Widor spricht bairisch
Hallo,
es war ja kürzlich von den "Begleitorgeln" die Rede, welche bis zum Konzil im katholischen üblich waren und die zu nichts gut sein sollen. Ich habe eine Aufnahme gefunden, die dies gründlich wiederlegt. Thomas Rothfuß spielt Widor, auf einem "cäcilianischen Schlachtross" aus den 50ern von Carl Schuster (langsame elektropneumatische Kegelladensysteme, die aufgrund ihrerer Primitivität als unverwüstlich gelten müssen).
1. Satz
2. Satz
3. Satz
4. Satz
Finale
Undogmatische Grüße
Franz
Widor spricht bairisch
Hallo auch,
er spielt doch sehr kontrolliert...
Dies dürfte nichts mit der elektropbneumatischen Traktur zu tun haben. Die können bei vernünftiger Bauweise sehr schnell sein!
Die Orgel verträgt den Widor eigentlich gut, nur hätte der Kollege an manchen Stellen lieber einige der unsäglich hohen Mixturen weggelassen.
Sie erinnert mich ein wenig an meine Orgel, die ist aber 10 Jahre jünger. Habe leider auch nicht ganz so viele Zungen :-(
Klangbeispiel hier: Cesar Franck Pièce heroique
Ja auch meine Wenigkeit spielt hier bestimmt ein wenig zu "kontrolliert"...
Gruß aus Berlin
MarkusP.
Widor spricht bairisch
"es übte für Sie:..."
Widor spricht bairisch
Hier noch die Disposition der besagten Orgel.
Widor spricht bairisch
Also wirklich, da bleibt mir die Spucke weg.
Die Akkustik der Aufnahme ist schon einmal grottenschlecht. Das kommt aber von der miserablen Position des Mikrophons. Diese Orgel gut einzufangen braucht für einen guten Tonmeister schon einige Zeit und auf keinen Fall gehören Mikros bei Orgelaufnahmen auf die Empore. Sicherlich hat die Orgel einen ganz exzellenten, wenn auch zurückhaltenden und manchmal etwas spitzen (hohe, enge Mixturen) Klang - ich darf einfach mal die alte Steinmeyerin (1954) in der Heidelberger Jesuitenkirche anführen, die nicht in allem ganz verkehrt war.
Gespielt ist die sache etwas sehr norddeutsch-steif.
Unter Widors sechster stelle ich mir DAS DA vor:
http://www.youtube.com/watch?v=tEzadkak0m8
und bayrisch ist DAS DA:
http://www.youtube.com/watch?v=sQ_l2qA5bj0
Widor spricht bairisch
Sicherlich hat die Orgel einen ganz exzellenten, wenn auch zurückhaltenden und manchmal etwas spitzen (hohe, enge Mixturen) Klang -
Hallo,
"ganz exzellent" würde ich jetzt nicht sagen, aber sie klingt akzeptabel und ich könnte mir vorstellen, dass das Gerät nicht wenig Spaß macht. Mir ging es eigentlich weniger um die Interpretation, sondern mehr darum zu zeigen, dass manche Instrumente vielleicht gar nicht so schlecht sind, wie man sie redet. Vorallem steckt in den Instrumenten von Schuster ein haufen Arbeit. Die Qualität wurde in dieser Firma jedenfalls nicht vernachlässigt, das ist kein Zinkgeraffelzeug auf Spanplatten.
ich darf einfach mal die alte Steinmeyerin (1954) in der Heidelberger Jesuitenkirche anführen, die nicht in allem ganz verkehrt war.
Wenn das die ist, die jetzt im Schloss steht, kann ich nur beipflichten. Diese Orgel ist auch eine von der Sorte. Sogar der Spieltisch sieht genau so aus, wahrscheinlich hat Schuster die Spieltische damals von Steinmeyer gekauft. Als ich einmal drauf gespielt habe, hatte ich aber vom Klang zu viel des Guten, weil der Spieltisch jetzt in der Orgel steht, fast nicht zuzumuten und auch nicht förderlich für das Gehör (den ich bin, wie wir alle, eh schon fast taub;-)).
Gespielt ist die sache etwas sehr norddeutsch-steif.
Unter Widors sechster stelle ich mir DAS DA vor:
http://www.youtube.com/watch?v=tEzadkak0m8
Naja wir sind eben keine pathetischen Franzosen, deshalb auch die Threadbezeichnung. Die Frage ist auch ob sich Meister Roth herabgelassen hätte, auf einer Schuster-Orgel zu spielen- glaube ich eher weniger (obwohl Roth letztens im Regensburger Dom auch nicht so inspiriert war.).
Grüße Franz