Sind wir bald überflüssig...
elsenp, Montag, 15. August 2011, 06:32 (vor 5563 Tagen)
Kurz zu den Rahmenbedingungen: Mein Organistenkollege rief mich letzte Woche an, damit ich kurzfristig eine Trauung in einer schönen Klosterkirche, die zu unserer GvG gehört, übernehmen könne, da er einen Tag früher als geplant in Urlaub fahren wolle. Diesen Gefallen habe ich ihm natürlich getan, da ich zu dieser Zeit frei war. Er verabschiedete sich mit den Worten "wirst dort nicht all zu viel zu tun haben!", was ich zunächst dahin deutete, dass es lediglich eine Trauung ohne Eucharistiefeier sein würde. Weit gefehlt: Es war ein Gottesdienst mit allen katholischen Riten!
Doch dann bekam ich den Liedplan, wo schon angegeben war, dass die Angel Singers den Gottesdienst musikalisch gestalten. Die Gestaltung sah so aus, dass 6 (!) Popsongs und 4 Gottesloblieder die Liturgie umrahmten. Der Liedplan erinnerte mehr an die Schlußrunde von "Deutschland sucht den Superstar" als an einen GD.
Die Angel Singers stellten sich auf der Orgelempore dann als junge Sängerin nebst Keyboarder vor. Damit hier kein falscher Ton rein kommt: Der Keyboarder war ein klasse Pianist und das Mädel hat ganz ordentlich gesungen (wenn natürlich auch mit "Pop-Stimme" und Verstärkeranlage).
Die "Orgelmeditation" zur Kommíon musste ich nach 2 Minuten schon abbrechen, weil der Keyboarder laut Plan noch Schuberts Ave maria auf dem Keyboard (mit E-Piano-Sound und Streicherchor) darbringen musste.
Das ganze dauert fast 90 Minuten und ich hatte Probleme, den 2. Trauungsgottesdienst, der eigentlich 2 Stunden später angesetzt war, noch rechtzeitig zu erreichen.
Am besten fand ich aber den Priester, der die Trauung durchführe, nach dem Gottesdienst: "Wie haben Sie das da oben nur ausgehalten. Das (er meinte den Popmusikgesang) wäre ja wirklich nicht nötig gewesen..."
Da denke ich mir nur: Wer, in Gottes Namen, hat denn die liturgische Gestaltung mit den Brautleuten so abgestimmt???
Da der Gemeindegesang im ganzen auch mehr als mickrig war, habe ich am Ende des Gottesdienstes bei mir gedacht: Eigentlich war es überflüssig, dass ich überhaupt da war. Es wäre "stimmiger" gewesen, wenn man noch 2 Popsongs oben drauf gelegt hätte und der Keyboarder zum Ein- und Auszug noch ein paar Piano-Evergreens zum Besten gegeben hätte.
Wir sind bald überflüssig...
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Axel
, Mechernich, Montag, 15. August 2011, 07:37 (vor 5563 Tagen) @ elsenp
Deshalb spiele ich keine Trauungen mehr, oder die Honorare sind entsprechend gesalzen. Das ist der typische Fall einer quasi säkularen Feier im sakralen Raum. Gewürzt mit den letzten Erinnerungen an Schulgottesdiente in der Kindheit ("Danke", "Die Sonne hoch am Himmelszelt", "Lauda tussi", "Die Erde ist schön") und einem Hollywoodverschnitt der Generation Bildschirm.
Mich wundern eigentlich nur die GL-Lieder. Vermutlich war das Kölner Kinderliederbuch gerade nicht greifbar.
Wenn nur genug von so einem Zeug über die Bildschirme geht (und da war dieser amateurhafte Mauergottesdienst ein gutes Beispiel), glaubt unsere verblödete Republik ja auch noch, das gehöre sich so und ginge nicht besser.
