Windstößigkeit oder lebendiger Wind?

orgelsolo ⌂, Voitsberg, Freitag, 24. Juni 2011, 21:35 (vor 5551 Tagen)

Guten Abend,

Meine Pfarre hat 3 Kirchen, und in einer Kirche steht eine
kleine romantische Rieger Orgel aus dem Jahr 1893 über die ich hier schon einmal geschrieben habe.
Die Orgel ist in 2 Gehäusen untergebracht, der Spieltisch steht in der Mitte.
Der sehr große Magazinbalg ist im linken Gehäuse untergebracht, wo auch das 2. Manual unddas Pedal drinnen ist.
Das 1. Manual steht im rechten Gehäuse - also vom Magazinbalg einige Meter enfernt
und hat aber noch zusätzlich einen kleineren, gefederten Ausgleichsbalg

Ich schätze und liebe diese Orgel sehr, aber wenn man aber ein Stück mit vollgriffigen, abgesetzten Akkorden spielt - z.B. so einen Grand Choer von Dubois etc kommt das 1. Manual etwas ins Schwanken, besonders deutlich
merkt man es, wenn die Mixtur gezogen ist, die dann etwas falsch klingt.
... man könnte sogar ein Tremolo erzeugen wenn mann einen hohen Ton liegen lasst und
drunter einen akkord mehrfach anschlägt.

Im Prinzip ist die Orgel ein Klangdenkmal und in originalem Zustand. Im Kollaudierungsprotokoll von 1893 wird die Windversorgung gelobt.

In der Romantik wollte man ja einen stabilen Wind haben und ich hab mir schon
einmal überlegt ob man noch irgendwo einen zusätzlichen Stoßfänger einbauen könnte.

Oder man müsste es mit der Spieltechnik ausgleichen und mehr legato spielen -
oder nur Stücke aussuchen wo nie alle Noten zugleich abgesetzt werden.

In letzte Zeit gab es ja den vollen trend zum Lebendigen Wind - Orgelbauer rühmen sich
ja dass sie nur 1 Keilbalg einbauen und sonst nix.
Worin liegt denn der Reiz im lebendigen Wind? - vielleicht kann ich ihn ja dann mehr schätzen

Gruß, Martin

Windstößigkeit oder lebendiger Wind?

FranzS. @, Freitag, 24. Juni 2011, 22:10 (vor 5551 Tagen) @ orgelsolo
bearbeitet von FranzS., Freitag, 24. Juni 2011, 22:19

Ich schätze und liebe diese Orgel sehr, aber wenn man aber ein Stück mit vollgriffigen, abgesetzten Akkorden spielt - z.B. so einen Grand Choer von Dubois etc kommt das 1. Manual etwas ins Schwanken, besonders deutlich
merkt man es, wenn die Mixtur gezogen ist, die dann etwas falsch klingt.
... man könnte sogar ein Tremolo erzeugen wenn mann einen hohen Ton liegen lasst und
drunter einen akkord mehrfach anschlägt.

Im Prinzip ist die Orgel ein Klangdenkmal und in originalem Zustand. Im Kollaudierungsprotokoll von 1893 wird die Windversorgung gelobt.

Hallo, vielleicht liefert ja der Motor zu wenig Wind. Falls man diesen noch auf mechanischem Weg erzeugen kann, würde ich einfach mal vergleichen. Die andere Frage ist natürlich, wie die 1893 die Orgel getestet haben. Einen französischen Grand Choer haben die wohl nicht gespielt.


In der Romantik wollte man ja einen stabilen Wind haben und ich hab mir schon
einmal überlegt ob man noch irgendwo einen zusätzlichen Stoßfänger einbauen könnte.

Na ja, ich kenne einige Steinmeyer, Edenhofer und Ignaz Weise, die richtig absaufen und das nicht nur im vollen Spiel. Lediglich eine Binder und Siemann schafft man nicht so schnell.

oder nur Stücke aussuchen wo nie alle Noten zugleich abgesetzt werden.

Am besten etwas was man hinschmieren kann. Probier doch mal so was aus,
klingt auch viel authentischer als die Franzosen.


In letzte Zeit gab es ja den vollen trend zum Lebendigen Wind - Orgelbauer rühmen sich
ja dass sie nur 1 Keilbalg einbauen und sonst nix.
Worin liegt denn der Reiz im lebendigen Wind? - vielleicht kann ich ihn ja dann mehr schätzen

Ich kann mich mit dem nicht anfreunden, vor allem wenn diese stilisierten Teile beispielsweise bei der E-dur Toccata vom Krebs Hans Luke den Geist aufgeben. Was hätten die da wohl im 18 Jhdt gesagt.


Gruß, Martin

Gruß zurück und viel Spaß noch

Franz

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