
Franz
(eine Septime als Streicher muss noch rein ;-))
Neupfarrkirche Regensburg
JSBach
, Aachen, Dienstag, 22. Januar 2013, 15:29 (vor 4976 Tagen) @ FranzS.
die Tuba muss ja auch nicht gleich auf 500-1000mm stehen
Neupfarrkirche Regensburg
untersatz32
, Amriswil, Dienstag, 22. Januar 2013, 17:03 (vor 4975 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von untersatz32, Dienstag, 22. Januar 2013, 17:09
Ich habe das grosse Glück, seit 2012 eine original englische Tuba zu haben, die wir aber "nur" mit 160mm Winddruck fahren, und die direkt hinter dem Prospekt steht.
So hat man als 8' alleine einerseits einen - nicht zuuuu heftigen Tuba-Sound, andererseits aber auch einen SSSSSchamaden-Effekt, wobei das die Akustik beides verträgt.
Mit ihrem 4'-Auszug wirds dann eher Notre-Dame-Chamaden-mässig perkussiv-aggressiv (8+4), mit ihrem 16'-Auszug zusammen (16&8) dann eher dunkel, englisch rund, nobel: Rule Britannia.
Das komplette zusammengezogene 16+8+4-Ensemble sollte ich dann vorsichtshalber mit einem Schlüssel absperrbar machen... ;-) :-)
Hornige Grüsse
Thomas
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Thomas Haubrich
Neupfarrkirche Regensburg
otto krämer, Dienstag, 22. Januar 2013, 10:52 (vor 4976 Tagen) @ stein
..man kann diese Register ja auch "intonieren"....dazu gehört auch ein gewünschter Lautstärkegrad...
Dann ist das Problem doch erledigt.
Ich persönlich hätte dieses Register seeeeehr gerne an meiner Orgel :-)