Schöne Grüße
Axel
Sind wir bald überflüssig...
elsenp, Montag, 15. August 2011, 08:07 (vor 5563 Tagen) @ Axel
Da gebe ich dir Recht. Wegen dieser unsäglichen NGL- (oder besser Kindergarten-) Lieder bei Trauungen habe ich seit einiger Zeit immer ein von unserer Pfarre herausgegebenen Heftchen für die Schulgottesdienste dabei. Denn meist gibts in den schönen Druckwerken zur Trauung nur die Texte (falls überhaupt).
Ich habe das Gefühl, dass viele Brautleute seit ihrer Erstkommunion keine Kirche mehr von innen gesehen haben und daher das ihnen noch halbwegs bekannte Liedgut bei "Danke" und dem aüßert beliebten "Laudato si ..." endet.
Fraglich ist nur, warum die Priester in der Vorbereitung nicht stärker intervenieren. Aber die haben wohl auch den Kampf längst aufgegeben.
Bei meinem ehemaligen Chef hätte es das nicht gegeben. Der war da knallhart.
Viele Grüße
Peter
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Aeolinchen, Montag, 15. August 2011, 08:58 (vor 5563 Tagen) @ elsenp
Ich finde keinen Grund zum Schwarzsehen. Zwei Dinge sind doch erfreulich: Erstens gehört eine richtige Orgel immer noch zur Hochzeit dazu. Zweitens hat das mitwirkende Pop-Duo anständige Qualität abgeliefert. Was wollen wir mehr? Ich habe schon vor dreißig Jahren ätzende Hochzeiten mit miesen Sänger(inne)n und womöglich noch mieseren Keyboardern durchgestanden.
Nur zwei Dinge haben sich für mich in diesen dreißig Jahren geändert:
- Ich nehme nicht mehr alle Hochzeiten an (damals war ich jung und brauchte das Geld)
- Wenn doch mal musikalischer Murks dabei ist, rege ich mich nicht mehr auf, sondern amüsiere mich drüber.
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Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 15. August 2011, 09:10 (vor 5563 Tagen) @ elsenp
Die Wahrheiten, die in den drei ersten Postings stecken, kann man gut zusammenpuzzeln: Tatsächlich kann man für eine Hochzeit, auch ohne Eucharistiefeier, mittlerweile getrost 90 Minuten ansetzen. Das liegt einfach daran, daß die Gottesdienst-lose Zeit der letzten Jahre und die der folgenden (evtl. bis zur Taufe des ersten Kindes, die ja auch etwa eine Stunde dauert) kompensiert werden muß. Bei einer derartigen Menge von Popsongs, wie geschildert, kann man sich auch die Frage stellen, ob die Orgel da nicht nur stört. Ich tippe mal, es handelt sich hier um eine letzte Schamgrenze, die es noch zu überwinden gilt, bis dahin muß sich die Orgel wenigstens kurzfristig an irgendwas beteiligen.
Daß die verblödete Republik glaubt, "das gehöre sich so", kann ich so unterschreiben. Ich bin in den letzten Jahren mehrfach gefragt worden, an welcher Stelle der Hochzeitsliturgie denn "das" Ave Maria gesungen werden müßte. Auch wenn man von der Liturgie ansonsten nichts weiß: Die "Notwendigkeit" des Ave Maria hat sich in das kollektive Bewußtsein eingegraben.
Es hilft nur die eigene Kompensation durch entsprechendes Honorar. Viel schlimmer sind manche auf absoluter Sparflamme köchelnden Sonntags-Liturgien, aber das ist wieder ein anderes Thema.
OT verblödete Republik
FranzS.
, Montag, 15. August 2011, 22:35 (vor 5562 Tagen) @ Rochus Schmitz
bearbeitet von FranzS., Montag, 15. August 2011, 22:38
Daß die verblödete Republik,
Mein free-mail-Anbieter listet die "meistgesehenen Videos" auf. Der Titel des Videos Nr. 3 lautet "Halbnackter rast auf Bierkiste". Tja, die Gans ist verblödet
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FranzS.
