Sonntagsorgel vom 5.12.2010
Hallo Forum,
Sonntagsorgel am 05.12. in St. Andreas. Das Programm sah eigentlich interessant aus: Musik für Orgel und Bratsche. Händel, Bach, Hindemith, Karg-Elert, Pärt und noch mal Bach. Das war zwar absehbar nicht in einer halben Stunde zu schaffen. Aber, wenn’s der Kunst gedient hätte...
Die Sonate für Viola und Orgel von Händel schien eher für eine da Gamba geschrieben. Die Violastimme hielt sich überwiegend im unteren Bereich auf, in den schnellen Sätzen wurde es rauh, ja kratzig. “Nun komm, der Heiden Heiland” BWV 659 kam anfangs schön gleichmäßig; mit Hinzutreten des cf aber brach die Begleitung ein. Schwerer Seegang machte dem Spieler zu schaffen. Wollte er den cf besonders betonen und vernachlässigte er deshalb das andere? Das wäre wohl eine Fehlinterpretation. Auch beim Hindemith (Trauermusik für Viola und Kammerorchester - Orgelfassung Friedemann Herz) kam es zu Irritationen. Ich vermochte die vier Sätze nicht exakt auszumachen. Möglicherweise wurde sogar gekürzt. Denn mitten im Stück gab es plötzlich halblautes Sprechen auf der Orgelbühne... Friedemann Herz und Peter Greifmann hatten Diskussionsbedarf.
Das nachfolgende Choralvorspiel “Mit Ernst, O Menschenkinder” op. 65.2 von Karg-Elert geriet dann allerdings ordentlich. Auch ”Spiegel im Spiegel für Viola und Orgel” von Arvo Pärt wußte zu gefallen. Zwischen tiefen Liegetönen und hohen Dreiklangbrechungen agierte die Viola.
Beschlossen wurde das Konzert dann mit einer sehr freien Wiedergabe von Präludium und Fuge c-moll BWV 546. Mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ ich die Kirche.
Gruß Clemens Schäfer
Wie ich gerade erfahre, hat ein Ausfall der Setzeranlage den Anlaß zu dem Wortwechsel auf der Empore gegeben. C.S. 12.12.2010
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)