Orgeln im Allgäu - Ein Reisebericht - Teil 4
In Schwarzenbach steht die Pfarrkirche St. Felix und Regula, eine moderne Kirche aus den 60er Jahren, darin eine eher simpel gestaltete Orgel aus der Werkstatt Johannes Karl - so sehen also eigene Prospekte dieser im vorherigen Reiseverlauf bereits erwähnten Werkstatt auf. 26 Register sind auf 2 Manuale und Pedal verteilt, eine Disposition konnte ich leider nicht finden.
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(Leider fiel die Sonne sehr stark durch das Westfenster, besser ging nicht...)
Direkt am Bodensee schließlich – in der ev. Kirche Wasserburg – findet man schließlich überraschend norddeutsches: Eine Ottin aus dem Jahr 1962.
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Auch wenn man hier im Forum nicht unbedingt gut auf diesen Orgelbauer zu sprechen ist: Vergleicht man den Prospekt mit dem gerade gezeigten von Karl, so muss ich doch sagen: Da gefällt mir Ott um Klassen besser… (ich weiß schon, dass eine Orgel davon noch nicht „schön“ wird…). Weil ich sie sonst nirgendwo gefunden habe hier noch die Dispo:
HW (C-g3): Rohrflöte 8', Prinzipal 4', Nasat 2 2/3', Gemshorn 2', Mixtur III-IV
RPos: Gedackt 8', Spillflöte 4', Prinzipal 2', Terz 1 3/5', Quinte 1 1/3', Krummhorn 8', Tremulant
Ped: Subbass 16', Prinzipal 8', Choralbass 4', Choralbass II 1 1/3'+1'
Den Prospekt der Memminger St. Martin-Orgel (Goll) kennt man aus vielen Zeitschriften zur Genüge. Trotzdem ist der Eindruck überraschend, wenn man in die Kirche kommt: Holzempore und Orgelgehäuse füllen die gesamte Rückwand der Kirche aus, das wirkt schon fast erschlagend. Und trotzdem passt es mit den Holzbänken im Kirchenschiff zusammen, insgesamt also doch ein stimmiges Bild.
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Die zweite Kirche in Memmingen, in die mir ebenfalls nur ein kurzer Blick vergönnt war, ist die Stadtpfarrkirche St. Josef. Die Jann-Orgel aus dem Jahr 1980 wartet mit einer sachlich kühlen Gestaltung auf. Holz ist auch hier – neben den Chamaden – das bestimmende Element im Gehäuse, hier werden die in der Holzdecke vorgegebenen Strukturen aufgenommen und in das Instrument weitergeführt. Das große Kruzifix in der Mitte der Kirche macht das Fotografieren nicht einfach, daher mein Versuch, es mit in Szene zu setzen.
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Hier noch einen Blick in den Altarraum dieser Kirche, die ansonsten auf jegliche Wandgestaltung verzichtet…
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Am Abend zuvor hatte ich übrigens in der St. Martin-Kirche in Wangen ein Konzert des Philharmonischen Kinder- und Jugendchores Erfurt gehört. Dabei war mir aufgefallen, dass es in der dunklen Kirche schwierig werden würde, einige Fotos zu machen. So sah ich für den nächsten Tag einen Besuch vor bei dem ich mir etwas Zeit nehmen wollte. Leider waren die Lichtverhältnisse nicht optimal, so dass ein Teil der Fotos mehr schlecht als Recht wurde.
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Allerdings wurde ich auch klanglich abgelenkt, denn während ich unten in der Kirche nach einem geeigneten Fotostandpunkt suchte, probierte oben Barbara Dennerlein die Orgel aus, um sich auf ihr am nächsten Abend stattfindendes Konzert vorzubereiten. Obwohl das alles mit eher dezenten Registrierungen stattfand, füllten verjazzte Klänge und Rhythmen den Raum, der Klang der Orgel kam dabei sehr tragfähig rüber, die Klangfarben verschmelzen schön miteinander. Das Konzert von Dennerlein konnte ich mir leider nicht mehr zu Gemüte führen, es fand am Vorabend unserer Rückfahrt statt, da suchte die Familie nach einer ordnenden Hand beim Kofferpacken…
In unserem Ferien-Wohnort Deuchelried schaffte ich es jedoch noch, einen kurzen Blick in die Kirche St. Petrus zu werfen.
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Auch hier ein eher schlicht gestaltetes Instrument der Werkstatt Karl, wenngleich die Prospektgestaltung durch die Unterteilung in mehrere Felder mit unterschiedlichen Pfeifengrößen und auch den zweigeschossigen ZWischenfeldern wesentlich mehr „Leben“ aufweist als z. B. das Instrument in Schwarzenberg. (Die kleinen Felder erinnern fast ein wenig an Supper...)
(Fortsetzung folgt)