, Montag, 15. August 2011, 10:03 (vor 5563 Tagen) @ elsenp
Hallo,
Ja mei, a Hochzeit holt. Komischerweise habe ich bei Hochzeiten immer eine wichtige Hausarbeit, Klausur oder sowas und somit leider keine Zeit: "Ich hätte so gern, gerade auf Ihrer Trauung gespielt. Eine Hochzeit zu spielen ist ja eine Ehre, aber leider geht es gerade an diesem Samstag um 13 Uhr nicht. Meine Kollegin von XY macht das aber sicherlich....." Mit der Masche bin ich dann immer fein raus.
Einmal aber hatte ich bei einer Vertretung ganz freie Hand. Die Hochzeit war eher im kleineren Kreis und das Brautpaar wollte nur a bissl a Orgelmusik, aber bis auf 258 keinen Gemeindegesang, weil sämmtliche Hochzeitsgäste eher kirchenfern waren. Auf einer kleinen Ehrlich-Orgel von ca. 1840 gab es dann heitere Orgelmusik von bairischen Klosterkomponisten. Sehr stilvoll wie ich fand, und das Ganze zum Spottpreis von zwei Diensteinheiten.
Grüße Franz
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Tabernakelwanze
, Niederrhein, Montag, 15. August 2011, 11:25 (vor 5563 Tagen) @ FranzS.
Den Ärger kennt wohl jeder Kollege und jede Kollegin. Mir sind 3 Beerdigungen lieber als eine Hochzeit. Seit Jahren schon bin ich ich nicht mehr dienstverpflichtet, Hochzeiten zu "beörgeln". Statt dessen wurde auf meinen Wunsch vertraglich geregelt, dass ich für die Wartung der Orgel in entsprechendem Rahmen zuständig bin (Zungen stimmen, u. a. kleinere Stimmarbeiten).
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R.Kluth
, Düsseldorf, Montag, 15. August 2011, 12:37 (vor 5562 Tagen) @ Tabernakelwanze
Ihr habt alle so Recht; ich habe ähnliches in den letzten Wochen auch erleben müssen. Der neueste Hit ist allerdings jetzt, daß Pachelbels Kanon in allen möglichen Variationen und Besetzungen gewünscht wird. Ich habe vor drei Wochen hier in Düsseldorf in der Andreaskirche allerdings eine Hochzeit gespielt, nach der sich alle nur sehnen können: Zum Einzug des Bräutigams: J.S.Bach: Lobt Gott ihr Christen allzugleich BWV 732; zum Einzug der Braut: Festive Trumpet Tune von David German (ein sehr empfehlenswertes Stück); zur Eröffnung und zum Gloria: "Fest soll mein Taufbund immer stehn" und "Gott in der Höh sei Preis und Ehr". Nach der Lesung: Syrinx für Flöte solo; nach der Predigt "Reich mir die Hand mein Leben" für Oboentrio; nach der Trauung "Denn er hat seinen Engeln befohlen (Chor mit 9 Sängern). Zur Gabenbereitung: "Ein Haus voll Glorie schauet" und "Heilig" aus Schuberts Deutscher Messe zum Sanctus. Zum Agnus Dei gab es Ubi Caritas von Duruflé und zur Kommunionausteilung Rheinbergers Andante pastorale für Oboe und Orgel. "Großer Gott wir loben dich" durfte nicht fehlen und den Abschluß bildete Widors Toccata aus der Fünften. Dazu gab es unglaublich schöne tiefgehende Texte und eine fantastische Predigt, wie ich sie selten gehört habe.
Ich glaube, jeder kann sich vorstellen, daß ich danach mit wunderbaren Gefühlen in Urlaub gefahren bin. Aber: eine solche Hochzeit ist wohl die absolute Ausnahme.
Viele Grüße, Reinhard Kluth
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JFK, Montag, 15. August 2011, 14:37 (vor 5562 Tagen) @ elsenp
alles kompromisslos abwürgen!!!
