Markus Belmann in St.Andreas, D-Altstadt
Hallo Forum,
die “Sonntagsorgel” in St. Andreas, D-Altstadt, spielte diesmal Markus Belmann. Frisch und rhapsodisch artikuliert kam Buxtehudes Praeludium, Fuge und Ciaconne C-dur (137).
Einfach die zweimal viertaktige Melodie, vielfältig die klangliche Ausgestaltung. So könnte man zu Gades “Moderato” aus den Tonstücken op. 22 sagen. Aber das ist nur die eine Seite: Die andere lautet: Da ist Gade nicht viel eingefalllen, der Spieler mag sich abmühen (was Belmann redlich tat!), zunehmend wünscht man sich das Ende herbei. Dieses könnte jederzeit eintreten, denn das Stück ließe/läßt sich alle acht Takte problemlos beenden - praktisch als Lückenmusik im GD. Aber auch ein Zeichen seiner Schwäche: es gibt keine Entwickling, kein Ziel. *Gähn*. Brausend und etwas unbestimmt folgte danach Liszts Ave Maria von Arcadelt.
Sehr schön dagegen am Ende Mendelssohns sechste Sonate. Demütig beginnend, langsam sich entwickelnd. Die Übergänge zu den Variationen funktionierten nahtlos, die Klngfarben waren apart (Krummhorn in Nr. IV). Schnell angefügt die Fuge und nicht träge das Finale. Eine runde Sache. - Nur kurzer Beifall der ca. 80 Hörer.
Nächsten Sonntag: Hans-Joachim Dumeier, Michelstadt, mit Clerambault (2. Ton), Mendelssohn (2.) und Franck (3. Choral).
Gruß Clemens Schäfer
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)