64'-Oberton
Hallo zusammen,
mir fallen spontan drei Dispositionen deutscher Orgeln ein, die das doch recht seltende Bassregister Terzbass 64/5' = 12 4/5' aufweisen:
- Nikolaikirche Leipzig
- Basilika Kevelaer
- Dom Schwerin
Hat von euch schon mal jemand eines dieser Instrumente gespielt? Wenn ja, erzeugt dieses Register tatsächlich einen hörbaren 64'-Effekt? Die tiefste Oktave beim 64'-Klang müsste doch eigentlich als Infraschall (< 16 Hz) mehr oder weniger nur noch "körperlich" erfahren werden können...
Viele Grüße,
Martin
64'-Oberton
Hallo zusammen,
mir fallen spontan drei Dispositionen Instrumente in Deutschland ein, die das doch recht seltende Bassregister 64/5' = 12 4/5' aufweisen:
- Nikolaikirche Leipzig
- Basilika Kevelaer
- Dom Schwerin
Gebe spontan noch eine hinzu: Stadthalle Wuppertal
Habe den 64' leider noch nicht gehört.
Gruß,
Subkoppel II - I
64'-Oberton
Also ich kann nur von der Schmid - Orgel in Mariahilf München berichten - die hat einen mittels Quinte 21 1/3´ erzeugten 64´aufzuweisen...
Er ist nicht mehr direkt hörbar (8 Hz), aber ich konnte ihn deutlich spüren. Fragt mich jetzt bitte nicht danach, wie sich das anfühlt - ich könnte es nicht in Worte fassen.....
Aber ja - man spürt ihn deutlichst.
Gruß
Dieter
64'-Oberton
Hat von euch schon mal jemand eines dieser Instrumente gespielt? Wenn ja, erzeugt dieses Register tatsächlich einen hörbaren 64'-Effekt? Die tiefste Oktave beim 64'-Klang müsste doch eigentlich als Infraschall (< 16 Hz) mehr oder weniger nur noch "körperlich" erfahren werden können...
Ja, so in etwa ist es.
Vor einigen Jahren war ich bei einer Orgelvorführung in der Nikolaikirche Leipzig, da hat Jürgen Wolf diesen Effekt vorgeführt. Man nimmt dann nur mehr ein undefinierbares Donnern wahr, aber beeindruckend ist es schon...
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
64'-Oberton
Also ich kann nur von der Schmid - Orgel in Mariahilf München berichten - die hat einen mittels Quinte 21 1/3´ erzeugten 64´aufzuweisen...
Er ist nicht mehr direkt hörbar (8 Hz), aber ich konnte ihn deutlich spüren. Fragt mich jetzt bitte nicht danach, wie sich das anfühlt - ich könnte es nicht in Worte fassen.....
Aber ja - man spürt ihn deutlichst.Gruß
Dieter
Dann hat Schmid so was öfter gebaut?
In Altötting gibt es doch auch diese Großquinte...
Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, Instrumente aus diesen Jahren (bzw. von diesem Erbauer) unter Denkmalschutz zu stellen (vgl. die Diskussion Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren).
Martin
64'-Oberton
Die tiefste Oktave beim 64'-Klang müsste doch eigentlich als Infraschall (< 16 Hz) mehr oder weniger nur noch "körperlich" erfahren werden können...
Das ist ja gerade der neurophysiologische Effekt der Obertonrekombination, dass es eben nicht auf tatsächlich von Hörsinneszellen aufgenommene reale Schwingungen ankommt, sondern auf das Trugbild, welches das Gehirn aufgrund der nach unten unvollständigen Obertonreihe und dem aus Erfahrungsmechanismen (synaptische Disposition aufgrund regelmäßig prägender Reize) als fehlend empfundenen und dann imaginär ersetzten Grundton fingiert. Daher kommt es beim rekombinierten, fiktiven Grundton nicht auf die physische Hörbarkeit und die 16hz-Schwelle an. Die Imagination scheitert nicht an den Wahrnehmungsgrenzen der Hörsinneszellen.
Die körperliche Erfahrung ist nur das Resonanzempfinden (im Bauch) der Luftschwingungsimpulse (wie etwa bei entfernten Explosionen), die insoweit aber keine hörbare Schallqualität mehr hat. Alles andere ist "akustische Täuschung" im Gehirn.