Kommt mir gar nicht in die Tüte, letztens gab es bei mir wieder ein Anfrage über "You´ll never walk alone" zum Auszug auf der Orgel, da hab ich gesagt "Dann müsst ihr im Fußballstadion heiraten"
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FranzS.
, Montag, 15. August 2011, 17:25 (vor 5562 Tagen) @ JFK
bearbeitet von FranzS., Montag, 15. August 2011, 17:33
alles kompromisslos abwürgen!!!
Kommt mir gar nicht in die Tüte, letztens gab es bei mir wieder ein Anfrage über >"You´ll never walk alone"
ja da hatte ich auch mal eine. Damals heirateten YUP´s aus München in der Nachbargemeinde (in dem Ort gibts nämlich auch eine teuere Restauration). Deren indischer Pfarrer passte denen aber nicht ins Konzept und somit haben sie meinen Chef inklusive mir "gebucht". Ich hab dann zugesagt, weil die Nachbargemeinde geraden eine sehr gute neue Orgel von Johannes Schädler bekommen hat und ich hatte somit einen Vorwand mal eine Woche "eine Andere" zu haben. Die äußerst heiße Braut kam dann zu mir auf die Empore und wollte "You´ll never walk alone". Ich hab der Dame dann gesagt, dass ich das gerne machen würde (was gelogen war), leider aber aus liturgischer Sicht nicht möglich ist (was ja stimmt). Dann wollte sie noch einen Chor. Glücklicherweise hatten wir vorher Ostern und dann habe ich die Messe vom Ostersonntag noch mal verbraten, war dann gar nicht so schlecht. Natürlich durfte die obligatorische Sopranistin nicht fehlen. Da kam dann irgend eine B-Prominente, die anscheinend mal im Musikantenstadl war (ohne Witz jetzt). Ich hab sie natürlich nicht gekannt und dann war sie schon ein wenig angesäuert. Vielleicht hätte das Gesicht nicht so scheußlich verziehen sollen, als das Wort Musikantenstadl gefallen war. Sie sang natürlich DAS Ave Maria, im Tempo sehr frei versteht sich und ich hatte echt Probleme meine 16tel da reinzuquetschen.
Grüße Franz
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chp, Montag, 15. August 2011, 19:39 (vor 5562 Tagen) @ FranzS.
Hallo,
Damals heirateten YUP´s aus München in der Nachbargemeinde [...]. Deren indischer Pfarrer passte denen aber nicht ins Konzept und somit haben sie meinen Chef inklusive mir "gebucht". [...] Die äußerst heiße Braut kam dann zu mir auf die Empore und wollte "You´ll never walk alone". Ich hab der Dame dann gesagt, dass ich das gerne machen würde (was gelogen war), leider aber aus liturgischer Sicht nicht möglich ist (was ja stimmt).
Mich hätte zwar gestört, dass Ihnen der indische Pfarrer nicht passte, aber das Lied, das ich bisher gar nicht kannte, finde ich eigentlich unproblematisch,...
...sowohl den Text:
http://de.wikipedia.org/wiki/You%E2%80%99ll_Never_Walk_Alone
...als auch die Melodie:
http://www.youtube.com/watch?v=8smO4VS9134
oder
http://www.youtube.com/watch?v=g2s8kagz43E&feature=related
Nach der Trauung, warum nicht, das ist ja ein mehr oder weniger liturgiefreier Einschub. Es gibt auf alle Fälle Schlimmeres. Mit Fußball hat der Song ja ursprünglich gar nichts zu tun. Die Frage ist, ob Popsongs durch den GEMA-Vertrag der Kirche gedeckt ist, der, soweit ich weiß, vor allem "ernste" und religiöse Musik umfasst.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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FranzS.
, Montag, 15. August 2011, 22:23 (vor 5562 Tagen) @ chp
Hallo,
Damals heirateten YUP´s aus München in der Nachbargemeinde [...]. Deren indischer Pfarrer passte denen aber nicht ins Konzept und somit haben sie meinen Chef inklusive mir "gebucht". [...] Die äußerst heiße Braut kam dann zu mir auf die Empore und wollte "You´ll never walk alone". Ich hab der Dame dann gesagt, dass ich das gerne machen würde (was gelogen war), leider aber aus liturgischer Sicht nicht möglich ist (was ja stimmt).
