etwas OT: Kammerton a'
Hallo Forum,
von einem Bekannten erhielt ich zu Lesen eine kurze Schrift des Autors Richard Erlewein “Musik in kosmischer Resonanz”. Darin beschäftigt sich Erlewein mit der Geschichte des Kammertons a’. Im Barockzeitalter hätte dieser bei 415 Hz gelegen, in der Wiener Klassik bei 420. Um 1880 habe man sich auf 435 geeinigt, nachdem der Kammerton zuvor in der musikalischen Praxis immer weiter angezogen war. 1939 brachte eine Konferenz dann Übereinkunft auf 440Hz. Das gelte bis heute, sei aber unverbindlich und deshalb vielerorts wieder übertroffen.
Erlewein versucht nachzuweisen, daß der Kammerton 420Hz auf kosmische Gesetzmäßigkeiten zurückgehe. Schon Pythagoras hätte ja von Sphärenmusik gesprochen. Erlewein rechnet so:
Der Mondzyklus beträgt 29,53 Tage. Das sind 2551392 Sekunden. Der Kehrwert (Frequenz pro Sekunde) ist 3,91942908 hoch minus sieben (=0,000000391942908). Das ist die Frequenz des Mondtons. Heraufoktaviert in den hörbaren Bereich kommt man nach 30 Oktaven auf 420, 845493 Hz. Womit ungefähr der Kammerton der Klassik erreicht wäre. Für die Kammertöne 415 Hz und 435 Hz stellt unter Zugrundelegung des Tageszyklus bzw. des Jahreszyklus gleiche Berechnungen an. Auch hier gibt es große Annäherungen.
Erlewein meint, dem Menschen sei das Gespür für diese kosmischen Zusammenhänge angesichts des schwachen Mondlichtes in dem Augenblick verlorengegangen, in dem erst das Gas- und dann das elektrische Licht alles überstrahlt hätten. Seither könne der Körper diese schwachen Zyklussignale nicht mehr wahrnehmen. Daher fühle man sich nicht mehr an 420 Hz gebunden.
Erlewein läßt große Sympathie für die historische Aufführungspraxis mit niedrigeren Stimmungen durchscheinen. Auch bekennt er sich zu kinesiologischen Tests und Verfahrensweisen, wobei er deren mangelnde Anerkennung durch die Wissenschaft nicht verschweigt.
-----
Wenn sich jemand ans Rechnen macht und dabei zu interessanten Ergebnissen kommt, hat das grundsätzlich meine Sympathie. Viele der Schlüsse aber scheinen mir recht zufällig. Und bei alternativen Heilmethoden gehen bei mir Warnlampen an.
Gruß Clemens Schäfer
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
gesamter Thread:
- etwas OT: Kammerton a' - Clemens Schäfer, 30.08.2011, 10:51
- etwas OT: Kammerton a' - Aeolinchen, 30.08.2011, 18:29
- etwas OT: Kammerton a' - perotin, 30.08.2011, 19:13
- etwas OT: Kammerton a' - Clemens Schäfer, 30.08.2011, 20:00
- etwas OT: Kammerton a' - Aeolinchen, 30.08.2011, 18:29