Pfeifen und ganze Orgeln wegwerfen

FranzS. @, Freitag, 15. Juli 2011, 18:47 (vor 5533 Tagen) @ BourdonCéleste
bearbeitet von FranzS., Freitag, 15. Juli 2011, 19:03

Das kommt öfter vor, als man denkt.

Bei den Regensburger Domspatzen wurde eine gut und vollständig erhaltene, uneingeschränkt spielbare und nur unter der üblichen Altersschwäche leidende Steinmeyer-Orgel aus den 50er Jahren mit etwas über 20 oder 25 Registern auf drei Manualen und Pedal aus dem alten Chorsaal "800" beim Umbau des Gebäudes einfach weggeworfen. Entsorgt. Die Pfeifen an Schüler verschenkt, der Rest in den Container. Die Orgel wurde unter Theobald Schrems erbaut und von diesem sowie seinem Nachfolger Georg Ratzinger nicht nur zur Chorbegleitung, sondern auch zur Stimm- und Gehörbildung genutzt: Sie verfügte dafür über eine Art Lichtorgel, bei der auf einer notierten Tonleiter an der Wand die auf den drei Manualen gespielten Noten mit weißen, grünen und roten Birnchen (eine Farbe pro Manual) die zu singenden, richtigen und falschen Töne angezeigt werden konnten.
Die zungenlose Orgel klang wunderschön, rund und ausgewogen, hatte ein Schwellwerk und wäre eigentlich eine Traum-Hausorgel gewesen. Aber auch jedes Orgelmuseum und manche nicht so vermögende Kirchengemeinde hätte sich sehr über so ein Instrument gefreut.

Hallo,
das wusste ich noch gar nicht, wann war das denn? Man hätte die Orgel auch in die Universität stellen können, wo es keine gibt. Leider hat der Architekt Deschermeier im Audimax keine große Orgel vorgesehen, aber eine dieser Größe hätte schon irgendwo Platz. Gerade die "Lichtorgel" ist doch was sehr originelles und als Kuriosium höchst erhaltenswert. Es läuft überhaupt zurzeit sehr Bedenkliches im Regensburger Orgelbereich, besonders was den Namen Steinmeyer anbelangt.....

Grüße Franz


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