Mich hätte zwar gestört, dass Ihnen der indische Pfarrer nicht passte
Hallo
Der indische Pfarrer passte ihnen nicht, weil dieser wirklich sehr undeutlich und vor allem laut spricht. Gestört hat mich das jetzt nicht so sehr. Zugegeben, direkt geschmackvoll war es nicht.
Nach der Trauung, warum nicht, das ist ja ein mehr oder weniger liturgiefreier Einschub. Es gibt auf alle Fälle Schlimmeres. Mit Fußball hat der Song ja ursprünglich gar nichts zu tun. Die Frage ist, ob Popsongs durch den GEMA-Vertrag der Kirche gedeckt ist, der, soweit ich weiß, vor allem "ernste" und religiöse Musik umfasst.
Die Frage, oder besser die Tatsache ist, dass es für mich Arbeit bedeutet hätte, für nichts und wieder nichts, die noch dazu meiner musikalischen Überzeugung zuwiedergelaufen wäre. Schlimmeres gibt es bekanntlich immer, aber ein "liturgiefreier Einschub" kann doch gar nicht sein, denn der ganze Gottesdienst ist Litrugie und da hat ein Gesang ohne den entsprechenden Textbezug von vornherein nichts zu suchen. Ich selbst bin nicht besonders gläubig, aber hier gehts ums Prinzip, also darum, dass es sich gehört, etwas sehr ernst zu nehmen, was dem Wesen nach und anderen Leuten heilig ist. Wenn die Popsongs wollen, dann bitte im Standesamt oder anschließend im Wirtshaus. Sakramente die durch unpassende "Musik" regelmäßig zur Farce werden, sei es nun eine Trauung, Firmung oder Erstkommunion, sind mitverantwortlich, wenn der ganze Verein schön langsam den Bach runter geht. Und dann haben wir auch keine große Orgel mehr, bestenfalls eine Digitale zuhause, oder eine Hausorgel alla Paul Ott (eine solche würde ich mir dann zulegen).
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Grüße von südlich der Donau
Franz
Sind wir bald überflüssig? Neeeeeeee
willscher, Dienstag, 16. August 2011, 15:22 (vor 5561 Tagen) @ chp
Nach der Trauung, warum nicht, das ist ja ein mehr oder weniger liturgiefreier Einschub. Es gibt auf alle Fälle Schlimmeres. Mit Fußball hat der Song ja ursprünglich gar nichts zu tun. Die Frage ist, ob Popsongs durch den GEMA-Vertrag der Kirche gedeckt ist, der, soweit ich weiß, vor allem "ernste" und religiöse Musik umfasst.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Servus Christoph,
Du hast da gerade eine suuuuper Hilfestellung für alle Geschädigten KMer geleistet.
Man sagt einfach, daß das zusätzlich 500 Euro GEMA-Gebühren kosten würde, weil die kirchliche Pauschale das nicht abdeckt. Die Gebühr wird vom Organisten einbehalten, der das natürlich nicht weiterleitet. Wer weiß, wen es abschreckt. Vor dem Urlaub hatte ich auf einer miesen Orgel eine Trauung zu spielen, neben "Danke" ein reines Star Wars Programm (5 Sätze). Mein fettes Honorar war kein Problem. Meine Urlaubskasse dankte herzlich.
Am Sonntag ist eine Taufe. Die glücklichen Eltern wollen unbedingt Orgel haben.
Das gibt es glücklicherweise auch noch. Auf der anderen Seite war gestern ein GD für die Schulanfänger (der KATHOLISCHEN Schule). Der EINZIGE (neben dem Schulleiter der Grundschule), der nach dem Evangelium mit "Lob sei....." antwortete, war der Organist.
Gruß
Andreas