Markus Uhl in St. Andreas, D-Altstadt
Hallo Forum,
die Sonntagsorgel am 28.08.2011 dauerte eine volle Stunde und war somit auch als Sonderkonzert ausgewiesen. Markus Uhl (Heidelberg, Jesuitenkirche) war Gast an der von Beckerath-Orgel. Uhl begann mit Bach C-Dur 9/8. Kräftig registriert kam der wiegende Rhythmus nicht leicht in Gang. Auch sonst hatte ich den Eindruck von Temposchwankungen.
Von Arnolt Schlick (vor 1460 - nach 1521) folgten zwei archaische Stücke (Maria zart, Ascendo at patrem meum). In schönem Kontrast dazu zart und weich mit Tremulant eine Toccata quarta “Chromatica con durezze e ligature” von Johann Kaspar Kerll (1627-1693). Das führte geradezu automatisch in eine Mendelssohn-Stimmung. Und so ließ Uhl denn auch dessen sechste Sonate folgen; geschmackvoll und in ruhigen Tempi.
Mit gelungenen Echowirkungen arbeitete Uhl dann bei Buxtehude (D-Dur 139). Ein kurzes modernes Einprengsel war Karl Schmiders (*1935) Pezzo Modale, ehe sich Uhl mit Liszt in die Romantik aufmachte: BACH. Damit wäre der Reigen geschlossen gewesen. Aber Uhl setzte nochmals an: Von Mozart folgte auf den Monumentalschluß des Liszt das Adagio für Glasharmonica (KV 356) - allerdings nicht - wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre - in der Registrierung der Piano-Stelle bei Liszt kurz davor, sondern flötig und leicht. Atacca schloß Uhl dann die Toccata (aus Deux Pièces pour Orgue) von Dubois an.
Starker Beifall der rund 100 Hörer. Auf die Programmzusammenstellung und den atacca-Übergang von Mozart zu Dubois kann ich mir noch keinen Reim machen.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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