Sind Frequenzen zwischen 16 und etwa 28 Herz eigentlich deshalb räumlich so schwer oder nicht zu orten, weil die Wellen um ein gewisses Vielfaches die Entfernung der Ohren zueinander überschreitet und mithin die Ortungsdifferenz nicht mehr vom Gehirn berechnet werden kann? (Gilt nur bei Sinustönen bzw. obertonarmen und nebengeräuschfreien Grundstimmen, ansonsten sind ja die Obertöne bzw. Neben- und Windgeräusche als über diesem Frequenzband liegend wieder zu orten.)
64'-Oberton
Das ist ja gerade der neurophysiologische Effekt der Obertonrekombination, dass es eben nicht auf tatsächlich von Hörsinneszellen aufgenommene reale Schwingungen ankommt, sondern auf das Trugbild, welches das Gehirn aufgrund der nach unten unvollständigen Obertonreihe und dem aus Erfahrungsmechanismen (synaptische Disposition aufgrund regelmäßig prägender Reize) als fehlend empfundenen und dann imaginär ersetzten Grundton fingiert. Daher kommt es beim rekombinierten, fiktiven Grundton nicht auf die physische Hörbarkeit und die 16hz-Schwelle an. Die Imagination scheitert nicht an den Wahrnehmungsgrenzen der Hörsinneszellen.
Das mag ja alles stimmen, aber setzt das nicht ein Mindestmaß an Musikalität voraus?
Was ist mit einem Menschen der völlig unmusikalisch (auch die soll es geben) und 30 Jahre neben dem Geräuschpegel einer Autobahn aufgewachsen ist?
Hört der den akustischen 64' obwohl sein Gehirn sicher nicht auf das Ergänzen von Obertönen trainiert ist ???
Fragt durchaus ernst gemeint,
Subkoppel II - I
64'-Oberton
Das mag ja alles stimmen, aber setzt das nicht ein Mindestmaß an Musikalität voraus?
Nein, Obertonkombinationen umgeben uns tagtäglich, schon in Stimmformanten z. B. Sie werden im Gehirn immer auf die gleiche Art verrechnet, egal ob es sich um Orgelklang oder um ein einen Dieselmotor handelt.
Übrigens haben Menschen, die in geräuscharmer Umgebung aufwachsen und leben (erforscht z. B. an tibetischen Bergbauern, stand mal in der SZ auf S. 3 zu lesen) in der Regel schlechtere Ohren als Großstädter -- bzw. die Verarbeitung der Schallsignale ist bei weitem nicht so differenziert wie in der harten Trainigsumgebung eines Stadtmenschen. Ein Trainingseffekt offenbar.
Viele Grüße,
Friedrich
64'-Oberton
Das mag ja alles stimmen, aber setzt das nicht ein Mindestmaß an Musikalität voraus?
Nein, Obertonkombinationen umgeben uns tagtäglich, schon in Stimmformanten z. B. Sie werden im Gehirn immer auf die gleiche Art verrechnet, egal ob es sich um Orgelklang oder um ein einen Dieselmotor handelt.Übrigens haben Menschen, die in geräuscharmer Umgebung aufwachsen und leben (erforscht z. B. an tibetischen Bergbauern, stand mal in der SZ auf S. 3 zu lesen) in der Regel schlechtere Ohren als Großstädter -- bzw. die Verarbeitung der Schallsignale ist bei weitem nicht so differenziert wie in der harten Trainigsumgebung eines Stadtmenschen. Ein Trainingseffekt offenbar.
Viele Grüße,
Friedrich
Hallo,
also die Wissenschaft kann ja behaupten was sie will, aber wenn in Maria-Hilf in München die Subquinte 21 1/3 (funktioniert anscheinend besser als die Terz) zugeschaltet wird, dann höre ich einen verdammt tiefen Ton, den kein 32er zu erzeugen vermag. Und ich glaube nicht, dass nur "musikalische" Menschen das hören, denn hören tun wir ja alle gleich nur das ästhetsche Empfinden ist halt anders (ein "Kunstbanause" im Sinne der bildenden Kunst, sieht ja auch dieselben Farben und Formen)
Grüße Franz
64'-Oberton
Absolut d´accord!
(Mal von den Termini "hören" und "spüren" abgesehen)
HG
Dieter